Titel: Wasserkräfte des Niagara.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294/Miszelle 13 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/mi294mi10_13

Wasserkräfte des Niagara.

Wie Prof. Forbes, der berathende Ingenieur der Niagara-Gesellschaft, mittheilt, sollte die Anlage mit drei Turbinen, jede zu 5000 , im November in Betrieb gesetzt werden. Das Wasser wird den Turbinen durch Stahlröhren von 7 Fuss Durchmesser mit 140 Fuss Gefäll zugeführt. Die Kosten der Anlage belaufen sich auf 12 bis 16 Millionen Mark. Die Gesellschaft besitzt Bewilligung für Entnahme von 200000 auf der amerikanischen Seite des Falles, und arbeitet überdies einen Plan aus, nach welchem auf der kanadischen Seite weitere 250000 gewonnen und mit der jetzigen Anlage elektrisch verbunden werden können. Obschon in dem 15 engl. Meilen entfernten Buffalo Kohlen nur etwa 1½ Dollars die Tonne kosten, wird sich dort die dem Niagara entnommene Kraft bedeutend niedriger als Dampf kraft stellen. Da die industriellen Anlagen dieser Stadt 60000 verbrauchen, werden dieselben zu Anfang jedenfalls die Hauptkunden der Niagara-Gesellschaft sein. Es soll übrigens schon Begehr nach elektrischer Kraft von 350 Meilen entfernten Fabriken eingelaufen sein, und viele Unternehmer sollen nur die Inbetriebsetzung der elektrischen Kraftanlage abwarten, um neue Fabriken zu errichten. Die Nachfrage nach Land zu gewerblichen Zwecken in Niagara selbst ist schon so bedeutend, dass stellenweise die jährliche Miethe zwei Drittheile des ursprünglichen Ankaufspreises des Landes beträgt. Es wird beabsichtigt, eine Spannung von ungefähr 2000 Volt zu erzeugen, jedoch für Uebermittelung von Kraft auf grosse Entfernungen bis zu 10000 Volt zu gehen. Die Gesammtkraft des Niagarafalles wird auf mindestens 15 Millionen geschätzt.

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