Titel: Lackirverfahren für Messing.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1894, Band 294/Miszelle 3 (S. 264)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj294/mi294mi11_3

Lackirverfahren für Messing.

Das Lackiren von Messing, namentlich der feineren Instrumententheile, durch Ueberziehen mit durchscheinender, schwach gefärbter Schellackauflösung erfordert nach dem seither üblichen Lackirverfahren ein äusserst sorgfältiges Arbeiten. Die Metalloberfläche wird mit Blaustein geschliffen, sodann mit Lindenholz und Schmirgel auf Hochglanz polirt. So vorbereitet erhält das Arbeitsstück, nachdem es vorgewärmt ist, einen nur ganz dünnen Schellacküberzug, dieser wird womöglich auf der Drehbank aufgebracht. Nach einem Bericht in der Zeitschrift für Instrumentenkunde (October-Heft) ist man neuerdings von der angedeuteten Arbeitsweise zu Gunsten einer einfacheren abgekommen, welch letztere sich dadurch kennzeichnet, dass die Politur weniger fein ausgeführt, dafür aber eine vorzügliche und starke Lackirung aufgetragen wird, um dennoch ein gutes Aussehen der Arbeit zu erzielen. Um die Drehbank beim Lackiren kleinerer Gegenstände völlig entbehrlich zu machen, verdient ein Kunstgriff Erwähnung, dessen sich F. Sartorius in der mechanischen Werkstätte zu Göttingen bedient. Die Metallgegenstände – Knöpfe, Schalen, Säulchen u.s.w. – werden auf Draht gesteckt oder auf Drahtgestellen mit Stiel montirt, so dass sie mittels der Hand in kreiselnde Bewegung versetzt werden können, während die andere Hand durch einen Pinsel den Lack aufträgt. Verschiedene der einzelnen Hantirungen sind in der erwähnten Zeitschrift bildlich dargestellt. Daselbst findet sich auch ein von Sartorius in Anwendung gebrachter Grudeofen zum Anwärmen der Arbeitsstücke beschrieben und abgebildet. (Pf. in der Badischen Gewerbezeitung.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: