Titel: Ueber neuere Wollwaschmaschinen.
Autor: Glafey, H.
Fundstelle: 1895, Band 295 (S. 250–256)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj295/ar295061

Ueber neuere Wollwaschmaschinen.

Von H. Glafey, Ingenieur in Berlin.

(Fortsetzung des Berichtes Bd. 277 S. 529.)

Mit Abbildungen.

Die neueren Wollwaschmaschinen lassen das Bestreben erkennen, die Maschinen derart einzurichten, dass dieselben den Waschprocess unter völliger Schonung des Stapels der Wolle durchzuführen vermögen. Die in Vorschlag gebrachten Verbesserungen entfallen dabei etwa zu gleichen Theilen auf die mit Rechen und Gabeln arbeitenden Maschinen und auf diejenigen, bei welchen die Bewegung der Wolle durch den Waschbottich, durch die Flotte erfolgt. Bei der letztbezeichneten Klasse von Maschinen arbeitet entweder nur die Flotte oder es wird dieselbe durch Tauchkörper und Ausquetschvorrichtungen unterstützt.

Von den mit Rechen arbeitenden Maschinen sind zunächst zwei Ausführungsformen zu erwähnen, welche von John und Wm. Mc Naught in St. George's Foundry Rochdale herrühren und auf Grundlage der englischen Patentschriften Nr. 983 A. D. 1882, Nr. 9676 A. D. 1885, Nr. 5150 A. D. 1887 und Nr. 19878 A. D. 1890 ausgeführt werden.

Die ältere dieser beiden Maschinen ist in Fig. 1 wiedergegeben. Bei derselben wird die Wolle mit Hilfe des endlosen Zuführtuches a in den Waschbehälter b eingeleitet und in diesem mittels des zweitheiligen Rechens c d entlang nach den Ausquetschwalzen e geführt, welche sie von Flotte befreit auf das Ablieferungstuch f bringen. Der Hauptrechen c hängt an vier Seilen h, deren jedes mit seinem freien Ende an einer Seilscheibe k befestigt ist, von denen immer je zwei auf einer gemeinsamen Welle m montirt sind. Die dem Zuführtische a zunächst liegende dieser beiden Wellen empfängt von dem Antrieb der Maschine |251| aus mittels der Scheibe l eine schwingende Bewegung und diese hat zur Folge, dass der Rechen c sich in der Flotte hebt und senkt. Neben dieser Auf- und Abbewegung empfängt der Rechen c gleichzeitig noch von der Kurbelscheibe o durch Vermittelung der Lenker n eine hin und her gehende Bewegung in Richtung des Waschbottichs und schiebt dabei die bei der Abwärtsbewegung erfasste Wolle in der Flotte vorwärts, so dass sie der Hilfsrechen d auswerfen kann. Der letztere ist gelenkig mit dem Hauptrechen d verbunden und sein freies Ende hängt mittels einer Schnur i an einer Scheibe p, durch die beim Anheben des Hauptrechens die Schnur in Folge Drehung der Welle m aufgewunden, also das freie Ende beim Rückgang des Rechens ausserhalb der Flotte derart angehoben wird, dass der Hilfs- oder Auswerfrechen die vom Hauptrechen vorgeschobene Wolle beim Niedergang des letzteren fassen kann.

Textabbildung Bd. 295, S. 251

Die von den Quetschwalzen e ausgepresste Flotte fliesst in ein Rohr und wird durch dasselbe in einen Kasten überführt, in welchem sie etwaige Unreinigkeiten abscheiden soll und aus welchem sie mittels eines Schöpfrades g wieder in den Waschbottich b zurückbefördert wird.

Die Waschmaschine Fig. 2 unterscheidet sich von der vorbesprochenen Maschine erstens hinsichtlich der Gestaltung des die Wolle verschiebenden Rechens und zweitens durch die Anwendung eines besonderen Klärbehälters für die von den Quetschwalzen ausgepresste Flotte. Das Deutsche Wollengewerbe gibt von dieser Maschine folgende Beschreibung:

Der an Ketten a aufgehängte Hauptrahmen trägt nur vorn und hinten Zinken b, während im mittleren Theil desselben sich ein zweiter Rahmen c befindet, welcher sich auf dem ersteren auf Rollen d hin und her verschieben lässt. Beim Waschen reiner Wolle wird dieser zweite Rahmen einfach mit dem Hauptrahmen gekuppelt, nachdem die ihn bewegenden Lenker e ausgelöst sind. Sollen schmutzige Wollen gewaschen werden, so wird der mittlere Rahmen c durch die Lenker e innerhalb des Rahmens b noch für sich hin und her bewegt. Während der Hauptrahmen eine Vorwärtsbewegung in der Flotte macht, vollführt der Hilfsrahmen eine Vor-, Rückwärts- und Vorwärtsbewegung, dann steigen beide gemeinschaftlich empor und tauchen aufs Neue nach einem Rückgang ins Bad ein.

Textabbildung Bd. 295, S. 251

Das von den Walzen i ausgequetschte Wasser o. dgl. fliesst auf einer geneigten Ebene nach abwärts in ein gebogenes Rohr f, durch dessen Vermittelung es in einen halbcylindrischen Behälter g gelangt. Aus diesem wird das Wasser mittels des Schöpfrades k in ein Gerinne gehoben, welches in eine an der Seite des Waschbehälters vorgesehene Cisterne h ausmündet. In dieser Cisterne, deren Ausdehnung, wie die Figur erkennen lässt, ungefähr derjenigen des Waschbottichs entspricht und dessen Boden behufs leichter Entfernung der Unreinigkeiten geneigt ist, setzt das Waschwasser die etwaigen erdigen Beimischungen ab und fliesst wieder zu dem Waschbottich zurück. Damit hierbei Seifenschaum nicht mitgerissen werden kann, ist erstens die Cisterne durch nicht ganz bis auf den Boden reichende Scheidewände getrennt, an welchen sich der Schaum stösst, zweitens ist aber auch die Ausflussöffnung durch eine Schutzplatte abgedeckt, welche ein Stück in die Flotte reicht, so dass die Flotte nicht am Spiegel, sondern etwas tiefer abfliesst, der Schaum also oben stehen bleibt.

Um zu verhindern, dass sich die in der Waschflüssigkeit |252| enthaltenen erdigen Beimischungen in dem mit dem Schöpfrade ausgestatteten Behälter absetzen, kann in denselben ein Dampfrohr eingesetzt sein, dessen Lage und Gestaltung so gewählt sind, dass die Flotte in Folge des unter hohem Druck ausströmenden Dampfes in eine kreisende Bewegung versetzt wird. Die Cisterne ist zwecks Entleerung am Boden mit einem Ventil ausgestattet, dessen Oeffnung durch einen an der Wandung angebrachten Hahn ermöglicht wird.

Textabbildung Bd. 295, S. 252

Fig. 3 veranschaulicht eine Wollwaschmaschine von Dicktus, welche von der Firma Taylor, Wordsworth and Co. in Leeds, England, ausgeführt wird. Bei dieser Maschine erfolgt die Fortbewegung der Wolle durch Rechenstäbe, welche sich einzeln in die Flotte senken, in derselben parallel zu einander verschieben und wieder einzeln aus der Flotte heraustreten, um ausserhalb derselben nach ihrer Ausgangsstellung zurückzukehren. Die besondere Einrichtung dieser durch das englische Patent Nr. 8178 A. D. 1887 geschützten Maschine ist die folgende:

Die Wolle wird mittels des endlosen Zuführtuches a in den Waschbottich b eingebracht und an der Einlaufstelle des letzteren durch ein Flügelrad c untergetaucht und den Rechen d zugeführt. Diese Rechen sitzen einzeln verschiebbar auf zwei Paar lothrecht über einander im Obertheil des Waschbottichs angeordneten Schienenpaaren, an deren Aussenseiten auf Führungsrollen f axial verschiebbar zwei Paar weitere Schienen e gelagert sind, die unter sich durch die am Gestell drehbar angeordneten doppelarmigen Hebel g derart verbunden sind, dass wenn das eine (untere) Schienenpaar nach links (Fig. 3) sich bewegt, das andere (obere) nach rechts geht und umgekehrt. Eingeleitet wird diese Bewegung mittels einer auf der unter dem Flottenbehälter h angeordneten Welle i sitzenden Excenterscheibe und eines Winkelhebels k, welcher mittels einer schlitzförmigen Aussparung einen Vorsprung der unteren Schiene e erfasst. Die Verschiebung der Rechen d in Richtung des Waschbottichs innerhalb der Flotte nach dem Quetsch walzenpaar l zu und ausserhalb der Flotte nach dem endlosen Zuführtische a hin erfolgt durch Mitnehmer m. Diese Mitnehmer bilden kleine zweiarmige Gewichtshebel, welche frei drehbar an den Aussenseiten der Schienen e ruhen und derart belastet sind, dass die unteren Schienenpaare e bei ihrer Bewegung nach links und die oberen bei ihrer Bewegung nach rechts hin (Fig. 3) durch ihre Mitnehmer m die vor ihnen liegenden Rechen mitnehmen, d.h. auf ihren Tragschienen verschieben. Führen die bezeichneten Schienenpaare die entgegengesetzte Bewegung aus, so gleiten die Mitnehmer m mit ihren Köpfen unter den Rechen hinweg, lassen dieselben also stehen. Während dieser Zeit wird am Zuführende des Waschbottichs ein Rechen gesenkt und am Austrittsende desselben ein Rechen gehoben. Die Maschine ist zu diesem Zwecke mit zwei Paar Gleitstücken n ausgerüstet, welche von der bereits erwähnten Welle i durch Vermittelung von Curvenscheiben und Hebel Verbindungen o p q im geeigneten Augenblick gehoben und gesenkt werden. Damit die in lothrechter Richtung zu bewegenden Rechen sicher von den sich senkenden und hebenden Gleitstücken n gefasst werden, sind zu beiden Seiten der Gleitbahnen für die Rechen kurze Hilfsgleise u vorgesehen, welche die von den Gleitbahnen ablaufenden Rechen aufnehmen und ebenso die auf den Gleitstücken ruhenden Rechen am Ende der lothrechten Bewegung derselben fangen und in den Bereich der Mitnehmer bringen.

Da, wo der letzte Rechen auf der linken Seite der Maschine sich hebt, wird die Wolle von einem schwingenden Rechen r gefasst und in den Bereich zweier rotirenden Rechen s geschoben, welche sie auf dem durchlochten Bottichboden den Ausquetschwalzen l zuführen. Die vom Waschbottich und den Ausquetschwalzen ablaufende Flotte gelangt in den unter dem Waschbottich b vorgesehenen Flottenbehälter h, welcher zwecks Abscheidung von Sand u.s.w. mit einem durchlochten doppelten Boden ausgestattet ist und aus dem die Flotte mittels einer Pumpe wieder in den Waschbottich befördert wird.

Die Fig. 4 bis 9 veranschaulichen eine Wollwaschmaschine der bekannten Firma Frederick Granderson Sargent und Allan Cameron Sargent in Graniteville, Middlesex, Nordamerika, bei welcher die Wolle ebenfalls durch Rechen durch den Waschbottich bewegt wird. Diese Maschine ist Gegenstand des englischen Patentes Nr. 23475 A. D. 1893 und besitzt folgende Einrichtung:

Der mit Auslassöffnungen 2 versehene Waschbottich 1 besitzt den doppelten Boden 3, durch dessen Lochungen sich aller von der Wolle entfernter Schmutz absetzt. Ueber diesem Boden ruht bezieh. schwimmt die durch ein endloses |253| Zuführtuch eingebrachte Wolle und wird mittels der Rechen 19 dem Ausleger 54, 55 zugeführt, welcher sie an die Quetschwalzen 5 und 6 abgibt. Die von den Quetschwalzen ablaufende Flotte gelangt in den Sammeltrog 8, aus welchem sie durch Rohrleitung 8, 9 nach dem Behälter 10 (Fig. 5 und 7) übertritt, in welchem das Schöpfrad 81, 82, 83, 84 umläuft, das die Flotte anhebt und in die schräg ablaufende Rinne 86 abgibt, welche auf dem Boden massiv, an den Wandungen aber durchlocht ist. Dies hat zur Folge, dass die der Flotte beigemischten Fasern in den Obertheil des Waschbottichs abfliessen, während die Flotte selbst durch die Lochungen des Rohres 86 in den Abfluss 85 und von diesem mittels des Rohres 87 in den Untertheil des Waschbottichs 1 übertritt (Fig. 7). Die Zinken 19 des Rechens werden von Querstäben 18 getragen, welche wiederum durch die beiden längs des Waschbottichs hinlaufenden Schienen 17 gehalten werden. Jede dieser beiden Schienen trägt an ihrem Ende eine Führungsschiene 21, welche in Verbindung mit den Rechenträgern 17 den Gleitrollen 20 des Schlittens 16 als Führung dienen. Die bezeichneten Gleitrollen 20 sitzen auf Achsen 15, deren freie Enden ihre Unterstützung in den einarmigen Hebeln 14 finden, die drehbar auf den Achsen 12 unter dem Flottenbehälter befestigt sind.

Textabbildung Bd. 295, S. 253

Ueber der linksseitigen Führung 21 ruht in den Lagerböcken 30 die Welle 32 mit den beiden Kurbeln 33, deren freie Enden durch einen Steg 34 verbunden sind, auf welchem der Rechenrahmen 17 mittels der beiden Hakenstücke 35 hängt. Dreht sich die Welle 32, so ertheilen die Kurbeln 33 dem Rahmen 17, 18, 19 mittels der Lenker 14 und des Schlittens 15, 16, 20 eine auf und ab gehende und gleichzeitig wagerecht hin und her gehende Bewegung, wie sie für die Verschiebung der Wolle erforderlich ist. Unterstützt wird der Rahmen 17 hierbei in seiner Bewegung durch die Gewichte 27, welche an Ketten hängen, die sich auf den unrunden Scheiben 25 auf- bezieh. von denselben abwickeln, welche wieder auf einer Welle 24 ruhen, deren Kettenscheiben 28 durch die Ketten 29 mit dem Schlitten 15, 16 verbunden sind.

Ausser den Rechen 18, 19 tragen die Längsschienen 17 erstens noch die an Federn 63 hängenden Taucher 61 (Fig. 6 und 8) und zweitens schwingende Rechenstäbe 70 (Fig. 6 und 9). Die ersteren werden bei der Bewegung des Rahmens 17 nach links (Fig. 6) durch Auflaufen der an den Federn 63 sitzenden Rollen auf die auf den Seitenwandungen des Waschbottichs befestigten keilförmigen Ansätze 65 gehoben und nach Verlassen der letzteren unter Mitwirkung von Federn nach abwärts geschnellt, tauchen also die Wolle in die Flotte ein. Die schwingenden Rechen 70 sitzen auf Achsen 71, welche mittels der mit Laufrollen 74 ausgestatteten Arme 73 unter Vermittelung der Auflaufstücke 75 und Federn 77 bei der Linksbewegung des Rahmens 16, 17 in eine Schwingbewegung von rechts nach links versetzt werden (Fig. 9).

Der Ausheber für die gewaschene Wolle wird durch das Kurbelgetriebe 39, 52, 53 und die Curvenführung 55 bewegt, auf welcher bei der durch das bezeichnete Getriebe hervorgebrachten Schubbewegung die Laufrolle 54 des Rechens gleitet.

Textabbildung Bd. 295, S. 253

Die durch das amerikanische Patent Nr. 498308 geschützte Wollwaschmaschine von Frederick G. Sargent und Allan C. Sargent in Graniteville besitzt die aus Fig. 10 ersichtliche Einrichtung. Die Bewegung der Wolle in der Flotte und das Einführen derselben in die Quetschwalzen 6 erfolgt mittels eines einzigen Rechens 28 über dem durchlochten Boden 4 des Waschbottichs 4, 3, 2. Dieser Rechen empfängt seine auf und ab gehende und hin und her |254| gehende Bewegung durch die beiden Kurbeln 14, welche mittels der gelenkig an denselben befestigten Büchsen 15 die Lenker 17 tragen, welche drehbar an dem Rechengestell 19 befestigt sind und ihre Führung in den drehbar gelagerten Führungsbüchsen 21 erhalten. Um das Gewicht des Rechens möglichst auszugleichen und bei der Bewegung desselben seitens der Kurbeln Stösse möglichst zu vermeiden, trägt das Rechengestell auf seiner Oberseite eine Führung 26, in welche der freie Schenkel des um 23 drehbaren Gewichtshebels 24: eingreift.

Textabbildung Bd. 295, S. 254

Wesentlich verschieden von den vorstehend besprochenen Maschinen ist diejenige von David Smith and Co., Lmtd., Kensington Works, in Halifax-Yorkshire. Diese Maschine, von der Fig. 11 eine Schnittansicht gibt, ist nicht mit einem schwingenden, sondern umlaufenden Rechen ausgestattet, der die mittels des endlosen Zuführtuches in den Waschbottich eingeführte, durch das Tauchrad J unter die Flotte gebrachte Wolle erfasst und auf dem durchlochten Boden gegen das Quetschwalzenpaar B führt. Die hier ablaufende und von dem letzteren ausgepresste Flotte gelangt in den Klärbehälter A, aus welchem sie mittels der rotirenden Pumpe F durch Vermittelung der Rohrleitung H an der Eintrittsstelle der Wolle wieder in den Waschbottich eingeleitet wird.

Textabbildung Bd. 295, S. 254

Bei der in den Fig. 12 und 13 wiedergegebenen Wollwaschmaschine von Sargent's Sons (vgl. amerikanische Patentschriften Nr. 184301 und Nr. 468453) kommt zur Bewegung der Wolle im Waschbottich kein Rechen mehr zur Verwendung, sondern nur zum Ausheben derselben aus der Flotte. Bei der Construction derselben war es nach Uhland's technischer Rundschau, 1893, Absicht, die geneigte Ebene unter der Ausführvorrichtung und die Entfernung der oberen Kante derselben von der Presse möglichst kurz zu halten, um ein Verfilzen der Wolle durch längeres Verweilen an der Luft, sowie über den Walzen zwischen der Ebene und der Presse möglichst zu vermeiden. Dies wird im Wesentlichen mit Hilfe der Centrifugalpumpe f dadurch erreicht, dass der Wasserspiegel nach der Linie y y im Kasten a höher als derjenige nach z z im Troge b unter den Presswalzen c c1 gehalten wird. Es sind dann nur zwei Walzen d d1 zwischen der Presse und der geneigten Ebene r erforderlich. Die Wolle wird am rechten Ende aufgegeben, von dem aus der Spalte l, sowie den Düsen n ausströmenden Wasser unter der geneigten Ebene o niederwärts getrieben, steigt unter der anderen geneigten Ebene o1 wieder auf, wird von der Zinken walze p zertheilt und zwischen die Rechen s getrieben. Dieselben werden von den Kurbeln v der Antriebswelle t mittels Gelenke w x, sowie der Rollen w1 s1 in entsprechender Weise auf und nieder bewegt, um die Wolle zu erfassen, auf der geneigten Ebene r zu heben und über die Walzen d d1 abzuliefern. Auf diesen Walzen läuft das Wasser von der Wolle in Gemeinschaft mit einzelnen Fasern nach dem Troge b ab, worauf die Wolle zwischen den Walzen c c1 gepresst und an die zweite Maschine abgeliefert wird. Da die untere Walze c zur Hälfte im Troge b untertaucht, so wird etwaige von ihr mitgenommene Wolle durch das Wasser wieder abgezogen und gelangt mit demselben durch das Saugrohr e nach der Pumpe f und aus derselben in das Druckrohr g. Bei geschlossenem Ventil i geht ein Theil des Wassers durch das Rohr h in den Kanal k und mündet bei l aus, während der andere Theil durch das Rohr m und die Düsen n ebenfalls über dem Wasserspiegel in den Kasten a ausströmt. Im Falle nicht genug Wasser von der Wolle auf den Walzen d d1 abläuft, wird der Schieber a4 mit Hilfe des Handrades a5 so weit geöffnet, dass der Trog b durch Uebertreten von Wasser aus dem Kasten a gerade gefüllt bleibt. Die geneigten Ebenen q r sind durchlocht, so dass die Wolle vom Wasserstrom niederwärts getrieben und leichter von den Rechen s der Ausführvorrichtung erfasst wird. Der Schmutz am Boden wird durch das Ventil a1 abgelassen.

Textabbildung Bd. 295, S. 254

Nicht wesentlich verschieden von der vorstehend beschriebenen |255| Maschine ist die in Fig. 14 veranschaulichte von der gleichen Firma. Die Textil-Zeitung, 1891, berichtet über diese Maschine Folgendes:

Textabbildung Bd. 295, S. 255

Der Waschtrog wird bis auf etwa 150 mm vom oberen Rande mit Waschlauge gefüllt und mit der Wolle in bekannter Weise mittels Lattentuches beschickt. Hier wird die Wolle von der mit Zähnen besetzten Trommel untergetaucht und gleichzeitig der Wirkung eines Flüssigkeitsstrahles ausgesetzt, der durch die unter dem Troge ersichtliche Rohrleitung von einer Rotationspumpe aus senkrecht zur Stirnwand in das Bad eingeführt wird und der die am leichtesten entfernbaren Schmutztheile auswäscht. Durch den von der Eintauchtrommel, zwei weiteren Trommeln und die Pumpe erzeugten Umlauf der Waschlauge wird die Wolle langsam gegen das andere Trogende geführt, wobei die Geschwindigkeit der Bewegung gemäss der Beschaffenheit der Wolle geregelt werden kann, derart, dass die letztere etwa 4 bis 8 Minuten im Bade verbleibt. Diese Art und Weise der Reinigung ähnelt, wie ersichtlich, der Handwäsche und wird erfahrungsmässig ein sehr gutes Resultat erzielt.

Die Wolle wird dann mittels eines Rechens den Quetschwalzen zugeführt und hier ein drittes Mal der Waschlauge durch Uebergiessen mit der letzteren aus einem Zweigrohr der oben genannten Leitung ausgesetzt, so dass sie den Quetschwalzen in mit Flüssigkeit reichlich gesättigtem Zustande übergeben wird, was zur Beseitigung der letzten Schmutzreste sehr wesentlich ist. Zur Ablagerung des ausgewaschenen Schmutzes ist der Trog mit sogen. falschen Boden versehen, und ist der dadurch gebildete untere Trograum derartig mit Zwischenwänden construirt, dass ein Wiederaufrühren des Schmutzes durch den Umlauf der Waschlauge ausgeschlossen ist.

Textabbildung Bd. 295, S. 255

Von denjenigen Maschinen, bei welchen keinerlei Rechen zur Bewegung der Wolle Anwendung finden, sondern bei welchen die Bewegung der letzteren nur durch die Flotte in Verbindung mit geeigneten Tauchkörpern erfolgt, ist zunächst die in Fig. 15 wiedergegebene zu erwähnen, welche nach dem englischen Patent Nr. 15153 A. D. 1889 von Eastwood and Ambler durch die Firma Taylor Wordswarth and Co. in Leeds ausgeführt wird. Das Deutsche Wollengewerbe, 1890, gibt von dieser Maschine folgende Beschreibung:

Die Wolle wird bei E in den Waschtrog A eingetragen und bei ihrem Lauf zum Austrittsende E desselben der Bearbeitung durch Tröge t ausgesetzt, welche gelochte Boden und lose Deckel d besitzen. Diese Tröge tauchen abwechselnd, wie die Figur zeigt, in die Waschlauge ein, und pressen dabei die unter ihnen befindliche Wolle zusammen und damit den gelösten Schmutz aus der Wolle heraus. Dabei dringt natürlich ein Theil der entweichenden Waschflüssigkeit durch den gelochten Boden in den Trog ein, wobei die im Trog befindliche Luft zufolge der Anordnung des losen Deckels d bequemen Ein- und Austritt hat. Beim Steigen des Troges t quillt die Wolle wieder auf und wird gleichzeitig von der aus dem Troge wieder ausfliessenden Waschlauge übergossen, wodurch |256| eine weitere Auflockerung und Ausspülung des gelösten Fettes, Schmutzes u.s.w. eintritt. Diese Bearbeitung wiederholt sich gemäss der Anzahl der Tröge viermal; wobei die Wolle durch die Strömung der Waschlauge durch den Trog getragen wird. Am Austrittsende E wird die gereinigte Wolle mit Waschflüssigkeit voll gesättigt (was bekanntlich sehr zweckmässig ist) den Quetschwalzen R übergeben, welche sie dem Auslegetuche B überliefern. Die Waschlauge fliesst durch den gelochten Boden ab in einen unteren Trog A1, der mit Zwischenwänden ausgerüstet ist, durch die eine Ablagerung des Schmutzes in den einzelnen Abtheilungen eintritt. Aus der letzten Abtheilung wird dann die Waschflüssigkeit durch die Pumpe P in den Speisetrog t1 gedrückt, aus welchem sie, die durch Lattentuch E zugeführte Wolle übergiessend, wieder nach A gelangt. Die Tröge t werden von Excentern e aus mittels Ketten in der dargestellten Weise bethätigt.

Die Behandlung der Wolle in dieser Maschine ist als eine schonende zu bezeichnen, da eine Verwirrung der Fasern durch Rechen u.s.w. ausgeschlossen ist, und auch durch die Presströge eine solche nicht eintreten dürfte, während das Spülen der Wolle. zur Auflockerung des Schmutzes sehr wesentlich ist, da ja mit dem aus den Trögen t austretendem Wasser auch Luft mitgerissen wird, welche ebenfalls das Entweichen des gelösten Schmutzes begünstigt.

Bezüglich der Abmessungen dieser Maschine entnehmen wir dem Text. Manuf., dass der obere eigentliche Waschtrog A etwa 4,25 m lang, 0,61 m breit und 0,35 m tief ist, während die Tauchtröge 0,5 m lang, 0,59 m breit und 0,2 m hoch sind. Der untere Trog A1 ist 3,3 m lang, 1 m breit und 0,67 m tief, während die Quetschwalzen R 0,76 m breit sind und 0,3 m Durchmesser haben. Zu einem System gehören drei oder vier derartiger Maschinen, und es gestaltet sich der Raumbedarf derart, dass für eine Maschine etwa 6 m in der Länge und 1,67 m in der Breite erforderlich sind, während drei bezieh. vier Maschinen einen Längenraum von 16 bis 17 m bezieh. von 22 bis 23 m bedürfen.

(Fortsetzung folgt.)

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