Titel: Nichtabtropfende Umlaufschmierung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 295/Miszelle 14 (S. 96)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj295/mi295mi04_14

Nichtabtropfende Umlaufschmierung.

Diese Schmierung von J. Weipert und Söhne (Hahn und Treiber) in Stockerau bei Wien soll eine sparsamere und zugleich wirksamere Verwendung des Oeles erzielen. Die Eigenthümlichkeit liegt in der zweckmässigeren Vertheilung des Oeles, sowie in einer Abdichtung, die das Abtropfen des Oeles verhindern soll.

Das Schmiermaterial wird, wie bisher, durch Schmierbüchsen in die Oberschale eingeführt. Diese besitzt nur eine das Schmierloch schneidende, rechtwinkelig zur Achse stehende ringförmige Quernuth, „Zuführungsnuthe“, welche nach beiden Seiten auf die Unterschale aufsetzend ausläuft.

Die Unterschale erhält nur auf derjenigen Seite, auf welche die Welle auflauft, eine bis nahe an die Enden reichende Randaussparung, „Vertheilungsnuth“, zur Vertheilung des eingeführten Schmiermaterials. Von den beiden Enden der Vertheilungsnuth zweigen zwei Nuthen ab, durchlaufen quer die ganze Unterschale und vereinigen sich auf der anderen Seite an der Stelle, an welcher die Quernuth der Oberschale auf die Unterschale ausläuft. Auf diese Weise ist die Verbindung der Zuführungsnuth mit der Vertheilungsnuth und den Rücklaufnuthen hergestellt und ein beständiges Umlaufen des Schmiermaterials in den Lagerschalen durch die blosse Umdrehung der Welle bewirkt. Knapp an beiden Enden der Lagerschale sind in derselben Ringnuthen eingedreht, in welche Halbringe aus Leder oder Stopfbüchsen-Dichtungsmaterial eingelegt sind, welche den Austritt des eingeführten Schmiermaterials verhindern. Bei grösseren Lagern wird die beschriebene Schmiervorrichtung zweimal neben einander angeordnet. Derartige Lager sind seit länger als Jahresfrist in den verschiedensten Grössen in Betrieb und ergeben ein günstigeres Resultat, als Lager mit gewöhnlicher Schmierung. Es reicht beispielsweise der Inhalt einer normalen Tovote-Schmierbüchse bei 120 minutlichen Umdrehungen der Welle und 10stündiger Arbeitszeit 4 bis 6 Monate aus. Während dieser Zeit ist nicht die geringste Wartung nöthig.

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