Titel: Versuche über die Dichtigkeit von Röhrenfugen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 295/Miszelle 3 (S. 120)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj295/mi295mi05_3

Versuche über die Dichtigkeit von Röhrenfugen.

Die Dichtigkeit der Fugen von Entwässerungsleitungen ist unter gewissen Verhältnissen von grosser Bedeutung, so unter anderen Fällen in demjenigen, in welchem die Abwässer, bevor sie in einen Flusslauf gelangen, einem Klärverfahren zu unterwerfen sind. Eine Vergrößerung dieser Menge durch in die Leitungen eintretendes Grundwasser muss selbstverständlich in unnöthiger Weise die Kosten erheblich erhöhen. Um über die Menge des durch die Fugen gut verlegter Entwässerungsleitungen eintretenden Wassers ein zutreffendes Bild zu erhalten, sind vor kurzem von dem Ingenieur Coffin diesbezügliche Versuche angestellt worden, über welche kurz im Anschluss an die in The Engineering Record erschienene Abhandlung berichtet werden soll.

Coffin benutzte zu seinen Versuchen ein von aussen abgeschlossenes Rohrstück, dessen Fugen zwischen den Röhren in sorgfältiger Weise hergestellt wurden; das eine Rohrende wurde durch ein Deckelstück, das andere durch eine Stopfbüchsendichtung geschlossen. Die Rohre wurden in einem dichten mit Wasser gefüllten Kasten unter den gewünschten Druck gesetzt. Um über die durch die Fugen dringende Wassermenge genauen Aufschluss zu erhalten, braucht nur das in einem gewissen Zeitraum an dem offenen Rohrende ausfliessende Quantum gemessen zu werden.

Der für alle Versuche maassgebende Druck betrug 1,5 m Wassersäule, von der Mittellinie des Rohres aus gemessen.

Die Versuchsrohre hatten einen inneren Durchmesser von 15 cm und 1 Fuss Länge. Drei verschiedene Muffendichtungen wurden probirt und zwar:

1) eine Muffe von der gewöhnlichen Form, bei welcher ein Fugenraum von 7 mm Höhe und 4,5 cm Länge vorhanden war;

2) eine Muffe von 1,5 cm Fugenstärke und 6,5 cm Länge;

3) eine Muffe von den unter 2) angegebenen Dimensionen, in welcher jedoch eine Anzahl Rillen auf der Innenseite eingearbeitet war.

Bei der Fugendichtung wurde Cement angewandt und die Masse sorgfältig in den Muffenraum eingestampft. Die Einlegung der Rohre in den Kasten geschah nach erfolgter Erhärtung.

Im Ganzen wurden 33 Versuche ausgeführt. Bei der Muffendichtung unter 1), wobei ein Mörtel von fast reinem Portlandcement verwandt wurde, betrug die durchsickernde Wassermenge etwa 2800 l für eine Thonrohrleitung von 1 km Länge und für den Tag.

Die Muffendichtung unter 2) ergab folgende Resultate:

Bei Verwendung von reinem Portlandcement sind etwa 420 l und bei einem Mörtel von 1 : 1 etwa 1400 l für eine Thonrohrleitung von 1 km Länge für den Tag anzunehmen.

Coffin empfiehlt die letztere Muffenanwendung, da hierbei der Mörtel besser in die Fuge eingebracht und gestampft werden kann. In erster Linie soll dabei das Augenmerk darauf gerichtet werden, dass längere Rohre zur Verwendung kommen, da, wie selbstverständlich, mit der geringeren Fugenanzahl die eindringende Wassermenge erheblich abnimmt. (Zeitschrift für Transportwesen und Strassenbau, 1894 S. 571.)

-r.

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