Titel: Das Auer'sche Gasglühlicht als Strassenbeleuchtung.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 295/Miszelle 4 (S. 120)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj295/mi295mi05_4

Das Auer'sche Gasglühlicht als Strassenbeleuchtung.

Bereits früher hat die Deutsche Bauzeitung gelegentlich einer Besprechung der ökonomischen und hygienischen Eigenschaften des Auer'schen Gasglühlichtes auf die Verwendbarkeit desselben zu Zwecken der Strassenbeleuchtung hingewiesen und das günstige Ergebniss eines Versuches aus Frankfurt a. M. erwähnt. In Wien sind in jüngster Zeit seitens zweier Bezirksausschüsse gleichfalls Anregungen zur Einführung des in Rede stehenden Lichtes für die Strassenbeleuchtung gemacht worden. Es hat jedoch nicht an Gegnern aller Art für diese Beleuchtungsart für Strassen gefehlt. Ihre Gründe zu entkräften, veröffentlicht die Oesterreichische Gasglühlicht-Actiengesellschaft in Wien in der Neuen Freien Presse Gutachten von den Directionen der Gaswerke der Städte Budapest, Reichenberg, Pola, St. Polten, Baden und Linz, welche durchgehends günstige Ergebnisse melden. In der Badgasse in Budapest functionirt es seit länger als 2½ Jahren ungestört. Die Haltbarkeit und Brenndauer der Glühkörper entspricht allen Erwartungen; die Beleuchtung selbst erfuhr bei Anwendung gut construirter Laternen bei Kälte, Sturm und Regen keine Unterbrechung. Die Ausdehnung dieser Beleuchtungsart auf weitere Strassen ist in Aussicht genommen. In Reichenberg brennen seit Mitte August 110 windsichere Strassenlaternen, zum Theil die ganze Nacht. Für diese Laternen waren bis 20. November 41 Glühkörper als Ersatz verwendet; die Lampen haben Marienglascylinder. Es wird gleichzeitig berichtet, dass sich die Beleuchtung bei dichtem Nebel gut bewährte. In Linz betrug die durchschnittliche Brenndauer eines Glühkörpers etwa 550 Stunden; Sturm und Regen haben sich als nicht nachtheilig für die Beleuchtung erwiesen. Die Gesellschaft bemerkt, dass die Brenndauer der Glühkörper nach den vorliegenden Berichten zwischen 700 und 2000, in Agram sogar 2300 Stunden betragen hat. (Deutsche Bauzeitung, 1894 S. 627.)

-r.

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