Titel: Giessbare Marmormasse.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 295/Miszelle 6 (S. 168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj295/mi295mi07_6

Giessbare Marmormasse.

Durch Mischen von concentrirter Chlorzinklösung, welche mindestens 55° Bé. zeigen muss, mit stark geglühtem Zinkoxyd erhält man eine Masse, welche sich ganz ausgezeichnet zum Giessen verschiedener Kunstobjecte eignet; sie kommt an Härte mindestens dem Marmor gleich und nimmt hohe Politur an; in Bezug auf ihr Verhalten gegen äussere Einflüsse übertrifft sie aber an Widerstandsfähigkeit den Marmor sehr bedeutend, indem sie sowohl durch Einwirkung sehr starker Kälte, Feuchtigkeit, selbst durch kochendes Wasser gar nicht angegriffen wird und auch gegen die Einwirkung sehr starker Säuren ziemlich indifferent ist. Man stellt diese Giessmasse am besten dadurch her, dass man 2 Raumtheile Zinkweiss, welches heftig geglüht und nach dem Erkalten bis zum Gebrauche in luftdicht verschlossenen Gläsern aufbewahrt werden muss, mit 1 Th. Chlorzinklösung von 55° Bé. mischt. Zur Darstellung der Mischung bedient man sich eines Porzellangefässes, in welches man zuerst das Zinkoxyd bringt, sodann die Chlorzinklösung zugiesst und durch Rühren mit einem flachen Spatel die Mischung gleichförmig macht. Bei dem Mischen ist ganz besonders darauf zu achten, dass keine Luftblasen in der Masse entstehen, indem diese zur Bildung fehlerhafter Güsse Veranlassung geben würden. Man lässt die gut abgerührte Mischung so lange stehen, bis sie anfängt dickflüssiger zu werden, und giesst sie dann in die Formen, in welchen man sie erstarren lässt. Wenn man das Zinkoxyd vor seiner Anwendung mit Glaspulver oder mit Farben mengt, auf welche Zinkchlorid keine chemische Wirkung äussert (Englisch Roth, Braunstein, Chromgrün, Mennige), kann man auch farbige Gussmassen darstellen. (Eisenzeitung.)

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