Titel: Schwarzfärben des Holzes.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 295/Miszelle 4 (S. 192)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj295/mi295mi08_4

Schwarzfärben des Holzes.

Um das werthvolle, seines dichten Gefüges und der tiefschwarzen Farbe wegen geschätzte Ebenholz wenigstens dem Aussehen nach nachzuahmen, werden entweder künstliche Compositionen angewandt, auf deren Zusammensetzung hier nicht näher eingegangen werden kann, oder es werden ordinäre Hölzer, die jedoch möglichst feine Textur besitzen sollen, mit schwarzfärbenden Beizen behandelt. Ein gebräuchliches Mittel besteht in der Anwendung von salzsaurem Anilin, aufgelöst in gleichen Gewichtsmengen Weingeist; die Flüssigkeit wird auf das Holz aufgestrichen, nachdem man dessen Oberfläche erst mit einer 1procentigen Kupfervitriollösung getränkt und dann wieder getrocknet hatte. – Ein sehr schönes und haltbares Schwarz auf Holz, das demjenigen des Ebenholzes wohl am nächsten kommt, erhält man in einfacher Weise dadurch, dass man das Arbeitsstück mit verdünnter Schwefelsäure (1 Raumtheil auf 20 Wasser) benetzt und dann erhitzt. Es genügt hierzu eine Wärme von 60 bis 90°, in wenigen Minuten ist die erwünschte Schwarzfärbung eingetreten. Von einer Reihe von Hölzern, die wir versuchsweise in der erwähnten Art behandelten, färbten sich am vortheilhaftesten Buche, Linde, Taxus, nach Wiederholung des Verfahrens auch Kirschbaum, Kastanie, Birke; weniger schön fielen die Beizungen von Eiche und Esche aus; nicht gut die von Apfelbaum, Kiefer, Fichte und Tanne, bei welch letzteren auch die Jahresringe durch ungleiche Färbung störend sind. – Die Wirkung der Beize ist dahin zu erklären, dass beim Trocknen des getränkten Holzes die Schwefelsäure durch Wasser Verdampfung concentrirt wird, in welchem Zustande sie Holzfaser verkohlt. Um die Säure aus dem Holze wieder zu entfernen, erscheint es geboten, dasselbe nachträglich mit verdünnter Sodalösung und reinem Wasser auszulaugen. – Das Verfahren dürfte nur für kleinere Gegenstände anwendbar sein wegen der Gefahr des Springens des Holzes bei der nothwendigen Erwärmung. (Pf. in der Badischen Gewerbezeitung vom 9. Februar 1895.)

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