Titel: Einsetzen der Wasserstandsgläser.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 295/Miszelle 5 (S. 192)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj295/mi295mi08_5

Einsetzen der Wasserstandsgläser.

Das Einsetzen eines neuen Wasserstandsglases ist oft mit grossen Schwierigkeiten verknüpft, und manchmal zerspringen erst zwei, drei Gläser, ehe eins wieder gut hält. Das Zerspringen hat seinen Grund meist darin, dass beim Anziehen der Stoffbüchsen das Glas Spannung erhält. Kommt hierzu noch die durch Erwärmung bedingte Ausdehnung, so kann das Glas dem nicht mehr Stand halten und zerspringt. Eine Anordnung, welche zwar nicht neu, jedoch neuerdings vielfach angewendet wird, und bei der das Wasserstandsglas nicht mit einer Stopfbüchse fest eingespannt, aber doch gut abgedichtet wird, ist folgende: Die beiden Stutzen, welche zur Aufnahme des Glases dienen, sind reichlich gross, etwa 1,5mal dem äusseren Durchmesser des Glases, ausgebohrt. Auf das Glas wird an den Enden je ein Gummiring gesteckt, der eine konische, runde Bohrung und auf dem weiten Ende noch einen besonderen Kragen hat, der sich gegen die Endflächen des Stutzens legt. Der engere Theil des Gummiringes tritt um etwa 10 bis 15 mm in die Bohrung des Stutzens hinein und umschliesst hier passend das Wasserstandsglas, während derselbe in dem Stutzen selbst noch Luft hat. Mittels einer Ueberwurfmutter, die mit Gewinde auf den Stutzen geschraubt wird, wird der Kragen des Gummiringes auf der Endfläche des Stutzens festgehalten. Durch diese Anordnung ist das Wasserstandsglas zwanglos und spannungsfrei gehalten und trotzdem dicht. Der Wasser- bezieh. Dampfdruck presst nämlich den konischen Theil des Gummiringes selbsthätig gegen die Glasröhre an und bewirkt hierdurch eine vorzügliche Abdichtung. Wird bei der Anordnung mittels Stopfbüchsen diese nicht fest angezogen oder nicht von Zeit zu Zeit nachgezogen, so bleiben sehr oft kleine Undichtigkeiten, die zu gefährlichen Täuschungen über die Höhe des Wasserstandes im Kessel Veranlassung geben können. Dies ist bei der oben beschriebenen Anordnung ausgeschlossen, da der natürlichen Spannung des Gummis noch der Dampf- bezieh. Wasserdruck zu Hilfe kommt. (Gewerbe-Hygiene durch Papierzeitung.)

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