Titel: Versuche bei niedriger Temperatur.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 295/Miszelle 3 (S. 216)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj295/mi295mi09_3

Versuche bei niedriger Temperatur.

In der Revue industrielle vom 2. Februar 1895 berichtet P. Delahaye über die neuesten Versuche bei niedriger Temperatur von Paul Pictet. Hiernach schützt bei einer Temperatur von – 165° bis – 80° eine Umhüllung aus Wolle, Baumwolle oder Holz die erkalteten Körper nicht mehr und hält die Wärmeeinstrahlung nicht mehr auf; um einen Körper von – 165° zu erwärmen, genügen Strahlen von – 100 bis – 110° und alle Strahlungen werden aufgenommen, die von den Mauern, Möbein, dem Boden und der Decke des Laboratoriums ausgehen. Dieser Zufluss von strahlender Wärme, die ohne Hinderniss bis zum Mittelpunkt des abgekühlten Körpers dringen, bilden ein grosses Hinderniss für die Herstellung sehr niedriger Temperaturen, da die Art und Dicke der Schutzmittel nicht viel ausmacht. Delahaye vergleicht die Wirkung solcher Schutzmittel mit einer photographischen Dunkelkammer, die man aus klaren Glaswänden herstellen wollte. Jedes Quadratmeter Oberfläche absorbirt 140 bis 160 Calorien in der Stunde, wie auch der Schutz beschaffen sei; dabei ist die Temperatur des erkalteten Körpers – 140 bis – 150°.

Diese Erfahrungen beweisen, dass alle Versuche bei niedrigen Temperaturen ein starkes Material und grosse Pumpen erfordern, da es unmöglich ist, die Apparate bei diesen Temperaturen zu halten, ohne fortwährend den enormen Wärmezufluss abzuziehen, wie auch die Schutzmäntel beschaffen seien, mit denen man sie umgibt. Von – 213 bis – 70° annähernd kann man die Körper als sehr wärmedurchlässig ansehen, sie werden von der dunkelen strahlenden Wärme durchdrungen wie das Steinsalz bei gewöhnlichen Wärmegraden. Von – 70° an beobachtet man deutlich charakteristische starke Verschiedenheiten. Die schützenden Eigenschaften der Umhüllungen manifestiren sich nach Maassgabe der steigenden Temperatur. Bei 0° C. werden die Erscheinungen normal, d.h. sie gleichen allen denen, die wir kennen.

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