Titel: Neues Verfahren zur Zerstörung von Hausschwamm.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 295/Miszelle 2 (S. 240)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj295/mi295mi10_2

Neues Verfahren zur Zerstörung von Hausschwamm.

Ein neues Verfahren zur Zerstörung von Hausschwamm ohne Aufnahme der Dielen und ohne Störung für die benutzten Räume hat der Regierungsbaumeister M. Seemann in Berlin, Klopstockstrasse 34, erfunden (D. R. P. Nr. 76877). Dasselbe beruht auf der Erfahrung, dass der Hausschwamm in absolut trockener Luft zu Grunde gehen muss und nur gedeiht in Feuchtigkeit enthaltenden Räumen, speciell zwischen der Diele und Schalung der Gebäude, woselbst sich dem Bauholz anhaftende oder aus der Bauperiode (oder von Ueberschwemmungen) herrührende Feuchtigkeit befindet. Diese wird in sehr energischer Weise durch eigens construirte Apparate ohne Aufnahme der Dielen und ohne Störung in der Benutzung der Räume derart vertrieben, dass das ganze Schwammgebiet absolut ausgetrocknet wird.

Hierdurch erstirbt der Hausschwamm zu einem lederartigen, nicht mehr belebungsfähigen Gebilde. Alsdann wird durch dieselben Apparate unter grossem Druck in die einzelnen Balkenfelder ein Gas gedrückt, welches in die feinsten Poren der Hölzer und der Ausfüllung dringt und alle pflanzlichen Organismen daselbst vernichtet. Das ganze Verfahren nimmt in jedem Balkenfelde nur einige Stunden in Anspruch. Behufs Erhaltung des gesunden Bestandes des Holzes wird dann noch eine bleibende Fussbodenventilation eingeführt, die einzige bauliche Arbeit hierbei, welche in wenigen Stunden beendet ist.

Das Verfahren ist durchaus erprobt und bewährt und es hat sich erwiesen, dass es von ebenso grosser Bedeutung wie für Hausschwammzerstörung, auch zur Trockenlegung neuer Balkenlagen bezieh. Zwischendecken ist. Die Kosten sind gegenüber denen, welche die Beseitigung von Hausschwamm bisher verursachten, verschwindend; sie stellen sich auf etwa 2 bis 3 M. für 1 qm zu sanirender Balkenlage. (Glaser's Annalen.)

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