Titel: Apparat zur Entdeckung schlagender Wetter in Kohlengruben.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 295/Miszelle 3 (S. 263)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj295/mi295mi11_3

Apparat zur Entdeckung schlagender Wetter in Kohlengruben.

Die Thatsache, dass ein zur Rothglut erhitzter Platindraht bedeutend heller glüht, wenn er in ein Gefäss getaucht wird, welches eine Mischung von Luft mit entzündlichen Gasen enthält, bildet die Grundlage für eine von G. Fletscher ersonnene Methode, um das Vorhandensein schlagender Wetter in Kohlengruben zu entdecken. Das Verfahren erfordert die Anwendung eines Instrumentes, welches aus zwei gleichen Spiralen eines feinen Platindrahtes besteht, von denen die eine in eine luftdicht abgeschlossene und gewöhnliche Luft enthaltende Röhre, deren oberes Ende aus Glas besteht, eingeschlossen ist, während die andere Spirale in einer ähnlichen Röhre aus Drahtgaze, deren oberes Ende ebenfalls aus Draht hergestellt ist, sich befindet. Beide Röhren stehen senkrecht. Wird ein elektrischer Strom durch beide Spiralen geleitet, so glühen dieselben unter gewöhnlichen Umständen mit gleichem Glänze. Wird aber der Apparat in eine ein entzündliches Gas enthaltende Atmosphäre gebracht, so fängt die in der Röhre aus Drahtgaze befindliche Spirale an heller zu glühen, und zwar ist die Helligkeit bis zu gewissem Grade der Menge des in der Atmosphäre enthaltenen entzündlichen Gases proportional. Durch eine besondere Einrichtung ist es möglich, den wirklichen Procentgehalt an dem gefährlichen Gase zu berechnen. Diese Einrichtung beruht auf dem bei Photometern benutzten Princip. Nimmt man das Licht des eingeschlossenen Drahtes als Einheit, so ergab sich das des freien Drahtes zu 1,24, wenn ¼ Proc. entzündliches Gas vorhanden war, ferner zu 1,65; 2,78; 5,10; 22,0 und 64,0, wenn bezieh. der Procentsatz ½, 1, 2, 3 und 4 war.

James Grundig zu Bolton, der mit diesem Apparate eine Reihe von Versuchen angestellt hat, fand, dass derselbe bei geringem Gehalt der Luft an entzündlichen Gasen bis zu etwa 1 Proc. nicht verlässlich genug ist; auch erleiden die Drähte bei längerem Gebrauche ungleiche Aenderungen, z.B. wird der Widerstand des in der freien Atmosphäre befindlichen Drahtes grösser, während der des eingeschlossenen praktisch constant bleibt. Man muss daher, um die Photometerscala wieder zu adjustiren, den Apparat von Zeit zu Zeit in reiner Luft nachaichen. Um auch einen constanten Strom durch die Drähte zu erhalten, da ein solcher Voraussetzung für ein constantes Glühen des eingeschlossenen Drahtes ist, kann man mit Vortheil eine kleine Accumulatorbatterie, wie sie in elektrischen Grubenlampen benutzt wird, als Elektricitätsquelle verwenden. (Elektr. Zeitschrift, 1894 Heft 36.)

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