Titel: Neuere Pumpen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 296 (S. 289–298)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj296/ar296058

Neuere Pumpen.

Von Fr. Freytag in Chemnitz.

(Fortsetzung des Berichtes S. 241 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

4) Pulsopumpen (Pulsometer).

Die seit dem Jahre 1876 in Deutschland eingeführte Pulsopumpe bildet für viele Fälle (für Eisenbahnwasserstationen, Brückenbauten, Entwässerungen u.s.w.) eine dankenswerthe Zugabe zu den bekannten Wasserhebevorrichtungen. Die Verwendung der Pulsopumpe hat eine grosse Ausdehnung angenommen und es ist nicht zu bezweifeln, dass ihre Verwendung noch wachsen wird, nachdem es gelungen ist, ihre Leistungen durch verbesserte Construction der Einzeltheile stetig zu heben.

Eine einfach wirkende Pulsopumpe von Joseph Evans and Sons in Wolverhampton veranschaulicht die den Industries vom 28. October 1892 entnommene Abbildung (Fig. 96).

Textabbildung Bd. 296, S. 289

A ist die Arbeitskammer, B das Saugventil für den Eintritt der Flüssigkeit und C das Druckventil. Irgend welche Dampfsteuerungstheile sind nicht vorhanden, vielmehr ist das Dampfrohr direct im Einströmflansch befestigt und dieser mit dem Pumpenkörper durch Schraubenbolzen verbunden, so dass Dampf während der ganzen Arbeitszeit der Pumpe in die Kammer A derselben strömen kann. Eine Regulirung der zuströmenden Dampfmenge ist nur mittels des gewöhnlichen in die Dampfleitung eingeschalteten Absperrventils möglich. E ist eine als Windkessel wirkende Hilfskammer, in welche während der Druckperiode eine kleine Flüssigkeitsmenge gepresst wird, die nach beendeter Druckwirkung behufs Verdichtung des Arbeitsdampfes zunächst mit grossem Druck wieder nach A zurückgelangt. Zur Einspritzung in gewissen Fällen dient auch das mit der Druckkammer in Verbindung stehende Rohr F. Das sogen. Schnüffelventil G gestattet den Eintritt einer geringen Menge Luft in die Kammer A, sobald der Druck in dieser unter denjenigen der Aussenluft sinkt; die in A befindliche Luftmenge bildet dann ein elastisches Kissen über dem bei der Saugwirkung rasch aufwärts steigenden Flüssigkeitsspiegel. Das Ventil ist behufs leichter Zugänglichkeit und Säuberung mit Reinigungsschrauben versehen. Die Ventilspindel trägt auf ihrem oberen Theil ein Schraubengewinde, über welches eine zur Regulirung der darunter liegenden Schraubenfeder aus Messing dienende Mutter greift. Die Feder hält das Ventil auf seinem Sitz und gestattet erst dann ein Oeffnen desselben, wenn das in der Arbeitskammer gebildete Vacuum zum Heben des Wassers auf eine bestimmte Saughöhe genügt. Um Beschädigungen des Ventils vorzubeugen, wird dasselbe von einem auf zwei gegenüberliegenden Seiten mit Oeffnungen versehenen Gehäuse aus Kanonenmetall bedeckt gehalten; dieses dient auch zur Führung des viereckig ausgebildeten oberen Endes der Ventilspindel.

Die Druckkammer H ist mit einem in die Flüssigkeit tauchenden Rohr versehen, wodurch ein genügender Windkessel gebildet wird. Die behufs Zugänglichkeit zum Saug- und Druckventil angebrachten Oeffnungen sind durch Deckel geschlossen, welche nach Drehung je zweier kräftiger Hängebolzen leicht entfernt werden können.

Ein kräftiges Auge für einen darüber greifenden Schäckel ist am oberen Theile des Pumpengehäuses angegossen, um dasselbe in einem Schacht, Brunnen o. dgl. hinablassen zu können. Zur Aufstellung des Gehäuses auf einem Träger ist dasselbe mit Füssen versehen.

Die Wirkung der Pumpe ist folgende: Der aus der Dampfleitung in die Arbeitskammer strömende Dampf drückt auf die in dieser befindliche Flüssigkeit und treibt dieselbe durch das Druckventil C in das Steigrohr; das Saugventil ist dabei geschlossen. Die obere, in unmittelbarer Berührung mit dem Dampf bleibende Flüssigkeitsschicht wird dabei stark erhitzt, so dass keine grössere Verdichtung des Dampfes in Folge Abkühlung eintreten kann. Ein Theil der in der Kammer A stehenden Flüssigkeit wird durch die Oeffnung K in die Einspritzkammer E gepresst und verbleibt daselbst unter einem Drucke gleich demjenigen in der Arbeitskammer. Der Flüssigkeitsspiegel fällt nun weiter, bis er die Kante I erreicht; hier fällt die im Druckventilkasten und Steigrohr befindliche Flüssigkeit dem eindringenden Dampfe entgegen und es beginnt nun die Verdichtung des Dampfes. Das Druckventil schliesst sich, der Druck in A nimmt plötzlich ab und das aus der Kammer E strömende Wasser vervollständigt das Vacuum, so dass frische Flüssigkeit durch das Saugventil B in die Pumpe gelangt. Dieses Einströmen erfolgt so heftig, dass, um Schläge zu vermeiden, durch das Ventil G eine geringe Menge Luft in die Kammer A gelangt, welche, wie bereits erläutert, ein geeignetes Polster bildet und, indem sie sich über die Flüssigkeit lagert, eine die Wärme schlecht leitende Schicht zwischen dieser und dem Dampf bildet, so dass nahezu keine Condensation des letzteren während der Druckwirkung eintritt. Die Arbeitskammer füllt sich |290| nun von Neuem mit Wasser und der Vorgang wiederholt sich, so lange das Dampfventil geöffnet bleibt bezieh. noch Flüssigkeit zum Ansaugen vorhanden ist.

Zum Anfüllen der Pulsopumpe vor dem Ingangsetzen kann ein besonderer Trichter mit Hahn angeordnet werden, oder es lässt sich dies auch in folgender Weise bewerkstelligen:

Angenommen, der Pumpenkörper sowie das Saugrohr sind leer von Wasser, so lässt man zunächst Dampf in die Pumpe, welcher die Luft austreibt. Nachdem letzteres geschehen, schliesst man das Dampfventil. Es findet dann eine geringe Verdichtung des in der Arbeitskammer eingeschlossenen Dampfes statt, wodurch ein Vacuum geschaffen und das Ansaugen der Flüssigkeit im Saugrohr eingeleitet wird. Wiederholt man den Vorgang 2- bis 3mal hinter einander, so füllt sich der Pumpenkörper schliesslich vollständig mit Wasser an und es ist dann das Dampfventil entsprechend der günstigsten Leistung der Pulsopumpe einzustellen.

Textabbildung Bd. 296, S. 290

Eine doppelt wirkende, von der Waterspout Engineering Co. in Manchester unter dem Namen „Waterspout“ in den Handel gebrachte Pulsopumpe beschreibt American Machinist vom 4. Mai 1893, S. 5.

Der in Fig. 97 ersichtliche Apparat besteht aus den beiden birnförmig geformten Arbeitskammern mit darunter liegender Saug- und vorliegender Druckkammer. In Oeffnungen zwischen der Saugkammer und den beiden Arbeitskammern liegen die Saugventile, ferner in den die Druckkammer von jeder Arbeitskammer trennenden Gehäusewandungen die Druckventile, welche letztere den Austritt der Flüssigkeit aus der Arbeitskammer in die Druckkammer und in das Steigrohr gestatten. Auf jeder Seite des Pumpengehäuses sind mit Deckeln verschlossene Oeffnungen behufs leichter Zugänglichkeit zu den Ventilen angebracht. Die Ventile bestehen aus ringförmigen Gummiplatten, welche sich auf Armsterne legen und beim Oeffnen gegen durchbrochene, tellerförmige Hubfänger schlagen, die gegen die Sitze durch Verschraubung befestigt sind. Die beiden schlanken Hälse der Arbeitskammern vereinigen sich in einem besonders aufgeschraubten Steuerkopf, welcher in einer dreieckig geformten Dampfkammer endigt, deren schräge Seiten die Sitzflächen für ein Dampfsteuerorgan bilden. Dasselbe besteht aus zwei hohlen, auf ihren convexen Oberflächen mit einander verbundenen Halbkugeln in Verbindung mit einer Tragachse. Die beiden Aussenflächen der Halbkugeln bilden einen Winkel mit einander, der annähernd demjenigen der beiden Sitzflächen in der Dampfkammer entspricht, jedoch einen geringen Spielraum zwischen Ventil- und Sitzfläche auf jeder Seite der Dampfkammer zulässt, so dass das Steuerorgan eine kleine schwingende Bewegung ausführen kann und in seiner Ruhelage stets eine Arbeitskammer gegen die Dampfleitung öffnet, die andere abschliesst.

Die mit dem Steuerorgan verbundene Tragachse ruht auf einer flachen Arbeitsleiste, deren Länge der ganzen Breite der Dampfkammer entspricht, so dass Abnutzungen kaum eintreten können.

Um die Pulsopumpe in Gang zu bringen, ist dieselbe vorher mit Wasser anzufüllen, was mittels eines Fülltrichters o. dgl. geschehen kann.

Der Dampf gelangt durch ein mit dem Steuerkopf verschraubtes Rohr in die Dampfkammer, sowie durch die vom Steuerorgan nicht bedeckte Oeffnung in die Arbeitskammer und presst die daselbst befindliche Flüssigkeit durch das Druckventil in das Steigrohr. Sowie der Flüssigkeitsspiegel bis zur oberen Begrenzungslinie der nach dem Druckventil führenden Oeffnung gesunken ist, strömt der Dampf mit Heftigkeit der aus dem Druckraum und Steigrohr eindringenden Flüssigkeit entgegen; es findet dann eine Verdichtung des Dampfes und Druckverminderung statt, welche letztere sich bis in den Steuerkopf fortpflanzt, so dass der grössere Druck in der anderen Arbeitskammer das Dampfventil umsteuert. Die Einströmung von Dampf in die erstgenannte Kammer ist damit beendet und es vervollständigt sich das Vacuum in derselben. Durch den Druck der Atmosphäre gelangt dann von Neuem Flüssigkeit durch das Saugrohr und Saugventil in die eben entleerte Kammer, während sich in der anderen Kammer der Vorgang wiederholt.

Textabbildung Bd. 296, S. 290

Bei der ebenfalls doppelt wirkenden Pulsopumpe von C. Burnett in South Hetton, Durham, befindet sich nach Mittheilungen in den Industries vom 6. Januar 1893 am oberen Ende einer jeden Arbeitskammer A (Fig. 98 und 99) ein doppelsitziges Ventil B; beide Ventile sind durch einen doppelarmigen Hebel C mit einander und jedes einzelne Ventil noch mit einem Kolben D verbunden, der sich in einem kleinen Cylinder E führt. Der nach Oeffnen des Absperrventils F in das Pumpengehäuse tretende Dampf gelangt abwechselnd je nach Stellung der Ventile B in die eine oder andere Arbeitskammer; das Umsteuern der Ventile erfolgt durch den Arbeitsdampf selbst, indem derselbe, durch Kanäle G strömend, auf die oberen Flächen der Kolben C abwechselnd drückend wirkt. Behufs Lufteinführung in die Arbeitskammern ist ein einfaches, zwischen den Saugventilen I liegendes Luftventil H angeordnet, welches durch Kanäle I1 mit dem Ventilsitz eines jeden Saugventils in Verbindung steht und nach Erforderniss eingestellt werden kann. Das Einspritzwasser gelangt durch Kanäle K in die Arbeitskammern und zwar von einer unmittelbar über der Austrittsöffnung des Druckkastens |291| gelegenen Stelle aus, wo sich das Wasser in verhältnissmässig ruhigem Zustande befindet.

O. Lindemann in London hat an seiner Pulsopumpe die Einrichtung getroffen, dass die Zuströmung des zur Verdichtung des Dampfes dienenden Einspritzwassers nach der einen oder anderen Arbeitskammer aufhört, sobald der Inhalt einer der letzteren in das Steigrohr gepresst ist, und unmittelbar nachdem das Steuerorgan den Dampfzutritt zu der betreffenden Kammer abgeschnitten hat. Zu dem Zwecke ist in die Einspritzwasserleitung ein doppelsitziges Ventil eingeschaltet, derart, dass, wenn diese Leitung in offener Verbindung mit der einen Kammer steht, die Verbindung mit der anderen Kammer aufhört.

Die den Industries 1892 entnommene Abbildung (Fig. 100) veranschaulicht die Anordnung an einer doppelt wirkenden Pulsopumpe, welche mit einem Scheibenventil arbeitet.

Textabbildung Bd. 296, S. 291

A und B sind die beiden Arbeitskammern der Pumpe, C und D die Saugventile, E und F die Druckventile; G ist das Saug- und H das Steigrohr. Das Scheibenventil I bewegt sich zwischen den Sitzen I1K und verhindert damit abwechselnd das Einströmen von Druckwasser aus dem Steigrohr in die zwischen den Ventilsitzen I1K, sowie den Druckventilen EF liegenden Räume, in denen die Injectionsrohre ausmünden.

Die Wirkungsweise ist folgende: Der in die Kammer A strömende Dampf presst den Inhalt derselben in das Steigrohr und dabei das Scheibenventil I auf seine Sitzfläche K, so dass das Einströmen von Einspritzwasser in die Kammer B unterbrochen wird. Sobald die Kammer A leer geworden, tritt Einspritzwasser in dieselbe und es entsteht ein Vacuum, in Folge dessen das Dampfventil umgesteuert wird. Der Arbeitsdampf kann nun in die Kammer B strömen und, indem er hier wieder die Flüssigkeit in das Steigrohr presst, kommt das Scheibenventil I auf seinen Sitz I1 zu liegen, wodurch das Einströmen von Einspritzwasser in die Kammer A unterbrochen wird.

Die doppelt wirkende Pulsopumpe von Gebr. Körting unterscheidet sich von anderen Pulsopumpen dadurch, dass sie ein Vertheilungsorgan für das Einspritzwasser besitzt, durch welches die Einspritzung in die Kammern geregelt und verhütet wird, dass dieselbe zu einer Zeit stattfindet, während welcher sie zwecklos ist. Durch dieses Vertheilungsorgan soll sich die Nutzleistung der Pulsopumpe erheblich erhöhen; da dasselbe ferner gestattet, die Menge des zur Zeit einspritzenden Wassers beliebig gross zu machen, ohne dabei zu vergeuden, wird auch eine sofortige Verdichtung des Dampfes in der entleerten Kammer erzielt bezieh. eine rasche Umsteuerung der Dampfzunge und eine Vermeidung von Dampfverlusten bewirkt. Die eigenartige Wirkungsweise der Pulsopumpe besteht darin, dass jedesmal beim Entleeren einer Kammer K1 bezieh. K2 (Fig. 101 und 102) der Einspritzwindkessel W, welcher als Umhüllung des Druckrohres ausgebildet ist und durch einen in der Rückwand der Ventilkammer vorgesehenen Kanal mit dem Gehäuse der Einspritzvorrichtung in Verbindung steht, aus der vorgenannten Kammer von Neuem mit Wasser gefüllt wird, welches seinen Weg durch das Einspritzrohr E und an dem Vertheilungsorgan U vorbei nimmt, so dass in dem Windkessel ein Druck entsteht, welcher der Förderhöhe gleichkommt. Sofort nach Entleerung der Kammer strömt nun das Wasser auf dem gleichen Wege aus dem Windkessel in die Kammer zurück. Durch die kräftige, in viele Strahlen zerlegte Einspritzung wird der Dampf verdichtet und die Dampfzunge Z steuert durch die entstandene Luftleere um. In Folge des Druckwechsels in den Kammern wird auch das Vertheilungsorgan zur Umsteuerung gezwungen und die Einspritzung von der entleerten Kammer abgestellt. Während nun durch die schnelle Erzeugung der Luftleere die Kammer sich vollsaugt, wiederholt sich in der anderen Kammer der beschriebene Vorgang von Neuem. Durch die Luftventile L wird verhindert, dass Stösse durch das nachströmende Wasser in den Kammern entstehen können, da sich stets eine Schicht Luft über dem Wasser erhält; an den Ventilen sind mit Zahlen versehene Theilscheiben angebracht, um beide Ventile gleichmässig einstellen zu können. Der Arbeitsdampf tritt in Richtung des Pfeiles D durch das geöffnete Dampfventil V, das Wasser in Richtung der Pfeile R bezieh. S in bezieh. aus dem Pulsometer. Mit H und G sind die Druck- und Saugventile bezeichnet. Die Querschnitte dieser Ventile sind reichlich bemessen und die quadratischen Klappen leicht beweglich. Pumpen- und Ventilkammern besitzen kreisrunde Form und sind deshalb gegen grosse Drücke äusserst widerstandsfähig. Das Gehäuse der Dampfsteuerzunge Z ist auf beiden Seiten mit Deckeln versehen, um die Sitzflächen der Zunge leichter nachsehen zu können.

Textabbildung Bd. 296, S. 291

Zum Anfüllen des Apparates mit Wasser vor dem Ingangsetzen dient ein Fülltrichter F, zur Aufstellung desselben sind Auflagerflächen A angebracht.

Neben der doppelt wirkenden Patentpulsopumpe bauen Gebr. Körting noch eine sogen. Normalpulsopumpe, bei welcher eine Regelung des Einspritzwassers nicht stattfindet, sondern die Einspritzung in der ausgedrückten und sich wieder füllenden Kammer so lange bestehen bleibt, wie in dieser Kammer ein gegenüber der Steighöhe minderer Druck vorhanden ist.

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Die Steuerung der Dampfzuströmung geschieht auch hier durch eine Dampfzunge, welche wechselweise die Kammern mittels der in denselben herrschenden Druckunterschiede öffnet und schliesst.

Zum Anlassen beider Pulsopumpen öffnet und schliesst man mehrmals schnell hinter einander das Dampfventil bei geschlossenen Luftventilen, bis das Wasser angesogen ist. Dann lässt man das Dampfventil etwas geöffnet, regelt den Lufteintritt beider Kammern genau gleichmässig nach Bedürfniss, um einen ruhigen Gang zu erzielen, mit Hilfe der Einstellvorrichtung an den Luftventilen und öffnet dann das Dampfventil so weit, wie es für die gewünschte Förderhöhe und Fördermenge nöthig ist. Durch Vergrösserung oder Verringerung der Oeffnung des Dampfventils lässt sich die Menge des geförderten Wassers beliebig verringern oder vermehren. Ist die Saughöhe bedeutend, so füllt man die Kammern mittels des Fülltrichters erst mit Wasser an und verfährt dann wie oben ausgeführt.

Mit der Pulsopumpe wurde nach Mittheilungen in der Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure vom 1. Juli 1893, S. 769, erreicht, dass mit 1 k Dampf ungefähr 7000 mk bewältigt wurden, während man früher bei Pulsopumpen durchschnittlich nicht mehr als 4000 mk mit derselben Dampfspannung erzielte. Es ist mit der doppelt wirkenden Pulsopumpe von Gebr. Körting sonach ein bedeutender Fortschritt zu verzeichnen.

Textabbildung Bd. 296, S. 292

Das Oesterreichisch-Ungarische Patentblatt Nr. 17 beschreibt eine doppelt wirkende Pulsopumpe von The Irrigation Pump Co. in Greeley, Colorado, bei welcher die Verbindung der beiden Arbeitskammern und der zu denselben führenden Kanäle mittels eines Drehschiebers erfolgt, welcher durch eine kleine Dampfmaschine in langsame Drehungen versetzt wird, deren Abdampf allein oder zusammen mit frischem Dampf in die eine oder andere der beiden Arbeitskammern eingeleitet wird. Mit A (Fig. 103 und 104) sind die beiden Arbeitskammern bezeichnet, in welche abwechselnd der zu condensirende Dampf durch die Kanäle BB1 geleitet wird; letztere gehen von einem cylindrischen Schieberkasten C aus, in welchem sich ein Drehschieber D bewegen kann. Der Schieberkasten ist etwas länger als der Schieber D und auch der innere Durchmesser des ersteren um etwas grösser als der äussere des letzteren, mit Ausnahme derjenigen Stellen am inneren Umfange des Schieberkastens, welche die Mündungen der Kanäle BB1 umgeben; an diesen Stellen passt der Drehschieber dicht anschliessend an den Schieberkasten. G ist eine kleine Dampfmaschine, welche bei dem in der Abbildung dargestellten Ausführungsbeispiel als eine solche mit rotirendem Kolben angenommen wurde. Der Dampf wird in einem Rohre I1, welches von dem Dampfrohr H abzweigt und mittels eines Ventiles M abgesperrt werden kann, der Dampfmaschine zugeführt. Der Abdampf der Maschine gelangt durch einen Kanal F in den Schieberkasten C; mit letzterem steht ferner das Dampfrohr H in Verbindung und kann gegen denselben durch ein Ventil N abgesperrt werden, welches ebenso wie auch das Ventil M ein Druckreducirventil sein kann, so dass es möglich wird, in den Schieberkasten einen Zuschuss von Dampf einzuleiten, wenn der Abdampf der Maschine nicht genügt. Auf der Welle O der Maschine sind ein Schwungrad P und ein Getriebe Q befestigt, welches letztere mit dem Zahnrad R auf der Spindel E des Drehschiebers in Eingriff steht, so dass, wenn die Welle der Dampfmaschine sich dreht, der Drehschieber eine entsprechend langsamere Bewegung ausführt. Da der Drehschieber D nur die Hälfte eines Cylinders bildet, ist in dem Schieberkasten immer ein Hohlraum vorhanden, durch welchen der Dampf entweder von dem Kanal H oder von dem Kanal F zu demjenigen der beiden Kanäle BB1 strömen kann, welcher von dem Drehschieber frei gegeben ist, während der andere dieser beiden Kanäle BB1 durch den Drehschieber abgesperrt wird.

Textabbildung Bd. 296, S. 292

Um mittels Druckluft oder anderer comprimirter Gase selbsthätig Flüssigkeiten jeder Art zu heben und namentlich solche, welche durch ihre saure alkalische oder ätzende Eigenschaft die Organe der Apparate, die gewöhnlich im Gebrauch sind, angreifen, hat Paul Kestner in Lille nach Revue industrielle vom 5. November 1892 die nachstehend beschriebene Einrichtung getroffen.

An dem unteren Theil eines geschlossenen Behälters A (Fig. 105) von irgend welcher Form und Grösse mündet ein Rohr T3 ein, während derselbe an seinem oberen Theil mit einer wagerechten Platte ab versehen ist. Letztere trägt ein Verticalrohr T4, in welches ein anderes Rohr T1 einmündet. Das Rohr T2 stellt die Verbindung des Inneren des Apparates mit dem Luftreservoir oder einem Dampfkessel her; es erhebt sich im Inneren senkrecht bis nahe unter die Oberfläche ab und verläuft in der Richtung der Achse des Rohres T4. Um den Zufluss des Druckgases u.s.w. reguliren zu können, ist in das Rohr T2 ein Hahn r eingeschaltet. X stellt einen Schwimmer von halbkugelförmiger oder cylindrischer Form dar, welcher oben eine Ventilfläche oder einen Gummireifen, der sich dicht an die Fläche ab anlegen kann, trägt, um auf diese Weise das Rohr T4 dicht zu verschliessen. An dem oberen inneren Theil des Schwimmers befindet sich ein zweites Ventil S, welches zum Verschluss des Rohres T2 dient, sobald der Schwimmer auf demselben ruht. Das Gewicht des Schwimmers ist so bestimmt, dass er durch die Flüssigkeit, welche sich in dem Behälter A befindet, leicht gehoben werden kann.

B stellt einen Behälter dar, welcher die zu hebende Flüssigkeit enthält und welcher mit der Hebevorrichtung durch |293| Rohr T1 in Verbindung steht. Das Rohr T4 erhebt sich senkrecht bis über die Oberfläche der Flüssigkeit, die sich in dem Speisungsbehälter B befindet. Zur Aufnahme der gehobenen Flüssigkeit dient ein in Fig. 105 zum Theil ersichtliches Reservoir.

Die Arbeitsweise des Apparates ist folgende: Nimmt man an, der Schwimmer ruhe auf dem Rohre T2 und verschliesse es luftdicht, so ist die Oeffnung des Rohres T4 frei, und die Flüssigkeit des Speisebehälters B kann durch das Rohr T1 einfliessen. Die verdrängte Luft entweicht durch Rohr T4, bis die Flüssigkeit im Behälter A den Schwimmer hebt und gegen die Fläche ab drückt, so dass das Rohr T4 abgeschnitten wird. Dadurch wird der Zutritt von Druckluft, gespanntem Dampf o. dgl. durch das Rohr T2 gestattet. Die in den Apparat eindringende Luft u.s.w. treibt die Flüssigkeit durch das Rohr T3 in den über dem Apparat liegenden Behälter. Der Schwimmer beharrt in seiner Lage gegen die Platte ab in Folge des Druckes im Inneren des Behälters A. Sobald die Flüssigkeit aus dem Behälter verdrängt ist, wird die Druckluft, welche an Stelle der Flüssigkeit getreten ist, durch das Rohr T3 entweichen können und der Druck im Behälter verschwindet. In diesem Augenblicke wird der Schwimmer nicht mehr gegen die Platte ab gedrückt, sondern, dem Druck der Speiseflüssigkeit und seinem eigenen Gewicht nachgebend, sich senken und auf das Rohr T2 legen, wodurch der Zutritt der Flüssigkeit frei ist. Es beginnt nun ein neues Füllen des Apparates und derselbe Vorgang wiederholt sich.

Anstatt die zu hebende Flüssigkeit durch ein Rohr in den Apparat einzuführen, welches auch gleichzeitig zum Entweichen der Luft dient, kann man, wie in Fig. 106 ersichtlich, die Flüssigkeit durch ein besonderes, mit Ventil m versehenes Rohr T1 an irgend welcher Stelle des Apparates einführen.

5) Pumpen mit rotirendem und schwingendem Kolben.

Die Wirkungsweise dieser in vielfachen Formen ausgeführten Pumpen ergibt sich dadurch, dass in Folge der Kolbenbewegung eine Saugwirkung durch Vergrösserung des an die Saugleitung anschliessenden Gefässraumes entsteht und durch Verkleinerung des mit der Druckleitung in Verbindung gebrachten Raumes bezieh. durch die Verdrängung der angesaugten Flüssigkeit diese in das Steigrohr gepresst wird.

Um ein Rückfliessen der Flüssigkeit vom Steigrohr nach dem Saugrohr zu vermeiden, sind auch hier Steuerungsorgane angeordnet, doch kann dieses Zurückfliessen bei rotirenden Pumpen auch durch besondere Formung des Kolbens oder Gehäuses, ferner durch Anwendung zweier oder mehrerer Kolben, welche die angesaugte Flüssigkeit zwischen sich fassen und sie nach der Druckleitung schieben, verhütet werden.

Die rotirende Pumpe von E. Gossman in Gourock, Glasgow, besteht nach den den Industries entnommenen Abbildungen (Fig. 107 und 108) aus einem Cylinder A mit abnehmbaren Deckeln. Der eigenartig geformte Kolben D liegt mit seiner Achse parallel, aber excentrisch zur Achse des Cylinders A über einer Verstärkung der Stange E, welche durch den einen Cylinderdeckel hindurchgeht. An jedem Cylinderende befindet sich ein durch den betreffenden Cylinderdeckel gebildeter ringförmiger Raum H, in welchem drei segmentförmige Gleitstücke I untergebracht sind. Die drei gabelförmig gestalteten Flügel I1KL endigen auf ihren Seitenflächen in je zwei angedrehten Leisten, welche sich über bezieh. gegen die Gleitstücke I legen; ihre äusseren Enden sind nach einem Halbmesser gekrümmt und wirken derart auf entsprechend gestaltete Gleitschuhe M, dass diese in steter Berührung mit der Cylinderwandung bleiben. Die Flügel bewegen sich in Aussparungen des Kolbens D, welche so angeordnet sind, dass die drei Flächen, gegen welche die Flügel arbeiten, ein gleichseitiges Dreieck bilden; die hin und her gehende Bewegung der Flügel I1KL, hervorgerufen dadurch, dass dieselben über und unter die Achse des sie einschliessenden Cylinders zu liegen kommen, ist eine dem eingeschriebenen Kreise tangentiale. Flügel I1KL und Kolben D bilden sonach einen geschlossenen Arbeitskörper zwischen den Innenflächen der Cylinderdeckel; erstere sind durch die Gleitstücke I und die Gleitschuhe M mit der gekrümmten Cylinderwandung in Verbindung und theilen, da sie vom Kolben D getragen werden, den einschliessenden Cylinder in drei Räume. Es ist in Fig. 107 erkennbar, dass, wenn einer der drei Flügel am weitesten von der Achse des einschliessenden Cylinders entfernt liegt, der hinter ihm liegende Raum den kleinsten Inhalt besitzt und sich vergrössert, wenn der betreffende Flügel diese Stellung verlässt; der Rauminhalt erreicht den höchsten Werth, wenn der zugehörige Flügel der Achse des einschliessenden Cylinders am nächsten liegt. An den Enden des Kolbens D befinden sich drei Oeffnungen NOP, durch welche Dampf eintritt, der, durch die inneren Aussparungen der Flügel strömend, auf letztere einwirkt und dieselben sammt dem Kolben in Umdrehung versetzt.

Textabbildung Bd. 296, S. 293

Es sind auch Anordnungen zum Reguliren und Umsteuern der Maschine getroffen.

Die unter D. R. P. Nr. 64555 patentirte Rotationspumpe der Fabrik und Eisengiesserei für Transmissionen Th. und Ad. Frederking in Leipzig-Lindenau veranschaulichen die dem Praktischen Maschinenconstructeur 1893 entnommenen Abbildungen (Fig. 109 und 110).

Die Pumpe besitzt nur zwei bewegliche Theile, nämlich den Pumpenkörper selbst und einen in diesem angeordneten Ring b; alle übrigen Theile der Maschine stehen still.

Der Pumpenkörper besteht aus einem sauber bearbeiteten Gussringe, der durch Flanschen a in seiner concentrischen Lage zur Welle c1c2 gehalten wird. Die Abdichtung zwischen Flanschen und Ring erfolgt durch einen ringsumlaufenden gedrehten winkelartigen Bund ohne Zwischenschaltung von irgend einem anderen Dichtungsmaterial. Die Flanschen erweitern sich an der hohlen Welle zu Stopfbüchsen, die durch Stopfbüchsendeckel mit Schmiernuthen nach aussen abgedichtet werden. Zwei Stellringe g, welche auf der hohlen Welle mittels Schrauben festgeklemmt sind, halten durch parallel zur Maschinenachse |294| angeordnete Schrauben die Stopfbüchsendeckel fest, gestatten jedoch ein Nachziehen derselben. An die als Hohlgusstück ausgeführte Welle werden sowohl Saug- als Druckleitung entweder mittels Flanschen oder Ueberfallmutter angeschlossen; im letzteren Falle hat man nur nöthig, wie in Fig. 109 ersichtlich, an die beiden Wellenenden scharfgängiges Gewinde anzuschneiden. Innerhalb des Pumpencylinders erweitert sich die hohle Welle, welche aus zwei durch eine Rippe getheilten Stücken c1c2 besteht, zu einem zweiten Cylinder c, dessen äusserer Umfang zu demjenigen des Pumpencylinders concentrisch liegt. Eine senkrechte Scheidewand theilt den Hohlcylinder c in eine kleine linke und eine grosse rechte Hälfte; letztere wird durch eine wagerechte Scheidewand c3 nochmals in zwei Theile zerlegt, so dass also der Cylinder c einen dreifach getheilten Hohlkörper vorstellt. Von diesen drei Theilen kommen beim Arbeiten jedoch nur die zwei rechten in Thätigkeit; der linke bildet einen todten Raum. Die eine der beiden rechten Abtheilungen communicirt mit dem Theile c1 der hohlen Welle, die andere mit dem c2 derselben. Das Wasser kann, da eine Rothgussplatte d beide Theile des Cylinders c gegen einander abschliesst, nur unter Vermittelung eines Ringes b aus der einen in die andere Abtheilung gelangen.

Textabbildung Bd. 296, S. 294

Wie Fig. 110 dies erkennen lässt, ist aus der Wandung des Cylinders c, dort wo die Platte d in der Trennungswand c3 mittels zweier Schrauben solid befestigt ist, auf eine gewisse Breite (hier 88 mm) ein Stück ausgeschnitten; dem entspricht ein ebensolcher Ausschnitt im Ringe b. Da beide Ausschnitte sich über die ganze lichte Breite des Pumpencylinders erstrecken, entstehen unter Berücksichtigung der Trennungsplatte d zwei Kanüle, durch die das Wasser aus den Hohlräumen des Cylinders c in die zwischen dem Ringe b und dem inneren Umfang des Pumpencylinders verbleibenden Räume auszutreten vermag.

Der Ring b, dessen Querschnitt ein -förmiger, gleitet dicht in einer in den beiden Flanschen a des Pumpencylinders eingedrehten Nuth; letztere verläuft excentrisch zum Umfange des Cylindermantels a1 und zwar so, dass sich stets eine Stelle des inneren Umfanges vom Cylinder a1 in Berührung mit einem entsprechenden Punkte des Ringes b befindet. An die durchgehenden Stege des Ringes b sind die zwei Metallstege e festgeschraubt; dieselben halten zwei Bockholzwalzen e1 gegen die Platte d angepresst.

Beginnt der Pumpencylinder seine Rotationsbewegung, so wird der Ring b gezwungen, dieser Bewegung zu folgen, da seine Stege sich in den excentrischen Nuthen in den Flanschen a führen. Da aber die Platte d, an der sich der Ring b mit seinen Stegen d führt, still steht, setzt sich die Rotationsbewegung des Ringes b nothwendiger Weise in eine schwingende Bewegung um einen Mittelpunkt um, welcher sich in der senkrechten Mittelebene der Platte e befindet und der, den Rotationsbewegungen des Pumpencylinders folgend, sich fortwährend in dieser Mittelebene auf und ab bewegt. Dadurch werden die zwischen dem inneren Umfange des Pumpencylinders und dem äusseren von b vorhandenen, sowie der zwischen dem Ringe b und dem äusseren Umfange vom Cylinder c vorhandene Raum abwechselnd vergrössert bezieh. verkleinert und dabei das Wasser angesaugt bezieh. fortgedrückt.

Für den Kraftverbrauch der Pumpe ist der Umstand besonders vortheilhaft, dass der äussere Umfang des Pumpencylinders gleichzeitig als Riemenscheibe dient.

Zur Förderung von sandfreien oder auch zähen und breiartigen Flüssigkeiten eignet sich die langsam rotirende Saug- und Druckpumpe von Gebr. Ritz und Schweizer in Schwäb. Gmünd (Württemberg).

Wie ebenfalls der vorgenannten Zeitschrift entnommen, trägt eine wagerecht gelagerte Welle e (Fig. 111 bis 113) einen eigenartig geformten Arbeitscylinder a, welcher den ringförmigen, etwas konischen Arbeitsraum f bildet. Quer über diesen Arbeitsraum sind zwei runde, gleichfalls konische Einschnitte gelegt, in welchen sich die Wechsel bb befinden; letztere sitzen an je einem konischen Zapfen, der denselben als Drehachse dient, in dem Arbeitscylinder gelagert ist und am hinteren Ende je ein Daumenstück g (Fig. 113) trägt.

Textabbildung Bd. 296, S. 294

Der Arbeitscylinder a dreht sich in einem zweiten Cylinder o, welcher auf der einen Seite durch den Deckel d, auf der anderen durch den Deckel m geschlossen ist. In beiden hat die Welle e Führung und zwar im ersteren durch eine Stopfbüchse, im letzteren durch eine lange Hülse. Inmitten des Deckels m ist eine Stellschraube P angebracht, die ein axiales Verstellen der Welle e gestattet, so dass die vordere Fläche des Arbeitscylinders a leicht gegen den Deckel d gedrückt und Dichtung erzielt wird.

An dem Deckel d sitzt fest ein Zapfen i, welcher das in dem Arbeitsraume f befindliche Aufhaltestück c trägt, welches nach beiden Seiten dicht schliesst und so den Saugraum vom Druckraum trennt, während noch am Deckel m die beiden Führungsstücke hh angebracht sind (Fig. 112). In den Deckel d münden ferner das Ein- und Ausströmungsrohr.

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Die Wirkungsweise der Pumpe ist folgende: Mittels der Riemenscheibe wird die Welle e, mithin der Arbeitscylinder a mit den daran sitzenden Theilen, nämlich den beiden Wechseln bb sammt Achsen in Umdrehung versetzt, während der äussere Cylinder o mit den beiden Deckeln und den daran befestigten Führungsstücken h, sowie dem Aufhaltestück c an der Drehung nicht theilnimmt. Sobald sich nun Cylinder a in der in Fig. 112 ersichtlichen Pfeilrichtung bewegt, ist in der gezeichneten Stellung der Arbeitsraum f in drei Theile getrennt, von denen der zwischen c und dem unteren Wechsel b befindliche sich erweitert und in Folge dessen aus dem Saugrohr Wasser ansaugt, während der zwischen c und dem oberen Wechsel befindliche Raum sich verkleinert und das darin vorhandene Wasser durch das Steigrohr hinausdrückt. Kommt bei der Drehung der obere Wechsel b in die Nähe von c, so stösst die Nase des oberen Daumenstückes g gegen das äussere Führungsstück h und dreht sich dadurch, mithin auch den dazu gehörigen Wechsel so, dass dieser sich in die innere Eindrehung des Cylinders a legt und den Arbeitsraum f für das Aufhaltestück c frei gibt. Unten angelangt, wird der Wechsel durch Auflaufen des Daumenstückes auf die innere Schiene h wieder in die frühere Lage gebracht. Hierdurch wird eine beständige Wasserförderung erreicht.

Textabbildung Bd. 296, S. 295

Die Pumpen laufen mit 45 bis 80 minutlichen Umdrehungen. Die gesammte Förderhöhe kann 25 m betragen, wovon bis zu 9 m Saughöhe.

Die Kapselräderpumpe vom Patent Pump and Blower Syndicate, 7 Water Lane, Blackfriars, London, besteht aus einem flachen Cylinder, der beiderseits durch Deckel geschlossen ist. Die Triebwelle ist in einem excentrischen Ansätze des einen Deckels gelagert und an einem Ende des Ansatzes eine Scheibe befestigt, an welcher, um Zapfen drehbar, zwei Schaufeln sitzen, welche den Innenraum des Cylinders in zwei ungleiche Kammern theilen. An dem der Drehachse zugekehrten Theile sind die Schaufeln mit Gleitschuhen aus Messing versehen, welche den genannten Ansatz theilweise umgeben und die beiden Kammern gegen einander abdichten. Am Umfange des Cylinders wird die Dichtung ebenfalls durch Gleitstücke aus Messing erreicht. Kommt die Achse in entsprechende Umdrehung, so erweitert sich die untere Kammer, während sich die obere verengt, was wieder ein Ansaugen bezieh. Hinausdrücken von Wasser zur Folge hat.

Die Pumpen werden mit einem Cylinderdurchmesser von 75 mm aufwärts gebaut. Eine derartige Pumpe von 300 mm Cylinderdurchmesser liefert mit 120 minutlichen Umdrehungen bei einer Saughöhe von 9 m eine stündliche Wassermenge von 50 bis 55 cbm.

Die Beschreibung einer mit ebenfalls nur einer Drehachse arbeitenden rotirenden Pumpe, mit welcher Isherwood, Chefingenieur der Vereinigten Staaten-Marine, auf der Schiffswerft zu New York Versuche anstellte, um sich über den ökonomischen Werth derselben im Vergleich mit anderen Pumpenconstructionen Klarheit zu verschaffen, findet sich in dem Journal of the Franklin Institute, October 1889 S. 276

Die Pumpe besteht, wie in Fig. 114 und 115 ersichtlich, aus einem gusseisernen cylindrischen Gehäuse mit Durchgangskanälen für die eintretende Flüssigkeit, welche mit denjenigen, die sich in den beiderseitigen Deckeln befinden, in Verbindung stehen. Eine schmiedeeiserne, nach aussen durch Stopfbüchsen abgedichtete Welle tritt durch das Gehäuse und ertheilt einem excentrisch zur Achse des letzteren liegenden Kolben eine rotirende Bewegung. Die wasserdichte Berührung des letzteren mit der Gehäusewandung wird durch eine Messingleiste mit dahinter liegenden kleinen Schraubenfedern erreicht. Auf der einen Seite der Berührungsstelle tritt Wasser durch ein Rohr von 51 mm Durchmesser in das Gehäuse, um auf der anderen Seite durch ein Rohr von 38 mm Durchmesser weiter gefördert zu werden. In Aussparungen des Kolbenkörpers sind drei um 120° gegenseitig versetzte Flügel von rechteckiger Gestalt untergebracht, welche sich frei in radialer Richtung bewegen und auf ihren Enden Messingleisten tragen, die durch Schrauben federn nach aussen gedrückt werden. Der Drehbewegung des Kolbens müssen die Flügel folgen, und da sie sich in radialer Richtung verschieben können, werden sie ungeachtet der excentrischen Lage des Kolbenkörpers in steter Berührung mit der Gehäusewandung bleiben und das hinter ihnen in die Pumpe eintretende Wasser vor sich her in das Steigrohr treiben.

Textabbildung Bd. 296, S. 295

Die Seitenflächen des Kolbenkörpers sind durch Messingplattenabgedichtet.

Der innere Durchmesser des Gehäuses beträgt 178, seine lichte Breite 127 mm. Bei einer Saughöhe von 1,650 m und einer Steighöhe von 8,5 m soll die Pumpe pro Umdrehung ungefähr 1,78 l Wasser fördern.

Um gleitende Reibungen der Kraftflügel wie bei vorstehend beschriebener, mit einer Drehachse rotirender Pumpe gegen die Wandung des cylindrischen Gehäuses, sowie in den Aussparungen der excentrisch zu dem letzteren gelagerten Trommel auf einen geringen Betrag zurückzuführen, hat A. Lambert nach Mittheilungen in Revue industrielle vom 23. April 1892 die in Fig. 116 und 117 ersichtliche Einrichtung getroffen.

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In dem cylindrischen Gehäuse A bewegt sich eine excentrisch zu diesem angeordnete Trommel B von etwas kleinerem Durchmesser als derjenige des inneren Gehäuses und einer Breite gleich der Tiefe des letzteren. Zwischen Saugöffnung C und der Drucköffnung D ist die Trommel B auf einem kurzen Bogentheil mit der Innenwandung des Gehäuses in Berührung. Die Trommel besitzt fünf bogenförmige Aussparungen E, in denen sich je eine Rolle G mit etwas seitlichem Spiel frei bewegen kann. Die Wirkungsweise der Pumpe ist leicht verständlich.

Textabbildung Bd. 296, S. 296

Wird die einerseits im Gehäuse, andererseits im Deckel gelagerte und daselbst durch eine Stopfbüchse abgedichtete Welle in Umdrehung versetzt, so ändern auch die kleinen Rollen G ihre gegenseitigen Lagen in den Aussparungen. Rotirende Pumpe von Lambert. Diejenigen Rollen, welche in den im unteren Halbkreis der Trommel befindlichen Aussparungen untergebracht sind, kommen unter Wirkung ihres Eigengewichtes, der Centrifugalkraft und des Flüssigkeitsdruckes gegen die Cylinderwandung zu liegen und bilden mit dieser eine genügende Dichtung, ohne dass übermässige Reibungen auftreten. Die im oberen Halbkreis der Trommel liegenden Rollen fallen dagegen auf den Boden ihrer Aussparungen, so dass der Bewegung der Trommel auf dem Theile, wo sie mit dem Cylinder in Berührung ist, kein weiteres Hinderniss entgegensteht. Die Anzahl der Rollen kann beliebig gewählt werden, doch müssen mindestens zwei vorhanden sein.

Die Kapselräderpumpe von A. Stewart in Bradford, welche von Thornton und Cribbin ebendaselbst gebaut wird, arbeitet nach Mittheilungen in Engineering vom 26. Mai 1893 bezieh. Industries 1893 mit zwei Drehachsen.

Textabbildung Bd. 296, S. 296

Wie in Fig. 118 und 119 ersichtlich, greifen die drei Zähne einer jeden Flügeltrommel genau wie die Zähne eines Stirnrades in einander und es dreht ein Rad das andere um, so dass keine äusseren Stirnräder nothwendig sind. Es sind zwei Sätze von Trommeln AA1 bezieh. BB1 angeordnet, welche in einem Gehäuse arbeiten, welches durch eine Scheidewand in zwei Kammern getheilt ist. Die Trommeln sind derart auf ihren Wellen C befestigt, dass die Zähne der einen Kammer den Lücken in der anderen Kammer gegenüber liegen, wie dies die punktirten Linien in Fig. 118 erkennen lassen. Mit E ist die Eintritts-, mit F die Austrittsöffnung für das in bezieh. aus dem Pumpenkörper G tretende Wasser, mit H die zum Betreiben dienende Riemenscheibe bezeichnet. Behufs Lagerung beider Wellen sind auf den letzteren Büchsen I aus hartem Stahl befestigt, welche sich in entsprechend geformten Schalen I1 aus Antifrictionsmetall bewegen.

Eine ähnliche Pumpe mit ebenfalls vier zu je zwei in einer besonderen Kammer untergebrachten Trommeln, von denen zwei auf gemeinschaftlicher Drehachse sitzende Trommeln nur mit je einem zahnartigen Vorsprung versehen sind, die diametral gegenüber liegen und in entsprechende Lücken der auf der anderen Drehachse befestigten beiden Trommeln eingreifen, ist von den Kensington Engine Works in Philadelphia unter dem Namen „Positive Piston Pump“ in den Handel gebracht.

Nähere Angaben über diese Pumpe finden sich in dem Journal of the Franklin Institute, September 1889.

Die neueste Construction der ebenfalls mit zwei Drehachsen arbeitenden rotirenden Pumpe von J. Johnson in Bradford veranschaulicht Fig. 120.

Textabbildung Bd. 296, S. 296

Dieselbe besteht nach Mittheilungen in The Engineer vom 25. December 1891 bezieh. Revue industrielle vom 23. April 1892 aus einem aus zwei Halbcylindern gebildeten Gehäuse, in welchem sich zwei Trommeln mit gleicher Winkelgeschwindigkeit bewegen, deren Achsen durch ein Paar aussenliegende Stirnräder mit einander verkuppelt sind. Die eine Trommel ist mit zwei Furchen versehen, in welche die Flügel der anderen Trommel eingreifen, und es besitzt die erstere einen erheblich grösseren Durchmesser als die letztere bezieh. eine grössere Umfangsgeschwindigkeit als diese. Die beiden Trommeln berühren sich bei ihren Umdrehungen in einem Punkte der gemeinschaftlichen Tangente, doch findet eine Unterbrechung dieser Berührung bei jeder Umdrehung zweimal und zwar jedesmal dann statt, sobald ein Flügel mit einer Furche vollständig in Eingriff steht. Damit jetzt der Durchgang der Flüssigkeit in möglichst kurzer Zeit stattfindet, hat Johnson die Umfangsgeschwindigkeit der mit Furchen versehenen Trommel vergrössert.

Die Saug- und Drucköffnungen liegen in gleicher Höhe auf beiden Seiten des Gehäuses, so dass ein Durchfliessen der Flüssigkeit so direct als möglich und zwar ununterbrochen ohne Aenderung der Richtung stattfindet. Die der Abnutzung am meisten unterworfenen Flügel können in die zugehörige Trommel schwalbenschwanzförmig eingesetzt und nach erfolgtem Verschluss leicht entfernt werden, doch ist es zweckmässiger, die Flügel, wie die |297| Abbildung erkennen lässt, mit der Trommel zusammen zu giessen, da ein nicht genaues Einpassen derselben leicht zu Störungen in der Arbeitsweise der Pumpe Veranlassung, gibt. Die aus Stahl gefertigten Wellen drehen sich in Lagern aus Phosphorbronze, die nach aussen durch Stopfbüchsen abgedichtet sind.

Eine derartige, an einer Wand befestigte Pumpe dient zur Speisung eines Kessels mit 5,6 at Arbeitsspannung.

Die Pumpen werden in zehn verschiedenen Grössen angefertigt und zwar fördert das kleinste Modell derselben mit 300 minutlichen Umdrehungen 3200 l, eine andere derartige Pumpe mit 250 bezieh. 200 minutlichen Umdrehungen 145000 bezieh. 190000 l in der Stunde.

Die Construction einer mit zwei concentrischen Drehachsen arbeitenden Pumpe mit rotirender Bewegung wurde W. E. Marsily in Antwerpen durch englisches Patent Nr. 3767 vom 3. März 1891 geschützt.

Wie die den Industries entnommenen Abbildungen (Fig. 121 und 122) erkennen lassen, besteht das Pumpengehäuse aus zwei Theilen A und B, welche durch Bolzen mit einander und auf der Grundplatte C befestigt sind. Der Einströmstutzen ist am Theile A, der Ausströmstutzen am Theile B des Gehäuses angebracht. Ein ebenfalls auf der Grundplatte befestigtes Böckchen D trägt ein Lager E für die Welle F, ferner einen Zapfen G mit konischem Rad H, welches letztere mit einem ebensolchen Rade I auf der genannten Welle und einem ähnlichen Rade auf der hohlen Welle K, auf dessen anderem Ende die Trommel L befestigt ist, in Eingriff steht; die andere Trommel M ist auf der Welle F festgekeilt. Die Wirkungsweise der in entgegengesetzter Richtung zu einander sich bewegenden Trommeln L und M ist eine derartige, dass der durch Kanäle in der einen Trommel tretenden Flüssigkeit durch letztere eine wirbelnde Bewegung ertheilt, und beim Eintreten der Flüssigkeit in das andere Rad ein Theil der kinetischen Energie derselben in Druckkraft umgewandelt wird. Die Kanäle oder Durchlässe für die Flüssigkeit in den Trommeln bestehen aus je einem Raum, welcher durch Umdrehungen einer mittels Schaufeln getheilten ebenen Fläche rund um die Achse der Trommel gebildet wird.

Textabbildung Bd. 296, S. 297

Im Anschluss an die Pumpen mit rotirendem Kolben sollen noch einige Neuerungen an Pumpen mit schwingendem Kolben besprochen werden. Eine derartige doppelt wirkende Pumpe von Carl Ax in Burg bei Herborn veranschaulicht die dem Oesterreichisch-Ungarischen Patentblatt entnommene Abbildung (Fig. 123).

In dem cylindrischen Pumpengehäuse c wird mittels Hebels die auf der Achse d befestigte Klappe g in Schwingungen versetzt, und zwar bewegt sich dieselbe rechts um den Ausschlag ab, links um den Ausschlag a1b1. In der Klappe sind links und rechts Saugklappen hh1 angebracht; dieselbe streicht an der Gehäusewandung dicht an, so dass bei ihrem Hochschwingen von b nach a die Saugklappe h sich schliesst und die Flüssigkeit durch die Druckklappe i gedrückt wird. Bleibt die Klappe g in ihrer höchsten Lage stehen, so hält der Nocken der Saugklappe h das Druckventil offen und die in der Pumpe stehende Flüssigkeit kann durch eine im Pumpengehäuse angeordnete Aussparung zurücklaufen, zwecks Entleerung der Pumpe zum Schütze gegen Einfrieren. Während rechts die Klappe g die Schwingung ba nach oben macht, vollführt diese Klappe links die Schwingung a1b1 nach unten, wobei sich die Saugklappe h1 öffnet und Flüssigkeit angesaugt wird. Durch diese Anordnung ist die Pumpe doppelt wirkend.

Textabbildung Bd. 296, S. 297

Im rechten Winkel zur Fläche der Klappe g sitzt an derselben der Streicher l; derselbe streicht an der Innenwandung des Pumpengehäuses c, von b nach b1 und umgekehrt schwingend, entlang und reinigt die Saugöffnungen mm1, welche in dieser Stelle des Pumpengehäuses sitzen. Diese Saugöffnungen sind ringsum noch von dem Pumpengehäusefuss umschlossen, welcher nach unten offen ist, unten aber um die Höhe o Aussparungen hat, zum Zwecke, dass die Pumpe die Flüssigkeit bis um diese Höhe aus der Grube auspumpen kann.

Die Klappe g lässt sich in einer anderen Ausführung auch scharnierähnlich theilen, so dass, da noch zwei Klappen entstehen, die in der Klappe g nöthigen Saugklappen hh1 fortfallen. Würde die Achse d an einer Seite des Gehäuses angebracht sein, also die Schwingung der Klappe g nur auf einer Seite stattfinden, so könnte die Pumpe auch als einfach wirkende Pumpe hergestellt werden. Unter D. R. P. Nr. 63583 wurde dem Vorgenannten noch eine Anordnung geschützt, um den Saugkorb von Unreinigkeiten frei zu halten. Dieselbe besteht aus einem auf der Achse des schwingenden Kolbens ausserhalb des Kolbengehäuses befestigten Bügel, welcher bei der Kolbenbewegung über die Oeffnungen des halbcylindrigen Saugkorbes schleift und diesen dadurch reinigt.

Die Handpumpen mit schwingendem Kolben werden in der Regel mittels Hebels betrieben, durch dessen abwechselnde Hin- und Herbewegung der Kolben einen Weg, entsprechend einem Winkel von 60 bis 80°, zurücklegt. Bei diesem verhältnissmässig kleinen Schwingungswinkel ist die Leistung der Pumpe eine entsprechend niedrige.

Japy Frères et Cie. haben nach Revue industrielle vom 23. April 1892 eine Einrichtung getroffen, welche eine Ortsveränderung des Kolbens, entsprechend einem Winkel von 130 bis 150°, und damit eine Erhöhung der Leistungsfähigkeit der Pumpe gestattet, ohne dass der vom Handhebel beschriebene Bogen eine Vergrösserung erfährt.

Die Abbildungen (Fig. 124 und 125) veranschaulichen |298| diese Einrichtung. Der mit M bezeichnete Kolben schwingt zu beiden Seiten eines festen Gehäuses, auf welchem die Saugventile m liegen, während die Druckventile d am Kolbenkörper selbst drehbar befestigt sind.

Anstatt nun den Hebel B mit Handgriff c direct auf der Achse b der Pumpe zu befestigen, wie es gewöhnlich geschieht, ist derselbe hier am Cylinderdeckel bei a drehbar Fig. 125. gelagert und seine Verlängerung mit einem Längsschlitz versehen, in welchem der Zapfen o eines zweiten, hinter dem ersteren gelegenen Hebels gleitet, dessen anderes Ende auf der Achse b der Pumpe aufgekeilt ist.

Es ist leicht ersichtlich, dass der zwischen den beiden äussersten Stellungen des schwingenden Kolbens eingeschlossene Winkel dbc bedeutend grösser als der vom Handhebel beschriebene Winkel ausfällt, und dass man den ersteren je nach Vergrösserung oder Verkleinerung der Entfernung ab veränderlich machen kann, womit auch der Kolbenweg grösser oder kleiner ausfällt.

Textabbildung Bd. 296, S. 298

Die von der Pumpenfabrik Gotthard Allweiler in Radolfzell (Baden) in den Handel gebrachte Flügelpumpe mit vierfacher Wirkung veranschaulichen die der Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure vom 27. August 1892 entnommenen Abbildungen (Fig. 126 bis 128).

Textabbildung Bd. 296, S. 298

Das Pumpengehäuse ist mittels zweier festen Ansätze c und d, welche die vier Klappen nopq enthalten und ausserdem die Flügel m tragen, in vier Räume gg und hh eingetheilt. Die Flügel m haben keine Ventilklappen, sie enthalten vielmehr neben einander zwei durchgehende, sich kreuzende Kanäle, nämlich den Kanal b, welcher die Räume gg, und den Kanal s, welcher die Räume hh unter einander verbindet. Hieraus ergibt sich die höchst einfache und sichere Wirkung der Pumpe. Stösst man den Hebel nach rechts, so bewegen sich die Flügel m in Richtung des Pfeiles e. Das Wasser wird durch das Ventil n aufgesaugt, strömt in den unteren Raum g und von hier durch den Kanal b auch in den oberen Raum g. Wird hierauf der Flügel m nach entgegengesetzter Richtung (Pfeil f) bewegt, so werden in gleicher Weise beide Räume h durch das Ventil o und den Kanal s gefüllt, während die Räume g durch den Kanal b und das Ventil q entleert werden.

Diese Wirkung tritt bei jedem Flügelhube auf.

Hervorzuheben ist noch, dass der Druck des Wassers gleichmässig auf beide Flügel wirkt und gleichzeitig gegen die Oberfläche des einen und gegen die Unterfläche des anderen ausgeübt wird, so dass sich beide Druckwirkungen nahezu das Gleichgewicht halten, wodurch eine Durchbiegung der Flügelwelle vermieden wird. In Folge des Umstandes, dass die beiden Flügel sich stets in der Richtung des Wasserstromes bewegen, ist der Gang ein sehr sanfter, und da ferner der obere feste Ansatz d hermetisch schliesst, wird der Rückfall des Wassers vom Druckrohr herab vermindert. Die Druckventile p und q sind ausserdem so construirt, dass das eine sich sofort und kräftig schliesst, wenn das andere aufgeht, so dass der Wasserverlust gering ist.

(Fortsetzung folgt.)

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