Titel: Nutzbarmachung von Hochofengasen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 296/Miszelle 4 (S. 24)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj296/mi296mi01_4

Nutzbarmachung von Hochofengasen.

Auf den Eisenwerken in Esch in Luxemburg werden nach dem französischen Patent von M. Gredt aus dem Jahre 1893 die Gichtgase der Hochöfen einem systematischen Waschprocess unterzogen, um auf der einen Seite die Verschmutzung der Winderhitzer durch den Flugstaub auf ein möglichst kleines Maass herabzudrücken und auf der anderen die Staubbestandtheile und diejenigen Gase, welche technische Bedeutung haben, in verwerthbarer Form zu gewinnen. Bei Verwendung der Erze aus dem lothringisch-luxemburgischen Becken enthalten die Gase Ammoniak und der in den Gichtgasen suspendirte Staub Salze von Kali, Natron und Kalk gebunden an Chlor und nicht unerhebliche Mengen Jod. M. G. Arth gibt (Bull. soc. chim., 1895 S. 155) eine Analyse des Abdampfrückstandes eines solchen Waschwassers. Dieser Rückstand enthielt neben 11 Proc. unlöslichen Bestandtheilen (CaCO3, FeS, Kohle, Thon) in seinen löslichen Antheilen

Jod 1,43 Proc.
Chlor 45,94
Kalium 13,12
Calcium 4,62

Natron, welches auch in erheblicher Menge darin sich fand, sowie Schwefelsäure, welche nur einen kleinen Procentsatz ausmachte, wurden nicht bestimmt. Nach Berechnungen des Erfinders, M. Gredt, wären etwa 100 k des vorstehend angegebenen Salzgemisches in calcinirtem Zustande jeweils bei der Darstellung von 100 t Guss zu erzielen. Auf 100 t Guss kämen also 1,869 k Jod und 24,22 k Chlorkali. Bezüglich der Cyan- und Ammoniakausbeute sind keine Angaben gemacht.

H.

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