Titel: Die metallurgische Thätigkeit in Deutschland.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 296/Miszelle 2 (S. 47–48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj296/mi296mi02_2

Die metallurgische Thätigkeit in Deutschland.

In den deutschen Hütten werden bekanntlich nicht nur einheimische, sondern auch fremde Erze verarbeitet, deren Einfuhr eine recht beträchtliche ist, so dass ihre Verhüttung einer grossen Zahl von Staatsbürgern Erwerb schafft. Im letzten Jahre ist die deutsche Erzeinfuhr bei den meisten Sorten wesentlich gegen das Vorjahr gestiegen; über ihre Höhe geben folgende Zahlen Auskunft:

Es wurden im J. 1894 in Deutschland eingeführt:

Tonnen
Blei- und Kupfererze 51304
Eisenerze 2093007
Gold-, Silber- und Platinaerze 13935
Schwefelkies und Alaunerze 315115
Zinkerze 14712
Antimon- und Arsenerze 975
Chromerze 13372
Kobalt- und Nickelerze 1236
Manganerze 14254
Schlacken von Erzen 632878

Ebenso wie die Eisenerze bei der Einfuhr alle übrigen bedeutend überwiegen, ist auch die einheimische Eisenerzförderung bei weitem die wichtigste. Im J. 1893 belief sich letztere auf 11457533 t, während die Einfuhr dieses Jahres 1573202 t betrug, so dass die Förderung die Einfuhr um fast das Achtfache übertraf.

Einen wichtigen Industriezweig bildet in Deutschland die Verarbeitung der Erze zu Metallen.

Die hohe Bedeutung derselben lässt sich nach folgenden Angaben ermessen.

Es wurden erzeugt in Deutschland (einschliesslich Luxemburg):

1852 1872
Tonnen
1893
Roheisen 249348 1988395 4986003
Zink 37447 58386 142956
Blei 15347 59042 94659
Kupfer 3767 7600 24011
Silber 46 127 449
Zinn 137 104 951
Kilogramm
Gold 14 328 3074

Zeigt auch die Goldproduction die verhältnissmässig stärkste Vermehrung, so steht doch die Roheisendarstellung, sowohl was Menge als Werth anlangt, allen übrigen Metallen weit voran. Während aber die Roheisengewinnung des Jahres 1852 sich auf |48| 26592939 M. bewerthete, 1 t also durchschnittlich 106,6 M. kostete, betrug der Werth der Production im J. 1893 nur 216326000 M., d.h. der Durchschnittswerth von 1 t Roheisen sank auf 43,39 M., also weit unter die Hälfte. Aehnlich haben sich die Verhältnisse bei der Blei-, Kupfer- und Silbergewinnung gestaltet.

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