Titel: Phosphorbronze und Phosphorkupfer.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 296/Miszelle 4 (S. 96)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj296/mi296mi04_4

Phosphorbronze und Phosphorkupfer.

Mc Combic (Journ. Soc. Chem. Ind., 1894 S. 1139) spricht sich sehr günstig über den Werth von Phosphorkupfer und Phosphorbronze aus. Er betont, dass, je porenfreier eine Legirung ist, desto grösser die Festigkeit, Zähigkeit und Elasticität aus ihr hergestellter Gusstücke ist. Kupferhaltige Legirungen, speciell Bronze, enthalten in flüssigem Zustande Sauerstoff, der eine grössere oder geringere Porosität der Gusstücke je nach seinem Mengenverhältniss im Schmelzflusse verursacht. Zusatz von Phosphor bindet den gelösten Sauerstoff und veranlasst somit blasenfreie Güsse. Phosphor bedingt ferner, wie Mc Combic betont, dass das sonst in Legirungen nicht leicht krystallisirende Zinn krystallinisch wird. Da eine Legirung zweier krystallinischer Metalle eine homogenere Masse bildet als eine Legirung aus einem krystallinischen und einem amorphen Bestandtheil, so wirkt der Zusatz von Phosphor auch nach dieser Hinsicht vortheilhaft. Auch erhöht er die Dünnflüssigkeit der Legirungen, welchen er zugesetzt wird, und erleichtert damit die Gewinnung scharfer Abdrücke.

Die Benutzung des Phosphors in der Industrie der Bronze und des Messings war bisher erschwert durch den Umstand, dass das Eintragen des Phosphors nur unter grossen Verlusten an dieser kostspieligen Substanz gelang, und dass die Herstellung von stark phosphorhaltigen Kupfern (über 10 Proc. Phosphor), die in die schmelzende Masse eingetragen werden konnten, nicht möglich war.

Ein Verfahren von Schönzeler ermöglicht neuerdings ein Phosphorkupfer, das mit Phosphor gesättigt ist (20 Proc. Phosphor), herzustellen. Dieses Phosphorkupfer, das in Platten gegossen in den Handel kommt, löst sich in Schmelzflüssen ohne Bildung der erstickenden und gesundheitsschädlichen Dämpfe, welche das Einwerfen elementaren Phosphors in die geschmolzene Masse entstehen macht. Es ersetzt mit Vortheil das Zinn in seiner bisherigen Verwendung zum Härten von Legirungen, indem es, unähnlich diesem, die Zähigkeit nicht auf Kosten der Festigkeit, vermindert, sondern beide gleichmässig steigert. Ein Gehalt an Phosphorkupfer soll auch die Widerstandsfähigkeit der Legirungen gegen den oxydirenden Einfluss der Atmosphärilien steigern.

Mc Combic untersuchte eine Reihe von Phosphorkupfern und fand ihren Phosphorgehalt zu 10, 12½, 15, 18 und 20 Proc.

Hr.

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