Titel: Zur Frage der Selbstentzündung von ölgetränkter Baumwolle.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 296/Miszelle 5 (S. 120)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj296/mi296mi05_5

Zur Frage der Selbstentzündung von ölgetränkter Baumwolle.

Die für die Textilindustrie wichtige Frage nach der Selbstentzündung der Baumwolle, wenn sie im ölgetränkten Zustande erwärmt wird, behandelt William Mc D. Mackey in einer vorläufigen Mittheilung (Journ. Soc. Chem. Ind., 1894 S. 1165). Er untersuchte den Einfluss eines Gehaltes an freien Fettsäuren im Baumwollsamen- und Olivenöl auf Watte, die mit diesen Substanzen besprengt war, bei 100° C. Es ergab sich als vorläufiges Resultat, dass im Allgemeinen mit wachsendem Gehalt an freier Fettsäure im Oel die Neigung der Watte, unter Selbsterhitzung zu verkohlen, zunimmt, und dass die in dem Wattehaufen eintretende Temperatursteigerung anscheinend nicht nur durch die Oxydation der Fettsäuren bezieh. des unverseiften Oels bedingt ist, sondern dass die Baumwolle dabei in Mitwirkung tritt, da Schlackenwolle unter analogen Versuchsbedingungen keine Temperatursteigerung im Innern der Masse aufweist. Die Untersuchung ist mehr als eine Ankündigung weiterer Forschungen, denn als eine Lösung der vorliegenden Frage zu betrachten. Sie bildet aber einen werthvollen Hinweis darauf, dass der Entflammungspunkt durchaus nicht ausschliesslich für die Beurtheilung der Feuergefährlichkeit von Oelen maassgeblich sein darf, welche mit Baumwolle in der Hitze in Berührung kommen, sondern dass ein wesentlich höher entflammendes animalisches Oel gefährlicher sein kann als ein niedriger entflammendes Mineralöl, weil die Möglichkeit der Selbstentzündung, die beim Mineralöl ausgeschlossen ist, den Vortheil des höheren Entflammungspunktes aufheben kann.

Hr.

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