Titel: Ueber Gasglühlichtcylinder.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 296/Miszelle 3 (S. 167–168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj296/mi296mi07_3

Ueber Gasglühlichtcylinder.

Im vorigen Bande S. 239 brachten wir einen Bericht von Müller in Doesburg über die von Schott und Genossen in Jena in den Handel gebrachten Gasglühlichtcylinder. Zur Ergänzung theilt genannte Firma im Journal für Gasbeleuchtung und Wasserversorgung, Bd. 38 S. 4, eingehende Versuchsergebnisse mit: „Die bei der Firma A. und R. Faber in Magdeburg in Gebrauch befindlichen 500 Auer-Brenner, welche Glühkörper in allen Stadien des Verbrauchs enthielten, wurden mit unseren Cylindern versehen und einer 7 Wochen dauernden Beobachtung von Anfang December bis Ende Januar mit täglich 6stündiger Brennzeit (insgesammt 138000 Brennstunden) unterworfen. Das Ergebniss war folgendes:

Innerhalb der Versuchsdauer wurden unbrauchbar, so dass sie durch neue ersetzt werden mussten: 7.

Es zeigten in der Nähe des Randes Sprünge, ohne die Brauchbarkeit zu beeinträchtigen (sie befanden sich nach 7 Wochen sämmtlich noch auf der Flamme): 18.

Glühkörper wurden durch Springen der Cylinder zerstört: 4.

Es geht aus den obigen Zahlen hervor, dass auf einen unbrauchbaren Cylinder etwa 20000 Brennstunden entfallen.

Wir möchten hierbei zu bemerken nicht unterlassen, dass als durchschnittliche Haltbarkeit eines Cylinders bis zum Unbrauchbarwerden diese Zahl nicht anzusehen ist; es ist vielmehr zu erwarten, dass bei verlängerter Prüfungsdauer der Bruchverlust grösser werden wird.

Vergleicht man die Ergebnisse dieses Versuches mit den von Krüger in der genannten Zeitschrift mitgetheilten von |168| unseren Grünstempelcylindern (die er mit dem Namen S-Cylinder bezeichnet hatte) und nimmt die tägliche Brenndauer bei dem Berliner Versuch auch als 6stündig an, so stellt sich das Verhältniss des Verbrauches für 500 Lampen bei 6stündiger täglicher Brennzeit in 7 Wochen:

Gewöhnliche Cylinder, wie
sie Krüger verwendete:
Grünstempelcylinder
(S-Cylinder):
Goldstempel-
cylinder:
196 30 7

Genauere Beobachtungen haben gelehrt, dass unsere Cylinder durch locale Erwärmung oder Abkühlung, wie sie im praktischen Gebrauch vorkommen können, durchaus nicht zerspringen; sie sind auch gegen schwächere Stichflammen noch vollkommen sicher; dagegen gibt es Fälle, in denen auch sie versagen, wenn eine scharfe Stichflamme dauernd auf einen Punkt wirkt. Dem Glaspraktiker ist dieses Verhalten nicht auffällig, da es nicht möglich ist, einen Hohlkörper aus Glas dauernd haltbar zu machen, wenn man ihn an einer Stelle einseitig durch eine scharfe Stichflamme so erhitzt, dass er zum Erweichen kommt. So weit unsere Erfahrungen reichen, ist nach dem jetzigen Stande der Glastechnik kaum Hoffnung vorhanden, Glasflüsse erzeugen zu können, welche diesem schärfsten Angriffe widerstehen.“

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