Titel: Zum Schutze des Auges.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 296/Miszelle 5 (S. 191–192)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj296/mi296mi08_5
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Zum Schutze des Auges.

Der Vorstand der ersten Augenklinik im allgemeinen Krankenhause in Wien, Prof. Ernst Fuchs, nahm in einer seiner letzt abgehaltenen Vorlesungen Veranlassung, den Schutz des menschlichen Auges eingehend zu erörtern, wobei er auch das elektrische Licht in den Kreis seiner Ausführungen zog. Zunächst sprach Prof. Fuchs über die „Schutzbrillen“ und bemerkte, in der allgemeinen Meinung gelte gewöhnlich die grüne Farbe als eine besonders „gesunde“, daher so oft Aufenthalt im Grünen als Mittel gegen Schwachsehen von Laien empfohlen werde. Auf dieser Meinung beruhen auch die grünen Augenschirme und namentlich die blauen und grünen Brillen, denen man so vielfach begegne. Ja, dieser Glaube an die Heilkraft der grünen Farbe sei früher derart verbreitet gewesen, dass selbst Prof. v. Arlt (der Amtsvorgänger des Prof. Fuchs) die Bänke seines Hörsaales grün habe anstreichen lassen. Heute stehe aber die Sache anders, indem man wisse, dass jedes gefärbte Glas bestimmte Fasern des Sehnervs mehr ermüde als die anderen Fasern; daher werden wohl die einen Fasern des Sehnervs geschont, dafür die anderen um so mehr angestrengt. Deshalb seien blaue und grüne Schutzgläser, welche nur blaues und grünes Licht durchlassen, gleich unzweckmässig. Viel vernünftiger sei es daher, wenn alle Lichtstrahlen gleichmässig abgeblendet werden, was durch graue oder Rauchgläser am besten erreicht wird. Da aber der Sehpurpur im Auge durch gelbes und rothes Licht am meisten geschützt werde, andererseits die rothen und gelben Lichtstrahlen chemisch unwirksam seien, so wäre es, falls man schon gefärbte Gläser durchaus gebrauchen wolle, am besten, gelbe oder rothe Gläser, welche nur gelbrothes Licht durchlassen, vor das Auge zu setzen, weil diese dasselbe besser schützen, als blaue oder grüne. Dies gelte namentlich für Arbeiten bei elektrischem Lichte, um die Augen gegen die schädlichen, chemisch wirksamen Strahlen zu schützen. (Gastechniker, Bd. 24 S. 16.)

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