Titel: „Columba“-Papiertaube.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 296/Miszelle 2 (S. 288)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj296/mi296mi12_2

„Columba“-Papiertaube.

Die Hirschwanger Holzschleiferei und Holzstoffwaarenfabrik Schoeller und Co. in Hirschwang, N.-Oe., hat mit ihrer „Columba“ genannten patentirten Papiertaube für Uebungszwecke einen billigen Ersatz für das lebende Flugwild geschaffen. Man hat zwar aus Thon und Glas schon verschiedene Vogelnachahmungen angefertigt, welche, durch Wurfmaschine geschleudert, dem Schützen ein fliegendes Ziel bieten, doch sind sie zerbrechlich und daher im Gebrauch theuer. Ein Vorzug der Columbatauben besteht darin, dass jeder Treffer sich sofort durch eine kleine Staubwolke anzeigt, so dass man auch zwei Schüsse hinter einander abfeuern und das Treffen oder Fehlen für jeden derselben deutlich erkennen kann. Der Hohlraum der Columba ist nämlich mit Kohlenstaub oder auch einem weissen Pulver gefüllt, welches herausstäubt, sobald die Pappe durchlöchert wird. Die Columba-Papiertaube setzt sich zusammen aus zwei kreisförmigen kräftigen Pappstücken von etwa 14 cm Durchmesser, die in der Mitte hohl gepresst und deren flache Ränder auf einander geklebt sind. Eine verwundete Columba lässt sich durch einfaches Ueberkleben der Schusslöcher mit gummirtem Papier sofort wieder kuriren und soll 20 und mehr Treffer aushalten. Sie erlaubt also auch dem unbemittelten Schützen, sich nach Herzenslust im Flugschiessen zu üben, um so mehr als sie, auch von Hand geworfen, sehr gut fliegen soll, und eine Wurfmaschine nur dann zu nehmen ist, wenn, wie bei Wettschiessen, jedem Schützen genau die gleichen Bedingungen geboten werden müssen. (Papierzeitung.)

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