Titel: Neuerungen an Wirkmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 297 (S. 31–35)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj297/ar297012

Neuerungen an Wirkmaschinen.

(Schluss des Berichtes S. 5 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Für eine Rund Wirkmaschine, welche besonders zum Stricken von Strümpfen aller Grössen benutzt werden soll, und bei welcher dann die Waare nach der Herstellung ein zusammenhängendes, aus einem rund gestrickten Wadentheil, flachen Fersentheil, runden Fusstheil und flachen Zehentheil bestehendes und durch passendes Vereinigen seiner Kanten die gewöhnliche Strumpfform besitzendes Gewirke ergibt, hat Emil John Franck in Philadelphia ein D. R. P. Nr. 74606 vom 28. Juni 1893 erworben. Jeder der beiden Theile, in welche der die Nadeln tragende Cylinder zerlegt ist, wird unabhängig von dem anderen beim Stricken des Waden- und Fusstheiles gehoben und gesenkt; beim Arbeiten der flachen Theile kommt jedoch nur der eine Theil derselben in Thätigkeit. Die zur Bildung des cylindrischen und zum Theil auch des Fersen- und Zehenstückes bestimmten Nadeln sind mit den Cylinderhälften fest verbunden, dagegen diejenigen, welche zum Mindern und Erweitern bei Anfertigung der flachen Theile dienen, nicht, sie werden vielmehr einzeln nach einander durch zwei wagerecht im Halbkreise sich bewegende Schieber festgehalten und können sich daher mit den Cylinderhälften so lange nicht aufwärts bewegen, bis sie von jenen wieder freigegeben werden. Diese gemeinschaftliche Bewegung der Nadeln mit den Cylinderhälften gewährt ausserdem den Vortheil, dass die leicht zugänglich angeordneten Nadeln nicht wie in dem Falle, wenn eine Ringnuth sie auf- und abwärts bewegt, hierbei abgebrochen werden und dass daher auch, da die beim Arbeiten von den abgebrochenen Stücken verursachten Stösse in Wegfall kommen, der Nadelcylinder viel länger in brauchbarem Zustande erhalten bleibt.

Die Art und Weise, in welcher der Erfinder die soeben erwähnten Operationen mit Hilfe dieser Maschine ausführt, ist aus den Fig. 28 bis 40 ersichtlich.

Textabbildung Bd. 297, S. 31

Zwischen dem an der Gestellplatte a3 festen Rohransatze a4 (Fig. 32, 34 und 36) und dem oben trompetenförmig sich erweiternden Cylinder a5 sind die beiden Nadelcylinderhälften bb1 angeordnet, von einander aber durch die ihnen gleichzeitig als Führungsflächen dienenden Schienen b2b3 getrennt. Die festen Nadeln d von bb1 sind mit ihren rechtwinklig abgebogenen Enden d1 in Löchern des Theiles b gelagert und in diesen mittels Leder d1 und Deckplatten d2 durch die Schrauben d3 gehalten, die beweglichen oder Musternadeln e jedoch in Längsnuthen e3 der Halbcylinder bb1 eingeschoben, aus denen nur ihre rechtwinklig abgebogenen, oben in eine Feder e2 endigenden Haken e1 hervorragen. Mittels dieser Federn werden die Nadeln e durch einen an b1 befindlichen wagerechten Ring d3 in Fig. 34 punktirt gezeichnet – festgehalten und gehen so lange mit der Cylinderhälfte auf und nieder, bis sie zum Zwecke des Minderns (Fig. 34 tiefere Stellung) durch einen Schieber festgehalten werden. Hierbei verschieben sich die Nadeln zwischen den mit den Fingern a8 (Fig. 36 bis 38) versehenen Stegen a7 des Cylinders a5.

Die Nadeln sind in vier Gruppen zerlegt (Fig. 32), von denen die Gruppen ff1 die festen, die Gruppen f2 f3 aber die ausschaltbaren Nadeln umfassen, und es enthält die rechte Cylinderhälfte b nur die Gruppe f, die linke b1 aber die drei Gruppen f1f2f3; letztere arbeiten nur beim Flachstricken, dagegen kommen beim Rundstricken alle vier Gruppen in Thätigkeit.

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Die mit Nasen c9 versehenen Kulirplatinen c3 (Fig. 31, 34 und 36) verschieben sich in den radialen Nuthen c2 der Ringplatte c, die von den an der Gestellplatte a3 befestigten Armen c1 getragen wird und mit ihrem inneren Rande auf den Stegen a7 aufliegt (Fig. 28 bis 30). Mit dieser Platte c ist durch den Ring c5 und die Schrauben c6 das konische Rad c4 drehbar verbunden, an welchem sich unten die Ringnuth c8 (Fig. 36) mit der verstellbaren Curve c11 (Fig. 31 und 35) befindet. Die Nasen c9 greifen in diese Nuth, so dass die Platinen bei der Drehung von c4 zurück- und aus der Bahn des auf diesem Rade angebrachten Fadenführers c7 gezogen werden, damit der durch diesen geleitete Faden ungehindert vor die Schäfte der hochstehenden Nadeln d, e gelegt werden kann (Fig. 38). Um die erwähnte Verstellung der Curve c11 bezieh. des diese tragenden Theiles c12 behufs einer grösseren oder geringeren Verschiebung der Platinen vornehmen zu können, ist der in der Aussparung c13 des Rades c4 angeordnete Theil c12 an eine Deckplatte c14 geschraubt und diese wieder durch Schrauben c15, welche durch in ihr vorgesehene Schlitze hindurchgehen, mit dem Rade c4 verbunden (Fig. 34 und 35). Der Fadenführer, welcher auf c12 in gerader Richtung mit dem höchsten Punkte von c11 steht, lässt sich ausserdem mittels Schlitze und Schrauben verstellen, so dass auf diese Weise festere und lockere Waare gearbeitet werden kann.

Textabbildung Bd. 297, S. 32

In dem unteren Theile des Maschinengestelles ist die Welle j gelagert (Fig. 28 und 36), auf der die Excenter ll1 sitzen, durch deren Stangen l3l4 die Cylinderhälften bb1 gehoben und gesenkt werden können. Excenter l ist auf Welle; fest, l1 aber durch den Muff m lose mit derselben ebenso wie das auf m sitzende Stiftenrad m1 verbunden. Der Antrieb dieser Welle j wird mittels der auf ihr festen Riemenscheibe j2 entweder von der oberen Scheibe i aus durch den Riemen i2 eingeleitet, in welchem Falle dieser von der Losscheibe j3 auf die Festscheibe j2 gelegt, oder von der oberen Scheibe i1, wobei der zweite Riemen i4 von der Losscheibe j4 auf die Festscheibe j2 geführt wird, und zwar benutzt man beim Stricken der runden Strumpftheile die grössere Riemenscheibe i, für die Herstellung der flachen die kleinere i1. Im ersteren Falle wird dem Rade c4 eine drehende, im letzteren dagegen eine hin und her gehende Bewegung ertheilt.

Wird Riemen i2 durch Riemengabel t2 auf j2 gelegt, so wird durch diese Bewegung mittels der Schubstange t und Stange u auch die auf j befindliche Kuppelung n mit dem Muff m in Eingriff gebracht, so dass sich dieser mit Welle j dreht. Dadurch wird mittels Stiftenrad m1 und Kette m3 das auf der Welle k sitzende Stiftenrad k4 in Umdrehung versetzt und diese mittels des von t ebenfalls beeinflussten Hebels u1 und der oberen Kuppelung n1 auf das konische Zahnrad k3, sowie auf das in dieses greifende Rad c4 übertragen.

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Das Stricken des cylindrischen Theiles des Strumpfes vollzieht sich nun wie nachstehend: Die Curvennuth c11 des Rades c4 zieht die Platinen c3 aus der Bahn des Fadenführers c7, diese werden jedoch, nachdem letzterer vor die Schäfte der hochstehenden Nadeln Faden gelegt hat (Fig. 38 B1), von dieser Curvennuth wieder vorgeschoben, nehmen den sich gegen diese Schäfte stützenden Faden mit und kuliren ihn (Fig. 38 B und B2) zu einer Schleife, deren Grösse, also der Vorschub der Platinen c3, von dieser Nuth bestimmt wird. Ist der Faden vor alle Nadelschäfte der einen Cylinderhälfte gelegt, so senkt sich diese, die andere dagegen hebt in demselben Augenblick ihre Nadeln zur Aufnahme des Fadens. Beim Herabgehen der Nadeln schieben sich die Schleifen in deren federnde Haken, welche bei noch weiterem Herabgehen an die vorstehende Kante c10 von c anstossen, also gepresst werden (Fig. 38 B3), die fertigen Maschen gleiten über die geschlossenen Haken hinweg, werden abgeschlagen und die Haken ziehen die neuen Schleifen durch die alten Maschen hindurch. Dabei legen sich die neuen Maschen auf die oben erwähnten Finger a8 der Stege a7 (Fig. 36) und ruhen mit einem Theile (Fig. 38 B4) bei tiefster Stellung der Nadeln so lange auf diesen, bis dieselben bei erneutem Heben der Nadeln (Fig. 38 B5) von a8 in die durch Fig. 38 B angegebene Lage abgleiten.

Textabbildung Bd. 297, S. 33

Die Herstellung des an diesen cylindrischen Strumpftheil sich anschliessenden flachen Fersenstückes, wobei nur der Halbcylinder b1 thätig ist, Zahnrad c4 nebst dem Fadenführer c7 aber sich hin und her bewegen, geschieht folgendermaassen: Die Bügel des auf Welle j festsitzenden Doppelexcenters v4 endigen in die beiden Schalthaken w1 und v3 (Fig. 30 und 36), welche durch Federn gegen zwei auf Welle v2 befindliche Schalträder v und w gedrückt werden. Der Schalthaken w1 greift in eine Aussparung w2 von w, es wird daher, während bei jeder Umdrehung von j der Schalthaken v3 das Rad v um einen Zahn weiterschiebt, w1 leer in w2 arbeiten und das Rad w nicht weiterdrehen. Eine mit Ansätzen x1 versehene Kette x hängt über das Stiftenrad v1, welches mit dem Schaltrad v verbunden ist. Bei der Drehung von v und v1 durch v3 stösst einer dieser Ansätze gegen den innen am Schaltrad w angebrachten Anschlag w3, setzt dieses in eine geringe Drehung, welche hinreicht, den Schalthaken w1 in seine Zähne zu bringen, so dass es nun durch diesen weitergeschoben wird. In die Curvennuth des mit w verbundenen Muffes y greift die Gabel des bei z1 drehbaren Hebels z, dessen unteres Ende durch Stift t3 mit Schubstange t verbunden ist. Hat diese Curve ihren höchsten Punkt erreicht, so wird mittels z, t und t2 der Riemen t2 von der Festscheibe j2 auf die Losscheibe j3, Riemen i4 aber auf j2 geschoben. Gleichzeitig sind auch mittels t und Hebel uu1 die Kuppelungen nn1 von m und h ausgerückt, dagegen mit Muff o auf Welle j (Fig. 28) und Rad k5 (Fig. 29) in Eingriff gelangt, und es erfolgt jetzt der Antrieb von j durch die Riemenscheiben i1j2 und Riemen i4; m, l1, m1, m3 und k4, sowie die Cylinderhälfte b mit ihren Nadeln stehen still.

Der Muff o ist ferner mit dem Excenter o1 versehen (Fig. 29), dessen Bügel o4 in die Stange o3 übergeht, die am oberen Ende in eine oben geschlossene Coulisse oder Gabel o5 ausläuft. Die an deren einer Innenseite angebrachten Zähne o6 greifen in das in der Coulisse angeordnete Zahnrad k5, und das konische Rad k3 erhält hierdurch nun eine hin und her gehende Bewegung, in Folge welcher der Fadenführer e7 den Faden von einem Ende der Cylinderhälfte b1 bis zum anderen ebenfalls hin und her, statt wie bisher rund herum, führt, so dass nun das Stricken des flachen Strumpftheiles in nachstehender Weise bewirkt wird:

Sobald durch die Stange t der Riemen i4 auf j2 geschoben und Muff m losgekuppelt wird, trifft die Nase w4 des Schaltrades w (Fig. 30 und 36) den Anschlag r4 eines von den Vorsprüngen r3 gestützten Rahmens r2 und schiebt diesen etwas nach vorn, in Folge dessen die Schenkel r1 von U-förmig gebogenen Federn (Fig. 32 und 34) an die Arme p4p5 von Doppelklinken anstossen, deren Klinken p7 dadurch mit den Zähnen h2h3 der segmentförmigen Schieber hh1 in Eingriff kommen. Die Doppelklinken liegen in Aussparungen p6, die Schieber hh1 in solchen h4 (Fig. 32) der Deckplatte a3. Diese Schieber werden durch in Schlitzen h6 der Platte a3 verschiebbare Schrauben h5 gehalten, auf welcher Platte sie sich ungehindert hin und her bewegen können, und sind ausserdem gegen etwaige, von unten kommende Stösse durch federnde, unter den Köpfen der Schrauben h5 befindliche Unterlagen h7 etwas nachgiebig gemacht (Fig. 34). Die segmentförmigen Platten gg1 führen sich mit Ansätzen g2 in den Nuthen h9 dieser Schieber, mit denen sie durch Schrauben h10, welche |34| durch Schlitze g3 hindurchgehen, verbunden und in der später näher zu beschreibenden Weise gegen seitliche Stösse ebenfalls geschützt sind.

Weiter ist auf der Deckplatte a3 der Ring p vorgesehen, welcher mit dem Ansätze p1 in eine Nuth derselben greift und mit ihr durch Schrauben p2, die wieder durch Schlitze p3 hindurchreichen (Fig. 32 und 36), verbunden ist. Die an diesem Ringe p sitzenden Zapfen p9 (Fig. 28, 29, 32 und 36) fassen zwischen sich das obere Ende des um t drehbaren Hebels q, dessen unteres gabelförmiges Ende (Fig. 29) den mit dem Daumen o2 versehenen Muff o umschliesst. Wenn sich Welle j dreht, so trifft o2 abwechselnd an den einen oder anderen, mit Reibungsrolle versehenen Gabelschenkel dieses Hebels q und versetzt dessen oberes Ende in eine pendelnde Bewegung, welche auf den Ring p und durch diesen auf die mit demselben verbundenen Doppelklinken fortgepflanzt wird, so dass dann diese ihrerseits mittels der in die Zähne h2h3 der Schieber hh1 eingreifenden Klinken p7 diese beiden Schieber um je einen Zahn nach links vorschieben (Fig. 32). Wenn nun die Cylinderhälfte b1 in ihrer tiefsten Stellung (Fig. 34) ankommt, so werden die Nadeln der Gruppen f2f3 eine nach der anderen durch die vorrückenden Schieber hh1 bezieh. deren Deckplatten gg1, die sich über die Nadelfüsse e1 schieben, zum Zwecke des Minderns festgehalten, indem deren Federn e2 aus dem Ringe d5 sich herausziehen, und kommen, da sie der Aufwärtsbewegung der Cylinderhälfte b1 nicht mehr folgen können, ausser Thätigkeit; dies wiederholt sich so oft, bis alle Nadeln der Gruppe f2f3 festgehalten sind und die Schieber hh1 an einander stossen. Die mit b1 fest verbundenen Nadeln der Gruppe f1 bleiben ungehindert in Thätigkeit. Zur Vermeidung von Stössen gegen die Füsse c1 der bereits angehobenen Nadeln und des Abbrechens derselben seitens der Deckplatten beim Vorschübe der Schieber hh1 ist in jeden der zum Schütze gegen Staub u.s.w. durch eine Platte g5 überdeckten Schlitze g3 eine Feder S eingelegt und diese an ihren Enden mittels der Schrauben h10 und g1 befestigt.

Beim Eintritte der Schieber hh1 in ihre linke Endstellung (Fig. 32) wird durch die innen am Schaltrade w angebrachte und gegen den rechten Anschlag r4 des Rahmens r2 stossende Nase w4 letzterer vorgeschoben. Die Klinken p8 werden, da die Schenkel r der U-förmigen Federn gegen die Arme p4p5 treffen, in die Zähne h2h3 der Schieber hh1 gelegt und rücken diese in Folge der hin und her gehenden Bewegung des Ringes p nun nach rechts. Die frei werdenden Nadeln e werden durch die Cylinderhälfte b1 wieder mitgenommen, da ihre Federn e2 hinter den Ring d5 einschnappen, welcher Vorgang sich zum Zwecke des Erweiterns so oft wiederholt, bis ein in der Aussparung h4 der Deckplatte a3 angebrachter Anschlag h8 den Vorschub der Schieber nach rechts begrenzt.

Durch die eben beschriebene Wirkungsweise der Nadeln sind an das Fersenstück dreieckige Ansätze gearbeitet worden, welche dann, wenn mit einander verbunden, die vollständige Strumpfferse bilden.

Sind die Schieber hh1 in die äusserste Lage rechts gelangt, so hat sich Klinke w1 in die zweite Aussparung w2 des Rades w gelegt, und dieses wird wieder nicht geschaltet. Durch die Curvennuth von y ist mittels z, t und t2 der Riemen i2 auf die Festscheibe i2, der Riemen i4 aber auf die Losscheibe j4 gelegt und Kuppelung nn1 mit m und k4 eingerückt worden, der rechte Halbcylinder b wird durch Excenter l1 gehoben und gesenkt und dem konischen Rade k3 mittels m1 und k4 eine drehende Bewegung ertheilt, während die vorerwähnten Mechanismen stillstehen.

Die nun erfolgende Herstellung des runden Fusstheiles vollzieht sich in derselben Weise wie die des Wadentheiles und dauert so lange, bis ein zweiter Ansatz x1 an der ununterbrochen sich bewegenden Kette x an einen Ansatz w3 des Schaltrades w stösst, dieses ein kurzes Stück mitnimmt, bis die Klinke w1 aufs Neue in dessen Zähne gelangt. Da es nun wieder weitergedreht wird, so veranlasst dies, wie oben erläutert, abermals durch die Curvennuth das Ausschalten des Riemens i2 und der Kuppelungen nn1, sowie das Einschalten des Muffes o und des Rades k5 mittels Excenters o4 und der Zähne o6 von o5, und k3, sowie c4 nehmen eine hin und her gehende Bewegung an, während Halbcylinder b mit seinen Nadeln zum Stillstand kommt.

Das Stricken des flachen Zehentheiles endlich geschieht gleichfalls, wie schon beschrieben, und zwar so lange, bis wiederum die Klinke w1 in eine Aussparung w2 fällt, der Riemen i4 aus-, i2 aber eingerückt wird und die Kuppelungen nn1 in Eingriff mit dem Muff m und Kettenrad k kommen.

Nach dieser Fertigstellung des Strumpfes durch die Maschine sind nur noch die flachen und cylindrischen Theile in passender Weise für die Strumpfform zu verbinden.

Die Grösse und Länge der einzelnen Theile des Strumpfes hängt ab vom Abstande der Ansätze x1 der Kette x, sowie vom Abstande der Anschläge u3 des Schaltrades w von einander. Hierbei ist die Anordnung derart getroffen, dass Ansatz x1 sehr bald ausser Eingriff vom Anschlag w3 kommt, da die Zähne des Schaltrades w etwas grösser als die des Schaltrades v sind und in Folge dessen ersteres, wenn es durch einen der Ansätze x1 um ein kurzes Stück mitgenommen wird, etwas voreilt.

Auf beiden Cylinderhälften bb1 lassen sich auch, statt der in Fig. 36 dargestellten festen Nadeln, die in Fig. 37 angegebenen auswechselbaren, in den Nuthen e3 sich bewegenden Nadeln benutzen, deren verkürzte Ansätze e4 von den Platten gg1 der Schieber hh1 nicht erreicht und festgehalten werden können. Um letzteres aber dennoch zu ermöglichen, ist an jeder Cylinderhälfte ein Ring d5a, vorgesehen, hinter den die federnden Nadelenden e2 greifen (Fig. 33 und 37). Diese Einrichtung betrifft jedoch nicht die für das Mindern und Erweitern bestimmten Nadeln, welche die frühere Grösse ihrer Ansätze, mit denen sie von den Schiebern hh1 erfasst werden, beibehalten.

Soll andere Waare als Strümpfe mit dieser Maschine gearbeitet werden, so lassen sich auch, statt der Segmente, Schieber hh1 mit den Deckplatten gg1, zum Fangen der Musternadeln einzelne stabförmige, radial stehende Schieber A (Fig. 39 und 40) verwenden. Dieselben haben Ansätze A1, welche in eine Nuth A2 einer mit Zähnen versehenen Ringplatte A3 greifen und durch eine Doppelklinke p7p8, U-förmige Federn rr1, sowie Rahmen r2 ebenso, wie oben angegeben, bethätigt und dabei zum Zwecke des Festhaltens und Freigebens der Nadeln, also fürs Mindern und Erweitern, gleichfalls durch die Ringnuth A2 vorgeschoben und zurückgezogen werden.

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Der Erfinder der eben beschriebenen Maschine hat sich auch eine Vorrichtung zur Führung der Nadeln an Rundstrickmaschinen durch D. R. P. Nr. 78325 vom 6. September 1893 schützen lassen, mittels welcher, ohne die Rundstrickmaschine aus einander nehmen zu müssen, abgenutzte oder abgebrochene Nadeln leicht ausgewechselt werden können. Er erreicht diesen Zweck durch einen getheilten oder auch mit einem Gelenk versehenen, erforderlichenfalls bequem vom Nadelcylinder zu entfernenden Ring, an welchem sich behufs Nadelauswechselung entweder ein Zwischenraum für die Mitnehmer an den Nadeln, oder ein diesem Zwecke dienendes, leicht lösbares Glied befindet (Fig. 41 bis 43).

Textabbildung Bd. 297, S. 35

In den Rippen a1 des Nadelcylinders a ist je eine Aussparung vorgesehen, welche sich zu einer wagerechten, für den Führungsring C bestimmten Ringnuth b1 ergänzen. Unterhalb dieser befindet sich noch eine zweite, ebenso geformte Ringnuth b2 zur Aufnahme einer Feder e, die mit dem Ringe C zur Führung der Nadeln d in den durch die Rippen a1 gebildeten Nuthen b des Nadelcylinders a dient und diese Führung in gehobener Lage erhält. Der Ring C (Fig. 42) ist zweitheilig und seine Theile c1c2 sind durch Ansätze c3c4c5c6 und Schrauben c7c8 so mit einander verbunden, dass ein Raum c9 auf einer Seite zwischen c1c2 verbleibt (Fig. 41), gross genug, um durch denselben einen Nadelmitnehmer d1 beim Auswechseln einer Nadel entfernen und die Ersatznadel wieder in die betreffende Nuth b einführen zu können. Man braucht dann nur den Führungsring C in der Nuth b1 so zu drehen, dass die Aussparung c9 der auszuwechselnden Nadel gegenübersteht.

Der Ring C kann auch in der in Fig. 43 angegebenen Form F, also derart construirt werden, dass dessen Theile f1f2 durch ein Scharnier f3 verbunden sind und an Stelle der Aussparung d1 ein lösbares Glied f4 eingeschaltet ist, welches in seiner Lage zwischen den Theilen f1f2 durch eine gebogene flache Feder f5 gehalten wird. Letztere dreht sich an dem einen Ende um eine Schraube f6, durch welche sie mit dem Theile f2 verbunden ist, ihr anderes Ende greift über einen Stift f7 des Theiles f1. Beim Auslösen des Gliedes f4 wird die Feder f5 an ihrem freien Ende aus dem Stift f7 gehoben und f1 in die punktirte Lage gewendet, so dass sogar genügend freier Raum zum gleichzeitigen Herausnehmen mehrerer Nadeln entsteht. Damit der Ring F, ohne dass Schrauben gelöst werden müssen, aus b herausgenommen und wieder hineingesetzt werden kann, sind seine beiden Theile f1 und f2 um das oben erwähnte Gelenk f3 drehbar angeordnet. Der Führungsring F wird in b1 so eingelegt, dass f5 und f6 sich auf der unteren Seite des Nadelcylinders befinden und der vorstehende Theil der oberen Seite dieses Ringes zugleich das nicht dargestellte Platinenbett der Maschine trägt.

Ohne das Heben und Senken der Nadeln zu behindern, können die Führungsringe, um den freien Theil des Nadelcylinders a gegen Staub u.s.w. zu schützen, mit einem mantelförmigen Fortsatz versehen werden.

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