Titel: Neue Holzbearbeitungsmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 297 (S. 121–125)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj297/ar297031

Neue Holzbearbeitungsmaschinen.

(Patentklasse 38. Mit Abbildungen.)

Hobelmaschinen.

Bei den Hobelmaschinen stellt der Vorschub des zu bearbeitenden Werkstückes insofern besondere Anforderungen, als es nicht nur darauf ankommt, das Brett dem Werkzeuge sicher zuzuführen, sondern es auch vor Beschädigungen durch den Angriff der Vorschuborgane zu schützen. Geriffelte Walzen, welche zumeist angewendet werden, bedingen ein mehr oder weniger tiefes Eindringen in die Oberfläche des Brettes und sind von der Benutzung ausgeschlossen, wenn die Bearbeitung nicht mindestens bis auf die Tiefe der hervorgerufenen Eindrücke erfolgt. Wenn die Oberfläche des Holzes aber unter allen Umständen vor der Beschädigung durch die Riffelzähne geschützt werden muss, so sind glatte Vorschubwalzen zu verwenden, welche naturgemäss entsprechend stärker auf das Werkstück gepresst werden müssen, um sicheren Vorschub zu bedingen.

Der Belag der Vorschub walzen mit Gummi ist wiederholt vorgeschlagen, um Bretter sicher und unbeschädigt vorzuschieben. Bei uns ist aber von einer allgemeinen Anwendung bislang nichts verlautet. Nach einem Bericht von H. Fischer über die Holzbearbeitungsmaschinen auf der Weltausstellung in Chicago 1893 (vgl. Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1894 * S. 661) wird der Gummibelag von der H. B. Smith Comp. in Form einer Hülle verwendet, welche je nach Bedarf über die Walze geschoben wird.

Von L. Houston in Montgomery, Pa. (* Amerik. Patent Sweet vom 4. Februar 1890), erhalten die Vorschubwalzen Längsrillen, in welchen gezahnte Stäbe liegen. Sind letztere innerhalb der Walzen zurückgezogen, so wirken dieselben als glatte Vorschubwalzen; werden dieselben über den Umfang hervorgerückt, so greifen die Zähne in das Holz ein und wirken so als Riffel.

Die Querzuführung längerer hölzerner Werkstücke wird auch bei den Hobel- und Fräsmaschinen durch ein Paar endloser Ketten bewirkt, deren oberes Trum vorstehende Haken besitzt, welche das Werkstück über den Tisch oder über Führungsleisten hinwegschieben. Es ist diese Zuführungsweise aber nur dann zuverlässig genug, wenn die Werkzeuge ausschliesslich quer gegen die Längsrichtung des Holzes einen Druck ausüben. In anderen Fällen ist ein gut geführter Schlitten zur Aufnahme des Werkstückes unentbehrlich, z.B. bei den meisten Zapfenschneid- und Schlitzmaschinen. Lässt man diesen Schlitten auf zwei in angemessener Entfernung neben einander liegenden Schienen gleiten, so fällt er, namentlich aber das zugehörige Maschinengestell, grösser und schwerer aus, als für die sonstige Inanspruchnahme gerechtfertigt erscheint. Die Fay and Egan Co. in Cincinnati, O., hat wohl aus diesem Grunde eine doppelte Zäpfenschneid- und Schlitzmaschine so eingerichtet, dass das Werkstück ruht, während die Lagerung der erforderlichen sechs Messerköpfe dagegen verschoben wird.

Bei der in Fig. 1 dargestellten Vorschubvorrichtung der Chemnitzer Werkzeugmaschinenfabrik (* D. R. P. Nr. 77221 vom 16. März 1874) drücken beide Walzen gleichmässig auf das vorzuschiebende Holz, und dieser Druck wächst selbsthätig mit dem Widerstand, den das Holz dem Vorschieben entgegensetzt.

Textabbildung Bd. 297, S. 121

Die Zuführwalzen e sind in einem geschlossenen Rahmen k gelagert. Derselbe sitzt lose auf Welle n. Dieselbe ist in den Gleitstücken o gelagert, und diese führen sich in dem gabelförmigen Theile der Gestellwand. Mittels der Räder f und g und Getriebe h mit Zahnstange i können die Walzen gehoben und durch Ausheben der Sperrklinke l aus dem Sperrad m gesenkt werden. Der Antrieb der Walzen geschieht durch Riemenscheibe r und Trieb w, welches in die beiden Zahnräder v eingreift, auf deren Achsen die Zahnräder d sitzen. Von hier übertragen die in Gleitrahmen cd gelagerten Zwischenräder b die Bewegung auf die Räder der Walze e.

Die geometrische Lage der einzelnen Antriebräder a zu ihren Walzen e bedingt, dass ein Theil des aufgewendeten Zahndrucks jede Walze nach unten ziehen muss, mit gleichem Druck und in gleicher Richtung.

Bei der Vorschub Vorrichtung der Deutsch-Amerikanischen Maschinenfabrik Ernst Kirchner und Co. in Leipzig-Sellershausen (* D. R. P. Nr. 77846 vom 4. März 1894) wird durch Anwendung einer Kette eine Transportbewegung nach verschiedenen Richtungen erzielt, so dass gleichzeitig zwei Arbeitsstücke über die Maschine in entgegengesetzten Richtungen gezogen und dabei verarbeitet werden können. Fig. 2 erläutert die patentirte Einrichtung.

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Das Gestell der Maschine ist mit zwei Führungswangen AA versehen, um zwei Arbeitsstücke zugleich über die mit den Messern MM1 besetzte Welle a hinwegzuführen. Um für diese beiden Arbeitsstücke nicht zwei getrennte Transportvorrichtungen anwenden zu müssen, sind die Transportketten K angeordnet.

Diese Transportketten K laufen über die auf Achsen sitzenden Scheibenpaare BB, von denen das letztere Paar mittels Stielbügels und Feder elastisch gespannt gelagert ist, wobei jedoch die Anordnung getroffen ist, den ganzen Transportapparat betreffs seiner Lage zur Welle a verstellen zu können.

Textabbildung Bd. 297, S. 122

Die Transportketten bestehen aus einzelnen Gliedern, welche, mit Zähnen besetzt, in das zu transportirende Arbeitsstück eingreifen und hierbei in solcher Weise wirken, dass das eine Arbeitsstück nach dieser, das andere nach jener Richtung fortgeschoben wird, so dass die Mühe erspart ist, die Arbeitsstücke beim Wechsel der Bearbeitungsart durch Messer M oder M1 von dem einen Ende der Maschine wieder nach dem anderen Ende, dem Anfangspunkt der Bearbeitung, zu schaffen.

Um ferner eine gleichmässige Führung der Arbeitsstücke herbeizuführen, sind die Gegendruckrollen R angeordnet, welche durch die von Gewichten beeinflussten Winkelhebel an die Rückfläche der Arbeitsstücke gepresst werden.

Der Antrieb der Kettenachsen k geschieht mittels konischer Räder I.

Es ist nicht unbedingt erforderlich, dass die Kettenglieder mit Zähnen versehen sind, sondern dieselben können auch mit anderem, genügende Reibung erzeugendem Material besetzt sein.

Textabbildung Bd. 297, S. 122

Die selbsthätige Kehldruckvorrichtung für Abrichtmaschinen von J. Mahlmann in Hannover (* D. R. P. Nr. 68817 vom 14. Juli 1892) verfolgt den Zweck, in Verbindung mit einer Abrichthobel- und Fügemaschine eine besondere Kehlmaschine zu ersetzen. Das zu kehlende Holz wird nicht allein angedrückt, sondern auch gleichzeitig selbsthätig fortbewegt, und zwar derart, dass das Holz auf genau einzustellende Stärke bearbeitet werden kann. Der Apparat kann ohne Schwierigkeiten auf jede vorhandene Abrichthobel- und Fügemaschine montirt werden. Behufs Anbringung des Apparates an einer Abrichthobel- und Fügemaschine zieht man den Tisch um so viel heraus, dass der Apparat mit seinem Unterbau bequem Platz hat. In seinen Haupttheilen besteht der Kehldruckapparat aus dem winkelförmigen Gusskörper b (Fig. 3) mit Lagern für die Uebersetzungsräder, sowie Schlitz zur Aufnahme eines beweglichen Tisches. Den Vorschub des zu bearbeitenden Holzes bewirkt Riffelwalze c, welche in Lagern c1 in der mit b aus einem Stück bestehenden Gleitbahn auf- und niederbewegt werden kann und von dem im Lagerbock d sich drehenden Hebel e mit Gegengewicht f fest gegen das Holz gedrückt wird.

Am Gleitlager c1 sind zwei Stiftschrauben befestigt, welche in der Warze des Körpers b Führung haben und oberhalb derselben mit einem Steg g verbunden sind, unter welchem Hebel e einhakt. Durch Stiftschrauben wird der Apparat auf den Tisch befestigt. Der im Schlitz von b durch Handrad und Gewindespindel m verschiebbare Tisch k dient zum Einstellen des Schnittes. Tisch k ist mit einer Gleitrolle versehen, damit das Holz leicht unter dem Tisch weitergleiten kann.

Textabbildung Bd. 297, S. 122

Einen eigenartigen Vorschlag zur besseren Ausnutzung windschief gewordener Bretter beim Hobeln macht M. Renger in Nieder-Raina bei Bautzen (* D. R. P. Nr. 78097 vom 4. März 1894). Um windschiefe Bretter auf einer Fläche eben zu hobeln, musste bisher das Brett von Hand über die nach Festnahme der Druckwalzen völlig schutzfreie Messerrolle geführt werden. Die Erfindung bezweckt, derartige windschiefe Bretter auf einer Seite eben zu hobeln und dabei die Schutzwalzen über den Messern zu lassen. Zu diesem Behufe wird die vordere Vorschubwalze entlastet und aufgehoben; damit die hängende Kante von den Messern fortgenommen wird, erfolgt die Vorschiebung des Brettes über dies Messer so lange von Hand, bis die hinter dem Messer liegende Vorschubwalze das Brett erfasst und weiterzieht. Auf diese Weise wird das Brett an dem vorderen Ende eine ebene Fläche für die weitere normale Vorschiebung erhalten. Um die Material Verluste thunlichst gering zu halten, wird die Mittellinie des zu behobelnden Brettes als Auflagefläche gewählt.

Die Vorrichtung besteht im Wesentlichen aus mehreren, z.B. drei, unter einander parallelen, federnd gelagerten Walzen a1a2a3 (Fig. 4). a1 und a2 sind neben dem querlaufenden Schlitz b1 des Tisches b angeordnet, in welchem die Messer c sich drehen. Die dritte Walze a3 ist mehr nach rückwärts zu gelegen. Die Achse der vorderen Walze a1 ist mit einer Kurbel ausgerüstet; dieselbe kann aber auch mittels Antriebscheiben in Drehung versetzt werden. Die beiden Walzen a2a3 werden durch ein Kettenrädergetriebe angetrieben. Die federnde Lagerung der Walzen ist in der Weise bewirkt worden, dass die je einen Walzenzapfen aufnehmenden Kolben l in je einer senkrechten Bohrung eines H-förmigen Rahmens m sich führen. Auf den Zapfen |123| dieser Kloben sind Schraubenfedern geschoben, welche ein Abwärtsdrängen der Walzen veranlassen, Mittels Muttern, durch welche die Kloben l einzeln verstellt werden können, werden dieselben am Herausfallen gehindert. Um sämmtliche Kloben gleichzeitig heben und senken zu können, ist an dem Steg m eine Schraube n2 drehbar, aber in Richtung der Achse unverschiebbar angeordnet. Das Querstück p, welches auf den am Tisch b befestigten Ständern q ruht, enthält das zur Schraube n2 gehörige Muttergewinde. Wird die Schraube n2 bewegt, so verschiebt sich der Steg m, wobei die Ständer q als Führung dienen. Auf solche Weise lassen sich die Walzen a2a3 in zweifacher Hinsicht einstellen.

Die vordere Walze a1 gestattet noch eine dritte Verstellung. An die Zapfen der Kloben der Walze a1 sind oberhalb des Rahmens m winkelförmig gebogene Arme r mittels Gelenkes angeschlossen. Bei der Stellung Fig. 4 nimmt die Walze a1 ihre tiefste Stelle ein. Dreht man jedoch die wagerechte Stange r1, welche die beiden Hebel r verbindet, abwärts, so ist die Walze a1 hinreichend gelüftet, um die oben klargelegte Wirkung eintreten zu lassen.

Die Bohrungen in dem Kloben l sind nach den Enden hin erweitert, so dass auch das Behobeln keilförmiger Bretter bezieh. anderer Hölzer möglich wird.

Um auf Holzabrichthobelmaschinen gerade und schräge Zapfen anschneiden und auch Hölzer profiliren zu können, ist von der Deutsch-Amerikanischen Maschinenfabrik Ernst Kirchner u. Co. in Leipzig-Sellershausen (* D. R. P. Nr. 73197 vom 25. Juni 1893) ein besonderer Halter für die Arbeitsstücke vorgeschlagen. Derselbe ist auf einer Führungsplatte des Arbeitstisches verschiebbar und mit Druckschrauben versehen. Die Platte ist in die erforderlichen Neigungswinkel einstellbar.

Textabbildung Bd. 297, S. 123

Bei der in Fig. 5 dargestellten Rundstabhobelmaschine von J. Hofmann in Wien (* D. R. P. Nr. 74188 vom 11. Juli 1893) wird das Werkstück selbsthätig von der Maschine dem in Umdrehung befindlichen Hebelapparat zugeführt und die Backen des letzteren, von denen einer das einstellbare Hobelmesser trägt, durch einen auswechselbaren, der ab- und zunehmenden Dicke des Stabes entsprechend geformten, als Excenter wirkenden Theil zwangsweise gegen das Arbeitsstück oder von ihm wegbewegt, je nachdem die jeweilig durch den Hobelapparat geführten Stellen des Arbeitsstückes einen kleineren oder grösseren Durchmesser erhalten sollen.

Die den Hobelapparat bildenden Backen a, in der Zeichnung vier an der Zahl, sind zwischen zwei Scheiben b und c eingeschlossen, welche mit dem als Riemenscheibe dienenden, im Ständer A1 gelagerten Gehäuse A der Maschine fest verbunden sind. Eine dieser Scheiben b besitzt radial stehende Rippen b1 (Fig. 6), zwischen denen die Backen a geführt sind. Einer der Backen a trägt das Hobelmesser m, welches nach Lockern der Schraube m1 nach Erforderniss eingestellt werden kann.

Die Backen a sind an ihrer Rückseite mit Bolzen a1 versehen, welche durch radiale Längsschlitze der Scheibe b und der Riemenscheibe A dringen und an ihrem Ende Gleitrollen a2 tragen.

Textabbildung Bd. 297, S. 123

Diese Gleitrollen a2 bewegen sich in einer kreisförmigen Nuth d1 einer aus Segmenten bestehenden Scheibe d, welche an der Drehung der Riemenscheibe A nicht theilnimmt. Dementsprechend sind die Segmente, deren so viele vorhanden sind als Backen a, im vorliegenden Falle also vier, an einem mit dem Ständer A1 verbundenen, daher feststehenden Ringe e mittels in Längsschlitzen e2 geführten Bolzen d2 derart verbunden, dass nur eine Radialverschiebung der Segmente erfolgen kann. Diese Radialverschiebung aller Segmente erfolgt gleichzeitig und hat zur Folge, dass die Gleitrollen a2, ohne dass deren Bewegung in der Nuth d1 behindert würde, ebenfalls radial verstellt werden, wodurch das Nähern oder Entfernen der Backen a ermöglicht wird. Damit diese Verstellung der Backen zwangsweise erfolge, ist nachstehend beschriebene Einrichtung getroffen. Der durch ein Getriebe in Umdrehung versetzte Zahnkranz g ist an seiner Stirninnenseite mit einer vortheilhaft auswechselbaren excentrischen Leiste g1 versehen, welche sich zwischen den Gleitrollen d3d3 der Segmente d bewegt und aus ebenso vielen gleichen Theilen zusammengesetzt ist, als Segmente oder Backen a vorhanden sind.

Jeder Theil der Leiste g1 ist der beabsichtigten zu- und abnehmenden Dicke des Arbeitsstückes entsprechend geformt, so dass, wenn die durch den Hebelapparat geführten Stellen einen kleineren Durchmesser erhalten sollen, die Rollen d3, die Segmente, die Gleitrollen a2 und demgemäss auch die Backen a gegen den Mittelpunkt hin gerückt werden, und umgekehrt.

Eine unrunde Leiste dient zur zwangsweisen Verstellung der Backen, wenn ein aus der Rücklehne und den beiden Hinterfüssen eines Sessels bestehender, an seinen Enden und in seinem Mitteltheil etwa schwächerer Stab bearbeitet werden soll.

Eine Maschine zum Abreiben und Poliren der Moore Carving Machine Company in Minneapolis (* D. R. P. Nr. 78208 vom 24. October 1893) ist in Fig. 7 dargestellt.

Bei leichter Einstellbarkeit der Theile ermöglicht diese Maschine, sowohl rundliche als ebene Flächen, und zwar nicht nur oben, sondern auch an den Seiten der Gegenstände mit Sandpapier o. dgl. zu schleifen oder zu poliren. Der zur Aufnahme des Sandpapiers, Polirleders o. dgl. dienende Block, der mit einem auf einer lenkbaren Führungsstange |124| hin und her bewegten Schlitten Kugelgelenkverbindung hat, lässt sich an Rippen des Schlittens durch Stellschrauben, je nach Bedarf, sowohl nach unten als nach den Seiten hin einstellen.

Der Ständer A endigt an seinem oberen Ende in einen seitwärts gebogenen Arm A1, an welchem die Getriebetheile angebracht sind. Ein Gestell B ist mit Schienen CC1 versehen, auf welchen ein Tisch D fahrbar ist. Von den Schienen CC1, die aus umgekehrten T-Eisen bestehen, ist C oben abgerundet oder dachförmig, während Schiene C1 oben flach ist. Die Achsen E des Wagens sind nach oben abgekröpft und mit Bädern FF1 versehen. Die auf Schiene C laufenden Räder F sind mit Rillen versehen, während die auf der Schiene C1 laufenden Räder F1 eine im Querschnitt gerade Lauffläche haben, damit sie bei der Polirarbeit ein wenig nachgeben können. Dadurch, dass die Achsen E abgekröpft sind, liegt das Bett des Wagens D fast in der wagerechten Ebene der Schienenfläche, so dass der Druck des Polirwerkzeuges auf das auf dem Wagen liegende Werkstück G sich gegen den festen Träger richtet und besseren Widerstand findet.

Textabbildung Bd. 297, S. 124

Unter einem rechten Winkel zu der Richtung der Fahrschienen CC1 ist der Polirschlitten 10 auf einer Führungsstange 11 verschiebbar. Letztere besteht aus einem cylindrischen Stahlrohr, das an einem Ende mit einem Holzgriff 12 für den Arbeiter und am anderen mit einer teleskopartig verschiebbaren Stange 13, die durch Stellschraube 14 gehalten wird, versehen ist. Die Führungsstange 11 ist in einem Halter 15 drehbar gelagert, der um einen senkrechten Zapfen des Vorsprunges 16 des Ständers A sich drehen kann. Die schwingende Bewegung der Führungsstange 11 wird durch den Anschlagbügel 17 begrenzt, der am Ständer A befestigt ist. Mittels des Griffes 12 wird der Stange 11 die jeweils passende Einstellung ertheilt. Die Gewichte des Schlittens und der Führungsstange werden durch Gewichte 18 ausgeglichen, die am hinteren Ende der Führungsstange 11 zweckmässig an der Verlängerungsstange 13 stellbar sind. Um eine genaue Einstellung dieser Gewichte 18 zu erzielen, empfiehlt es sich, dieselben mittels Stellschrauben paarweise an einem Querarm anzubringen.

Der Schlitten 10 ist als eine die Führungsstange 11 umschliessende Hülse ausgeführt; diese ist innen mit Messinglagerschalen 24 und 241 versehen, welche durch Schrauben stellbar sind und Aussparungen zur Aufnahme eines Schmiermittels enthalten. Eine Feder, die in eine Längsnuth der Führungsstange 11 eintritt, sichert den Schlitten gegen Drehung auf der Führungsstange.

Der Schlitten 10 ist zur Aufnahme des Polirblockes 39 mit einem Block versehen, dessen Flanschen aufwärts gebogen sind, um den Block am Umfang des Schlittens einstellen zu können. Diese Flanschen werden an Rippen des Schlittens durch Stellschrauben abnehmbar gehalten, so dass der Polirblock 39 am Schlitten passend befestigt werden kann, um das Werkstück nicht nur von oben, sondern auch von der Seite oder an einem geneigten oder gekrümmten Theil schleifen oder poliren zu können.

Der Polirblock kann aus einem passenden Material bestehen, nur die untere Fläche desselben wird mit Sandpapier zum Abschleifen, Leder oder anderem Material bedeckt, das zum Poliren sich eignet.

Zum Hin- und Herbewegen des Polirblockes dient ein Schwungrad 41, das auf Welle 42 sitzt, deren Scheibe 43 durch Riemen 44 von einer Kraftquelle aus getrieben wird. Die Welle 42 ist in einem Kasten gelagert, dessen Theile quer zum Ständer A in einer Oeffnung desselben durch Schrauben einstellbar sind. Der Pendelarm 48, der an dem Arm A1 des Ständers A schwingen kann und durch Streben 49 versteift ist, ist mit Schwungrad 41 durch Schubstange 50 verbunden, die an die Spitzen der Streben angreift, während ihr hinteres Ende mit einer Speiche des Schwungrades 41 durch einen Bolzen 51, der als Kurbelzapfen dient, stellbar verbunden ist. Der Kopf des Bolzens ist in Nuth 52 radial stellbar. Durch eine Mutter mit Handhabe 53 werden die Theile zusammengeklemmt, nachdem zwischen Schubstange und Speiche des Rades, bezieh. Mutter 53 auf dem Bolzen Anschlagscheiben gelegt sind, so dass die freie Bewegung der Schubstange auf dem Kurbelzapfen nicht behindert wird.

Eine am Ständerarm A1 befestigte Platte 51 trägt das Lager für den abgeflachten Theil des Pendelarmes 48 und ein Oelgefäss 55 führt Oel an die Stelle zwischen Arm A1 und Arm 48. Durch eine Schubstange aus zwei Theilen 56 und 561 ist das Ende des Armes 48 mit dem Schlitten 10 verbunden. Der gabelförmige Theil 561 ist mit Theil 56 unter einem Winkel verbunden und an eine Kugel 57 mittels seitlicher Schrauben angelenkt. Diese Kugel 57 ist in einer mit Schlitten 10 in einem Stück bestehenden Gabel 59 um senkrechte Zapfen 60 drehbar, wodurch ein Universalgelenk gebildet wird. Ebenso ist das hintere Ende der Schubstange mit dem Ende des Pendelarmes 48 durch ein Universalgelenk verbunden, indem das Gelenk des Stangentheiles 56 mit der zwischenliegenden Kugel durch wagerechte Schraubenstifte 61 und die Kugel mit Arm 48 durch senkrechte Stifte 62 in Gelenkverbindung steht.

Der Theil 561 der Schubstange kann in Längsrichtung des Theiles 56 durch eine Hülse 63 eingestellt werden, die auf Theil 56 lose drehbar und gegen Längsverschiebung |125| durch einen Anschlag und Muttern 64 gesichert ist. Ein Auge des Stangentheils 561 passt lose auf die mit Gewinde versehene Hülse 63 und wird gegen Längsverschiebung durch einen Stift 65 gesichert, der am Theil 561 festsitzt und in eine Längsnuth der Hülse 63 eintritt, während Muttern 66 zum Einstellen des Theiles 561 auf 56 dienen.

(Fortsetzung folgt.)

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