Titel: Neuere Ausbohrmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 297 (S. 128–135)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj297/ar297033

Neuere Ausbohrmaschinen.

Mit Abbildungen.

Wagerechte Ausbohrmaschinen.

Bemerkenswerthe Ausführungen dieser altbewährten Maschinengattung sind in den folgenden Fig. 1 bis 3 vorgeführt. Diese amerikanische Bauart unterscheidet sich von der früher üblichen im Schaltantrieb einer langen massiven, durch die hohle Antriebspindel geführten Bohrstange, welche ihren Anschluss am Schaltwerk durch Stellringe erhält und ihre Stützung hinten in der Winkelführung des Schaltwerkes und vorn im Lagerauge eines Rahmens findet, der zugleich die Sicherung des langen hochstellbaren Tischwinkels übernimmt.

Vor einem Rade am hinteren Spindelende wird nun der Schaltbetrieb entweder durch Vermittelung eines Sellers'schen Reibungsgetriebes oder Stufenräder bezieh. durch Versatzräderwerke, seltener durch Stufen Scheiben, mittels Schnecken trieb werke auf ein Zahnstangentriebwerk abgeleitet, wobei der Zahnstangenschlitten gewöhnlich am führenden Druckauge angeschlossen ist. Ausnahmsweise ist das Zahnstangengetriebe im Druckschlitten untergebracht, welches in eine feste Zahnstange des hinteren Führungswinkels eingreift.

Arthur Frith's Ausbohrmaschine (Fig. 1).

Durch die Hohlspindel a schiebt sich mittels Längskeiles die Bohrwelle b, welche mittels Stellringe am Druckauge c des Zahnstangenschlittens d angeschlossen ist. Von einem an der Hohlspindel a aufgesetzten Räderwerk e wird |129| durch das Reibungsgetriebe f die wagerechte Steuerwelle g bethätigt, welche durch ein Schneckentriebwerk h das Zahnstangengetriebe und damit den Schlitten d mit dem Druckauge c und dadurch die Bohrwelle b in der Achsrichtung schaltet. Unmittelbar vom Deckenvorgelege werden durch eine Riemenscheibe i die Schneckenwelle k und die beiden Tragspindeln l angetrieben, durch welche der Winkeltisch m hochverstellt wird. Ein Kreuzschlitten n und die bekannte Rahmenstütze o vervollständigen das Tischwerk der Maschine (Uhland's Technische Bundschau, 1893 Bd. 7 * S. 320).

Textabbildung Bd. 297, S. 129

Ingersoll's Ausbohrmaschine.

Die von der Ingersoll Milling Machine Co. in Rockford, III., gebauten Ausbohrmaschinen unterscheiden sich nach American Mach., 1892 Bd. 15 Nr. 47 * S. 7, von den vorbeschriebenen nur in der Ableitung des Schaltbetriebes. Von einer an der inneren Seite des Hinterlagers vorgesehenen Schnurrolle wird eine im kastenförmigen Standfuss untergebrachte Wagerechtwelle betrieben, von der aus ein Wendetriebwerk und dadurch nach aufwärts das Sellers'sche Reibungsgetriebe, sowie mittels eines doppelt ins, Schnelle und Langsame übersetzenden Räderwerkes die wagerechte Schneckenwelle bethätigt.

Textabbildung Bd. 297, S. 129

Rückläufig wird wieder mittels eines Schnurtriebes die wagerechte Schnecken welle für die Tragspindeln des Tisches in Betrieb gesetzt. Mit diesen Reibungsgetrieben können für je eine Umdrehung der 127 mm starken stählernen Bohrwelle Schaltungen von 0,125 bis 15 mm in stetiger Folge hervorgebracht werden.

Waterman's Ausbohrmaschine.

Bei den ähnlich angeordneten Maschinen der Waterman Machine Tool Co. in Providence, R. I. (Fig. 2), wird nach American Machinist, 1893 Bd. 16 Nr. 21 * S. 5, vom hinteren Spindelende eine obere Vorgelegewelle und davon mittels dreier Stufenräder die untere Vorgelegewelle mit zweifachem Räder Wechsel betrieben. Die wagerechte Steuer welle kann nun entweder unmittelbar von den Stufenrädern oder mittels des unteren Vorgeleges bethätigt werden, was einem neunfachen Wechsel der Schaltgeschwindigkeit gleichkommt. Das Winkelradwendetriebwerk ist unmittelbar an dem Zahnstangentriebwerk angeordnet.

W. Asquith's Ausbohrmaschine (Fig. 3).

Das Schaltwerk dieser von W. Asquith in Halifax gebauten 3,5 t schweren Maschine (Fig. 3) besteht nach Engineering, 1893 Bd. 55 * S. 283, aus einem dreifachen Schneckentriebwerk, welches insgesammt von einem Stufenscheibenpaar bethätigt wird, das seinen Antrieb von der Hohlspindel mittels eines Räderpaares erhält. Während die zwei ersten Schneckentriebwerke eine feste Lage am Führungswinkel erhalten, ist das letzte Schnecken werk unmittelbar im Druckkopf der Bohrwelle untergebracht, und es muss sich daher die Schnecke über die wagerechte Steuer welle schieben.

Textabbildung Bd. 297, S. 129

H. Bollinckx' Ausbohrmaschine.

Corliss-Dampfcylinder werden in vortheilhafter Weise durch Sondermaschinen bearbeitet (vgl. D. p. J. 1893 288 * 295). H. Bollinckx in Brüssel hat zu seinem eigenen Gebrauch eine fünffache Ausbohrmaschine gebaut, mit welcher die Bohrung des Cylinders und gleichzeitig die Gehäuse der vier Drehschieber ausgebohrt werden.

Zwei aufrechte Seitengestelle b sind auf einer wagerechten Bettwange a (Fig. 4 und 5) einstellbar, an diesen wieder zwei Schlitten c verschiebbar, welche das Lager der wagerechten hohlen Bohrwelle d enthalten. Diese wird mittels einer im feststehenden Verlängerungsrohr e lagernden Schraubenspindel g durch Differentialräder f gesteuert, von denen das erste auf der Nabe des grossen Schneckenrades h angeordnet ist, welche die Drehbewegung der Bohrwelle besorgt.

Von der in der Bettwange lagernden Antriebwelle i wird durch Winkelräder k die stehende Schneckenwelle l bethätigt (The Engineer, 1893 Bd. 76 * S. 329).

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H. Wohlenberg's Cylinder- und Gestellausbohrmaschine.

Textabbildung Bd. 297, S. 130

Zum Ausbohren von Cylindern von 300 bis 650 min Durchmesser und bis 1300 mm Länge, sowie zum gleichzeitigen Ausbohren und Abfräsen der Führungen und Kurbellager der Bajonnetgestelle von Eincylinderdampfmaschinen ist diese in Fig. 6 bis 8 nach Zeitschrift deutscher Ingenieure, 1888 Bd. 32 * S. 753, dargestellte und von H. Wohlenberg in Hannover gebaute Maschine bestimmt. In Längsschlitzen des Hauptbettes a ist der Spindelstock b und ein Stützböckchen c für die Bohrwelle d stellbar. Für das Ausbohren und Abfräsen einzelner Dampfcylinder könnte der Antrieb des Spindelstockes eine feste Anordnung erhalten. Weil aber während des Ausfräsens der Gleitbahnen eines Dampfmaschinengestells gleichzeitig die Bearbeitung der Kurbellager vorgenommen wird, so muss diese Ausbohrvorrichtung bcd passend zur querliegenden Bohrwelle e des Kurbellagerausbohrwerkes f eingestellt werden.

Textabbildung Bd. 297, S. 130

Aus diesem Grunde schiebt sich die Antriebwelle g durch die Nabe der festgelagerten Stufenscheibe h, so dass die Winkelräder i zur Bethätigung des Schneckentriebwerkes k herangezogen werden müssen. Das grosse Schneckenrad ist auf einem doppelt gelagerten Wellenstück gekeilt, an dem mittels Flanschen die hohle Bohrwelle d angeschlossen ist, dessen Bohrkopf l durch die achsenrichtig lagernde Schraubenspindel mittels Differentialräder mn derart gesteuert wird, dass die Schaltgeschwindigkeit in der Drehrichtung für das Schruppen doppelt so gross ist, als in der Rücklaufrichtung des Bohrkopfes für das Schlichten. Dagegen erhält die querliegende Bohrwelle e eine axiale Schaltbewegung nach Art von Bohrmaschinen. Für rechts- oder linksseitige Maschinengestelle muss natürlich das Stützböckchen c entsprechend verlegt werden. Die Stufen Scheibe o für den Antrieb des Ausbohrwerkes f sitzt unmittelbar auf der Schneckenwelle und es muss daher bei der Anlage des Decken Vorgeleges entsprechend Rücksicht auf die Verlegung des Spindelstockes f genommen werden. Dieses auf der Bettplatte p aufgebaute Querbohrwerk ist als ein selbständiges Werk ausgeführt, so dass es in den Gesammtanlagen die Verbindung zweier einfachen Maschinen vorstellt. Bemerkenswerth ist auch noch eine doppelte Cylinderausbohrmaschine desselben Werkes mit zwei in parallelem Abstande von 400 bis 800 mm stellbaren selbständigen Bohrwellen, mit welchen die Verbundcylinder gleichzeitig ausgebohrt werden können. Nebstdem sind auf der gemeinschaftlichen Bettplatte und zwar an jeder Aussenseite je ein wagerechtes Hobel- und Fräsewerk aufgestellt, mit welchen die Schiebergehäuse bearbeitet werden.

Textabbildung Bd. 297, S. 130

Grafenstaden's Cylinder- und Gestellausbohrmaschine.

Eine grosse Ausbohr- und Fräsemaschine für Dampfcylinder |131| von 1300 mm Durchmesser und 3000 mm grösster Länge, sowie für Gleitbahn- und Lagergestelle von 1100 mm Mittelhöhe, 650 mm Bohrung und 1400 mm Lagerlänge ist von der Elsässischen Maschinenbaugesellschaft Grafenstaden ausgeführt worden.

Textabbildung Bd. 297, S. 131

Diese in Fig. 9 bis 14 nach der Zeitschrift des Vereins deutscher Ingenieure, 1893 Bd. 37 Nr. 8 * S. 209, dargestellte Maschine besteht aus dem Langbohrwerk mit einer freien Bettplatte a von 5000 zu 2400 mm Länge und Breite und dem Querbohrwerk mit einer 1350 mm langen Bettplatte b, während die Gesammtlänge der 380 mm hohen Bettplatte einschliesslich des Führungsbockes c für die Bohrwelle 10185 mm und die grösste Breite derselben einschliesslich des Führungsbockes für die Querbohrwelle c1 5785 mm beträgt. Jedes Bohr werk besitzt zwei stählerne massive Bohrwellen, von welchen jede aus zwei mit Flanschen verkuppelten Theilen besteht, und zwar hat das Hauptbohrwerk zwei Wellen e und f von 8565 mm Länge und 230 bezieh. 150 mm Durchmesser, sowie zwei 230 mm starke Aushilfswellen von je 3000 mm Länge, während das Querbohrwerk zwei 5732 mm lange und 150 bezieh. 100 mm starke Wellen e1 und f1 hat. Jede derselben wird durch je ein Schneckenrad g und g1 bethätigt, welches auf einer kurzen Hohlwelle gekeilt ist, die in einem Doppellager i und u läuft.

Eine Stufenscheibe k mit 600, 520 und 440 mm Durchmesser für das Hauptbohrwerk und eine k1 mit 520, 455 und 390 mm Durchmesser bei 100 mm Breite für das Querbohrwerk besorgen den Antrieb.

Textabbildung Bd. 297, S. 131

An die Spindellager i und i1 sind Führungen l und l1 angeschraubt, auf denen die Lagerschlitten m und m1 gleiten, an denen die Bohrwellenenden drehbar angeschlossen sind. Die in der Anordnung gleichen Schalttriebwerke der beiden Maschinen, mit welchen der Vorschub der Bohrwellen in der Achsrichtung besorgt wird, bestehen aus dem Stufenscheibenpaar n, welches ein Schneckentriebwerk o und mittels eines Wechselgetriebes p die Welle q sammt |132| Rädern r und damit eine Schraubenspindel s bethätigt, dessen Mutter an dem Lagerschlitten m sitzt, durch welchen die Bohrwelle e gesteuert wird. Diese Schaltungsgrössen für den Arbeitsgang schwanken zwischen 0,5 und 18,7 mm für jede Umdrehung der Bohrwelle, während für Rückstellbewegungen derselben das Schneckentriebwerk o ausgelöst und dafür ein Winkeltriebwerk t eingerückt wird, das unmittelbar auf das grosse Zwischenrad u einwirkt. Dieser Stellbetrieb kann auch durch das Handrad v besorgt werden.

Textabbildung Bd. 297, S. 132

Dadurch aber, dass die Bohrwellentheile f, welche die Werkzeuge, Planscheiben x mit Gegengewicht y entlasteten Flügelbahnen z u.s.w. tragen, von der Antrieb welle e abgekuppelt und an das Stützlager w bezieh. w1 geschoben werden, kann die Bettplatte in bequemer Weise freigelegt und das Werkstück eingestellt werden.

Universalausbohrwerk der Maschinenfabrik Kappel.

Diese nach Originalzeichnungen in Fig. 15 bis 19 dargestellte, von der Maschinenfabrik Kappel in Kappel-Chemnitz gebaute Universalausbohr- und Fräsemaschine besitzt folgende Einrichtungen:

Textabbildung Bd. 297, S. 132

An das Hauptbett a ist rechts die Nebenwange b und links der Ständer c mit lothrechter Führungsbahn angeschlossen. Auf der Längsführung des Hauptbettes a wird der Schlitten d verschoben und der darauf gleitende Querschlitten nur durch Handradspindel verlegt, während der um einen Mittelzapfen drehbare Aufspanntisch f unmittelbar mit der Hand in Winkellagen eingestellt werden kann. Ebenso wird der Seitenständer g durch eine Schraubenspindel h auf der Nebenwange verrückt, während das Führungslager i an der lothrechten Führungsbahn mittels einer Hängespindel h Hochstellungen erhält.

Hochlage erhält das durch ein Gegengewicht entlastete Bohrwerk l von einer im Seitenständer c lagernden Hängespindel m, deren gemeinschaftliche Verbindungswelle n von der Winkelwelle o bethätigt wird.

Textabbildung Bd. 297, S. 132

Diese Winkelwelle o findet ihren Anschluss mittels Winkelräder an einer Welle p, die an der hinteren Fussseite des Ständers c lagert und bis in das Hauptbett a reicht, wo dieselbe durch Vermittelung eines Stirnradpaares q und Winkelräder r die Schraubenspindel s betreibt. Mittels eines Wendetriebwerkes t erfolgt der Antrieb der Welle p von einer schrägstehenden Welle u, die durch eine Riemenscheibe v unmittelbar vom Deckenvorgelege bethätigt wird. Ausserdem können diese Wellen nop auch durch die Handwelle w in Drehung versetzt werden.

Um nun entweder die Bohrwellenschlitten l und i oder den Tischschlitten d nach beliebiger Richtung zu bewegen, dienen die Zahnkuppelungen x, y und z, welche durch das Handhebelgestänge xl, y1 und z1 ein- und ausgerückt werden können. Ein am Ständerkopf angeordneter, aus Stufenscheibe a1 und Räderwerk b1 zusammengesetzter Antrieb setzt sich in der Lothrechtwelle c1 fort und besorgt mittels eines Winkel- und Stirnräderpaares d1 die Drehbewegung der Bohrwelle e1, welche mittels einer angekuppelten Zahnstangenhülse f1 von zwei Schneckentriebwerken g1 und h1 ihren selbsthätigen Vorschub erhält. Rückstellungen der Bohrwelle sind jedoch |133| durch das als Zahnkuppelung ausgebildete Handrad i1 in rascher und durch das Handrad k1 in langsamer Gangart ausführbar.

Textabbildung Bd. 297, S. 133

Bement-Miles' Bohr- und Fräsewerk.

Ein von Bement, Miles und Co. in Philadelphia, Pa., gebautes Ausbohrwerk ist nach American Machinist, 1893 Bd. 16 Nr. 18 * S. 1, im Schaubild Fig. 20 vorgeführt.

Textabbildung Bd. 297, S. 133

In fester Lage ist der das Bohrwerk tragende Hauptständer auf der Bettplatte aufgeschraubt, während der Seitenständer mit dem Führungsschlitten darauf verstellbar ist. Durch eine im Bett lagernde Antriebwelle werden die Hängespindeln in beiden Ständern gleichzeitig bethätigt und dadurch der Bohr-, sowie der Führungsschlitten gleichmässig hochverstellt, so dass die Bohrwelle und ihr Verlängerungsstück achsenrichtig in das Führungslager passen. Hauptbedingung bei diesem Einstell werk ist selbstverständlich die Einhaltung der Parallelität zwischen Bohrwelle und Tischplatte für jede Höhenlage der Bohrwelle. Bei dieser Maschine beträgt die Höhenverstellung der Bohrwelle 1676 mm und die Querverschiebung der Tischplatte 2426 mm, während die Bohrwelle 890 mm selbsthätige Schaltung in axialer Richtung und 2160 mm Axial Verlegung besitzt. Von einem Spindelstock mit zwölffachem Geschwindigkeitswechsel wird eine am Bohrschlitten angeschlossene Winkelwelle betrieben und dadurch eine Rohrhülse bethätigt, in welcher die Bohrwelle mittels Federkeil längsgeführt ist. Diese massive Bohrwelle ist auf den grössten Theil der Länge mit einem schmalnuthigen Gewinde versehen, auf welches zwei Ringmuttern geschraubt werden, die zwischen sich ein Auge fassen, das glatt über die Bohrwelle geht.

Nun ist dieses Auge durch einen Arm mit einer Zahnstange verbunden, die sich in dem oberen zur Bohrwelle parallel liegenden Führungsstück verschiebt.

Bethätigt wird dieses Zahnstangenwerk durch Stufenräder, welche zum Theil an der lothrechten Getriebswelle und an der wagerechten Zwischenwelle vertheilt sind, so dass dadurch ein sechsfacher Schaltungswechsel für die Bohrwelle ermöglicht wird.

Kraftbetrieb ist auch für die Verlegung des schweren Tischwerkes vorgesehen, welches für Fräsearbeiten auch zum Schalten richtig bemessen ist.

Ein kleineres Bohrwerk von Bement, Miles und Co. ist in American Machinist, 1893 Bd. 16 Nr. 21 * S. 1, angeführt, bei welchem zwischen den Ständern ein Langtisch nach Hobelmaschinenart vorgesehen ist, während die zur Tischrichtung querstehende hochstellbare Bohrwelle mittels einer axialen Schraubenspindel geschaltet wird. Ein grosses wagerechtes, dem vorher beschriebenen ähnliches Universalbohrwerk derselben Firma ist in American Machinist, 1893 Bd. 16 Nr. 29 * S. 1, beschrieben und bildlich dargestellt.

Pearn's Wagerechtbohr- und Fräsewerk.

George Richards und Co. in Manchester haben die nach Engineering, 1892 Bd. 2 * S. 778, in Fig. 21 bis 24 dargestellte Wagerechtbohr- und Fräsemaschine gebaut, |134| welche bemerkenswerthe Einzelheiten aufweist. Am Seitenständer links ist der Spindelschlitten D lothrecht stellbar, dessen Lagerarm C das Winkelrad hält, durch welches die stehende, von A aus betriebene Welle B sich schiebt. Ein Stirnradpaar bethätigt die Hauptspindel D, auf dessen Zapfen die Planscheibe (Fig. 23 und 24) aufgeschraubt ist.

Textabbildung Bd. 297, S. 134

In dieser Planscheibe lagert quer eine Schraubenspindel, mittels welcher ein Stichelgehäuse E (Fig. 22) eine radialgerichtete selbsthätige Schaltbewegung in der Art erhält, dass zum Schruppen eine langsame Gangart durch die Schalträder F in der Richtung von aussen nach der Planscheibenmitte zu und für das Schlichten von innen nach aussen mit doppelter Schaltgeschwindigkeit durch die Räder G ermöglicht wird; diese Rückläufigkeit wird durch ein Zwischenrad an G erhalten.

Zum Einrücken dieser Schalträder dient der Handhebel H, mit welchem ein Stab in der Hohlwelle verschoben wird, dessen Querkeil in die Keilnuthen der unteren Räder FG einsetzt.

Weil nun die Naben dieser beiden Räder an ihren Berührungsstellen ausgespart sind, so wird der in diese Aussparung eingeführte Querkeil keines der beiden Räder kuppeln und dadurch in seiner Mittellage die Abstellung der Schaltbewegung besorgen.

Bei abgestellter Querschaltung von E kann der Tischschlitten (Fig. 21) mittels des Schneckenradtriebwerkes I (Fig. 22) durch eine Schraubenspindel Längsschaltung auf der Hauptwange erhalten. Weil nun der Aufspanntisch eine Drehscheibe besitzt, so können sowohl Ventilgehäuse (Fig. 25 und 26) als auch Zweigrohre (Fig. 27), sowie sonstige Ausbohrarbeiten auf dieser Maschine ausgeführt werden.

Kappel's Ausbohr- und Fräsewerk.

Eine ganz eigenartige Anordnung besitzt das von der Maschinenfabrik Kappel in Kappel-Chemnitz gebaute und in den Fig. 28 bis 31 nach Originalzeichnungen dargestellte Bohr- und Fräsewerk. An der langen Seitenflanke eines Aufspanntisches a ist eine wagerechte Führungswange b angeschraubt, an der sich ein Schlitten c mit lothrechter Führung verschiebt. In dieser letzteren ist ein Winkelstück d durch die Schraubenspindel e hochstellbar, so dass die Spindel f des wagerechten Bohr- und Fräsewerkes ein bestimmtes Arbeitsfeld in lothrechter Ebene beherrscht. Im Bereiche dieses Werkzeuges findet nun das Werkstück, Dampfcylinder u. dgl., am Tisch a eine passende Aufstellung.

Von der Stufenscheibenwelle wird durch Schraubenräder g und die lothrechte Winkelwelle h mittels Winkelräder i der Hauptbetrieb auf die Rohrhülse k und dadurch auf die Bohrspindel f übermittelt.

Diese läuft durch Vermittelung einer mit Ringmuttern anziehbaren Kegelbüchse l in einem entsprechenden Lagerkopf m, der am Winkelstück d angegossen ist und der sich in einem Rahmen n erweitert, welcher im Drucklager o seinen Abschluss findet.

Textabbildung Bd. 297, S. 134

In diesem lagert das mittels zweitheiliger Deckelscheibe gehaltene Griffrad p, durch welches die rohrförmige Druckspindel q sich schraubt. An diese ist nun der |135| schwache Spindelfortsatz mittels Ringmuttern z angeschlossen, und während ein Einsatzkeil r die Druckspindel q führt, wird das drehbare Muttergriffrad p den axialen Vorschub der Bohrspindel f besorgen. Selbstschaltung ist nur für den Schlitten c vorgesehen, welche mittels Schneckentriebwerk s und Räderwerk t auf die Schraubenspindel u übertragen wird, wobei ein Wendetriebwerk v durch Umstellung der Zahnkuppelungsmuffe w mittels eines Hebelgestänges x und y eine selbsthätige Ab- und Umstellung des Schaltbetriebes besorgt.

Textabbildung Bd. 297, S. 135

Pregél.

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