Titel: Neuere Pumpen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 297 (S. 173–178)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj297/ar297042

Neuere Pumpen.

Von Fr. Freytag in Chemnitz.

(Fortsetzung des Berichtes S. 145 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Eine Diaphragmapumpe von F. Sybery in Stockholm findet sich Engineer 1895 beschrieben.

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Wie aus Fig. 60 ersichtlich, ist 1 ein Kessel, 2 ein von diesem ausgehendes Dampfrohr, welches nach dem Kasten 3 führt, in welchem sich ein Schieber 4 bewegt, welcher das Eintreten von Dampf durch die Oeffnung 6 in die Kammer unter dem Diaphragma 5, wie auch das Austreten desselben durch die Oeffnung 7 regelt; letztere steht durch ein Rohr 8 mit dem oberen Ende einer Wasserkühlschlange 10 in Verbindung.

Die Pumpe arbeitet in folgender Weise:

Textabbildung Bd. 297, S. 174

Wirkt gegen die untere Fläche des Diaphragma kein gespannter Dampf, so sinkt dasselbe unter Wirkung des Gewichtes 17 und es tritt Wasser durch das Saugrohr in die Pumpe. Zu derselben Zeit vollführt die Stange 22 eine Aufwärtsbewegung und der untere Anschlag 24* derselben trifft gegen den wagerechten Schenkel des Hebels 26 und hebt diesen an. Der Kniehebel 27, 30 wird hierdurch veranlasst, sich aus seiner Mittellage zu entfernen, und sobald dies geschehen, zieht die im Gehäuse 29 untergebrachte Feder das andere Ende des Hebels 26 gegen das untere Ende des Schlitzes in der Scheibenspindel 41, wodurch der Schieber schnell nach abwärts bewegt und die Oeffnung 6 frei wird. Es strömt nun Dampf aus dem Kessel 1 unter das Diaphragma, treibt dasselbe nach aufwärts und drückt das Wasser durch das Rohr 32. In Folge der Aufwärtsbewegung des Diaphragma bewegt sich auch die Stange 18 und das Gewicht 17 nach aufwärts, während die Stange 22 sinkt. Der Plunger 23 drückt dann Wasser in den Kessel und durch den oberen Anschlag 24 der Stange 22 wird der Schieber 4 wieder umgesteuert, so dass der unter dem Diaphragma liegende Pumpenraum mit der Austrittsöffnung 7 in Verbindung kommt. Der Dampf tritt in die Kühlschlange und wird hier condensirt. Das Gewicht 17 wirkt nun auf das Diaphragma und bewegt dasselbe nach abwärts, so dass Wasser durch das Saugrohr 31 in die Pumpe tritt, während zu gleicher Zeit der Plunger der Speisepumpe, welche das im Behälter 14 gesammelte Condenswasser durch das Rohr 12 ansaugt, sich hebt, wobei der untere Anschlag 24* der Stange 22 den Schieber im geeigneten Augenblicke wieder umsteuert, so dass Dampf von Neuem unter das Diaphragma strömen und die Wirkung sich wiederholen kann.

Zum geruchlosen Transport menschlicher Abfallstoffe aus Städten nach Gegenden, wo dieselben für die Landwirthschaft unmittelbar verwerthbar, oder in hochgelegene Sammelbassins, bauen Hathorn Davey und Co. in Leeds nach The Engineer vom 14. Februar 1890 die Fig. 61 ersichtliche Pumpe, welche derart construirt ist, dass selbst feste Substanzen durch sie hindurchgehen und sich nirgends festsetzen können.

Wie die Abbildung erkennen lässt, treten beim Aushube des Pumpenkolbens die Abfallstoffe durch die geöffnete Saugklappe in die Pumpe, wobei feste Bestandtheile direct in das unter der Pumpe gelegene Druckrohr fallen, um beim Rückhube des Kolbens in das Steigrohr zu gelangen. Die Pumpe wird übrigens auch in vielen Fällen in senkrechter Aufstellung angeordnet.

Textabbildung Bd. 297, S. 174

Zum Betreiben derartiger Pumpen wird häufig das Druckwasser städtischer Leitungen benutzt oder es werden bei grösseren Anlagen geeignete Kraftmaschinen in einer Pumpstation aufgestellt.

Die Geschwindigkeit der Pumpe lässt sich je nach der Menge der zufliessenden Abfallstoffe in der Fig. 61 ersichtlichen Weise mittels eines Schwimmers regeln.

Fig. 62 veranschaulicht ein von Davey angewandtes System der geruchlosen Fortschaffung von Abfallstoffen mittels Luftdruckes.

Textabbildung Bd. 297, S. 174

Dasselbe besteht in der Anordnung einer Luftpumpe auf der Hauptstation, sowie von Sammelbehältern auf Zwischenstationen und einer Leitung, welche die einzelnen Sammelbehälter mit der Luftpumpe verbindet. Die Sammelbehälter sind einfache gusseiserne Kasten, welche mit je einem Schwimmer und zwei Ventilen versehen sind; letztere bewirken selbsthätig das Anheben der Abfallstoffe, indem beim Steigen und Fallen des Schwimmers B der Behälter A abwechselnd mit der Luftleitung und der Atmosphäre in Verbindung kommt, wodurch derselbe gefüllt bezieh. entleert wird.

Zur Förderung dicker, unreiner Flüssigkeiten construirte die in Frankreich im Bau von Pumpen hinlänglich bekannte Firma Audemar-Guyon die Fig. 63 ersichtliche Pumpe.

Textabbildung Bd. 297, S. 174

Dieselbe besteht nach Revue industrielle vom 27. September 1890 aus zwei zusammengegossenen Pumpenkörpern. Die mit Kugelventilen versehenen Kolben arbeiten in kupfernen Büchsen der Pumpencylinder und sind mit ihren Stangen, welche an einem Balancier angeschlossen sind, der von einem am oberen Cylinder befestigten Support getragen wird, aus einem Stück gefertigt. Am Balancier befinden sich aufgegossene Führungen |175| zum Hindurchstecken und Festhalten eines Druckbaumes.

Für industrielle Zwecke wird die Pumpe mit zwei einander parallelen Cylindern gebaut.

Hauptvorzüge der Pumpe sind, dass die Flüssigkeit sich ohne Unterbrechung durch die Pumpe bewegen kann, Fig. 65. Fig. 67. wodurch Verstopfungen und Betriebsstörungen vermieden werden.

Textabbildung Bd. 297, S. 175

Die doppelt wirkende Pumpe von Caspar Harwick in Canal Fulton, Ohio, veranschaulichen Fig. 64 bis 67.

Beim Aufgange des geschlossenen, im Pumpencylinder a arbeitenden Kolbens wird aus dem Raum e durch die Klappe d Wasser unter den Kolben gesaugt, während das über dem Kolben stehende Wasser durch die Klappen cc in das Druckrohr gelangt. Beim Niedergange des Kolbens wird das unter demselben befindliche Wasser durch die Klappe d1 und den seitlichen Kanal b in das Druckrohr e1 gepresst, während das Wasser aus dem unteren Raume e durch die in Fig. 67 mit b1 bezeichneten Klappen, den Seitenkanal b1 und die Oeffnung c1 des Pumpencylinders a über den Kolben gesaugt wird.

Eine Schöpfpumpe mit aus einer Manschette bestehendem Kolbenventil wurde der Gasmotorenfabrik Deutz in Köln-Deutz unter D. R. P. Nr. 75980 vom 8. August 1893 patentirt.

Textabbildung Bd. 297, S. 175

Das Ventil V (Fig. 68) ist an dem rohrartig verlängerten, mit Schlitzen versehenen Hebekolben K innerhalb eines in seinem oberen Theile c erweiterten Pumpencylinders angeordnet und es wird dadurch bezweckt, Richtungsänderungen des Wassers bei seinem Wege durch den Kolben möglichst zu vermeiden.

Textabbildung Bd. 297, S. 175

Die von der Maschinenfabrik Gritzner, Actiengesellschaft, in Durlach zum Zwecke erhöhter Leistungsfähigkeit in den Handel gebrachte Pumpe veranschaulicht die den Industries entnommene Abbildung (Fig. 69).

Die Anordnung besteht aus einer Vereinigung zweier einfach wirkender Pumpen mittels geeigneter Verbindungskanäle sowie zweier Hilfsventile derart, dass auf beiden Seiten zweier Kolben beständig Arbeit verrichtet wird.

Die beiden Pumpencylinder PP1 und deren Arbeitskolben KK1 sind in der Weise angeordnet, dass die Cylinderenden, welche vordem mit der Atmosphäre in Verbindung standen, in eine gemeinschaftliche Kammer A ausmünden. Die Verbindung zwischen Saug- und Druckrohr S bezieh. D wird durch die Hilfsventile M und L erreicht. Die anderen Enden der Pumpencylinder stehen mit einem Kanal O in Verbindung; die zugehörigen Saug- und Druckventile sind mit N bezieh. P2 bezeichnet.

Textabbildung Bd. 297, S. 175

Beide Kolben saugen demnach stets durch dasselbe Saugventil die Flüssigkeit an und drücken dieselbe durch dasselbe Druckventil ins Freie.

Gegenüber einer einfach wirkenden Pumpe, bei welcher die inneren Enden des Kolbens keine Arbeit verrichten, ist hier mit Hilfe zweier Kolben mit 4 Ventilen eine vierfache Wirkung hervorgebracht.

Fig. 70 bis 72 veranschaulichen eine mittels Schubstangen, Hebel und Riemscheibe betriebene Pumpe ähnlicher Construction. Die Kolben bewegen sich gleichzeitig, aber nach entgegengesetzten Richtungen. Sobald der Kolben K1 steigt und der Kolben K sich abwärts bewegt, treibt ersterer die über ihm ruhende Flüssigkeit durch das Ventil P2 in das Druckrohr D, und eine ähnliche Arbeit wird durch den Kolben K mit Hilfe der Kanäle OO verrichtet. Das Einsaugen der Flüssigkeit in die Kammer A mittels des Saugventils M geschieht gleichzeitig durch beide Kolben. Kehren die Kolben in die auf den Abbildungen ersichtliche Lage zurück, so gelangt die in A und PP1 befindliche Flüssigkeit durch das Ventil L in das Druckrohr D, während zu gleicher Zeit frische Flüssigkeit durch Saugventil N und Kanal O eingesaugt wird.

Textabbildung Bd. 297, S. 175

Ganz bedeutende Kraftverluste resultiren bekanntlich aus der Berührung des Dampfes mit den kalten Wandungen eines Cylinders.

J. Tangye und R. J. Connock in Redruth wollen diesen Uebelstand durch Erwärmung dieser Wandungen mit Hilfe des Abdampfes, wie derselbe dem zum Betreiben von Dampfpumpen dienenden Dampfcylinder entströmt, beseitigen. Zu dem Zwecke besitzt, wie die ebenfalls den Industries entnommene Abbildung (Fig. 73) erkennen lässt, der Cylinder C eine Länge gleich dem doppelten Arbeitshub des Kolbens. Der Boden des Cylinders ist zwischen Saug- und Druckventil mit dem Pumpenkörper verbunden.

Der hohle Kolben arbeitet in dem Cylinder B und besitzt eine Länge etwas grösser als diejenige des Arbeitshubes. Der Exhaustdampf tritt nach Vollendung eines |176| jeden Kolbenhubes in den Kolben und theilt diesem Wärme mit. Ein Bohr L umgibt die Kolbenstange I und endigt mit seinem oberen Ende in einem Krümmer I1, welcher in die äussere Atmosphäre führt. Der Dampf tritt durch das Ventil O in den Kolben und strömt durch Oeffnungen im Boden desselben aus. Das Ventil O öffnet und schliesst einen Durchgang B1 im Kolben B und wird durch eine Stange P, sowie den Auslösmechanismus TUQ bethätigt.

Textabbildung Bd. 297, S. 176

Eine Verbesserung an zwei- oder mehrcylindrigen Pumpen der American Elevator Company (Otts Bros, und Co.) in New York veranschaulichen die Industries entnommenen Abbildungen (Fig. 74 und 75). Ueber die beiden Cylinder A und B legt sich eine Kappe C, deren Kanal D die Cylinder mit einander verbindet; letztere werden mittels vorstehender Flanschen zwischen Pumpengehäuse und Kappe C gehalten. Das Wasser strömt durch die Oeffnung F in den Cylinder A und durch den Kanal D der Kappe C in den anderen Cylinder, um durch die Oeffnung G desselben auszutreten. Bewegt sich der Kolben des Cylinders B nach links, so entspricht die Menge der austretenden Flüssigkeit der vollen Leistung des Pumpencylinders B und es sind zur Verhütung eines Vacuums Oeffnungen H vorgesehen, welche durch federbelastete Ventile I geschlossen gehalten werden. Bewegt der Kolben des Cylinders A das Wasser vorwärts, so ist das Volumen des letzteren gleich der Fläche des Kolbens multiplicirt mit seinem Hub. Diese Wassermenge muss durch den Kolben entweichen, wenn nicht sich ein theilweises Vacuum bilden soll. Deshalb sind noch Oeffnungen H vorgesehen, welche dem Wasser einen vermehrten Durchgangsquerschnitt bieten und ebenfalls durch federbelastete Ventile I geöffnet bezieh. geschlossen werden.

J. Belleville in St. Denis (Frankreich) condensirt den aus dem Dampfcylinder von Dampfspeisepumpen strömenden Dampf zum Zwecke einer schnelleren Wassercirculation zwischen dem Condensator und der Pumpe im Saugrohr und der Saugkammer der letzteren.

Wie die, Industries entnommenen Abbildungen (Fig. 76 bis 78) erkennen lassen, ist der Dampfcylinder A durch einen Rahmen mit dem Pumpenkörper B verbunden. Im Einspritzcondensator D ist eine Brause E angeordnet, welche zum Zwecke der Zertheilung des Dampfstrahles, sowie zur Vermehrung der Anzahl mit einander in Berührung tretender Oberflächen zwischen Wasser und Dampf mit einer Anzahl von Oeffnungen in der Fig. 78 ersichtlichen Weise versehen ist.

Die Saugkammer der Pumpe ist mit F bezeichnet und durch ein Saugrohr G, sowie ein Umlaufrohr H mit dem Condensator D verbunden.

Wenn der Steuerschieber die Dampfvertheilung ändert, strömt, bevor der Kolben des Wassercylinders Zeit gehabt hat, das Wasser mit genügender Energie aus der Speisekammer anzusaugen und eine Umlaufbewegung in den Rohren einzuleiten, der Dampf aus dem Cylinder in den Condensator und verursacht eine Vorwärtsbewegung des im Saugrohr G eingeschlossenen Wassers, gleichzeitig wird auch auf das im Rohre H befindliche Wasser eine saugende Wirkung ausgeübt. In Folge dessen kommt das Wasser in den Rohren in schnelle Circulation und verdichtet beim Zusammentreffen mit dem aus dem Cylinder strömenden Abdampf diesen letzteren, noch bevor in Folge Wirkung des Wasserkolbens eine grössere Wassermenge in den Condensator getreten ist.

Die für grosse Druckhöhen von E. Salmson erbaute, durch einen Motor betriebene Triplexpumpe, System Gouldt, hat drei Pumpenkörper in stehender Anordnung neben einander auf einem gemeinschaftlichen Sockel und ihre Plungerkolben arbeiten mittels Stangen auf eine Welle mit drei um je 120° gegenseitig versetzten Kurbeln. Im Inneren des Sockels sind für jede Pumpe in zwei Reihen je drei neben einander angeordnete Saugventile untergebracht; über diesen liegen die in derselben Anzahl vorhandenen Druckventile in einem auf dem Sockel aufgeschraubten, ebenfalls gemeinschaftlichen Gehäuse, welches noch in der Mitte einen Stutzen für ein anschliessendes Druckrohr trägt. Auf dem Stutzen ist ein Windkessel befestigt und zwar bei den grösseren Pumpen mittels Flanschenverschraubung, bei den kleineren mittels einer Ueberfallmutter. Das Saugrohr wird entweder an dem auf der linken oder auf der rechten Seite des Sockels angegossenen Stutzen befestigt. Die hohlen Plunger führen sich in langen Stopfbüchsen. Eine in Lagern des Pumpengestelles geführte Zwischen welle trägt auf der einen Seite eine Riemscheibe, auf der anderen ein Getriebe, welches mit einem auf der gekröpften Antriebswelle der Pumpen sitzenden grösseren Rade in Eingriff steht. Die Pumpen gestatten Druckhöhen bis zu 150 m. Für industrielle Zwecke, bezieh. für grosse Saughöhen und geringe Druckhöhen werden die Pumpen mit Kugelventilen gebaut, welche sämmtlich im Sockel und zwar die Saugventile auf der einen, die Druckventile auf der anderen Seite der Pumpenkörper untergebracht sind.

Textabbildung Bd. 297, S. 176

Eine derartige, zur Lieferung des Druckwassers für eine hydraulische Hebemaschine bestimmte Pumpe ist zur besseren Führung der Plungerkolben und Verminderung der Abnutzung noch mit Gleitschuhen versehen; die aus geschmiedetem Stahl gefertigten Pleuelstangen besitzen nachstellbare Bronzeschalen. Es ist ebenfalls eine Zwischenwelle angeordnet, doch sind zwei Paar Zahnräder an den Aussenseiten der Bockgestelle vorhanden. Die zum Betreiben |177| der Pumpe dienende Kurbelwelle besitzt eine einzige Kröpfung in der Mitte, während die Plungerkolben ausserhalb des Gestelles ihre Bewegungen mittels Pleuelstangen von je einem Kurbelzapfen der grossen Zahnräder ableiten. Die Ventile aus Bronze sind in drei Doppelgehäusen untergebracht, welche, von einander getrennt, je vor einem Pumpenkörper aufgestellt und durch kurze Rohrstücke mit einander verbunden sind.

Die Hauptabmessungen dieser Pumpe sind folgende:

Durchmesser der Cylinder 254 mm
Kolbenhub 305 mm
Durchmesser der Saugrohre 200 mm
Durchmesser der Druckrohre 150 mm
Verhältniss der Zahnräder 5⅔ : 1
Leistung bei einer Umdrehung 46,5 l
Anzahl der minutlichen Umdrehungen
bei 90 m Druckhöhe

35
bei 60 m „ 30
Gewicht 7200 k

Auch zur Förderung von Grubenwässern in Bergwerken finden die Pumpen und zwar meist mit elektrischem Antrieb Verwendung.

Um einen beständigen Ausfluss von Wasser im Steigrohr einer Pumpe zu erhalten, ordnet M. Rotten in Berlin, wie Fig. 79 erkennen lässt, zwei oder mehrere Druckventile A, B in Kammern an, die mit einander in Verbindung stehen, und ferner ein Saugventil C. Der Plunger D ist an seinem unteren Ende ein kurzes Stück hohl ausgeführt. Eine Oeffnung E dieser Höhlung dient dazu, die Verbindung zwischen dem Saug- und den Druckventilen herzustellen.

Bei der Kolbenpumpe von C. Dävel in Kiel wird eine regelbare Leistungsfähigkeit dadurch erreicht, dass der Arbeitskolben auf einem mehr oder weniger grossen Theil seines Hubes einen im Pumpengehäuse gegen den Druck von Federn, Gewichten o. dgl. verschiebbaren Kolben beeinflusst.

Eine Einrichtung zum Aufheben des Bodensiebkorbes bei Pumpen wurde J. Stenbergs Maskin-Fabriks Aktiebolag in Helsingforgs (Finland) unter D. R. P. Nr. 71008 vom 22. Februar 1893 patentirt.

Textabbildung Bd. 297, S. 177

Der an einer Stange befestigte Siebkorb ruht auf einem Absatz im unteren Ende eines neben der Pumpe emporgeführten, mit der Saugleitung verbundenen Rohres lose auf und kann so von oben herausgezogen oder eingesetzt werden. Ein auf der genannten Stange sich führendes Hubventil schliesst den Siebkorb oben ab. Ein zu einem zusammenhängenden Stücke vereinigtes Saug- und Druckventilsystem für Spritzen, Pumpen u. dgl. wurde Franz Walser in Budapest durch Privilegium vom 20. Januar 1892 in Oesterreich-Ungarn patentirt.

Die Fig. 80 im Verticalschnitt dargestellte Erfindung ist ein zu einem einzigen Ventilkörper vereinigtes Saug- und Druckventilsystem, welches eine leicht zugängliche Montirung, wie auch leichte Auslösung gestattet. Dabei ist durch diese Anordnung die grösstmögliche Wasserlieferung und Dauerhaftigkeit erreicht und unterliegen die Ventile auch bei Arbeiten mit schlechtem, unreinem Wasser keinerlei Functionsstörung.

Textabbildung Bd. 297, S. 177

Die Ventile sind über einander angeordnete Tellerventile aus Gummi und zwar ist unten im Ventilgehäuse A der Saugventilsitz a gelagert und mittels seines excentrischen Zapfens b in einer Hülse c des Gehäuses geführt. Auf dem Ventilsitz liegt das durch den unteren Ventilfänger d niedergehaltene Saugventil e. Der Ventilfänger d ist mit dem unteren Ventilsitze a bei b1 verschraubt und gleichzeitig mit dem oberen Druckventilsitz f durch den Stift g gekuppelt. Auf dem Ventilsitz f ist das Druckventil h angeordnet, das durch den oberen Ventilfänger niedergehalten wird. Letzterer ist durch zwei Stifte j mit der Deckelschraube k gekuppelt, welche in dem Deckel l des Ventilgehäuses sitzt. Durch Anziehen dieser Schraube können die Ventile bezieh. Ventilsitze im Gehäuse festgestellt und durch Lösen derselben und Lüftung des Deckels kann das Ventilsystem im completen Zustande ausgehoben werden.

Gotthard Allweiler in Radolfzell in Baden ist es gelungen, eine Flügelpumpe herzustellen, welche sich vortheilhaft zur Hebung von Erdöl eignet.

Bei dieser patentirten vierfach wirkenden Flügelpumpe ist das Gehäuse statt in zwei in vier Räume eingetheilt, unten mit zwei Saug- und oben mit zwei Druckventilen versehen; dagegen entfallen beim sogen. Flügel die Ventilklappen vollständig. Der Flügel hat zwei Durchgangskanäle, welche sich quer kreuzen und die Räume unter sich unabhängig in Verbindung setzen.

Die Pumpe kann an jedem beliebigen Orte befestigt werden, um zum Transport der Flüssigkeit vom Magazin in den Laden zu dienen oder auf einem transportablen Bocke, um sie an verschiedenen Orten (Keller, Magazin, Laden u.s.w.) verwenden zu können.

Von der Minervahütte in Haiger (Provinz Nassau) wird nach einer Mittheilung im Baugewerksanzeiger eine neue, vereinfachte Spritzpumpe (Patent Ax) fabricirt, die sich sowohl als einstieflige Baupumpe, Jauchepumpe, wie auch als Spritzpumpe vorzüglich verwenden lässt. Die Pumpe besteht aus einer soliden Fussplatte mit aufgeschraubtem Saugkasten, an welchem seitlich das Saug werk befestigt ist; auf dem Saugkasten ist ein bis zu 6 m Höhe ausziehbares Druckrohr angebracht. Die sorgfältig construirten eingeschliffenen Ventile können mittels einer Zugvorrichtung beliebig gehoben werden, so dass selbst dicke Körper leicht entfernt werden können. Durch Anbringung einer Schlauchverschraubung am oberen Ende des Druckrohrs lässt sich die Pumpe auch zum Spritzen benutzen, |178| namentlich um dünnflüssigen Cementmörtel in die Mauerfugen zu treiben, wie dies in neuerer Zeit vielfach mit Erfolg bei Brücken- und Tunnelbauten vorgenommen wurde. Die Spritzpumpe wird zu diesem Zweck in ein kleines Bassin gestellt, in welches dünner Cementmörtel eingefüllt ist. Das Strahlrohr wird von einem Arbeiter in die offene Steinfuge, die theilweise mit Lehm verstrichen ist, gehalten und dann der Mörtel eingespritzt.

John Greenwood und Co. in London bringen eine Oelpumpe, „Challenge“ genannt, in den Handel, welche nach Iron zur Schmierung der Lager schwerer Wellen und namentlich von Propellerwellen höchst geeignet erscheint. Die Pumpe wird auf einem einfachen Winkelstück befestigt und durch Reibung mittels einer excentrisch gelagerten Scheibe bethätigt, welche zu dem Zwecke in directe Berührung mit der Propeller welle gebracht wird. Die Pumpe arbeitet so lange die Welle ihre Umdrehungen fortsetzt, wobei beständig eine gewisse Oelmenge durch ein Rohr in den Schmierbehälter des Lagerdeckels gelangt; irgend welches überfliessendes Oel fliesst in den Behälter, aus welchem die Pumpe saugt, zurück und wird von Neuem benutzt.

Da gewöhnliche Kugelventile verwendet sind, ist keine besondere Regulirung oder Aufmerksamkeit erforderlich, um die Pumpe in Gang zu halten, ausser dass gelegentlich frisches Oel in den Saugbehälter gegossen wird.

(Schluss folgt.)

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