Titel: Neue Holzbearbeitungsmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 297 (S. 265–269)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj297/ar297064

Neue Holzbearbeitungsmaschinen.

(Schluss des Berichtes S. 241 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Maschinen zur Herstellung von Spunden für Fässer.

Bei der Spundpressmaschine von H. Keferstein in Braunschweig (* D. R. P. Nr. 68412 vom 14. November 1891) wird ein Stempel, an dessen Ende eine formgebende Matrize sitzt, durch ein Excenter hin und her bewegt. Neu an dieser Maschine ist die Zutheilvorrichtung und die Einrichtung zum Halten des Spundes vor dem Stempel.

Eine Presspundmaschine von M. und E. Hirsch in Radeberg (* D. R. P. Nr. 73847 vom 2. August 1892) ist in Fig. 59 dargestellt.

Textabbildung Bd. 297, S. 265

Das Press- und das Schneidewerk werden einander gegenüber angeordnet, wobei der dem Presswerk ertheilte Antrieb durch Rädergetriebe auf das Schneidewerk übertragen wird. Zwischen dem Schneide- und dem Presswerk sind zwei Kanäle angeordnet; durch einen derselben werden die viereckigen Klötzchen dem Schneidemesser und durch den anderen werden die cylindrisch geschnittenen Klötzchen dem Press werk zugeführt. Um letzteren Kanal ist ein Mantel angeordnet und in den hierdurch zwischen Kanalwand und den an den Seiten abgeschlossenen Mantel geschaffenen Hohlraum wird Dampf, heisse Luft u.s.w. eingelassen, wodurch die geschnittenen Klötzchen namentlich an ihrem Umfange erwärmt werden. Hierdurch werden die Klötzchen befähigt, die ihnen selbst bei der grösstmöglichen Arbeitsgeschwindigkeit der Maschinen zu Theil gewordene Konischpressung dauernd anzunehmen.

Von der Kurbelscheibe a aus führt die Schubstange b an den Schlitten c, welcher den Stempel d trägt. Letzterer presst die selbsthätig in den Kanal e herabfallenden viereckigen Klötzchen gegen das Messer f, welches an dem feststehenden Bock g befestigt ist. Die geschnittenen Klötzchen werden von den ihnen nachfolgenden zunächst in dem Messer f und hierauf in einem sich an letzteres anschliessenden wagerechten Kanal h weitergeschoben, bis sie am Ende des letzteren der Reihe nach selbsthätig auf den Rand einer Hülse i fallen, die auf einem feststehenden Stempel k unter Federwirkung verschiebbar sitzt.

Von der Kurbelscheibe l aus führt die Schubstange m an den Schlitten n, welcher das Gesenk o mit Ausstossdorn p trägt.

Die Kurbelscheibe l wird durch die Riemenscheibe q angetrieben, welche Drehbewegung durch Kegelräder rund s zugleich auf die Kurbelscheibe a übertragen wird, wodurch bei der vorliegenden Anordnung die beiden Schlitten c und n gleichzeitig gegen einander bewegt werden. Der Schlitten c presst hierdurch mit seinem Stempel d ein Klötzchen gegen das Messer f und schneidet das Klötzchen cylindrisch, während der Schlitten n mit seinem Gesenk o die Konischpressung des auf dem Rand der auf dem feststehenden Stempel k zurückschiebbaren Hülse i liegenden Klötzchens bewirkt, wobei der Dorn p in dem Gesenk o zurück, geschoben wird. Beim Zurückgehen des Schlittens n stösst ein an dem Dorn sitzender Stift p1 gegen einen an der Schlittenführung sitzenden Anschlag, wodurch der Dorn p nach vorn geschoben und der fertige Spund aus dem Gesenk o herausgestossen wird.

Um zu erreichen, dass die Spunde die ihnen auf sehr schnell arbeitenden Maschinen gegebene konische Form dauernd behalten, ist um den Kanal h ein Mantel t angeordnet und wird in den zwischen Kanalwand und den an den Seiten abgeschlossenen Mantel gebildeten Hohlraum Dampf, heisse Luft u.s.w. durch u ein- und durch v abgeführt. Hierdurch werden die cylindrischen Klötzchen an ihrer Peripherie erwärmt und können dieselben in diesem Zustande einer noch so schnell auf einander folgenden einmaligen Pressung unterworfen werden, ohne nur das geringste Zurückgehen der Konicität befürchten zu müssen. Die Maschine wird also hierdurch zu einer solchen von grösster Leistungsfähigkeit gemacht.

Die warm gepressten Spunde erhalten ausserdem noch ein schönes Aussehen, zumal auch noch in Folge der dargestellten Anordnung des Schneide- und Presswerkes der durch das Ausschneiden entstehende Grat an die weite Seite des Gesenkes kommt.

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Die in Fig. 60 und 61 dargestellte Presspundmaschine von O. Kehl in Wien (* D. R. P. Nr. 77294 vom 9. Februar 1894) ist doppelt wirkend. Die Erfindung betrifft eine aus zwei Riffel walzen und einer Platte bestehende Einspannvorrichtung, um das Brett, aus welchem die Spunde geschnitten werden, in der entsprechenden Stellung zu halten, sowie ein auf die Riffelwalzen wirkendes Schaltwerk, welches von der Maschine bethätigt wird und nach erfolgtem Ausschneiden eines Spundes die Riffelwalzen dreht und dadurch das Brett derart seitlich verschiebt, dass wieder eine volle Stelle des Brettes zwischen die Messer gelangt.

Textabbildung Bd. 297, S. 266

Wie ersichtlich, sind die Messerköpfe c, welche die Messer ab jeder einzelnen Spundmaschine halten, an Wellen d befestigt, die in Supporten D bezieh. D1 gelagert sind. Diese letzteren sind gleichzeitig und in derselben Richtung längs des Maschinenbettes A verschiebbar und nähern sich abwechselnd dem Brett g, so dass die Messer a und b, wie gefordert, abwechselungsweise arbeiten. Zwischen den beiden Supporten DD1 ist die Vorrichtung angeordnet, welche das Brett g, aus welchem die Spunde geschnitten werden sollen, derart hält, dass seine Ebene senkrecht zur Richtung der Wellen d steht. Diese Einspannvorrichtung besteht aus einem auf dem Bette A befestigten Doppelständer h, zwischen dessen Seitentheilen ein Schlitten H längs einer Schwalbenschwanzführung h1 wagerecht und in der Richtung der Wellen d verschiebbar ist. Der Schlitten H trägt zwei zu beiden Seiten desselben angeordnete senkrechte Riffelwalzen h2, welche das Brett g zwischen sich und einer am Ständer h befestigten, mit einer fensterartigen Ausnehmung h3 versehenen Platte oder Lehne h3 festhalten.

Die Pressung der Riffelwalzen gegen die Lehne h3 wird durch einen am Ständer h drehbar befestigten Gewichtshebel h4 bewirkt, der mittels eines Zapfens h5 in einen Schrägschlitz h6 des Schlittens H eingreift, so dass durch die Wirkung des Gewichtes h7 der Schlitten H und mithin auch die Riffelwalzen h2 gegen die Lehne h3 hin gedrückt werden. Eine Drehung des Gewichtshebels in der Richtung des Pfeiles a bewirkt eine Rückverschiebung des Schlittens H und ein Abheben der Riffelwalzen, so dass ein bereits vollständig ausgenutztes Brett entfernt und ein neues eingeschoben werden kann.

Das zwischen den Riffelwalzen h2 und der Lehne h3 geklemmte Brett muss in wagerechtem Sinne verschoben werden, sobald ein Spund fertig ausgeschnitten ist, und bevor noch das Messer a, welches die Abschrägung aussticht, zu dem Brette gelangt. Dieses ruckweise Verschieben wird durch Drehung der Riffelwalzen mittels eines Schaltwerkes bewerkstelligt.

Der Gang der Maschine von dem Augenblick an, in welchem das eine Messer a bereits die Abschrägung ausgestochen hat, ist folgender:

Die beiden Supporte DD1 bewegen sich nach links, wobei das Messer a sich vom Brett abhebt, während das Messer b sich dem Brett nähert. Durch die Verschiebung des mittleren Supportes D1 wird der Hebel d4 in der Pfeilrichtung β gedreht und die Stange d3 in der Bewegungsrichtung des Supportes verschoben. Hierbei verschiebt sich zuerst der Anschlag d2 im Längsschlitz h16 des Armes h15, ohne diesen zu bewegen, bis dieser Anschlag den Schlitz h16 ganz durchlaufen hat. In diesem Augenblick wird der Schalthebel h14 verstellt, und die Sperrklinke h13 gleitet über die Zähne des Schaltrades h12, ohne dieses zu bewegen.

Wechselt der mittlere Support D1 seine Bewegungsrichtung, so verschiebt sich zuerst der Anschlag d2 im Schlitz h16, ohne den Schaltmechanismus in Bewegung zu setzen. Hierbei ist das Messer b so weit zurück bewegt worden, dass es bereits vollständig aus dem Brett herausgetreten ist. In diesem Augenblick beginnt der Anschlag d2 den Arm h15 zu bewegen, wodurch der Schaltmechanismus zur Wirksamkeit gelangt und die Riffelwalzen h2 derart gedreht werden, dass sie das Brett g verschieben. Es gelangt daher wieder eine volle Stelle des Brettes zwischen die Messer a und b, worauf das Messer a die Abschrägung eines neuen Spundes auszustechen beginnt. Ist das Brett in einer gewissen Höhe bereits in seiner ganzen Breite ausgenutzt, so muss es in der Höhenrichtung verstellt werden. Dies wird von Hand aus durch Drehen der Kurbel l bewirkt, deren Schraubenspindel l1 die längs der Lehne geführte Auflage m für das Brett in senkrechter Richtung verschiebt.

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Holzbearbeitungsmaschinen verschiedener Art.

Zur Herstellung hinterklebter Fourniere, natürlicher Holztapeten u.s.w. wendet G. A. Oncken in Berlin bezieh. die Vereinigte Holzindustrie-Actiengesellschaft Augsburg (* D. R. P. Nr. 71745 vom 28. Februar 1893 und * Zusatzpatent Nr. 77843 vom 23. Februar 1894) die in Fig. 62 dargestellte Maschine an.

Textabbildung Bd. 297, S. 267

Behufs Herstellung einer natürlichen Holztapete wird ein zusammenhängender, äusserst dünner Holzstreifen von einem kreisenden Holzblock abgeschält, auf dessen Oberfläche kurz vorher ein von einer Rolle ablaufender zusammenhängender Papier- oder Zeugstreifen von mindestens der gleichen Breite wie das Holzblatt aufgeklebt worden ist, so dass letzteres schon beim Abtrennen vom Holzblock durch das auf seiner Rückseite haftende Papier oder Gewebe die nöthige Stützung erhält, welche ein Aufrollen und Weiterverarbeiten des sonst zerbrechlichen und nicht hantirbaren dünnen Holzblattes gestatten.

Der Holzblock a wird in bekannter Weise von den mit Klauen versehenen, im Gestell c gelagerten Spindeln mitgenommen, welche durch die Vermittelung von Kettenrädern de und endlosen Ketten f von der Hauptwelle g aus in Drehung versetzt werden. Von derselben Welle aus wird durch Kettenräder hi und eine endlose Kette k eine zu ihr parallel im Gestell c gelagerte zweite Welle l angetrieben, deren in der Mitte befestigte Schnecke l1 mit dem Schneckenrade m1 im Eingriff steht, welches eine im Gestell c drehbar gelagerte, aber axial unverschiebbare Mutter m bildet. Die durch letztere hindurchgehende Schraubenspindel n ist in gleicher Weise mit dem Wasserträger o verbunden, welcher – zwischen den Gleitbahnen c1 des Gestelles c geführt – somit eine regelmässige Verschiebung gegen den kreisenden Block a erfährt. Bewegt sich der Wasserträger entsprechend der Dicke des von seinem Messer o1 an der unteren Seite des Blockes a abgetrennten Holzspans aufwärts, so senkt sich in gleichem Verhältniss ein mit Klebstoff gefüllter, zwischen Säulen c1 des Gestelles geführter Trog p durch sein Eigengewicht, indem letzterer von Zugbändern oder Schnüren r getragen wird, welche über Rollen q des Gestelles laufen und am unteren Ende an Armen o2 des Messerträgers o befestigt sind. Der durch den siebartig durchlöcherten oder von einer Filzlage gebildeten Boden p1 des Troges sickernde Klebstoff wird durch eine Bürsten walze s in die Poren des kreisenden Blockes a gestrichen, indem die Walze selbst eine drehende, im Verhältniss zur Verringerung des Blockdurchmessers abnehmende Bewegung erhält. Dies geschieht mit Hilfe einer durch ihr Eigengewicht gegen den Umfang des kreisenden Blockes a gepressten Reibrolle u aus Gummi oder ähnlichem Stoff, welche in auf der Achse s1 der Bürstenwalze s losen Armen t gelagert ist und die ihr ertheilte Drehbewegung mittels Kettenscheiben w und Ketten ohne Ende v1 auf die Bürstenwalze überträgt. Die letztere ist mit ihrer Achse s in seitlich am Troge p befestigten Armen p2 gelagert, und da die Trogarme t der Reibrollenachse u1 auf der Achse s1 drehbar sind, so ist die Reibrolle befähigt, trotz des sich verringernden Durchmessers des Blockes a beständig mit demselben in Berührung zu bleiben und dessen Bewegung in der angegebenen Weise fortzupflanzen. Gegen den in solcher Weise mit Klebstoff bestrichenen Theil vom Umfang des Blockes a legt sich beim Ausführungsbeispiel ungefähr auf halber Bogenlänge zwischen dem Messer o1 und der Bürste s ein Zeug- oder Papierstreifen w, welcher von einer in Armen c3 des Gestelles c gelagerten Walze w1 abläuft. Selbstverständlich muss beim Beginn des Schneidens das freie Ende des Papierstreifens zunächst von Hand oder mit Hilfe einer Walze gegen den mit Klebstoff bestrichenen Umfang des kreisenden Blockes a gepresst werden, so dass ein sicheres Anhaften beider an einander gesichert ist. Alsdann rollt der Block bei seiner weiteren Drehung den Zeug- oder Papierstreifen, welcher sich – in Folge des von ihm der Drehbewegung des Holzblockes a entgegengesetzten Widerstandes – innig an den Umfang des Blockes anschmiegt, ohne weitere Hilfe ab. Versuche haben ergeben, dass auf solche Weise Holzblöcke in einen ununterbrochenen Streifen von einer Dicke unter 1/30 mm zerlegt werden können. Das gewonnene Erzeugniss kann sowohl zum Fournieren von Möbeln, als auch besonders als Tapete, zu Täfelungen u. dgl. verwendet werden.

Praktische Ausführungen haben ergeben, dass es unter Umständen nachtheilig ist, wenn der Papier- oder Zeugstreifen auf das Holzblatt in dessen ganzer Breite aufgeklebt wird, weil die beiden zur Vereinigung gelangenden Stoff lagen bisweilen ungleiche Ausdehnungs- und Zusammenziehungsvermögen haben und ein inniges, überall glattes Gegeneinanderliegen der beiden Lagen nicht erreicht oder wieder zerstört wird, wenn die eine Lage in Folge der Anfeuchtung durch das Klebemittel und der darauf folgenden Trocknung sich anders dehnt und zusammenzieht als die andere Lage. Um einerseits diesen Nachtheil zu beseitigen, werden anstatt des einen, die ganze Breite des Holzblattes einnehmenden Streifens mehrere schmälere angewendet. Da alsdann die Stofflagen nur ganz schmalstreifig auf das Holzblatt zu liegen kommen, kann die Ungleichmässigkeit der Ausdehnung bezieh. Zusammenziehung in der Breitenrichtung des abgeschälten Blattes (Achsenrichtung des Holzblockes) gar nicht oder wenigstens in dem erwähnten Sinne nicht mehr schädlich zur Geltung kommen. In der Längsrichtung des abgeschälten Blattes (quer zur Holzblockachse) ist eine ungleichmässige Verziehung der Stofflagen zu einander und Zerstörung ihres innigen Zusammenhaltes weit weniger zu befürchten, weil die Holzfasern zu der Längsrichtung des Blattes quer liegen und sich daher je nach der Dehnung oder Zusammenziehung der genügend stark gewählten stützenden Stoffschicht ein wenig dichter zu einander oder weiter von einander ohne nennenswerthe Widerstrebung ablagern werden.

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In der Richtung der Faser selbst dagegen ist solche Anbequemung nicht zu erwarten und ist deshalb die vorerwähnte Zerlegung des aufzuklebenden Stoffbandes in schmale Streifen um so wünschenswerther, je länger der Holzblock ist und je mehr sich hiermit die genannte Ungleichmässigkeit bemerkbar machen würde.

Vorgenommene Versuche haben ergeben, dass das dünne abgeschälte Holzblatt durch solche schmale Stoffstreifen noch völlig hinreichende Stützung findet, selbst wenn zwischen diesen Streifen grössere Zwischenräume gelassen werden. Zu dem Ende ist in den meisten Fällen, besonders bei harten Hölzern, wie Nussbaum, Birnbaum u. dgl., nur nöthig, die Stoffstreifen an den Kanten des dünnen Holzspanes anzubringen.

Die Fournierschneidevorrichtung von F. Podang in Wien (* D. R. P. Nr. 73544 vom 27. Juni 1893) unterscheidet sich von den gebräuchlichen im Wesentlichen dadurch, dass der parallel zur Längenrichtung der Holzfaser bewegte Schlitten an seinem Vorderende ein freiliegendes stellbares Messer trägt, welches mit seiner unteren geraden Fläche unter dem Schlitten vorsteht und bei der Vorwärtsbewegung der Vorrichtung direct auf dem Holz schleift und eine polirende Wirkung auf die Schnittfläche ausübt, während bei der Rückbewegung der Vorrichtung, bei welcher das Schneiden des Fourniers erfolgt, eine gegenüber der Messerschneide angeordnete schräge Leiste fest auf dem Holz anliegt, weil der Schlitten in seinen Führungen unter Federdruck steht.

Bei Herstellung von Zündhölzchen, Zahnstochern u. dgl. aus Holz mittels Rundschälmaschinen wird häufig in der Weise vorgegangen, dass der Holzklotz, der ähnlich wie in einer Drehbank eingespannt und um seine Achse gedreht wird, mit einer Walze in Berührung steht, an deren Umfang radiale, den herzustellenden Gegenständen entsprechend gestaltete Messer eingesetzt sind, welche die Umrisse der Gegenstände in den Holzklotz einschneiden, worauf das Abschälen erfolgt.

Die Erfindung von L. v. Kraljevic in Esseg (* D. R. P. Nr. 70952 vom 20. December 1892) bezweckt, die Berührung zwischen der Messerwalze und dem Holzklotz ununterbrochen und inniger und dadurch das Mitnehmen der Messerwalze durch den Holzklotz gleichmässiger zu machen. Es geschieht dies dadurch, dass die Zwischenräume zwischen den radialen Messern der Walze mit Kautschuk oder einer anderen elastischen Masse angefüllt werden, welche aber nicht bis zur Schneide der Messer reicht.

Textabbildung Bd. 297, S. 268

Das zur Herstellung von Holzspan bestimmte Hobelmesser von J. Taudt in Graslitz, Böhmen (* D. R. P. Nr. 75734 vom 28. November 1893), besteht aus einer Stahlplatte p (Fig. 63), die vorn eine Schneide s und oben eine Reihe parallel angeordneter senkrechter Messer m besitzt; f sind Führungen, mittels welcher das Hobelmesser im Gestell geführt wird. Bei Anfang der Arbeit wird der zu schneidende Holzblock H so tief gestellt, dass die Schneide S sich unmittelbar unter ihm befindet. Wird nun die Maschine in Gang gesetzt, so dringen die senkrechten Messer m in den Block H und schneiden in denselben parallele Einschnitte ein. Während des Rückganges des Hobelmessers senkt sich der Holzblock um eine Spandicke, der vorwärts sich bewegende Hobel schneidet mit seiner Schneide einen über die ganze Klotzbreite reichenden Holzstreifen, der, weil er früher von den Messern m vorgeschnitten war, in schmale Späne zerfällt. Während die Schneide einen Holzstreifen abschneidet, machen die Messer m in den Holzblock gleichzeitig weitere Einschnitte.

Die Maschine von A. Roller in Berlin (* D. R. P. Nr. 77246 vom 24. December 1893) dient dazu, aus Holzklötzen jeder Art Holzdraht, Schachtelspan, Fourniere oder Holzwolle zu schneiden, ohne dass man es nöthig hat, dem Klotze vorher eine bestimmte Form zu geben; der Klotz ist nur für den jeweiligen Zweck, sei es, dass Holzdraht, Schachtelspan, Fourniere oder Holzwolle geschnitten werden soll, auf bestimmte Länge vorzurichten. An der Maschine ist die Anordnung getroffen, dass der zu schneidende Klotz von den Messern des Ritzapparates stets in Richtung der Längsfasern eingeritzt wird und dass das Abschneide-(Spalt-)messer den Klotz stets quer zur Holzfaser schneiden muss; diese Arbeitsweise ist zur Erzeugung eines glatten Spanes unbedingt erforderlich.

Der auf entsprechende Länge zugeschnitzte Klotz wird von Hand in das Maul der Maschine eingeschoben und durch Hakenschraube eingeklemmt. Der Klotz wird nun mittels einer Kurbelschleife angetrieben, vor- und rückwärts bewegt. Bei dieser Bewegung wird derselbe mittels eines Hebels, der mit einer Rolle in einer Schleife läuft, um 90° gedreht, so dass beim Vorwärtsgehen die Ritzmesser zum Einschneiden der Holzdrahtdicke, Schachtelspan- und Fournierbreite längs zur Holzfaser gelangen, während beim Rückwärtsgehen das Abschneidemesser und Ritzmesser zum Einritzen der Holzdraht-, Schachtelspan- und Fournierlänge quer zur Holzfaser schneiden. Es werden in den Klotz beim Vorwärtsgehen durch die ersten Ritzmesser, welche um die doppelte Holzdrahtdicke bezieh. Spanbreite von einander entfernt sind, Schnitte längs zur Faser eingeritzt; darauf wird der Ritzapparat beim Verlassen des Klotzes durch eine Curvenscheibe genau um die einfache Holzdrahtdicke bezieh. Spanbreite gehoben, so dass in den Klotz beim Rückwärtsgehen durch die ersten Ritzmesser ebenfalls Schnitte längs zur Faser eingeritzt werden, die genau in der Mitte zwischen den beim Vorwärtsgehen eingeritzten Schnitten zu liegen kommen und genau mit denselben parallel laufen.

Anstatt eines Messerkopfes, der um eine Holzdrahtstärke oder Spanbreite gehoben und gesenkt wird, kann man auch einen Messerkopf anwenden, der an einer stehenden Welle befestigt ist, in dem sich zwei Messerreihen befinden, die senkrecht zu einander stehen. Die Entfernung der Messer von einander in jeder Reihe beträgt die doppelte Hölzerstärke oder die doppelte Spanbreite und stehen die beiden Reihen zu einander um eine Hölzerstärke oder Spanbreite versetzt. Der Klotz wird nun zunächst beim Vorgehen durch Messer in der Faserrichtung geritzt; hat der Klotz den Messerapparat verlassen, dann dreht sich letzterer um 90°, so dass beim Rückwärtsgehen des Klotzes andere Messer einschneiden.

Nachdem das. Einschneiden auf Hölzerstärke bezieh. Spanbreite erfolgt ist und der Klotz zurückgeht, wird er um 90° gedreht und der Holzdraht bezieh. Schachtelspan, das Fournier oder die Holzwolle, deren Längen bereits bei der vorhergehenden Umdrehung der Maschine durch die |269| feststehenden Ritzmesser in den Klotz eingeschnitten worden sind, durch ein senkrecht sich auf und ab bewegendes Messer abgeschnitten.

Bevor nun der Klotz seine weitere Rückwärtsbewegung macht und beendet, schneiden die Ritzmesser gleichzeitig die Holzdraht- bezieh. Spanlänge für den nächsten Vorschub des Klotzes ein.

Vorrichtung zum Zerkleinern der Späne bei Holzhobelmaschinen von Anthon und Söhne in Flensburg (* D. R. P. Nr. 70217 vom 18. Januar 1893), Fig. 64.

Textabbildung Bd. 297, S. 269

Die in Bretterhobelmaschinen feststehenden Schlicht- und Putzmesser erzeugen breite, dünne, ausserordentlich lange Späne. Diese bieten im Betrieb der Maschinen und namentlich beim fortwährenden Fortschaffen der Späne mittels mechanischer Vorrichtungen Schwierigkeiten. Sie fallen, indem sie sich winden und drehen, nicht auf die Transportbänder, die die Späne fortführen sollen, hinab, oder sie bleiben auf den Bändern, wenn sie einmal darauf sind, nicht gehörig liegen; denn während ihr eines Ende schon fortgetragen wird, ist das andere noch kaum in der Bildung befindlich. Beim Fortführen der Späne durch einen Luftstrom bleiben die langen Späne leicht hängen und verstopfen die Transportröhren und Kanäle.

Es ist deshalb nöthig, die Späne so nahe wie möglich am Ort, wo sie entstehen, zu zerschneiden. Kurze Spanstücke lassen sich mit den bekannten Mitteln ohne Schwierigkeiten fortführen. Deshalb ist an eine Bretterhobelmaschine unter den feststehenden Messern eine Spanzerschneidevorrichtung angeordnet worden. Zwei Messer n bilden an einer Welle a befestigt eine Messertrommel, die dem feststehenden Messer m entgegen und damit parallel in irgend einer Antriebs weise beim Maschinenbetrieb mitgedreht wird. Späne, die zwischen die verschiedenen Messerpaare mn gerathen, werden in Stücke zerlegt. Zwischen dieser Schere und den Hobelmessern b ist noch folgende Zuführungsvorrichtung für die Späne in die Schere eingeschaltet. Ueber mit in Umlauf kommende Rollen r und v sind Lauftücher g gespannt, die die Späne der Entstehungsstelle so nahe wie möglich erfassen und sie derartig zwischen sich und den walzenartigen Rollen rr nach unten ausführen, dass die Schere die Späne erfassen muss. Bei geeigneter enger Zusammenlagerung der Walzen können die Lauftücher auch wohl weggelassen werden.

Um die Schere leicht in Stand halten zu können, sitzt die Lagerung der Messertrommel an einem besonderen Gestell, welches in dasjenige der Hobelmaschine leicht lösbar schubkastenartig eingeschoben und befestigt sein kann.

Selbsthätige Abkürz-, Zapfenschneide- und Schlitzmaschine von Gebrüder Maier-Loewi in Regensburg (* D. R. P. Nr. 70407 vom 16. November 1892.)

Ein in die Maschine eingelegtes Brett wird von zwei einander parallel arbeitenden Kreissägen zu einer bestimmten Länge geschnitten und dann mehreren anderen Werkzeugen zugeführt, die dasselbe an den beiden Enden bearbeiten. Diese Bearbeitung erfolgt gleich und kann entweder darin bestehen, dass die Enden des Brettes geschlitzt oder dass Zapfen daran geschnitten oder die Enden in beliebiger Weise profilirt werden.

Das wesentlich Neue der Maschine besteht in der Einrichtung, dass die Bretter einerseits mit durchaus glattem, sauberem Schnitt und ohne dass an der Schnittstelle ein Grat oder eine rauhe Fläche entsteht, bearbeitet werden, und dass andererseits die Zuführung der Bretter vollkommen selbsthätig und hinsichtlich der Bewegungsrichtung der Vorschub Vorrichtung in jeder beliebigen Winkellage erfolgen kann.

Ersterer Effect wird dadurch erzielt, dass man die Sägen nicht, wie dies bisher der Fall war, genau parallel der Vorschubrichtung des zu schneidenden Brettes, sondern in einem Winkel zur Vorschubrichtung arbeiten lässt, derart, dass jede Säge nur an ihrer jeweilen dem ankommenden Brett zugekehrten vorderen Seite die Schnittfläche berührt und mit ihrer hinteren Seite nicht nochmals an dem geschnittenen Stück anstreichen kann. Hierdurch wird ein durchaus glatter und sauberer Schnitt erzielt, während bei Maschinen, bei denen eine Verstellbarkeit der Säge in obigem Sinne nicht vorhanden ist, die hintere Sägenseite, zumal wenn die Säge stark geschränkt ist, die Schnittfläche stets wieder zerreisst und sie rauh und unansehnlich macht.

Maschine zum Spunden von Brettern von H. Westphal in Berlin (* D. R. P. Nr. 74980 vom 13. August 1893).

Das Spunden der Bretter u.s.w. fand bisher in der Weise statt, dass das Brett an dem fest angeordneten Spundmesser entlang geführt wurde. Zum Ausgleich der durch Witterungseinflüsse in Verbindung mit den Lager- bezieh. Stapelhölzern hervorgerufenen wellenförmigen Biegungen wurden diese Bretter dann entweder durch Gewichte belastet oder unter einer Anlage entlang geführt, welche sie fest an den Arbeitstisch anpressen soll. Hierbei zeigte sich häufig der Uebelstand, dass bei stark gebogenen Brettern diese Verbiegungen nicht so gerade gedrückt werden konnten, dass die Bretter fest an dem Arbeitstisch anlagen und in Folge dessen unregelmässige Nuthen entstanden, d.h. solche, die nicht durchweg gleich weit von den Seiten abstanden. Dieser Uebelstand wird nach der vorliegenden Erfindung dadurch beseitigt, dass die Messer in einem drehbaren Messerkopf angeordnet werden, welcher den Wellenlinien der Bretter, die sich geworfen haben, selbsthätig zu folgen vermag, weil er ausserdem noch in der Querrichtung der zu bearbeitenden Bretter beweglich ist.

Mg.

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