Titel: Ueber elektrische Kocheinrichtungen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 297/Miszelle 6 (S. 168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj297/mi297mi07_6

Ueber elektrische Kocheinrichtungen.

Nach Stahl und Eisen berichtete ein Vertreter von Paul Stotz in Stuttgart über elektrische Kocheinrichtungen Folgendes:

Seit 2 Jahren wurden in England und Amerika ausgedehnte Versuche angestellt, den elektrischen Strom auch zu Zwecken des Kochens und Heizens zu verwenden.

Die einfachste Art, Hitze durch den elektrischen Strom zu erzeugen, besteht darin, einen Draht von möglichst hohem specifischen Widerstände zu verwenden, denselben durch Asbest zu isoliren und einen Strom von passender Stärke durchzusenden. An Stelle von Asbest wurde auch Cement, von Crompton Email verwendet, jedoch ohne Vortheil, weil eine Reparatur hierbei ausgeschlossen ist. Die Anordnung der Drähte wurde natürlich so getroffen, dass auf einem möglichst geringen Raum eine möglichst grosse Wärmeentwickelung zu Stande kommen musste. – In dem vom Vortragenden vorgeführten System von Schildner-Jennie ist die Anordnung derart, dass um Asbestschnüre eine Spirale aus dünnem Platindraht aufgewickelt ist. Diese sind in schneckenförmigen Nuthen einer Chamotteunterlage in einer grösseren oder geringeren Anzahl von einzelnen Abtheilungen untergebracht und möglichst so eingerichtet, dass bei 110 Volt ein Strom von 1 Ampère durch jede Abtheilung durchgeht. Sind also fünf solcher Abtheilungen parallelgeschaltet, so sind 5 Ampère wirksam. Durch einen Dreipunktcontact lassen sich ferner verschiedene dieser Spiralen einschalten, so dass eine Variation in der erzeugten Kochhitze, wie es für Kochzwecke nöthig ist, sich erreichen lässt. Auf den Asbestspiralen liegt als Heizfläche ein Metallblech, die Chamotteunterlage dient dazu, die Wärme aufzuspeichern und sie nur an der gewünschten Stelle zur Wirkung zu bringen. Die Stärke des verwendeten Platindrahtes, der zwar theurer als andere Metalidrähte, aber dafür haltbarer ist, beträgt 1/10 bis 15/100 mm.

Mit einer Reihe derartiger Apparate führte Vortragender sodann praktische Versuche aus.

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