Titel: Papierne Unterkleider.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 297/Miszelle 1 (S. 213)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj297/mi297mi09_1

Papierne Unterkleider.

In der Berliner Gesellschaft für Anthropologie theilte Prof. Joest mit, dass er Proben der papiernen Unterkleider (Jacken und Hosen) empfangen habe, welche die japanischen Truppen während des letzten Herbst- und Winterfeldzuges trugen. Ein beim zweiten Garde-Ulanenregiment mit einer Jacke angestellter Versuch zeigte indessen, dass diese Unterkleidung für heisse Witterung ungeeignet ist, denn schon nach 3 Tagen war der Stoff an den Nähten vollständig aufgelöst, auch wurde die Kleidung als zu warm empfunden.

Dass selbst ganz dünnes Papier sehr warm hält, ist den Arbeitern in Papierfabriken wohlbekannt; sie umwickeln gelegentlich ihre Beine mit Papier, ehe sie sich ankleiden, um sich an besonders kalten Tagen warm zu halten. Namentlich bei Rheumatismus ist Papier als Schutz gegen die Kälte durchaus nicht zu verachten. Schreiber dieses hat sich öfter rheumatische Schmerzen dadurch vertrieben, dass er auf die leidende Stelle ein Stück dünnes, gut geleimtes Papier klebte und einige Tage darauf behielt. Auch als Schutz gegen kalte Fussböden ist eine Papierlage ein ebenso gutes wie billiges Mittel, das sich selbst der Aermste durch Verwendung alter Zeitungen leisten kann.

(Papierzeitung.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: