Titel: Taschentuch aus Papier.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 297/Miszelle 6 (S. 263–264)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj297/mi297mi11_6

Taschentuch aus Papier.

Diese Taschentücher von der Göppinger Papierfabrik G. Krum in Göppingen (D. R. P. Nr. 81094) haben den Zweck, den Gefahren der Uebertragung von Krankheitskeimen (Bakterien) durch Taschentücher bei allen denjenigen anstecken den Krankheiten, bei welchen der Ansteckungsstoff durch Einathmen übertragen wird, dadurch vorzubeugen, dass an Stelle aus Gewebe hergestellter Taschentücher, welche ihres hohen Preises wegen wiederholt gebraucht werden, Taschentücher verwendet werden, welche man sofort nach dem Gebrauch zerstört (verbrennt oder sonstwie unschädlich macht). Diese Taschentücher müssen derart dicht hergestellt sein, dass der aus Nase oder Mund zu entfernende Auswurf nicht hindurchdringen kann, wie dies z.B. bei den Gewebetaschentüchern der Fall ist, wo er durch die kleinen Oeffnungen der Gewebe hindurchtritt und dadurch häufig an die Hände gelangt und von denselben auf andere Stoffe oder Körpertheile übertragen wird. Weiter ist erforderlich, dass sie billig, weich, geschmeidig |264| und dennoch widerstandsfähig genug sind, um nicht schon bei ihrer Benutzung zu zerreissen, da sonst ihre Wirkung selbstverständlich wesentlich beeinträchtigt würde.

Um diesen Anforderungen zu entsprechen, werden die Taschentücher aus dünnem, der Geschmeidigkeit und Widerstandsfähigkeit halber mit Glycerin getränktem Papier angefertigt, dem eine Unterlage, am besten aus leichtem Verbandstoff bestehend, gegeben wird. Die Herstellung kann entweder direct auf der Papiermaschine erfolgen, indem Papier und Gewebe gemeinsam in einer Bahn durch einen mit Glycerin und Wasser gefüllten Behälter geleitet werden, oder aber es kann das in irgend einer bekannten Art mit Glycerin behandelte Papier auf das Gewebe oder das letztere auf das Papier geleimt oder gepresst werden. Nachträglich wird das Papier in quadratische Stücke von 15 bis 18 cm Grösse zerschnitten und womöglich an feuchtem Orte aufbewahrt, damit es seine Weichheit und Geschmeidigkeit behält.

Die Kosten des Gebrauchs derartig hergestellter kleiner Taschentücher sind, jedesmalige Zerstörung nach dem Gebrauch vorausgesetzt, nicht viel grösser als die des Waschens der seitherigen Taschentücher aus Geweben.

Patentanspruch: Für einmaligen Gebrauch mit nachträglicher Verbrennung bestimmtes Taschentuch, aus dünnem, mit Glycerin getränktem Papier bestehend, das entweder auf der Papiermaschine oder in anderer Weise mit einem dünnen Gewebeüberzug, am geeignetsten mit einem leichten Verbandstoff, durch Aufdruck oder Aufkleben versehen wird. (Papierzeitung.)

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