Titel: Elektrischer Krahn.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 297/Miszelle 8 (S. 264)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj297/mi297mi11_8

Elektrischer Krahn.

Von der Duisburger Maschinenfabrik vorm. Bechern und Keetmann ist im September 1894 auf ihrem an den Rhein grenzenden Grundstück in Hochfeld ein elektrisch betriebener Winkelportalkrahn aufgestellt, welcher von einer eigenen kleinen Centrale den Strom erhält. Der Krahn hat ohne Rolle eine Tragkraft von 2500 k mit 0,6 m Hubgeschwindigkeit; mit Einschaltung einer losen Rolle kann er 5000 k mit 0,3 in Geschwindigkeit heben. Die Ausladung beträgt 12 m, die Spannweite des Portalwagens 11 m. Der Krahn ist maschinell fahrbar auf einer Strecke von 150 m, welche noch an einer Stelle eine starke Curve enthält. Die Fahrgeschwindigkeit konnte nicht über 0,3 m gewählt werden, da an der Curve sonst leicht ein Ecken des Krahnwagens eintrat. Eigenthümlich ist an dem Krahnsystem die Anordnung des elektrisch betriebenen Windwerkes. Die sich drehende Krahnsäule durchdringt das kleine, fest mit dem Portal verbundene Steuerhäuschen, in welchem sich zwei Steuerhandräder, ein Umschalthebel für die Fahrbewegung, ein Stromausschalter und ein A-Motor befinden. Das Windwerk ist auf dem hinteren Theil des Portalplateaus in einem besonderen Gehäuse untergebracht und wirkt somit als kräftiges Gegengewicht. Der Strom wird durch Rollcontacte einem an der hochliegenden Schiene befindlichen blanken Kabel entnommen und einem stets in demselben Sinne laufenden Gleichstrommotor zugeführt, durch welchen mit Hilfe eines Wendegetriebes die verschiedenen Last- und Krahnbewegungen erzeugt werden. Das Heben und Senken der Last konnte durch die eigenartige Reibungskuppelung in langsamer Weise auf Hübe von Millimetern beschränkt werden.

Ueber den Kraftbedarf theilt das Werk Folgendes mit:

Der Stromverbrauch im Maschinenhaus, an der Primärdynamomaschine gemessen, beträgt beim Betriebe des Krahn es bei 110 Volt:

Leerlauf des Motors mit Steuerwelle
der Friction

5

A.
Heben von 2500 k Nutzlast + 600 k
des Fördergefässes und Krahn-
gehänges bei 0,3 m Geschwindig-
keit



120



Drehen des unbelasteten Auslegers 10
Drehen des mit 3100 k belasteten
Auslegers

25

Fahren des unbelasteten Krahnes mit
0,3 m Geschwindigkeit

50

bis

60

Fahren des unbelasteten Krahnes mit
0,5 m Geschwindigkeit

60


70

Fahren des belasteten Krahnes mit
0,3 m Geschwindigkeit

60


65

Fahren des belasteten Krahnes mit
0,5 m Geschwindigkeit

80


85

Heben und Drehen gleichzeitig mit
3100 k Last

130


135

Heben und Fahren gleichzeitig mit
3100 k Last

160


170

Die elektrische Einrichtung ist von der Actiengesellschaft Helios in Köln-Ehrenfeld ausgeführt. Dieselbe Firma führte ferner folgende Krähne nach demselben Princip (Leerlaufmotoren) aus: Einen fahrbaren Drehkrahn von 2500 k Tragkraft und 8,5 m Ausladung für die Gewerkschaften Sicilia und Siegena in Hochfeld zum Ausladen von Erzen; ferner zwei Stück dem fahrbaren Portalkrahn ähnliche, jedoch auf festem Gerüst montirte Drehkrähne von 1500 k Tragkraft und 12 m Ausladung für die Niederrheinische Hütte ebenfalls zum Erzausladen. (Nach Elektrotechn. Zeitschrift.)

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