Titel: Mica (Glimmer) und Micanit.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1896, Band 299/Miszelle 2 (S. 120)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj299/mi299mi05_2

Mica (Glimmer) und Micanit.

Ueber die in der Elektrotechnik vielfach als Isolationsmaterialien benutzten Substanzen Mica und Micanit theilt uns die seit langen Jahren bestehende Glimmerwaarenfabrik von Max Raphael in Breslau einige Einzelheiten mit, die vielleicht nicht allgemein bekannt sein dürften. Zum Isoliren, schreibt die Firma, lassen sich fast sämmtliche Sorten Glimmer verwenden mit alleiniger Ausnahme derjenigen, welche metallische Einlagen enthalten. Die Farbe, welche der Glimmer hat, spielt gar keine Rolle, da die Flecke desselben meistens von Eisenoxyd herrühren, welches nicht leitend ist. Auch haben die Sprünge, welche im Glimmer vorkommen, sobald sie nicht derartig sind, dass das Glimmerstück dadurch zerfällt, keinen Einfluss. Stücke, in welchen die Sprünge durch die sprungfreien Lagen noch zusammengehalten werden, sind immer noch verwendbar.

Glimmer kommt in der Natur in Grössen von über 20 cm Länge im Verhältniss zur Production dieses Materials wenig vor und stellt sich daher der Preis für derartige Grössen zu theuer. Um diesen Uebelstand im Preise zu heben, hat man in den letzten Jahren vielfach das sogen. Micanit in Anwendung gebracht. Micanit besteht aus gleichmässig dicken, wenn auch in unregelmässigen Grössen gespaltenen Glimmerplatten, die mittels einer Schellacklösung geklebt werden, und ist man bei geeigneter Fabrikation im Stande, das Micanit in jeder beliebigen Grösse und Stärke herzustellen. Zu vielen Zwecken ist das Micanit ebenso gut anwendbar wie Mica (Glimmer), zu anderen Zwecken jedoch wieder nicht, indem die Schellacklösung störend ist. Kleine Grössen von reinem Glimmer, bis zu 12 cm Länge, stellen sich in der Regel nicht theurer als Micanit und sind dann selbstredend praktischer.

Zu besonderen Zwecken darf man natürlich nur in jeder Beziehung fehlerfreien Glimmer benutzen. Platten von 0,02 mm bis 1 mm Stärke und darüber lassen sich spalten. Das Material bis zu 0,10 mm lässt sich bis zur Glasklarheit spalten. (Elektrotechnische Zeitschrift.)

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