Titel: Ueber Flecht- und Klöppelmaschinen.
Autor: Glafey, H.
Fundstelle: 1896, Band 300 (S. 145–148)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj300/ar300034

Ueber Flecht- und Klöppelmaschinen.

Von H. Glafey, Ingenieur, Berlin.

(Schluss des Berichtes S. 121 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Bei den bisherigen Klöppeln für Flecht- und Klöppelmaschinen, bei welchen auf zwei, auf dem Klöppelfusse senkrecht stehenden Trägern die Klöppeltheile: Spule, Fadenspanngewicht oder Feder und der Aussetzer angebracht sind, ist es für eine brauchbare Beschaffenheit des Klöppels Bedingung, dass die besagten Träger stets eine parallele Stellung gegen einander einnehmen, da nur dann der Fadenanzug und das Aussetzen in richtiger Weise von statten gehen können. Nun wird aber bei diesen Klöppeln, abgesehen davon, dass die Träger durch äusseren Einfluss, etwa in Folge Unvorsichtigkeit der Arbeiter, leicht verbogen werden, durch den Faden, welcher stets von dem einen zum anderen Träger übergeleitet wird, ein Zug ausgeübt, welcher bestrebt ist, die Träger einander zu nähern. Dieser Zug ist namentlich bei Flechtmaschinen, die zur Herstellung von Waaren für technische Zwecke dienen, ein so starker, dass die Klöppel kaum kräftig genug gebaut werden können, um dem Zuge auf die Dauer zu widerstehen, d.h. die Träger verlieren mehr oder weniger die parallele Stellung gegen einander, was dann eine Störung in dem Zusammenwirken der auf demselben angeordneten Klöppeltheile zur Folge hat.

Textabbildung Bd. 300, S. 145

Rittershaus und Blecher in Barmen vermeiden nach dem D. R. G. M. Nr. 19632 dadurch diesen Uebelstand, dass sie zwischen den beiden Trägern a und l (Fig. 56) eine feste Verbindung durch den abnehmbaren Aufsatz c herstellen, welcher beim stehenden Klöppel, wie ihn die Figur zeigt, auch die die Spule sperrende Klinke k und das den Faden vor seinem Ablauf nach der Flechtstelle aufnehmende Führungsauge n trägt und welcher zugleich verhindert, dass die Spule nach oben herausgerissen bezieh. nach oben gezogen wird, was beim Flechten schwerer Schnure z.B. leicht vorkommt. Der Aufsatz, welcher ein Zusammengehen oder Verbiegen der Träger a und l verhindert, kann auf diese nur bis an entsprechende Ansätze aufgeschoben werden, alsdann schnappt eine hinter dem Haken p1 geführte Feder c in eine in dem Spulenträger ab vorgesehene Kerbe ein, wodurch der Aufsatz geeignete Befestigung erhält, durch Zurückdrücken der Feder aber ohne weiteres abgenommen werden kann.

Bei den meisten Klöppelconstructionen bedarf es einer verhältnissmässig starken Anspannung des Fadens, um die Spulenhemmung auszulösen, dagegen gewährt im vorliegenden Fall die Anordnung der Klinke k im Aufsatz p mit dem Drehpunkt nahezu in der Mitte der Spule und dem nach aussen verlängerten Hebelarm den Vortheil, dass die Auslösung durch das angehobene Spanngewicht oder den durch die Feder gf belasteten Gleitschieber hil leichter erfolgt, weil letzterer auf einen langen Hebelarm einwirkt.

Textabbildung Bd. 300, S. 145

Einen Klöppel, bei welchem das Einfädeln des Fadens in. die Oesen in der raschesten Weise erfolgen kann und welcher durch den Wegfall eines jeden Schneppers oder Scharniers besonders dauerhaft wird und bei welchem endlich die Spule ganz frei abzunehmen oder aufzustecken ist, haben Brüder Demuth in Wien im D. R. P. Nr. 74816 in Vorschlag gebracht. Die Gestaltung dieses Klöppels ergibt sich aus den Fig. 57 bis 60 und ist folgende:

Auf dem Fuss K befindet sich ein runder Stift aa, auf welchen der Spulenuntersatz g und die Spule d aufgesteckt sind. Ferner ist seitlich am Fuss K die hohle, flache Führung h befestigt, welche bei 1 und 4 Oesen zur Fadenführung hat. Die Führung b hat auf der inneren, der Spule zugekehrten Seite einen Schlitz, welcher von I bis II geht, und auf der äusseren Seite einen Schlitz, welcher vom Fuss K bis zu III geht. Auf der Führung b befindet sich das Fadenspannungsgewicht Q, welches auf derselben durch den Fadenzug leicht auf und ab gleiten kann und von oben auf die Führung aufgesteckt oder von derselben abgenommen werden kann.

Im Inneren der Führung b befindet sich der Sperrschieber c, welcher unten eine Nase e1 und oben eine Oese 2 hat. Dieser Sperrschieber kann aus dem Klöppel entfernt werden, indem man ihn so weit hebt, bis die Oese 2 über den flachen Schlitz bei III kommt. Man kann dann den Sperrschieber mit der Oese im Kreise so weit nach aussen bewegen, bis derselbe im rechten Winkel zu der Führung b zu stehen kommt. Es stellt sich dadurch die Nase e1 senkrecht, wodurch der Schieber aus der |146| Führung b nach oben hin entfernt werden kann. In entgegengesetzter Weise verfährt man beim Einsetzen des Schiebers in die Führung.

Die Spule hat an dem unteren Ende doppelte Scheiben, welche durch einen Hals mit einander fest verbunden sind, und deren äussere Scheibe Zähne zur Spulenhemmung besitzt, in welche der Sperrhaken einfallen kann.

Die Wirkungsweise des Klöppels ist folgende: Der auf der Spule befindliche Faden wird durch die Oesen 1 2 3 4 gezogen. Wenn der Faden bei 4 angezogen wird, steigt das Gewicht Q an der Führung b empor, und sobald die Oese 3 desselben über die Oese des Sperrschiebers c steigt, wird durch den Faden, welcher durch die Oese 2 gezogen ist, der Sperrschieber c gehoben und kommt mit der Nase e1 aus dem Zahn der Spule; dadurch wird die Spule frei und es wickelt sich der Faden durch den Zug, welchen das Gewicht Q auf den Faden ausübt, von der Spule ab. In Folge dieser Verlängerung des Fadens sinken das Gewicht Q und der Sperrschieber nach abwärts und es fällt der letztere in einen Zahn der Spule, hindert diese an weiterer Drehung und Fadenabgabe, bis dieses Spiel wieder von Neuem beginnt.

Bei denjenigen Klöppeln, bei welchen sich die Spule auf einer festen Spindel dreht, erfährt der Faden eine ungleiche Spannung je nach der Höhe oder Tiefe, in welcher er von der Spule abgewickelt wird. Ausserdem wird die Spannung des Fadens grösser, je weiter die Spule sich abwickelt. In der zwischen der umlaufenden Spule und der festen Achse auftretenden Flächenreibung treten Störungen auf, durch die der Faden leicht reisst und ungleichmässige Waare erzeugt wird.

Textabbildung Bd. 300, S. 146

Die Fig. 61 und 62 veranschaulichen einen Klöppel von Frau Laura Mundi, New York, Nordamerika (D. R. P. Nr. 83474), bei welchem ein fehlerfreies Abwickeln des Fadens unter gleichmässiger Spannung gesichert und gleichzeitig ein leichtes Auswechseln der Spulenspindel ermöglicht ist.

Die Spule wird auf einer metallischen Spindel befestigt, welche oben und unten zugespitzt ist und in Körnern des Spulhalters läuft. Auf diese Weise tritt nur ganz ausserordentlich wenig Reibung auf, so dass der geringste Zug im Faden genügt, um denselben abzuwickeln.

Ausserdem bietet diese Lagerung der Spule noch den schätzbaren Vorzug, dass man die Spule viel länger ausführen und somit weit mehr Fadenmaterial auf derselben unterbringen kann, als dies bisher möglich war.

Auf der Fussplatte A mit den bekannten seitlichen Führungsnuthen A1 ist der Spulhalter angebracht. Derselbe besteht im Wesentlichen aus dem Ständer B, dessen Absatz B1 den Körner oder das Fusslager B2 für das untere Ende der Spindel I trägt (Fig. 61).

Der Ständer B hat an seinem oberen Ende den rechtwinklig angebogenen Arm C. In demselben ist ein Bolzen D so angeordnet, dass er auf- und abwärts gleiten kann. Zwischen dem Kopf des Bolzens D und dem oberen Rande des Armes C ist der Bolzen D von einer Spiralfeder D1 umgeben, die den Bolzen stets nach oben zu drängen strebt. Damit sich der Bolzen nicht drehen kann, wird der Stift D2 durch die Schlitze C1 des Armes C hindurchgesteckt. Der Arm C ist mit einer Einschnappfeder E ausgerüstet, deren freies Ende in einem wagerechten Schlitz des Armes C ruht und in eine Nuth des Bolzens D eingreift, um diesen in seiner Stellung festzuhalten. In dem am unteren Ende des Bolzens D vorgesehenen Körner ruht das obere Ende der Spindel I. Der Ständer B trägt einen gekrümmten Hebel F, welcher schwingend angeordnet ist und eine Sperrklinke F1 besitzt, welche in ein am oberen Ende der Spindel angebrachtes Sperrad G eingreift. Unterhalb des Sperrades G ist die Spindel I mit einem Bügel I1 ausgestattet, dessen beide Enden L-förmig abgebogen sind.

Gegenüber dem Ständer B ist eine Führungsstange H für das Spanngewicht H1 angebracht, welches in bekannter Weise die Spannung des durch die Oese H2 hindurchgeführten Fadens bewirkt.

Auf die Spindel I wird die Fadenspule aufgeschoben, welche am oberen Ende eine Scheibe N mit kreisförmiger Randnuth N2 und der Quernuth N1 besitzt.

Soll eine Spule eingesetzt werden, so wird die Feder E abgebogen. Der Bolzen D geht dann unter der Wirkung der Feder D1 nach oben und gibt die Spindel frei, so dass man sie herausnehmen kann. Alsdann wird eine neue Spule von unten aufgesteckt, bis der Bügel I1 in der Quernuth N1 ruht. Darauf wird die Spule ein wenig gedreht, bis die Enden des Bügels I1 in die Randnuth N2 hineinreichen, so dass die Spule auf der Spindel festgehalten wird. Schliesslich setzt man die Spindel mit der Spule auf den Ständer und drückt den Bolzen D abwärts, bis die Feder E in eine Nuth desselben einschnappt und so den Bolzen in seiner unteren Stellung festhält.

In Fig. 62 ist eine andere Ausführungsform dargestellt, bei welcher der Ständer B wesentlich verkürzt ist. Der das obere Spindellager bildende Körner befindet sich in einem Arm P des auf den Spulhalter H aufgesetzten abnehmbaren Kopfes I.

Der Ständer B trägt einen gekrümmten Hebel FF1, welcher schwingend angeordnet ist und eine Sperrklinke besitzt, die in das am unteren Ende der Spindel I angeordnete Sperrad G eingreift.

Oberhalb des Sperrades G ist die Spindel I wieder mit einem Bügel ausgestattet, der ebenso in Nuthen N der Spule eingreift, wie dies bei der in Fig. 61 dargestellten Ausführungsform beschrieben ist. Auch im Uebrigen ist die Einrichtung und Wirkungsweise bei dieser Ausführungsform dieselbe wie bei der oben beschriebenen.

Das Fadeneinziehen beim Aufsetzen neuer Spulen oder beim Fadenbruch erfordert bekanntlich die Benutzung eines Hilfswerkzeuges, des Fadenfängers oder Kriegers. Die Handhabung dieses Werkzeuges erfordert wieder Geschicklichkeit, die manchem Arbeiter nicht eigen ist.

Mit der Einrichtung des in Fig. 63 bis 65 dargestellten, durch D. R. G. M. Nr. 31737 geschützten Klöppels von H. J. Quambusch in Ecksteinsloh bei Langerfeld wird bezweckt, das Fadeneinziehen bequem und schnell ohne Hilfswerkzeug |147| auszuführen. Um dies zu ermöglichen, wird der Klöppel mit seitlichen offenen Führungsaugen cao versehen, von welchen das am Kopfe des Klöppels und das am Spanngewicht b angebrachte c und o die Form spiralförmig aufgedrehter Drahtösen haben, während das Führungsauge a der Klöppelfeder m einen seitlichen Einschnitt hat, durch welchen der Faden f eingelegt wird, um von der Spule c nach dem Auge o des Spanngewichts b und dann durch das oberste Auge c nach der Flechtstelle zu gelangen.

Textabbildung Bd. 300, S. 147

Damit das Spanngewicht beim Aufsteigen die Sperrvorrichtung der Spule auslöst, bevor es das Führungsauge a der Feder m erreicht und den freien Durchgang des Fadens hemmt, ist zur Sperrung der Spule eine fahnenartige Klinke kd angeordnet, welche mit der Stange d drehbar in die an der Feder m angeordnete Hülse h eingesteckt ist und unten aus der letzteren vorsteht. Hat das Gewicht b dieses vorstehende Ende erreicht, so wird bei weiterem Aufwärtsgange die Stange d angehoben und die Klinke aus der Verzahnung z der Spule ausgehoben; das Ende der Klinke k umfasst den Spulenstift n und greift, wenn die Klinke gegen den Spulenstift angedrückt wird, unter eine Nase n1 desselben (Fig. 65), welche verhindert, dass sich die Klinke über die Spulenachse abhebt. Zum Auswechseln der Spule wird die Klinke k in die in Fig. 65 in punktirten Linien angedeutete Stellung gedreht. Die Klinke ruht auf dem Rande der Hülse h, so dass sie nicht mit ihrer unteren Kante auf die Verzahnung der Holzspule aufstösst, um so einen schnellen Verschleiss der Spule zu verhindern.

Bei denjenigen Klöppeln, bei welchen das Fadenspanngewicht ausserhalb der Spule auf der sogen. Feder angeordnet ist, macht sich der Uebelstand empfindlich geltend, dass leicht eine Beschmutzung des Spulenfadens eintritt, indem das Spanngewicht zum Zwecke eines leichten Ganges auf der Feder geschmiert werden muss. Mit den hierfür angewandten Schmiermitteln kommt der Faden häufig in Berührung und auch das Gewicht selbst stösst bei voller Spule leicht an die Faden Wickelung, wodurch dann in der fertigen Waare in Folge der Verarbeitung des schmutzigen Fadens fleckige Stellen entstehen.

H. J. Quambusch in Ecksteinsloh bei Langerfeld hat im D. R. G. M. einen Klöppel unter Schutz stellen lassen, bei welchem, wie Fig. 66 und 67 erkennen lassen, das Fadenspanngewicht in einem gegen die Spule hin geschlossenen Gehäuse Führung erhält.

Das Spanngewicht w erhält in dem Gehäuse g Führung, welches gegen die Spule s hin durch eine Wand g1 abgeschlossen ist. Damit der Faden ohne Hilfswerkzeug durch die Führungsaugen des Klöppels geleitet werden kann, hat das Spanngewicht einen nach unten offenen Haken h und auf dem Gehäuse g ist durch einen eigenartig gebogenen Draht c der Führungshaken d und das Führungsauge o gebildet. Der Faden wird ohne Hilfswerkzeug in der aus der Fig. 66 ersichtlichen Weise in die Führungshaken h, d und o eingelegt.

Die Sperrung des Klöppels erfolgt mittels der fahnenartigen Klinke k, die an der Stange n im Kopfe p des Gehäuses geführt und durch das Gewicht w angehoben wird. Zwecks Auswechselns der Spule s kann die Klinke über den Spulenstift i gebracht und seitwärts gedreht werden.

Einen Klöppel mit Federspannung, bei welchem die den Faden spannende Spiralfeder zwecks leichter Reinigung ausserhalb der Spule auf dem die Spulensperrung tragenden Ständer angeordnet ist und zugleich den Aussetzer beherrscht, zeigt Fig. 68. Dieser Klöppel ist Gegenstand des D. R. G. M. Nr. 36003 von H. J. Quambusch in Ecksteinsloh und Fr. Soeding in Gevelsberg i. W.

Textabbildung Bd. 300, S. 147

Die Feder f sitzt auf dem Ständer g und hat am oberen Ende den offenen Fadenführungshaken h, dagegen ist sie am unteren Ende mit dem Aussetzer a verbunden, so dass sie bei der Anspannung durch den Faden m zugleich den Aussetzer so weit anhebt, dass derselbe über den Ausrückhebel der Maschine hinweggeht. In dieser Höhe wird der Aussetzer festgehalten, während die Feder entsprechend der gewünschten Spannung des Fadens nach oben hin ausgezogen wird, bis der Ring r des Hakens h unter den Stift i der Sperrklinke k stösst und diese auslöst, so dass ein weiteres Fadenstück von der Spule ablaufen kann. Beim Bruch des Fadens zieht sich die Feder zusammen und der Aussetzer fällt mit derselben auf die Spulenplatte s, wodurch die Ausrückung der Maschine herbeigeführt wird.

Textabbildung Bd. 300, S. 147

Fig. 69 und 70 veranschaulichen einen Klöppel von James Booth, Manchester, welcher Gegenstand des englischen Patents Nr. 2334 A. D. 1895 ist und bei welchem bei gleichzeitiger leichter Einziehung des Spulenfadens in die Führungsaugen ein sicheres Functioniren der die Spule sperrenden Klinke durch die Art des Fadenanzugs gesichert ist.

Die Fadenspule B sitzt frei drehbar auf dem Spulendorn F, welcher von einem consolartigen Ansatz der Klöppelführungshülse A getragen wird. Im Kopfe des Spulendorns F sitzt, um Zapfen D drehbar, die Sperrklinke |148| E mit dem Fadenführungsauge H. Das Ausheben derselben aus dem Zahnkranz der Spule erfolgt mit Hilfe des in der Klöppelhülse A gleitenden Gewichts N, welches die offene Fadenöse M trägt.

Der von der Spule B ablaufende Faden geht durch das Führungsauge O der Klöppelfeder L und läuft von hier nach dem Auge I der letzteren, passirt dann das Leitauge H in der Sperrklinke E, welche in einer schlitzförmigen Aussparung L1 der Klöppelfeder L spielt, und geht durch die Fadenöse M am Spanngewicht nach dem Leitauge K, durch welche der Faden zur Flechtstelle läuft.

In dem Maasse, wie der freie Faden verarbeitet wird, steigt das Spanngewicht, trifft schliesslich an die Sperrklinke E und löst diese aus. In Folge des durch das sinkende Fadengewicht auf den Faden ausgeübten Zuges wird die Sperrklinke sofort wieder in den Sperrkranz eingelegt und die Spule gebremst.

Textabbildung Bd. 300, S. 148

Die aus Holz angefertigten Spulen für Flecht- und Klöppelmaschinen haben verschiedene Nachtheile. Dieselben zerspringen leicht und werden auch krumm; ferner sind sie verhältnissmässig schwer und verursachen dadurch einen schweren Gang.

Ad. Frischkorn in Barmen stellt nun zwecks Beseitigung aller dieser Uebelstände nach dem D. R. G. M. Nr. 18497 die sechszackigen Riemengangspulen aus Papiermache her. Die so gewonnenen Spulen sind äusserst widerstandsfähig gegen äusseren Druck, da sie demselben elastisch nachgeben, haben ferner geringes Gewicht und verziehen sich nicht.

C. H. Luhn in Speisberg bei Ronsdorf fertigt nach dem D. R. G. M. Nr. 23615 die Spulen zum gleichen Zweck aus Metall und zwar Gelbguss, und zwar entweder in einem Stück oder aus einem Messingcylinder mit angelötheten Ringen, oder endlich aus einem Messingcylinder mit angelötheten Ringen, aber verstärktem Kopf- und Fussende. Die Spulen bieten dabei den Vorzug, dass sie sehr schwach gemacht werden können, also zur Aufnahme einer grossen Fadenmenge geeignet sind und sich wenig abnutzen.

Ein Klöppel, bei welchem bei leichtem Auswechseln der Spule und bequemem Einfädeln des Spulenfadens das Herausfliegen der Sperrklinke und Anheben der Spule verhindert werden, ist in den Fig. 71 bis 74 wiedergegeben. Dieser Klöppel ist Gegenstand des D. R. P. Nr. 86484 und rührt von Hermann Julius Quambusch in Ecksteinsloh bei Langerfeld und Friedrich Soeding in Gevelsberg i. W. her. Der Klöppelkopf a wird einerseits mittels einer Büchse b auf das Ende des die Fadenspannung tragenden Ständers c aufgesteckt, andererseits greift derselbe mittels einer Oeffnung d über die Spitze der Spulenspindel f und findet in einer Einkerbung f1 genannter Spitze durch eine geringe Federung der Spindel f und des Ständers c gegen einander einen festen Halt. An dem Kopfe a sind zu einer geeigneten Führung des Fadens i die Augen o1o2o3 angeordnet. Die Sperrklinke besteht aus einem wagerechten Arm s und einer Hülse h, welche um die Büchse b des Kopfes greift und auf dieser auf und ab bewegbar ist. Der wagerechte Arm oder die eigentliche Klinkes erhält weitere Führung in dem Schlitz g1 der Platte g, welche unter dem Klöppelkopf befestigt ist. Die Klinke kann sich nur so hoch heben, als es der Schlitz g1 gestattet, und ist ein Herausfliegen gänzlich ausgeschlossen. Die Führungsplatte g dient gleichzeitig, indem sie mit ihrem unteren Ende über den Rand r der Spule a steht, zum Halten der letzteren gegen das Anheben auf der Spindel f durch den Zug des Fadens i, wenn die Abwickelung desselben am unteren Ende der Spule erfolgt.

Textabbildung Bd. 300, S. 148

Der Ständer c erhält einen kantigen Querschnitt, um die aufgesteckten Theile, den Klöppelkopf sowohl, wie auch das untere Fadenführerauge o4, an welchem zugleich die Spannfeder m mit dem Ausrücker p oder das Spann- und Ausrückgewicht m1p1 (Fig. 72) angebracht ist, gegen seitliche Drehung zu sichern.

Wenn zwischen der Klinke s und dem Steg a eine diese Klinke von a abdrückende Feder angeordnet wird, so kann der beschriebene Klöppel auch in wagerechter Lage oder nach unten hängend arbeiten.

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