Titel: Metallsägen, sogen. „Diamantstahlsägen“.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1896, Band 300/Miszelle 4 (S. 216)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj300/mi300mi09_4

Metallsägen, sogen. „Diamantstahlsägen“.

Ueber die Metallbogensägen der Fuldaer Maschinen- und Werkzeugfabrik von Wilhelm Hartmann in Fulda macht die Badische Gewerbezeitung folgende anerkennende Mittheilung, die wir nach unsern Versuchen nur bestätigen können.

Genannte Firma hatte bei der Erzeugung von Metallsägen richtig erkannt, dass dieses Werkzeug noch wenig vortheilhaft durchgebildet und deshalb von einer geringen Leistungsfähigkeit war. Es galt hier, für das Sägeblatt ein dienlicheres Rohmaterial zu beschaffen und der Zahnform, deren Stellung und den Querschnittsabmessungen des Blattes, entsprechend den damit zu bearbeitenden verschiedenen Metallen, bessere Verhältnisse zu geben, als sie die altgebräuchlichen Metallsägen aufwiesen. Nach ausdauernden Bemühungen bringt Hartmann Metallsägen in den Handel, die den höchstmöglichen Härtegrad mit trefflicher Biegsamkeit des Blattes verbinden; auch gelang es ihm, Zahnform und Stellung der Zähne zu verbessern und für richtige Herstellung derselben Specialmaschinen zu construiren, welche ihm die Anfertigung eines gleichmässigen Fabrikats sichern. Seine Fabrikate dürften in Güte die besten englischen und amerikanischen übertreffen.

Es werden vier Marken geführt: a Diamantstahlsägen mit gehauenen Zähnen und flachem Blatt (schwarzes Aussehen); b desgl. mit gefrästen, abwechselnd geschränkten und gerade stehenden Zähnen (schwarz); c desgl. mit gefrästen Zähnen, hohlgeschliffenem Blatt und starken Angeln (blank polirt), geschützt durch G. M. Nr. 8984; d desgl. mit wechselseitig schräger Zahnung, hohlgeschliffenem Blatt und starken Angeln (blank polirt), geschützt durch D. R. P. Nr. 67165.

Die Sägen der Marke a sind seit 10 Jahren bekannt und beliebt geworden. Die Marken b, c und d werden auf eigens hierfür construirten Maschinen hergestellt, ausserdem ist bei ihnen auf die verschiedenen Zwecke Rücksicht genommen, denen zu dienen sie bestimmt sind.

So eignet sich die Marke b wegen ihrer eigenthümlich geschränkten Zähne besonders zum Durchschneiden weichen und zähen Materials, indem die Schränkung das Festsetzen der Späne in den Zahnlücken nicht zulässt. Sie wird also in Gelb- und Bronzegiessereien, Armaturen- und Maschinenfabriken, auch Schlossereien ganz am Platze sein.

Die Marken c und d sind zum Zerschneiden von Eisen und härterem Material bestimmt; bei diesen ist das Blatt von den Zähnen aus nach dem Rücken hin dünner und dabei hohl geschliffen, so dass das Klemmen der Säge beim Eindringen in das Material verhütet wird, wie es auch bei den Sorten a und b der Fall ist, und dem Zahngrund kann eine grössere Stärke gegeben werden, als dies beim Aufhieb des Zahnes möglich ist. Hierdurch und durch die richtig gewählte Neigung der Zähne wird es erreicht, dass diese nicht ausbrechen, trotzdem sie glashart sind. Die wechselartig nach vorn geneigten schrägen Schneidkanten kommen so zur Wirkung, dass ihre zurückliegenden (nacheilenden) Theile nach und nach angreifen, sie schneiden also wie ein Hobelstahl in das Material ein.

Das Dutzend Sägeblätter kostet bei einer Länge von 180 mm, von Ende bis Ende Loch gemessen, in a-Marke 3,40 M., b-Marke 3,70 M., c-Marke 4 M. und in der d-Marke 5 M.; bei grösseren Längen, die bis 350 mm gehen, treten entsprechend höhere Preise ein.

Das Aufschärfen stumpf gewordener Diamantstahlsägen wird von der Firma für 1,50 M. das Dutzend ausgeführt. Hartmann liefert für seine Sägen einen praktischen Sägebogen (G. M. Nr. 20778) mit neuer Art der Blattaufhängung.

Ueber Dauer und Leistungsfähigkeit der Hartmann'schen Metallsägen liegen günstige Zeugnisse bedeutender Geschäfte vor.

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: