Titel: Neues über Explosivstoffe und Sprengarbeit.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1896, Band 301 (S. 16–21)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj301/ar301004

Neues über Explosivstoffe und Sprengarbeit.

Von O. Guttmann.

In meinem Werke über „Die Industrie der Explosivstoffe“1) (Braunschweig 1895) habe ich über die Zusammensetzung und die Erzeugung des britischen Militärpulvers „Cordit“ (von cord, die Schnur) wohl die ersten eingehenden Mittheilungen gebracht. Man wird begreifen, dass ich vielfache Rücksichten zu beobachten habe, und deshalb trotz meiner genauen Kenntniss dieses Pulvers nur solche Nachrichten der Oeffentlichkeit übergeben kann, welche mehr oder weniger auch Anderen zugänglich sind. Aus verschiedenen Berichten, welche entweder im Parlamente gegeben wurden, oder in kleinen Notizen in Zeitungen verstreut sich fanden, sowie aus einer Vorlesung von Oberst Barker in der United Service Institution und einem offenbar halbamtlichen Communique im Engineer vom 13. März 1896 ergänze ich nachfolgende Skizze dieses interessanten Pulvers.

Wie erinnerlich, besteht Cordit aus einer Mischung von 58 Tb. Nitroglycerin und 37 Th, Schiessbaumwolle (etwa 10 Proc. löslicher Nitrocellulose enthaltend), welche von Hand gemengt und sodann in einer Knetmaschine mit 19,2 Th. Aceton 3½ Stunden lang behandelt wird. Hierauf werden 5 Th. Vaseline hinzugefügt und weitere 3½ Stunden lang geknetet, wonach der entstandene Teig zu Schnüren gepresst wird. Dies geschieht entweder in Schrauben- oder hydraulischen Pressen. Die Abbildung einer Schraubenpresse ist in meinem Buche gegeben und sie zeichnet sich dadurch aus, dass ein hydraulischer Buffer vorgesehen ist, welcher beim Ueberschreiten des vorgeschriebenen Druckes den Treibriemen ausrückt. Die hydraulischen Pressen sind von der üblichen Construction, und bei beiden Arten von Pressen liegt das Schwergewicht für die regelmässige und gute Erzeugung des Cordits in den Formen und Stempeln. Die Form trägt je nach der Dicke der zu erzeugenden Schnur ein oder mehrere Mundstücke, durch welche der Teig in einer endlosen Schnur austritt. Diese wird entweder, bei dickeren Gattungen, sofort in die für die Patronen erforderliche Länge geschnitten, oder, für Gewehrpulver, wird sie selbsthätig, wie beim Zwirnspulen, auf aus Stahlblech gestanzte Trommeln in Mengen von etwa 1 Pfund aufgewickelt. Das Schneiden der dickeren Gattungen geschieht entweder auf Trommeln, wie Wachsdraht, oder die Schnur läuft auf ein Transportband, welches in entsprechenden Entfernungen Messer eingesetzt hat, und geht mit diesem unter eine kleine Walze hindurch. Dies bewirkt, dass die auf den Messern liegende Schnur von der sich drehenden Rolle abgekneift wird, worauf der bedienende Junge die Schnüre abnimmt und sie auf flache Trockenrahmen legt. Das fertige Cordit kommt in Trockenhäuser, wo es einem Luftstrome von 100° F. (377/9° C), je nach der Dicke der Schnur 3 bis 8 Tage lang ausgesetzt wird, um möglichst alles Aceton auszutreiben. Das getrocknete Cordit wird einer Vermengungsoperation unterzogen, wie dies bei Pulver stets der Fall war, um gleichmässige grössere Quantitäten zu erzielen. Beim Gewehrcordit geschieht dies, indem je zehn Trommeln auf eine einzige Trommel (Nr. 2), und je sechs Trommeln Nr. 2 auf eine dritte abgewickelt werden. Von dieser werden dann die 60 Schnüre auf einmal in die Patrone eingeführt und auf die erforderliche Länge abgeschnitten.

Wie alle colloïdalen rauchlosen Pulver verbrennt auch das Cordit, selbst unter dem hohen in Geschützen herrschenden Drucke, von der Oberfläche aus nach innen, und dies hat sich bei theilweise unverbrannt herausgeschleuderten Ballistit- und Corditstücken klar gezeigt, indem erstere ihre cubische, letztere ihre cylindrische Form so glatt beibehielten; als ob sie erst die Maschine verlassen hätten, jedoch ihre Grösse bezieh. ihr Durchmesser war bedeutend vermindert. Durch diese Eigenthümlichkeit ist es möglich, eine einzige Pulvermischung zu verwenden, und je nach dem Kaliber des Geschützes, dem Laderaume und der Rohrlänge nur die Grösse der Würfel beim Ballistit und die Dicke der Schnur beim Cordit zu verändern, um eine mehr oder minder lebhafte Verbrennung zu erzielen, da ja die Verbrennungsgeschwindigkeit in diesem Falle in dem Verhältnisse der Oberfläche zur Masse steht. Am lebhaftesten verbrennt dann natürlich solches Cordit, bei welchem die Schnüre in dünne Scheibchen, in der Form wie das österreichische Militärpulver, geschnitten werden, und man verwendet solches, bei welchem auch die die Verbrennung mässigende Vaseline weggelassen ist, zu Exercirpulver.

Die in Dienst gestellten Corditgattungen sind die folgenden:

0,0100 Zoll (in kurze Stückchen geschnitten) für
Armeerevolver
0,0375 „ Durchm. für das 0,303zöllige Magazins-
gewehr
11 Zoll lang 0,05 „ „ für das 12pfündige Hinterlade-
geschütz
14 Zoll lang 0,20

0,30

0,50
„ „

„ „

„ „
für das 4,7zöllige Schnell-
feuergeschütz
für das 6zöllige Schnellfeuer-
geschütz
für die 12zöllige Draht-
kanone

Die Dicke des Cordits richtet sich, wie erwähnt, nach den Geschützverhältnissen, und von grosser Wichtigkeit ist insbesondere das Verhältniss des Laderaumes zur Ladedichte. 17¾ Cubikzoll Cordit wiegen 1 englisches Pfund, was fast ganz genau einem specifischen Gewichte von 1,600 entspricht. Man kann annehmen, dass der Gasdruck in Schnellfeuergeschützen nicht über 40 t für 1 Quadratzoll (630 at) und in den meisten gewöhnlichen Geschützen 20 t (315 at) beträgt. Würde Cordit mit einer Ladedichte von 1,600 benutzt werden, so entstünde ein Gasdruck von fast 1900 at, was keinem Geschütze zugemuthet werden kann. Bei einer Ladedichte von 54 Cubikzoll für 1 Pfund (0,525) erhält man aber nur 630 at und bei 100 Cubikzoll (0,284) niemals mehr als 315 at Gasdruck. Hieraus folgt, dass etwaige klimatische Veränderungen des Pulvers |17| und Geschützes, sowie der Zustand der Geschützseele und des Projectiles bei hoher Ladedichte grösseren Einfluss üben, als bei kleinerer.

In dem britischen Reiche, in welchem die Sonne niemals untergeht, hat ein Pulver noch ganz anderen Ansprüchen zu genügen, als sie z.B. in einem continentalen Staate gestellt werden dürften. Von den furchtbaren Winterkälten in Canada bis zu den tropischen Hitzen in Guyana, von den Sümpfen in Ashanti bis zu der wasserlosen Ebene in Aden, gibt es eine solche Abwechslung an Sonne und Schneefall, an Fieberfeuchte und Dürre, dass ein Reich, welches nicht überall stehende Heere und grosse Kriegsvorräthe halten kann, sondern im Falle der Noth rasch Truppen und Material zuschicken muss, auch sein Pulver so einzurichten hat, dass es möglichst überall mit gleich gutem Erfolge zu verwenden sei. In den 6 Jahren, während welcher Cordit den verschiedensten Proben unterzogen wurde, hat es sich stets sehr gut bewährt.

Es ist bekannt, dass fast alle Nitrokörper enthaltenden Explosivstoffe eine Temperatur von 45° C. nicht auf die Dauer vertragen, ohne eine Zersetzung zu erleiden, welche wohl keine unmittelbare Gefahr mit sich bringt, dafür aber die ballistischen Ergebnisse des Pulvers beeinflusst. Bei Nitroglycerinpulvern, wie Cordit und Ballistit, ist auch noch die Verdampfung des Nitroglycerins in Rücksicht zu ziehen, welche, wie ich an anderen Orten nachgewiesen habe, selbst bei nur 40° C. dazu führen kann, dass in verhältnissmässig kurzer Zeit der Nitroglyceringehalt des Pulvers bedeutend fällt und das Pulver dadurch brisanter wird. Bei colloïdalen Pulvern tritt diese Verdunstung viel langsamer ein, als z.B. bei Kieselguhrdynamit, und wenn das Pulver gut hergestellt ist, so wird, wie dies bei Ballistit und Cordit thatsächlich der Fall ist, der ballistische Effect sich noch innerhalb der zulässigen Grenzen halten, selbst wenn das Pulver jahrelang unter ungünstigen Verhältnissen lagert. Ausgedehnte Versuche mit Cordit in Indien lassen dies sicher behaupten.

Andererseits ist es gleichfalls von der Sprenggelatine her bekannt, dass sie beim Aufthauen nach dem Gefrieren Nitroglycerin austreten lässt, und eine der in Grossbritannien vorgeschriebenen Proben besteht darin, dass die Sprenggelatine dreimal hinter einander frieren und aufthauen gelassen wird. Auch Cordit lässt beim Aufthauen minimale Mengen von Nitroglycerin austreten, welche jedoch allmählich wieder aufgesaugt werden, nachdem bei der grossen Dichte des Cordits nur die Aussenflächen hierbei ins Spiel kommen können. Der ballistische Effect wird jedoch weder durch grosse Kälte noch durch Aufthauen wesentlich beeinträchtigt, wie Experimente, welche einen ganzen Winter hindurch in Quebec durchgeführt wurden, darthaten.

Ueber die allgemeinen Eigenschaften des Cordits spricht sich Engineer wie folgt aus: Die gelegentliche Aussetzung in höheren Temperaturen als 100° F. in den Patronentaschen der Mannschaft und in den Munitionskästen der Kanonen verursacht keine nachtheilige Wirkung. Directes Sonnenlicht verwandelt Cordit rasch in eine stark dunkel gefärbte Masse und zerstreutes Licht hat dieselbe Wirkung, jedoch nur nach sehr viel längerem Aussetzen. Directes Licht bewirkt langsame Zersetzung; aber Schnüre, welche mehrere Jahre lang zerstreutem Lichte ausgesetzt waren, zeigten keine schätzbare chemische Veränderung, obzwar ihre Farbe viel dunkler wurde. In Folge gänzlicher Abwesenheit von Staub ist Cordit ein bemerkenswerth sicherer Explosivstoff in der Handhabung. Es kann durch einen starken Schlag zur Explosion gebracht werden, wie z.B. wenn eine auf einen Amboss gelegte Schnur mit einem Hammer getroffen wird; in einem solchen Falle explodirt der Theil, welcher sich unmittelbar unter dem Hammer befindet, aber die Explosion verpflanzt sich nicht auf die Schnur zu beiden Seiten des Hammers. Wenn es in freier Luft, oder selbst in die reglementsmässigen Kisten von 100 Pfund eingeschlossen, angezündet wird, so brennt es nur mit einer starken Flamme, auch wenn dies mit beträchtlichen Mengen geschieht. Es hat so ein Scheiterhaufen, welcher um acht auf einander gelegte Kisten errichtet wurde, nur den Inhalt der Kisten nach einander in dem Maasse angezündet, als das Holz derselben verbrannte, und es fand nicht nur keine Explosion statt, sondern die Deckel der Kisten wurden nur so weit geöffnet, um die Verbrennungsproducte entweichen zu lassen. Auch ein provisorisches Magazin, in welchem 2 t Cordit auf Gitterrahmen vertheilt waren, wurde 14 Tage lang auf einer Temperatur von 100° F. erhalten und dann angezündet. Es fand keine Explosion statt. Das Schieferdach wurde durch die plötzliche Gasentwickelung abgehoben, auf der Seite des Gebäudes zur Erde gebracht, und war nicht mehr beschädigt, als dem Falle zugeschrieben werden konnte; die Fenster in den Mauergiebeln waren nicht gebrochen, und die Thür musste aufgesperrt werden, um die Feuerwehr einzulassen. Es ist überhaupt schwer, Cordit zu entzünden, selbst in der Ladung eines Geschützes, und es müssen für Kanonen Initialzündungen aus Schiesswolle oder Schwarzpulver und für Kleingewehre Zündhütchen mit einer Ladung von stark feuergebendem Satze verwendet werden. Wenn aber die Initialzündung genügend ist, so sind Versager und Nachbrenner selten.

Mit Bezug auf Erosion kann gesagt werden, dass sie gewiss nicht grösser als bei Schwarzpulver und von einer günstigeren Art ist. Schwarzes und braunes Pulver fräsen aus und erzeugen rauhe unregelmässige Kanäle im Laufe, während Cordit die Oberfläche gleichmässig auszufegen scheint. Diese Wirkung ist wahrscheinlich dem Umstände zuzuschreiben, dass in den Verbrennungsproducten sich weder feste noch flüssige Bestandtheile finden, und dass ein grosser Procentsatz von Kohlenoxyd bei hoher Temperatur vorhanden ist. Die Erosion erstreckt sich nur auf einige Kaliberlängen im Laufe, und aus diesen Gründen ist es möglich, mit Expansionsführungsringen am Geschosse die Kanone länger dienstfähig zu erhalten, als mit Schwarzpulver. Es muss berücksichtigt werden, dass die ballistischen Resultate mit Cordit in der Regel viel grösser sind, als mit Schwarzpulver; bei der 12zölligen Schiffskanone z.B. ist die dem Geschosse mitgetheilte Energie 1,8mal grösser, als in der Kanone alten Modells, deshalb ist auch grössere Abnutzung zu erwarten.

Die britische Regierung wurde bekanntlich von Alfred Nobel wegen Verletzung seines Ballistitpatentes durch die Erzeugung des Cordits verklagt. Die angerufenen drei Instanzen waren der Ansicht, dass Nobel nur die Verwendung von löslicher Nitrocellulose, und zwar mit absichtlichem Ausschlusse der unlöslichen, patentirte, und dass deshalb die Regierung, welche unlösliche Nitrocellulose |18| (gewöhnliche Schiessbaumwolle mit einem der Fabrikation anhaftenden Procentsatze löslicher Nitrocellulose) gebraucht, eine Patentverletzung nicht begangen habe. Da der Process sich hauptsächlich um die Lösung dieser einzigen Frage drehte, so war die 14tägige Verhandlung ziemlich eintönig, doch war bemerkenswerth die Anzahl von deutschen Sachverständigen, u.a. die Professoren Benedikt und Lunge, und der Referent. Nun steht der Regierung ein neuer Process bevor, diesmal von Hiram Stevens Maxim, dem Erfinder der bekannten Schnellfeuergeschütze. Maxim hat die Mischung von Nitrocellulose, Nitroglycerin und Oel, insbesondere Ricinusöl, patentirt, während die Regierung die beiden ersteren mit Vaseline vermengt. Vom chemischen und kriegstechnischen Standpunkte aus dürfte dieser bald zur Verhandlung gelangende Process weit grösseres Interesse erwecken.

Seit etwa 2 Jahren waren Gerüchte über ein in der russischen Armee eingeführtes neues rauchloses Pulver im Umlaufe, das von Prof. Mendelejew erfunden und Pyrocollodion genannt sein sollte. Im vorigen Jahre hatte Referent Gelegenheit, Prof. Mendelejew zu sehen, konnte aber bloss erfahren, dass Pyrocollodion eine vollkommene Art von Nitrocellulose sei. Nun bringt das Journal der russischen Marine und aus ihm auszugsweise die Revue Industrielle, October 1895, ein amtliches Communique über das neue Pulver, dem Folgendes entnommen ist:

Ueber Auftrag des Marineministers haben sich Mendelejew und Tscheltsow, unterstützt von einer grösseren Anzahl von Chemikern, mit dem Studium des rauchlosen Pulvers in den Jahren 1891 bis 1895 beschäftigt. Das Resultat ist die Erzeugung einer „Pyrocollodion“ (aus Pyroxylin und Collodion) genannten Nitrocellulose und eines offenbar aus Pyrocollodion allein bestehenden, mit Hilfe eines Lösungsmittels gelatinirten rauchlosen Pulvers, welches zu Blättchen verschiedener Dicke verarbeitet wird.

Mendelejew ging von der Idee aus, dass beim Nitriren von Baumwolle sich ausser der sogen. löslichen und unlöslichen Nitrocellulose auch noch solche in reinem Alkohol lösliche, ferner Hydrocellulose u.s.w. bilden. Es ist bekannt, dass die beiden ersteren zur Erzeugung rauchloser Pulver Verwendung finden. Mendelejew scheint nun die ausschliessliche Verwendung einer bestimmten Nitrocellulosegattung nicht als wünschenswerth zu betrachten, vielmehr darauf hingearbeitet zu haben, eine solche Nitrocellulose zu erhalten, deren Stickstoffgehalt sich zwischen der Hexa- und Tetranitrocellulose bewegt. Er beleuchtet dieses Bestreben durch den Hinweis auf sogen. „pyroxylische“ Pulver, welche aus einem Gemenge von Schiessbaumwolle und Collodiumwolle bestehen, und bei welchen, wie er sagt, das Pyroxylin der explosive Factor und das „Collodion“ das gelatinirende Agens sei. (?) Mendelejew fand, dass manche lösliche Nitrozellulosen in Alkohol und Aether eine Gelatine bilden, andere, niedriger nitrirte aber sich „wie Zucker“ auflösen, und sein Bestreben ging dahin, eine Nitrocellulose herzustellen, welche einen der Eder'schen Pentanitrocellulose nahekommenden Stickstoffgehalt besitzt und sich doch „wie Zucker“ löst. Dies ist ihm durch blosse Behandlung der Baumwolle mit einem Gemische von Salpetersäure und Schwefelsäure gelungen und er gibt dieser Nitrocellulose die Formel C30H38(NO2)12O25. Sie steht nach ihm zwischen der Eder'schen Pentanitrocellulose mit 12,75 Proc. Stickstoff und der gewöhnlichen Collodionwolle mit 11,5 (11,11?) Proc. Stickstoff, und sie hat nach dieser Formel 12,44 Proc. Bei seinen Versuchen hat er sie, von der Eder'schen Pentanitrocellulose ganz verschieden, durch directe Reaction bekommen.

Mit diesem Pyrocollodion begannen nun im J. 1892 Versuche zur Herstellung eines rauchlosen Pulvers. Es gelatinirt sich vollständig, lässt sich leicht in Platten formen, und sobald es getrocknet ist, bildet es eine homogene, transparente Masse, welche Leim oder Celluloid ähnlich ist. In geschlossenem Gefässe explodirt, hinterlässt es keine Spur eines Rückstandes. Das Pyrocollodion hält die Abel'sche Wärmeprobe bei 65° stundenlang aus, besonders wenn es vorher mit Wasser und Alkohol ausgewaschen wurde. Zu Pulver verwandelt, verträgt es Erwärmung auf 110° durch 8 Stunden, ohne Lackmuspapier zu röthen.

Versuche in der Berthelot'schen Bombe und mit der Stauchprobe zeigten, dass man aus dem Pyrocollodion Blättchen mit einer Verbrennungsgeschwindigkeit zwischen 10 und 200 Zehntausendstel – Secunden herstellen könne, und dass die Verbrennungsdauer der Dicke der Blättchen proportional sei. Die Blättchen für Gewehrpulver haben ¼ mm Dicke, und durch thermochemische Versuche im Laboratorium wurde constatirt, dass die gleichen Geschwindigkeiten und Gasdrücke wie mit Schiesswollpulvern durch um 40 Proc. dünnere Blättchen zu erzielen sind. Das Pulver zeichnet sich durch regelmässige Resultate und durch die progressive Vergrösserung der Drucke und Geschwindigkeiten mit der Ladung aus.

Nachstehend sind einige Resultate von Schiessversuchen:

Gewehr mit 805 mm Lauflänge, Kaliber 8 mm, Gewicht des Geschosses 13,77 g, Pyrocollodionpulver in Blättchen von 0,250 mm Dicke, spec. Gew. 1,621.

Ladung Gasdruck Anfangsgeschwindigkeit
g at m
2,3 2081 622,5
2,4 2108 643
2,5 2352 717

Dasselbe Gewehr, specifisches Gewicht des Pulvers zwischen 1,618 und 1,621, Ladung 2,30 g.

Dicke der Blättchen Gasdruck Anfangsgeschwindigkeit
mm at m
0,225 2431 627
0,255 2081 622,5
0,300 1588 563

Auch mit Schnellfeuergeschützen und Kanonen bis zu 12 Zoll wurden sehr gleichmässige Resultate und hohe Geschwindigkeiten erzielt, wobei nur die Dicke der Körner geändert wurde. Mit einer Ladung von 100 k wurde in einer 12zölligen Kanone eine Geschwindigkeit von 786 m bei 2540 at Druck erreicht.

Das Pyrocollodion soll auch schon in Bergwerken und für Granaten verwendet werden.

Prof. Mendelejew ist von Nitroglycerinpulvern nicht besonders eingenommen. Vor allem sagt er, enthalten sie zu wenig Sauerstoff, um den vorhandenen Kohlenstoff und Wasserstoff in Kohlenoxyd und Wasser zu verwandeln. Sodann fährt er wie folgt fort: Die Nitroglycerinpulver haben die Aufmerksamkeit nicht bloss deshalb erregt, weil ihre Herstellung leicht und billig ist, sondern auch weil sie gleichmässig und plastisch sind und sich leicht in Fäden, Streifen, Würfel und Körner verschiedener Grössen, je nach der Waffe, welcher sie dienen sollen, verarbeiten lassen. Wenn man diese Pulver auf 110° erwärmt, so |19| haben sie mehr Neigung zur Zersetzung als Schiesswollpulver. Diese Erscheinung erklärt sich durch die Thatsache, dass das zu deren Herstellung verwendete Nitroglycerin häufig mit fremden Stoffen von sehr niedrigem Schmelzpunkte vermischt ist. Wenn das unreine Nitroglycerin durch reines und krystallisirtes Nitroglycerin ersetzt wird, so ist man sicher, diesen Fehler zu vermeiden. Nichtsdestoweniger haben die fast überall zur Verwendung der Nitroglycerinpulver angestellten Versuche gezeigt, dass diese Pulver, welche für Gewehre und Kanonen von kleinem Kaliber gut sind, in Kanonen von 9 bis 12 Zoll oft schwer zu verwenden sind. Würde man den Nitroglyceringehalt vergrössern, so würden diese Pulver die Geschütze rapid zerstören. Dennoch hat man mit diesen Pulvern noch kein Bersten der Geschütze beobachtet, während solche Unfälle mit Schiesswollpulvern häufig vorkommen. Abgesehen davon, dass die Erzeugung der letzteren kostspielig ist, geben sie auch Anfangsgeschwindigkeiten, welche nicht dem durch die Explosion entwickelten Maximaldrucke entsprechen, so dass, um sie für Geschützzwecke zu verwenden, es nothwendig wäre, für jedes Kaliber die Zusammensetzung und die Dimensionen der Körner oder Blättchen zu verändern.

Es ist natürlich nicht möglich, auf so dürftige Nachrichten hin ein neues Pulver zu beurtheilen. Dass man Pulver herstellen könne, deren Zusammensetzung selbst für die grössten Geschütze stets die gleiche ist, und bei welchen nur die Dimensionen der Körner oder Schnüre geändert werden, hat man ja beim Ballistit und Cordit unter anderen gefunden. Prof. Mendelejew hat seinen Vergleich einigermaassen erleichtert, indem er sich mehrfach auf „pyroxylische“ Pulver bezieht, aber solche mit einem absichtlichen Gemenge von löslicher und unlöslicher Nitrocellulose gibt es doch nur wenige und sie haben eine geringe Verbreitung; andererseits geht es doch nicht an, der löslichen Nitrocellulose bloss eine gelatinirende Wirkung im Pulver zuzuschreiben. Die Wärmeprobe bei 65° ist wohl jetzt schon überall aufgelassen, und entweder 76⅔° (180° F.) wie in England, oder 80° wie in Deutschland vorgeschrieben. Dass es möglich sei, Nitrocellulosen herzustellen, welche „löslich wie Zucker“ sind, war Kennern geläufig. Ueberhaupt ist nächst der Cellulose selbst wohl nichts so complicirt als Nitrocellulose. Es gibt einige wenige Leute, welche diesen Körper eingehend studiren; aber nach jahrelangem Mühen sind sie der Frage wohl etwas näher an den Leib gerückt, gelöst haben sie dieselbe noch nicht. So viel scheint jetzt mit Berechtigung gesagt werden zu können, dass es keine scharf abgegrenzten Zwischenstufen von Nitrocellulose gibt, sondern dass es, von einer bloss in Alkohol löslichen angefangen, bis zu einer bloss in Aceton löslichen Nitrocellulose alle möglichen Varianten herzustellen möglich ist, von welchen manche in Aetheralkohol unlöslich sein mögen und doch einen geringeren Stickstoffgehalt haben als solche, die darin löslich sind. Welches Verhalten die Nitrocellulose in den Lösungsmitteln zeigt, ist ebenso wenig aufgeklärt, und es scheint mir auch hier kaum möglich, eine scharfe Grenze zu ziehen. Wenn ich Prof. Mendelejew richtig verstehe, wo er von „Gelatine bildender“ und „wie Zucker löslicher“ Nitrocellulose spricht, so denkt er sich unter ersterer eine solche, welche mit dem Lösungsmittel bloss aufquillt, ohne ihre Structur zu verändern, während die letztere eine homogene, structurlose Lösung geben soll, wie sie eben wirkliche Lösungen darstellen. Dies, ich befürchte sehr, dürfte nicht der Fall sein. Schon Dr. Hartig, der Mitarbeiter Otto's, hat im J. 1846 gefunden, dass mit wenig Essigäther eine dicke Gelatine entstehe, wenn aber viel davon verwendet wird, so werde sie leichtflüssig. Im J. 1847 schrieb de Vrij an Pelouze: „L'acétone transforme lapyroxyline immédiatement en une gelée transparente qui est coagulée par l'eau en des flocons blancs ayant beaucoup de ressemblance avec le coton. En employant une grande quantité d'acétone la pyroxyline est tout à fait dissoute (Aceton verwandelt Pyroxylin sofort in eine transparente Gelatine, welche durch Wasser in weisse, der Baumwolle sehr ähnliche Flocken coagulirt wird. Wenn man eine grosse Menge von Aceton verwendet, so wird das Pyroxylin vollständig gelöst). Dem unbewaffneten Auge erscheinen Gemenge von Schiesswolle und z.B. Aetheralkohol bald als bloss aufgequollene Mischung, bald als vollständige, mehr oder weniger klare Lösung. Untersucht man aber solche Lösungen unter dem Mikroskope, so findet man, vorausgesetzt, dass dem Brechungsindex der einzelnen Bestandtheile Rechnung getragen wird, dass eine wirkliche Lösung, wie z.B. bei Zucker, nicht stattfindet, sondern dass die Schiesswolltheilchen noch immer erkennbar sind. Dies findet z.B. bei Nitroglycerinpulvern in noch deutlicherem Maasse statt, und es ist möglich, das Nitroglycerin aus einem solchen ganz zu extrahiren und eine schwammförmige, poröse Masse von der ursprünglichen Form zu erhalten, die nur aus Nitrocellulose besteht. Es scheint mir alles darauf hinzudeuten, dass das Bestreben der Pulvertechniker lediglich dahin gerichtet sein muss, eine solche Nitrocellulose zu erzeugen, welche neben dem gewünschten Stickstoffgehalte noch die Eigenschaft hat, sich durch das gewählte Lösungsmittel nach dessen Verdampfung in eine vollständig homogene, möglichst dichte Masse zu verwandeln, und diesen Bedingungen scheint das Pyrocollodion vollständig zu entsprechen.

Die Frage der Verwendung von Explosivstoffen in Schlagwetter führenden Kohlengruben hat trotz der in den meist interessirten Ländern gebildeten Schlagwettercommissionen bisher leider keinen erheblichen Fortschritt gemacht. Es würde zu weit führen, stets die, oft sehr langathmigen, Berichte hier auch nur auszugsweise wiederzugeben. Die französische Commission kam schon im J. 1889 zu dem Schlusse: „Wegen der Complicirtheit und Unsicherheit der durch Detonation an freier Luft entstehenden Erscheinungen wird es stets gerathen sein, das Abfeuern von Schüssen in solchen Grubenstrecken zu vermeiden, wo das Gemenge von Luft und Methan entzündlich ist, selbst wenn der verwendete Explosivstoff einer jener ist, welche als am meisten sicher gelten. Die Wahl eines solchen Explosivstoffes sollte als die Explosionsgefahr beträchtlich vermindernd, aber nicht als sie absolut verhindernd betrachtet werden.“ Alle bisher angestellten Versuche haben noch nicht die Richtigkeit dieses dem gesunden Menschenverstände entsprechenden Urtheiles umstossen können. Noch ärger ist es, dass, wenn an einem Orte ein Explosivstoff als sicher befunden wurde, dies an einem anderen nicht gelingt, und dass dadurch eine Zeitlang Fabrikant und Publicum sich in falschen Hoffnungen wiegen. Ein Explosivstoff, welcher die gefährlichste |20| Mischung von Methan und Luft nicht zündet, mag Kohlenstaub allein zünden, bei einem anderen ist eine kleine Ladung sicher, eine grössere aber nicht mehr.

Die englische Commission hat vorgeschlagen, dass das Schiessen mit Schwarzpulver ganz zu verbieten sei, und hat sich doch mit Rücksicht auf die durch ein solches Verbot schwer getroffene Industrie nicht entschliessen können, mehr zu thun, als die Verwendung einschränken zu lassen. Ueber den Werth der Sicherheitssprengstoffe waren die Meinungen noch mehr getheilt. Schliesslich hat man prophylaktische Maassregeln, wie die ausschliessliche Verwendung von Lehmbesatz, das Befeuchten der Strecken, die Benutzung dicht schliessender „Hunde“ u.s.w. vorgeschlagen.

Von Interesse sind Versuche, welche in neuerer Zeit Bergassessor Winkhaus auf der Grube „Consolidation“ in Schalke mit verschiedenen Sicherheitssprengstoffen durchführte. 100 g Gelatinedynamit (deutscher Zusammensetzung) zünden sicher ein 6procentiges Schlagwettergemenge oder Kohlenstaub. Dagegen hat sich bisher am sichersten das Kohlencarbonit (siehe unten) gezeigt, welches selbst in Ladungen über 600 g keine Entzündung hervorrief. Wie ersichtlich, ist dieses Kohlencarbonit eigentlich das altbekannte Dynamit Nr. 3 und enthält kein Ammonnitrat, welches nach den Versuchen von Mallard und Le Chatelier als Panacee galt. Dagegen ist wieder nach Versuchen, welche Oberingenieur Franz Brzezowski und Director Alfred Siersch in der Oesterreichischen Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen vom 4. Januar 1896 veröffentlichten, Progressit als jener Sprengstoff anzusehen, welcher „bis jetzt bezüglich der Sicherheit von keinem Präparate übertroffen wurde“. Klar werden wir erst dann in dieser Frage sehen können, wenn eine internationale Commission von Sachverständigen, sowohl Bergleuten wie Sprengstoffabrikanten, auf vollkommen wissenschaftlicher und doch gesund praktischer Basis eingehendste Versuche gemacht haben wird, – wozu allerdings sehr viel Geld gehört.

Einen guten Anfang in richtigem Sinne hat Director Alfred Siersch von der Pressburger Nobel'schen Dynamitfabrik gemacht, indem er die Flammenerscheinungen bei der Explosion verschiedener Sprengmittel photographisch aufnahm, und die prachtvolle Reproduction derselben in der Oesterreichischen Zeitschrift für Berg- und Hüttenwesen vom 4. Januar 1896 (nebenbei bemerkt eine kostspielige Musterleistung für eine doch mit beschränkten Mitteln arbeitende Fachzeitschrift) ist ebenso ausserordentlich lehrreich, als sie ein neues Feld für die Beobachtung eröffnet. Zwar hat es nicht sofort an Stimmen gefehlt, welche der Sache die Neuheit absprachen, weil solche Aufnahmen vereinzelt auch schon früher gemacht wurden, und auch dem Referenten liegt ein Circular aus dem Jahre 1888 über Securit vor, auf welchem solche Photographien zu sehen sind. Man war aber bei solchen sporadischen Photographien stehen geblieben, und das Verdienst Siersch's, die Sache in ein System gebracht und eine grosse Anzahl solcher Aufnahmen mit verschiedenen Sprengmitteln unter gleichen Bedingungen zum Behufe der Forschung und Vergleichung gemacht zu haben, kann dadurch nicht geschmälert werden.

Aus einer Bekanntmachung für die Eisenbahnen Deutschlands wegen des Verkehres mit sogen. Sicherheitssprengstoffen ist die qualitative Zusammensetzung derselben von allgemeinerem Interesse.

Es bestehen:

Dahmenit aus Ammonnitrat, Kaliumnitrat und Naphtalin,

Dahmenit A aus Ammonnitrat, Kaliumdichromat und Naphtalin,

Favier's Sprengstoff aus Ammonnitrat und Mono- oder Dinitronaphtalin,

Progressit aus Ammonnitrat und Anilinchlorat mit oder ohne Ammonsulfat,

Roburit aus Ammonnitrat, Chlordinitrobenzol und Chlordinitronaphtalin,

Roburit I aus Ammonnitrat, Dinitrobenzol und Kaliumpermanganat,

Ruborit aus Ammonnitrat und Dinitrobenzol,

Securit aus Ammonnitrat, Kaliumnitrat und Dinitrobenzol,

Sicherheitssprengpulver der vereinigten Cöln-Rottweiler Pulverfabriken aus Ammonnitrat mit oder ohne ganz geringem Zusätze von Ammonium- oder Bariumbicarbonat und einem pflanzlichen oder thierischen Oele mit oder ohne Schwefel,

Voswinkel'scher Sicherheitssprengstoff aus Ammonnitrat, Dinitrobenzol, Harzen, Paraffin, Fetten und Lacken,

Wachspulver aus Kaliumchlorat, Carnaubawachs und Lykopodiummehl,

Westphalit aus Kaliumnitrat, Harz, Naphtalin und rohen Theerölen mit oder ohne Zusatz von Lacken und Firnissen, sowie Kaliumdichromat.

Bei den vorhin erwähnten Versuchen von Bergassessor Winkhaus wurden die verschiedenen Sprengmittel auch chemisch untersucht, grösstentheils durch Dr. Broockmann aus Bochum. Nachfolgend sind die Resultate dieser Analysen:

Kohlencarbonit.
Nitroglycerin 25,0 Proc.
Kaliumnitrat 34,0 „
Roggenmehl 38,5 „
Holzmehl 1,0 „
Bariumnitrat 1,0 „
Natriumbicarbonat 0,5 „
–––––––––
100,0 Proc.
Dahmenit A.
Ammonnitrat 91,4 Proc.
Naphtalin 5,2 „
Kaliumbichromat 2,6 „
Wasser, Ammoniumchlorid etc. 0,8 „
–––––––––
100,0 Proc.
Dahmenit (aus Castrop bezogen).
Ammonnitrat 93,3 Proc.
Naphtalin 4,8 „
Kaliumchlorat 1,6 „
Ammoniumchlorid 0,1 „
Ammoniumsulfat 0,2 „
–––––––––
100,0 Proc.
Westphalit.
Ammonnitrat 94,0 Proc.
Harz 5,4 „
Ammoniumchlorid 0,1 „
Ammoniumsulfat 0,4 „
Farbstoff 0,1 „
–––––––––
100,0 Proc.
Progressit.
Ammonnitrat 89,1 Proc.
Anilinchlorid 4,7 „
Ammoniumsulfat 6,0 „
Farbstoff 0,2 „
–––––––––
100,0 Proc.
|21|
Securit.
Mono- und Dinitrobenzol 29,0 Proc.
Ammonnitrat 37,0 „
Kaliumnitrat 34,0 „
–––––––––
100,0 Proc.
Roburit.
Dinitrobenzol 17,8 Proc.
Ammonnitrat 79,2 „
Amraoniumchlorid und Sulfat 0,3 „
Feuchtigkeit 2,7 „
–––––––––
100,0 Proc.
Grisoutit.
Nitroglycerin 52,9 Proc.
Magnesiumsulfat
(MgSO4 + 7H2O)

32,7 „
Kieselguhr 14,4 „
–––––––––
100,0 Proc.

Es wäre sehr verwunderlich gewesen, wenn man nicht versucht hätte, die Röntgen'schen Strahlen auch in der Explosivtechnik nutzbar zu machen, und solches ist in der That in London geschehen. Die Polizeibehörde hat nämlich den Inhalt von verdächtigen Bündeln, Bomben und explosiven Ladungen mit Hilfe der neuen Strahlen untersuchen lassen und gefunden, dass mancher wichtige Aufschluss dadurch erhalten werden kann, so dass es in Zukunft nicht nöthig sein wird, derlei Untersuchungen mit Gefährdung des Experimentators vorzunehmen. Nägel, Schrauben, Patronenhülsen und selbst Pulverkörner konnten auf diese Weise in den Umhüllungen entdeckt werden. Pikrinsäure und Schwarzpulver lassen die Strahlen durch, Schwefel, Kaliumchlorat und Knallquecksilber nicht. Nun fehlt nur noch, dass man bei einer Höllenmaschine die Zeit ablesen könne, auf welche der Attentäter seine Uhr eingestellt hat.

(Fortsetzung folgt.)

|16|

1896 299 240.

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