Titel: Ueber Fortschritte in der Spiritusfabrikation.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1896, Band 301 (S. 163–167)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj301/ar301035

Ueber Fortschritte in der Spiritusfabrikation.

(Fortsetzung des Berichtes S. 138 d. Bd.)

IV. Apparate.

Einen Befeuchtungsapparat für mechanische Malzwender hat Washington Free in New York (D. R. P. Nr. 79336 vom 26. April 1893) derart construirt, dass er ein Sprengrohr auf einem mit der Welle des Schaufelrades verbundenen und durch diese selbsthätig vor- und rückwärts bewegten Wagen anordnete. Das Sprengrohr liegt vor dem sich drehenden Wender und wird durch eine mit der Wasserleitung verbundene, auf demselben Wagen angebrachte Trommel mit Wasser gespeist. (Zeitschrift für Spiritusindustrie, 1895 29 S. 231.)

Desinfectionslampe zur Bildung von Formaldehyd von Trillat (D. R. P. Nr. 81023 vom 18. October 1894). Die Construction der Lampe gestattet durch genau regulirbare Luftzufuhr nur ein Portglühen metallischen Platins in unausgesetzt entstehenden Dämpfen von Methylalkohol, aber keine Flammenbildung, und bewirkt so eine constante Entwickelung von Formaldehyd. (Chemiker-Zeitung, 1895 49 S. 1145.)

Zur Kenntniss des „Ilges-Automat“ und des „Perrier-Feinsprites“ von Glasenapp (Zeitschrift für Spiritusindustrie, 1895 9 S. 71). Die Frage der Darstellung von Feinspriten direct aus Maischen wird in der Praxis der Spiritusfabrikation wegen des Wegfalls der Raffinationskosten, der grösseren Ausbeute an Feinsprit, also der grösseren Billigkeit des Endproductes, immer grössere Würdigung finden. Der erste derartige, bekanntlich von Ilges construirte Apparat hat in manchen Ländern bereits eine ziemliche Verbreitung gefunden und liefert neben dem Feinsprit nur concentrirtes, für technische Verwendung ohne weiteres geeignetes Fuselöl. Die mit dem sogen. „Ilges-Automat“ dargestellten Fabrikate weisen nach den Untersuchungen des Verfassers bei normalem Betriebe in der Regel nur 0,04 bis 0,06 Vol.-Proc. Fuselöl auf, zeigen aber bei der Schwefelsäureprobe in Folge eines minimalen Gehaltes an Acetaldehyd nicht selten eine Gelbfärbung oder gar leichte Bräunung. Dieser Acetaldehyd entsteht bei den irrationellen, hohen Temperaturen (bis zu 27° R.) gegen Ende der Hauptgährung und geht, da der Ilges-Automat eine Vorrichtung zur Abscheidung des Vorlaufes nicht besitzt, in den Feinsprit über. In jüngster Zeit haben nun Versuche gezeigt, dass, wenn während der Hauptgährung die Temperatur 24° R. nicht übersteigt und während der Nachgährung die Maische auf 20 bis 22° R. oder noch niedriger gehalten wird, Aldehydbildung nicht stattfindet und auch die Entstehung von Fuselöl beträchtlich eingeschränkt werden kann. – Aus solchen Maischen hergestellte Feinsprite vermochten die übrigens nicht maassgebende Schwefelsäureprobe auszuhalten, besassen einen ausgezeichnet feinen, reinen Geruch und Geschmack und enthielten nur 0,02 Vol.-Proc. Fuselöl, welcher Reinheitsgrad sogar selten von Raffineriefeinspriten erreicht wird. Diese Resultate berechtigen zu der Annahme, dass der Ilges-Automat selbst bei der Destillation Aldehyd nicht bildet, und dass bei zweckentsprechender Behandlung der Maischen der Fuselgehalt mittels desselben erzeugten Feinsprits sich unterhalb der bisher beobachteten 0,04 bis 0,06 Vol.-Proc. halten wird.

In jüngster Zeit ist nun Perrier mit einem neuen Apparat zu gleichem Zweck hervorgetreten, der sich von dem Ilges-Automat in Bezug auf Construction und Wirkungsweise erheblich unterscheidet; derselbe liefert neben etwa 94 Vol.-Proc. Feinsprit etwa 3 Vol.-Proc. Vorlauf und 3 Vol.-Proc. Nachlauf. Dem charakteristischen Gerüche nach besteht der erstere aus Acetaldehyd, der letztere überwiegend aus Amylalkohol. Verfasser hat sich nun die mittels des Perrier-Apparates erzeugten Producte verschafft, dieselben geprüft und theilt die Untersuchungsresultate in Folgendem mit:

Der Feinsprit besass reinen Geruch und Geschmack, enthielt zwar keinen oder doch nur minimale Mengen von Aldehyd, wies aber noch 0,097 Vol.-Proc. Fuselöle auf. Der Nachlauf ergab im Röse'schen Apparat, Modifikation Windisch, eine Vermehrung der Steighöhe des Chloroforms von 1,61 cm, aus welcher bei der ursprünglichen Stärke des Productes von 84,14 Vol.-Proc. Alkohol sich ein Amylalkoholwerth von 3,04 Vol.-Proc. berechnet.

Der Vorlauf wies bei einer Stärke von 96,69 Vol.-Proc. Alkohol eine Steighöhenvermehrung des Chloroforms von 0,28 cm auf, entsprechend einem Gehalt an Aldehyd von 2,30 Vol.-Proc. Unter der Voraussetzung, dass sämmtlicher Vorlauf im Feinsprit verbleibe, würde sich der Gehalt desselben an Aldehyd auf 0,067 Vol.-Proc. stellen, und eine so starke Verunreinigung müsste bei der Schwefelsäureprobe in einer etwa 8mal stärkeren Färbung sich äussern, als solche bei der Prüfung des der Destillation aldehydhaltiger Maischen entstammenden Automat-Feinsprits gewöhnlich beobachtet werden. Da nun schwerlich die mit dem Perrier-Apparat verarbeitete Maische die 8fache Menge des gewöhnlich vorkommenden Aldehyds enthalten haben kann, so muss der Perrier-Apparat bei der Destillation selbst aldehydbildend wirken, eine Eigenthümlichkeit, die Maercker auf Grund der Construction desselben bereits vermuthet hatte. Man wird mit Recht annehmen können, dass mindestens ⅞ des gesammten Aldehyds des Vorlaufes jener Eigenthümlichkeit des Apparates ihr Entstehen verdanken, wenngleich schliesslich nur Spuren dieses Körpers in den Feinsprit gelangen. Ein endgültiges Urtheil über die Leistung des Perrier-Apparates will Verfasser aus dieser vereinzelten Untersuchung zwar nicht ableiten; er hält aber dennoch den Feinsprit-Automat für die technisch vollkommenere Construction, weil derselbe sämmtlichen in der Maische enthaltenen Alkohol als Feinsprit und statt des Vor- und Nachlaufes den Fusel in concentrirter Form liefert.

V. Analyse.

Eine schnell und bequem auszuführende Modification der Maercker'schen Methode der Stärkebestimmung veröffentlicht Hibbard (Journal of the American Chemical Society, 1895 17 S. 64). Zur Verzuckerung der Stärke stellt der |164| Verfasser eine Diastaselösung, welche 14 Tage hindurch haltbar sein soll, durch mehrstündige Extraction gut zerkleinerten, trockenen Darrmalzes mit 15- bis 20procentigem Alkohol dar, und bestimmt den Zuckergehalt des Filtrates nach erfolgter Inversion zwecks Anbringung der nöthigen Correctur bei der Berechnung des Analysenresultates.

Für die Stärkebestimmung bringt man eine abgewogene Menge Substanz, in welcher mindestens 0,5 g Stärke sich vorfinden, in einen Kolben, übergiesst mit 50 cc Wasser, fügt 1 bis 2 cc Malzauszug hinzu, erhitzt schnell unter häufigem Umschütteln zwecks Vermeidung von Klumpenbildung und kocht 1 Minute hindurch auf; sodann kühlt man auf 50 bis 60° C., versetzt mit weiteren 2 bis 3 cc Malzauszug, erwärmt innerhalb 10 bis 15 Minuten bis zum Kochen, kühlt und prüft mit Jod auf Stärke. Zeigt sich bei der Prüfung Blaufärbung, so ist die Behandlung mit Malzextract zu wiederholen. Hat sich dagegen die Umwandelung der Stärke quantitativ vollzogen, so füllt man auf ein bestimmtes Volumen auf und filtrirt durch Mousseline oder Leinwand. Vom Filtrat verwendet man einen etwa 0,2 bis 0,3 g Stärke enthaltenden, bestimmten Antheil zur Inversion und Bestimmung, derart, dass man denselben mit 5 cc 30procentiger Salzsäure und den nöthigen Mengen Wasser auf etwa 60 cc verdünnt und wenn möglich in einem langhalsigen, 100 cc fassenden Kolben ½ Stunde auf dem Sandbade massig ohne Aufsatzrohr kocht, dann kühlt, fast neutralisirt und die Dextrose mit Fehling'scher Lösung ermittelt. Bei der Ausübung der Methode sollen wegen der vorgeschriebenen kurzen Kochdauer andere, reducirende Körper gebende Stoffe nicht angegriffen werden, die Resultate aus diesem Grunde selbst in Futtermitteln und Rückständen der Stärkefabrikation richtig ausfallen. (Zeitschrift für Spiritusindustrie, 1895 5 S. 35.)

Ueber die Bestimmung der Stärke von Ost (Chemiker-Zeitung, 1895 67, 1501). Verfasser stellte zunächst fest, in welchem Verhältniss der nach dem Sachse'schen Inversionsverfahren erhaltene Zucker zur angewandten Stärke steht. Zu den Versuchen bediente er sich einer Kartoffelstärke, deren Wassergehalt er durch mehrstündiges Erwärmen im Liebig'schen Entenrohr anfangs auf 50 bis 60° C. und später auf 100 bis 110° C. zu 16,9 Proc. ermittelt hatte; das Präparat enthielt ferner neben 0,24 Proc. Asche kaum wägbare Mengen von Fett und Cellulose, also 82,86 Proc. reine Stärke. Bei der Verzuckerung dieser Stärke mit der Sachse'schen Salzsäure wurde unter 2- bis 3stündigem Erhitzen auf dem siedenden Wasserbade das Maximum von Glukose – 89,32 bis 89,67 Proc. – gebildet, im Mittel aller Bestimmungen aber die Zahl 89,5 Proc. erhalten. Da alle Anstrengungen, bessere Verzuckerungsbedingungen aufzufinden, auch unter Benutzung von Oxalsäure, zu negativen Resultaten führten, rechnet Ost mittels des Factors 0,925 die gefundene Dextrose in Stärke und ebenso in Dextrine um. Bei der Hydrolyse der Maltose mit Oxalsäure oder Salzsäure (1 g Maltose: 100 cc 1- bis 2procentiger Salzsäure) fand er 98,0 bis 98,4 Proc. der berechneten Glukose.

Verfasser prüfte gleichzeitig noch andere, auf der Bestimmung der optischen Drehung der gelösten Stärke beruhende Verfahren und constatirte beispielsweise, dass nach den Angaben von Effront eine annähernde Gehaltsermittelung in Handelsstärke durchführbar ist, wenn man zur Herstellung der Lösung von 5 g Stärke 20 cc einer Salzsäure von 1,17 spec. Gew. verwendet und die letztere mindestens 8 bis 10 Minuten hindurch einwirken lässt. – Die unter diesen Umständen beobachteten Werthe sind ziemlich constant und betragen [α]D = + 196,3 – 196,7° für wasserfreie Stärkesubstanz.

Bessere und zuverlässigere Ergebnisse konnten bei Behandlung der Stärke mit reinem Wasser unter Druck erhalten werden; so lieferten 2 bis 3 g Stärke, mit 80 bis 90 cc Wasser einem 3- bis 5stündigen Dampfdruck von 2 bis 3 at ausgesetzt, nicht reducirende Lösungen, welche, auf 100 cc aufgefüllt, sich gut polarisiren liessen und eine Drehung von [α]D = + 196,5 – 197° zeigten. Die Anwendbarkeit der Methode zur Untersuchung Stärkemehlhaltiger Rohstoffe ist indessen zweifelhaft.

Einwirkung von Essigsäure und Salzsäure auf Rohrzucker von Weber und Mc Pherson (Journ. Amer. Chem. Soc., 1895 17 S. 320). Verfasser haben durch Versuche nachgewiesen, dass Rohrzucker durch Essigsäure ebenso vollständig invertirt wird als durch Salzsäure, und dass bei der Bestimmung des in beiden Fällen entstehenden Invertzuckers mittels der Fehling'schen Lösung die gleichen, richtigen Resultate erhalten werden. Bei der Polarisation hingegen geben die essigsauren Lösungen niedrigere, die salzsauren höhere Werthe. (Chemiker-Zeitung, 1895 38, Repertorium 11 S. 128.)

Bemerkungen über Hydrolyse und Bestimmung des Rohrzuckers von O'Sullivan (Journal of the Chemical Industry, 1895 14 S. 555 und 566). Nach Soxhlet besitzt der durch Erhitzen von Rohrzucker mit Säuren erhaltene Invertzucker nur ein Reductionsvermögen von 96 Proc. des Traubenzuckers. In der Kälte von O'Sullivan aus 10procentigen Rohrzuckerlösungen durch 6tägige Einwirkung von 2 cc concentrirter Schwefelsäure hergestellter Invertzucker zeigte indessen ein solches von 98,7 bis 100,8 Proc. des Traubenzuckers, so dass unter diesen Umständen der zur Berechnung des Invertzuckers aus dem reducirten Kupferoxydul übliche Factor 0,4535 nicht verändert zu werden braucht. Verfasser bestimmte die Inversionsconstante mittels der Wilhelmy'schen Formel und beobachtete nach einer Inversionsdauer von 262 bis 4321 Minuten bei gewöhnlicher Temperatur nur Schwankungen innerhalb der Werthe von 0,000250 bis 0,000284. Birotation fand nach diesen Bestimmungen und nach directen Beobachtungen nicht statt. Die beste Inversionsmethode für Rohrzucker in Gegenwart von Substanzen, die durch Säuren hydrolisirt werden, ist die vom Verfasser vorgeschlagene, welche auf der Benutzung der nach seiner Vorschrift bereiteten, selbst Maltose nicht angreifenden Invertase beruht. (Wochenschrift für Brauerei, 1895 40 S. 963.)

Quantitative Bestimmung der Zuckerarten durch Reduction alkalischer Kupferlösung von Kjeldahl (Recherches sur l'action des solutions cuivriques alcalines sur les sucres, Compt. rend. des trav. du Laboratoire de Carlsberg, 1895 4me Vol.) und von Kusserow (Wochenschrift für Brauerei, 1895 S. 25, und Zeitschrift für Spiritusindustrie, 1895 41 S. 324). Die Zuckerbestimmungen nach den Vorschriften. von Allihn, von Soxhlet, von Wein, von Maercker und von Ost geben nach den übereinstimmenden Beobachtungen Kjeldahl's und Kusserow's keine zuverlässigen Resultate, sondern gestatten Fehler von 5 bis 10 Proc. der angewandten Zuckermengen.

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Kusserow nun untersucht die mit der Soxhlet'schen Methode der Maltose- und der Allihn'schen der Dextroseermittelung verbundenen Fehlerquellen und bezeichnet auf Grund von Analysenergebnissen als solche in beiden Fällen die mangelhafte Einhaltung der Zeitdauer des Siedens und die Schwankungen der Reductionstemperaturen, welche genannten Factoren die Ausscheidung ganz verschiedener Kupfermengen zur Folge haben können. In den vielfach angewandten, dickwandigen Porzellangefässen lassen sich aber die vorgeschriebenen Bedingungen schwer oder gar nicht beobachten, und Verfasser schlägt daher vor, die Reduction in dünnen Bechergläsern oder Erlenmeyer'schen Kölbchen in der Weise vorzunehmen, dass man die Flüssigkeit bei eingesenktem Glasstabe schnell zum Kochen bringt und sie dann mittels einer kleineren Flamme in gerade noch wallendem Sieden 2 bezieh. 4 Minuten erhält. Bei schneller Filtration der heissen Lösung darf man allerdings so schon auf zuverlässige Resultate rechnen; zweckmässiger aber drückt man deren Temperatur durch sofortigen Zusatz von 50 cc kalten Wassers so weit herab, dass die Gefahr der Fällung weiterer, wenn auch nur geringer Quantitäten von Kupfer völlig vermieden wird.

Kjeldahl dagegen ist der Ansicht, dass die bisherigen Vorschriften für die genaue Bestimmung der Zucker arten mittels alkalischer Kupferlösung überhaupt nicht ausreichen, denn bei Einhaltung derselben Arbeitsweise würden oft von verschiedenen Analytikern ganz verschiedene Resultate erhalten. Er weist denn auch durch eine Reihe von Versuchen eine neue Fehlerquelle bei der Maercker'schen Methode nach, welche in dem oxydirenden Einfluss des Sauerstoffs der Luft auf das ausgeschiedene Kupferoxydul liegt. So wurden bei Einwirkung der gleichen Menge Kupferlösung auf ein bestimmtes Quantum Dextrose (60 mg) unter Ausschluss des Sauerstoffs und bei Gegenwart desselben in verschieden geformten, flacheren oder tieferen Gefässen nach 20 Minuten dauerndem Erhitzen auf dem Wasserbade Schwankungen beobachtet, welche sich innerhalb der Grenzen von 126,2 bis 106,6 mg Kupfer bewegen, und zwar fielen die Zahlen um so niedriger aus, je günstiger die Bedingungen für die Einwirkung des Sauerstoffs gestaltet wurden. Ferner constatirte Kjeldahl eine mit der Concentration der Kupferlösung und der Dauer des Erhitzens sich steigernde Ausscheidung von Kupferoxydul aus einer vollständig reinen, alkalischen Kupferlösung. 30 cc einer solchen, auf 100 cc verdünnt, gaben beispielsweise nach 6stündigem Erhitzen in siedendem Wasser 57 mg Kupfer. Bei Gegenwart von Zucker war diese spontane Ausscheidung von Kupferoxydul noch grösser, und Verfasser schliesst aus diesem Umstände, dass sehr annähernde Grenzzahlen für reducirtes Kupfer nur dann aufgefunden werden können, wenn möglichst verdünnte Fehling'sche Lösungen zur Anwendung kommen. Beim Arbeiten nach der Maercker'schen Vorschrift (20 Minuten auf dem Wasserbade erhitzen) hält er ein Abkühlen der Flüssigkeit vor der Filtration für unnöthig und zwecks Ermittelung genauer Resultate folgendes Verfahren für zweckmässig: Je nach den grösseren oder geringeren zu bestimmenden Zuckermengen verwendet man 15, 30 oder 50 cc Fehling'sche Lösung, verdünnt dieselbe einschliesslich der Zuckerlösung in einem Erlenmeyer'schen Kolben mit Wasser auf 100 cc, verdrängt durch Einleiten von Wasserstoff während 1 bis 2 Minuten sämmtliche Luft aus dem Apparate, erhitzt dann 20 Minuten im siedenden Wasserbade unter fortwährendem Durchstreichen von Wasserstoff, filtrirt dann wie gewöhnlich durch ein Soxhlet'sches Asbestfilter und reducirt. Die Methode gestattet eine einheitliche Arbeitsweise für alle Zuckerarten und schliesst in Folge der längeren und gleichmässigeren Erhitzung im Wasserbade alle Fehlerquellen thunlichst aus.

Für die Berechnung der Dextrose, Lävulose, Galaktose, Arabinose, Laktose und Maltose aus dem reducirten Kupfer bei Benutzung von 15, 30 und 50 cc Fehling'scher Lösung hat Kjeldahl seiner Abhandlung die nöthigen Tabellen beigegeben, aus denen hervorgeht, dass, wie von Soxhlet nachgewiesen und von Kusserow bestätigt wurde, das Reductionsvermögen der Maltose mit wachsender Concentration der Kupferlösungen abnimmt, während dasjenige aller übrigen Zuckerarten ein entgegengesetztes Verhalten zeigt.

Als Oxydationsproducte der Glukose bei Anwendung von Fehling'scher Lösung waren hauptsächlich Ameisensäure, Glykolsäure, Trioxybuttersäure und Glukonsäure, bei Benutzung der von Ost angewandten, verhältnissmässig weniger Kupfersulfat, aber mehr Alkali in Form von Kaliumcarbonat enthaltenden Kupferlösung Ameisensäure und Mesoxalsäure nachzuweisen.

Ueber volumetrische Zuckerbestimmung von Peška (Böhm. Zeitschrift für Zuckerindustrie, 1895 19 S. 372). Verfasser beseitigt den nachtheiligen Einfluss des Sauerstoffs der Luft auf das ausgeschiedene Kupferoxydul durch Ueberschichtung der Reductionsflüssigkeit mit Vaselineöl und bedient sich als solcher eines unmittelbar vor dem Gebrauch herzustellenden Gemisches von ammoniakalischer Kupferlösung mit der üblichen Seignettesalzlösang, Die erstere enthält in 500 cc 6,927 g reinen krystallisirten Kupfervitriol und 160 cc 25procentiges Ammoniak, die letztere in der gleichen Flüssigkeitsmenge 34,5 g Seignettesalz und 10 g Natronhydrat. Bei Ausführung der Bestimmung verwendet man je 50 cc beider Lösungen, überschichtet sofort mit 0,5 cc Vaselineöl, erhitzt auf dem Drahtnetz bis auf 80 bis 85° und fügt dann die Zuckerlösung bei der Vortitration cubikcentimeterweise, bei der maassgebenden Titration aber das ermittelte Quantum auf einmal hinzu, erhitzt weiter (bei Glukose und Invertzucker 2 Minuten, bei Maltose 4 Minuten, bei Milchzucker 6 Minuten) und führt den Versuch bei 85° zu Ende. Zur Entfärbung von 100 cc dieses Gemisches sind 0,0821 g Traubenzucker in 0,1procentiger, 0,0806 g in 0,5procentiger und 0,0801 g in 1procentiger Lösung erforderlich. Das Reductionsvermögen des Invertzuckers, der sich nach dieser Methode auch neben Rohrzucker bestimmen lässt, weil dieser kaum angegriffen wird (1 g Saccharose ist äquivalent 0,0025 g Invertzucker), beträgt 94,9 Proc. desjenigen der Glukose. Schwächere, halb so starke Reductionsgemische verringern sowohl das Reductionsvermögen des Trauben- als auch das des Invertzuckers. Die Genauigkeit der Methode wird durch Gegenwart von Ammoniak in den Zuckerlösungen nicht und auch durch in diesen vorhandene Dextrine weniger beeinflusst, als bei Benutzung der gewöhnlichen Fehling'schen Lösung, so dass die Ammoniakmethode den Vorzug verdient. Nach vorheriger Fällung mit Bleizucker und Natriumsulfat lässt sich Zucker in der Milch ebenfalls mit Sicherheit bestimmen. Aus einer der Abhandlung beigefügten Tabelle |166| kann der Gehalt der untersuchten Lösungen an Glukose, Invertzucker, Milchzucker und Maltose direct abgelesen werden. (Nach Chemiker-Zeitung, 1895 36, Repertorium 10 S. 113, und 72, Repertorium 23 S. 257.)

Bestimmung der Zuckerarien mittels Kupferkaliumcarbonat von Ost (Mittheilung aus dem technisch-chemischen Laboratorium der technischen Hochschule Hannover). Ost hat vor mehreren Jahren eine Lösung von Kupferkaliumcarbonat zur Analyse der Zuckerarten empfohlen (Zeitschrift für analytische Chemie, 1890 29 S. 637), welche manche Vorzüge und Nachtheile gegenüber der Fehling'schen Lösung aufwies; er hat daher neuerdings in Rücksicht auf die letzteren deren Concentration derart geändert, dass die kupferreiche Lösung jetzt nur 17,5 g CuSO4 + 5H2O, 250 g K2CO3 und 100 g KHCO3 im Liter enthält. Die Herstellung erfolgt zwar nach der früheren Vorschrift, doch muss das zur Verwendung kommende Kaliumcarbonat chemisch rein sein und die Kupfersulfatlösung langsam in diejenige der Kaliumcarbonate eingetragen werden, damit nicht grössere Mengen von Kohlensäure entweichen. Die fertige Lösung ist, wenn nicht völlig klar, durch Asbest oder Papier zu filtriren unter Entfernung der ersten Antheile des Filtrates. Der Wirkungswerth der neuen Lösung gegen Dextrose, gegen Lävulose, gegen Invertzucker und gegen Maltose ist vom Verfasser auf Grund sorgfältiger Analysen in vier Tabellen zusammengestellt, deren Zahlen für folgende Arbeitsweise Gültigkeit haben. 100 cc der Kupferlösung werden mit 50 cc Zuckerlösung und Wasser in einen geräumigen, enghalsigen Becherkolben auf dem Drahtnetze schnell zum Sieden erhitzt, 10 Minuten gekocht, rasch abgekühlt und unter Benutzung der Saugpumpe durch ein Asbestrohr filtrirt. Hat das Filtrat noch eine stark blaue Farbe, so wäscht man das Filter zunächst einmal mit etwas Kaliumbicarbonatlösung, dann mit heissem Wasser und zuletzt mit Alkohol aus, trocknet, erhitzt zum Glühen und reducirt in einem Strom von arsenfreiem Wasserstoff.

Schmöger hatte früher die geringe Haltbarkeit der alten Kaliumcarbonatlösung als einen erheblichen Uebelstand bezeichnet. Dieser Vorwurf ist für die alte Lösung kaum, für die neue gar nicht zutreffend, wenn chemisch reine, also kieselsäurefreie Kaliumcarbonate (Handelspräparate) angewandt und die Lösungen in grossen Flaschen aufbewahrt werden. Unter diesen Bedingungen bleiben nach Ost's Beobachtungen dieselben sogar länger brauchbar, als die Fehling'sche Lösung, und eine schliesslich dennoch eintretende Zersetzung ist auf den ersten Blick zu erkennen. Ebenso kommt ein Auskrystallisiren von Kaliumcarbonat oder Kaliumsulfat selbst in der Winterkälte bei der neuen Lösung nicht mehr vor, und auch die Abscheidung geringer Mengen von Kupferoxyd bei längerem Kochen ist ausgeschlossen, wenn bei jedem Versuch nicht weniger als 80 mg Kupfer reducirt werden, wie die Tabellen vorschreiben.

Bei der Untersuchung kalkhaltiger Zuckerlösungen empfiehlt sich indessen die vorherige Entfernung des Kalkes mittels Oxalsäuren Ammons, um eine Fällung desselben als Carbonat zu vermeiden.

Die Vorzüge seiner Lösung stellt Ost in folgenden Sätzen zusammen:

1) Die Lösung greift Rohrzucker weniger an, als Fehling'sche Lösung; dem Invertzucker kann Rohrzucker bis zum doppelten Gewichte beigemengt sein, ohne dass die Reductionswerthe sich im Geringsten ändern.

2) Die durch einen Theil Zucker gefällte Kupfermenge ist annähernd doppelt so gross, als die aus Fehling'scher Lösung abgeschiedene.

3) Der Wirkungswerth gegen die einzelnen Zuckerarten weist grössere Unterschiede auf.

4) Die Kochdauer beeinflusst das Ergebniss weniger als bei Benutzung der Fehling'schen Lösung.

Zur Bestimmung geringer Mengen von Invertzucker, wie sie besonders im Rohrzucker sich finden, empfiehlt Ost ein kupferärmeres Reagens, welches mit dem anfangs beschriebenen sonst die gleiche Zusammensetzung besitzt, aber nur 3,6 g SO4Cu + 5H2O im Liter enthält. Dasselbe kann selbst in kleineren Flaschen jahrelang ohne Veränderung aufbewahrt und in mehrfacher Verdünnung mit Wasser ohne jede Abscheidung von Kupferoxyd anhaltend gekocht werden. Eine beigegebene, neu auf ausreichender, experimenteller Grundlage berechnete Tabelle gestattet die Ablesung der Reductionswerthe für reinen Invertzucker und für Rohrzucker-Invertzuckergemische mit einem Gehalte von 5 bis 0,02 Proc. Invertzucker. Die Arbeitsweise ist die gleiche, wie mit der kupferreicheren Lösung, jedoch ist die Kochdauer auf 5 Minuten einzuschränken, und zu jedem Versuche dürfen höchstens 30 bis 38 mg Invertzucker verwendet werden. (Nach Chemiker-Zeitung, 1895 79 S. 1784 und 81 S. 1829.)

Die Reduction des bei der Zuckerbestimmung gefällten Kupferoxyduls will Farnsteiner (Chemiker-Zeitung, 1895 82, Repertorium 26 S. 292) zwecks Zeitersparniss durch Oxydation desselben im Allihn'schen Röhrchen umgehen, und Oppermann (Wochenschrift für Brauerei, 1895 20 S. 465) schlägt vor, das ausgewaschene Kupferoxydul in massig concentrirter Salpetersäure unter Vermeidung eines grösseren Ueberschusses des Lösungsmittels zu lösen und das Kupfer elektrolytisch zu fällen.

Ueber die Verwendung des Glukosazons zur quantitativen Bestimmung der Dextrose, der Lävulose und der Saccharose berichten Lintner und Kröber (Zeitschrift für das gesammte Brauwesen, 1895 S. 153). Verfasser haben Versuche mit reiner Dextrose, reiner Lävulose und reiner Saccharose und mit Dextrose neben Maltose, Isomaltose und Dextrin gemacht, deren Resultate ermöglichen, die Dextrose direct neben den zuletzt genannten drei Zuckern in Form von Dextrosazon quantitativ zu ermitteln, welche Bestimmung unter diesen Bedingungen mit Hilfe der Reduction und Polarisation allein nicht möglich ist. Empfehlenswerth dürfte die Methode ferner bei der Stärkebestimmung in Biertrebern und überhaupt in solchen Substanzen sein, welche neben Stärke noch Gummi und andere schleimige, beim Invertiren mit Säure zwar reducirende Verbindungen, aber nicht Dextrose liefernde Körper enthalten.

Zur Ausführung der Methode werden folgende Vorschriften gegeben:

1) Die auf Dextrose zu untersuchende Flüssigkeit soll in 20 cc nicht bedeutend mehr als 0,2 g dieses Zuckers enthalten, zu dessen Ausscheidung 1 g Phenylhydrazin und 1 g 50procentige Essigsäure bei einer Erhitzungsdauer von 1½ Stunden sich vernothwendigen. In Gegenwart von Dextrin ist die letztere auf 2 Stunden zu verlängern. Das Waschwasser muss 60 bis 80 cc betragen und der Niederschlag |167| auf gewogenem Filter während 3 Stunden getrocknet werden. Der Berechnung der Dextrose wird der Factor 1 Osazon: 1 Dextrose zu Grunde gelegt; waren neben dieser noch Maltose und Dextrin vorhanden, so ist das Verhältniss 1 Osazon: 1,08 Dextrose.

2) Der Factor für Lävulose ist unter ähnlichen Verhältnissen 1 : 1,43.

3) Saccharose liefert bei Einhaltung der obigen Bedingungen direct nur eine geringe Menge Osazon und muss also vor der Bestimmung invertirt werden. Factor : 1 Saccharose : 1,33 Osazon.

4) Bei Gegenwart von Saccharose fallen selbstverständlich die Osazonwerthe für Dextrose um ein Geringes zu hoch aus. (Nach Wochenschrift für Brauerei, 1895 24 S. 556.)

Bei der Ermittelung der Maltose durch Fehling'sche Lösung hat Glendinning (Journal of the Chemical Society, London 1895 S. 999 bis 1002) die Beobachtung gemacht, dass unter Benutzung von Kalilauge grössere Mengen von Kupferoxydul erhalten werden, als unter Verwendung von Natronlauge, und zwar im Verhältniss von 65 : 62. Das aus kalihaltiger Lösung gefällte Kupferoxydul hat eine dunklere, rothe Farbe und setzt sich nicht so schnell ab, als dasjenige aus natronhaltigern Reagens. Dextrose und Invertzucker besitzen in beiden Lösungen ein gleiches Reductionsvermögen und erzeugen auch Niederschläge von gleichen Eigenschaften. Nach Ansicht des Verfassers sind gewisse Widersprüche in den Angaben vieler Autoren über den Verlauf von diastatischen Processen auf jenes Verhalten der Maltose in kali- oder natronhaltiger Fehling'scher Lösung zurückzuführen. (Nach Wochenschrift für Brauerei, 1895 47 S. 1142.)

Die Verwendung des Resorcins als Zuckerreagens bespricht Conrady in der Apotheker-Zeitung, 1894 S. 984. Nach dem Verfasser geben 10 cc einer 0,01procentigen Lösung von Rohrzucker und ebenso von Fruchtzucker und Glukose im Gemische mit 0,1 g Resorcin und 1 cc Salzsäure nach 3 Minuten dauerndem Kochen im auffallenden Licht rothgelbe, 0,1procentige Lösungen blassrothe, 1procentige intensiv carminrothe Färbungen, welche letztere sich beim Erkalten trüben und bei Neutralisation mit Kalilauge sich unter Rothfärbung klären. Conrady benutzt diese Reaction zum Nachweis von Rohrzucker bezieh. Glukose oder Fruchtzucker im Milchzucker, der selbst in 10procentigen Lösungen nach einer Kochdauer von 5 Minuten diese Reaction nicht zeigt. (Wochenschrift für Brauerei, 1895 7 S. 149.)

Eine charakteristische Reaction des Rohrzuckers hat Papasogli (Bulletin de l'association des chimistes de sucrerie et distillerie, 1895 XIII S. 68) aufgefunden. Versetzt man eine wässerige Zuckerlösung mit einigen Tropfen einer Kobaltsalzlösung und fügt Natronlauge in geringem Ueberschuss hinzu, so nimmt dieselbe eine ziemlich beständige, tief amethystviolette Färbung an. Glukoselösung wird unter den gleichen Bedingungen vorübergehend blau, dann schmutzig grün. Trotzdem gestatten aber die verschiedenartigen Färbungen und die Empfindlichkeit der Reaction den sicheren Nachweis von Rohrzucker in gezuckerten oder süssen Substanzen selbst dann noch, wenn auf 9 Th. Traubenzucker nur 1 Th. Rohrzucker vorhanden ist. Gefärbte Flüssigkeiten müssen entfärbt, Gummi und Dextrin mit ammoniakalischem Bleiessig oder mit Baryt aus dem Grunde entfernt werden, weil diese Körper eine beständige, blaue Farbe hervorrufen und diese die Rohrzuckerreaction völlig verdecken kann. (Nach Wochenschrift für Brauerei, 1895 39 S. 942.)

Eine neue Methode zur Unterscheidung verschiedener Zucker veröffentlichen Villiers und Fayolle (Comptes rendus, 1895 CXXI S. 75), welche auf dem Verhalten einer mit ganz kleinen Mengen schwefliger Säure entfärbten Lösung von Rosanilin beruht, im Gemisch mit Aldehyden ihre ursprüngliche Färbung wieder anzunehmen, in Berührung mit Ketonen dagegen farblos zu bleiben. Einige Zucker, z.B. Traubenzucker, Invertzucker, Galaktose und die reducirenden Dextrine verhalten sich wie Aldehyde, während Lävulose und Sorbin die Eigenschaften von Ketonen zeigen. Die Reaction, die sich also zur Feststellung der Natur der Zuckerarten eignet, tritt nur in concentrirten, neutralen Flüssigkeiten ein, weil Säuren dieselbe stören. Die Zucker sind in absolut reinem Zustande zu verwenden. Rohrzucker, Maltose und Laktose geben erst nach Verlauf mehrerer Tage eine allmählich zunehmende Röthung. (Zeitschrift für Spiritusindustrie, 1895 46 S. 367.)

Den Nachweis von Dextrose und von Laktose in Peptonen führt Ruizand (Revue Internat, des falsificat., 1895 8 S. 136) in der Weise, dass er die wässerige Lösung des Peptons mit neutralem Kupferacetat in der Hitze behandelt und aus einer auftretenden Reduction auf Gegenwart von Dextrose schliesst. Zur Ermittelung des Milchzuckers löst Verfasser ferner 5 g des Peptons in 45 cc Wasser, erhitzt dann unter Zusatz von 5 cc Salzsäure 2 Stunden hindurch auf 70° C. und führt nach Neutralisation der Lösung mit kohlensaurem Natron die aus dem Milchzucker entstandene Dextrose und Galaktose mittels Phenylhydrazins in der Siedehitze in Osazone über. Aus der noch kochenden Flüssigkeit wird das Glukosazon durch Filtration entfernt, das in der Kälte sich ausscheidende Galaktosazon aber erst nach völligem Erkalten aus der Mutterlauge isolirt, nochmals durch Umkrystallisation gereinigt und durch Bestimmung seines Schmelzpunktes (188 bis 191°) identificirt. (Nach Chemiker-Zeitung, 1895 42, Repertorium 12 S. 143.)

Asaprol, ein Reagens auf Eiweiss, Albumosen, Peptone und Pepsin von Riegler (Wiener klinische Wochenschrift, 7 S. 981). Das Asaprol oder α-monosulfosaure β-Naphtolcalcium gibt mit durch Salzsäure angesäuerter Eiweisslösung einen selbst beim Erwärmen nicht verschwindenden Niederschlag. In salzsauren Lösungen von Albumosen und Peptonen, sowie von Pepsin dagegen entsteht eine in der Hitze lösliche und erst beim Erkalten wieder erscheinende Fällung. In neutralen Flüssigkeiten findet die Ausscheidung aller dieser Körper jedoch nicht statt, die sonst mit grosser Schärfe in einer Verdünnung von 0,012 Proc. noch nachgewiesen werden können. (Nach Wochenschrift für Brauerei, 1895 7 S. 149.)

Ueber den Nachweis der Laccase in den Pflanzen von Bertrand (Compt. rend., 1895 121 S. 166). Zur Auffindung der von ihm zuerst im Milchsafte des tonkinesischen Lackbaumes entdeckten und später in einer grossen Anzahl von Pflanzen aufgefundenen Laccase bedient sich Verfasser der Guajactinctur, welche sich in Folge der Oxydation durch die Laccase in Gegenwart von Luft blau färbt. (Chemiker-Zeitung, 1895 68, Repertorium 21 S. 237.)

(Fortsetzung folgt.)

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