Titel: R. Wolf'sche Compoundlocomobile mit Condensation.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1896, Band 301/Miszelle 2 (S. 119)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj301/mi301mi05_2

R. Wolf'sche Compoundlocomobile mit Condensation.

In der Maschinenhalle von R. Wolf, Magdeburg-Buckau, der derzeitigen Berliner Gewerbeausstellung ist eine der grössten bisher gebauten Locomobilen ausgestellt. Sie hat eine normale Leistung von 200 effectiver und kann bis 350 gesteigert werden. (Die gewöhnliche Dreschlocomobile arbeitet in der Regel mit 10 .)

Die Maschine setzt zwei Gleichstromdynamo von je 110 Kilowatt in Betrieb, die zusammen 4000 bis 5000 Glühlampen speisen können, und erzeugt den elektrischen Strom für die Ladung einer Accumulatorenbatterie zum Betriebe der Motorboote, der Marineschauspiele und des Fahrstuhls im Thurm des Hauptrestaurants, wozu Abends noch die Beleuchtung des benachbarten Theaters „Alt-Berlin“ und der Ausstellung „Alt-Berlin“ kommt.

Die Locomobile ist nach dem Verbundsystem gebaut und arbeitet mit Einspritzcondensation. Der Arbeitsdruck beträgt 10 at. Beide Cylinder sind nebst dem Receiver im Dampfdom des Kessels gelagert und von Kesseldampf umgeben. Der Hochdruckcylinder ist mit Rider-Steuerung versehen, welche von einem Porter-Regulator beeinflusst wird. Die Füllung des Niederdruckcylinders wird durch ein verstellbares Excenter geregelt. Das erzielte Vacuum beträgt 85 bis 90 Proc. Von dem Luftpumpenexcenter wird zugleich die mit der Luftpumpe combinirte Kesselspeisepumpe betrieben. Als zweite Speisevorrichtung dient ein Injector. Der Kessel ist ein ausziehbarer Röhrenkessel, der aus Schweisseisenblechen hergestellt und hydraulisch genietet ist. Er ist doppelt ummantelt.

Die Feuergase streichen unter dem Kessel her und von hier in den Blechschornstein. Beachtenswerth ist die geringe Rauchentwickelung, ein Beweis für die vorzügliche Verbrennung im Kessel.

Der Kohlenverbrauch der Locomobile beträgt gegen 0,8 k Steinkohle für die Stunde und effective Pferdekraft.

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