Titel: Hoher Kältegrad mittels flüssiger Luft erzeugt.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1896, Band 301/Miszelle 2 (S. 168)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj301/mi301mi07_2

Hoher Kältegrad mittels flüssiger Luft erzeugt.

Nach Gentsch bedient sich Prof. Dewar zur Herstellung flüssiger Luft eines Doppelcompressors, in dessen Aussenkammer durch ein Rohr flüssiges Stickstoffoxyd unter einem Druck von etwa 123 at eingepresst wird. Durch rasches Verdunsten desselben wird im inneren Compressorbehälter eine Temperatur von – 96° erzeugt. In diesem so abgekühlten Raume lässt man eingefülltes flüssiges Aethylen rasch verdunsten, wobei die Temperatur auf – 145° sinkt. Nun wird durch die innere Compressionskammer ein Rohr geleitet, durch welches Sauerstoff unter einem Druck von 51 at eingepresst wird, welcher bei – 145° flüssig wird und bei rascher Zurückführung in seinen gasförmigen Zustand eine Kälte erzeugt, bei welcher unter Druck befindliche Luft bei – 207° erstarrt. Man will beobachtet haben, dass bei Metallen, die einer Temperatur von – 180° mittels der flüssigen Luft ausgesetzt werden, die Bruchfestigkeit sich erhöht, beim Eisen sich sogar verdoppelt, auch sollen bei niedrigen Temperaturen Farben töne verändert werden. Bekannt ist die auf Berechnung begründete Annahme eines absoluten Nullpunktes bei – 274°, eines Zustandes, bei welchem die kleinsten Theile aller Körper in vollständiger Ruhe zu einander sich befinden. (Nat.-Ztg., 1894 Nr. 166.)

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