Titel: Die Diamanten des Stahles.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1896, Band 301/Miszelle 3 (S. 264)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj301/mi301mi11_3

Die Diamanten des Stahles.

Wie die Chemiker-Zeitung berichtet, wurde in der jüngsten Sitzung der Academie des sciences in Paris eine Arbeit von Rossel über die Diamanten des Stahles verlesen. Moissan hat dadurch diamantartige Kohlenstoffkrystalle erhalten, indem er bei 3000° geschmolzenes Eisen mit Kohle sättigte und unter hohem Druck abkühlte. Dies brachte den Verfasser auf den Gedanken, dass die sehr harten Stahlsorten, welche bei sehr hoher Temperatur in den Stahlfabriken hergestellt und unter hohem Druck abgekühlt werden, Kohlenstoff enthalten müssten, welcher dieselben Formen und Eigenschaften hat, wie die von Moissan beschriebenen Diamanten. Er behandelte verschiedene Proben Stahl, indem er dieselben mit starken Säuren auflöste, die Rückstände wurden nach einander mit concentrirter Salpetersäure, geschmolzenem Kaliumchlorat, concentrirter Fluorwasserstoffsäure und starker Schwefelsäure behandelt.

Rössel fand in einer grossen Zahl von Proben krystallisirte Rückstände, welche durchscheinend, durch die genannten Behandlungsweisen nicht löslich waren und die von Moissan angegebenen Eigenschaften besassen. Diese Rückstände krystallisiren bald in regulären Octaëdern von geringer Dimension, bald sind es ebenso durchscheinende Splitter von grösserer Dimension, die leicht einen Durchmesser von 0,5 mm erreichen. Diese Krystalle verbrennen in Sauerstoff unter Bildung von Kohlensäure; sie absorbiren das Licht, geben aber mit polarisirtem Licht keine Färbung. Sie sind aussergewöhnlich hart, ritzen Korund, sind aber sehr spröde.

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