Titel: Die Fortschritte der Zuckerindustrie in dem dritten Viertel 1896.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1896, Band 302 (S. 161–167)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj302/ar302032

Die Fortschritte der Zuckerindustrie in dem dritten Viertel 1896.

(Letzter Bericht S. 64 d. Bd.)

A. Rübenzuckerfabrikation.

I. Landwirthschaft.

Viele Forscher haben sich schon eingehend damit beschäftigt, Beziehungen zwischen den Blättern der Zuckerrübe zum Zucker der Wurzel aufzustellen, doch gehen die Urtheile über den Einfluss der Blättergestaltung auf das Assimilationsproduct in mancher Hinsicht aus einander. Auch von N. Westermeyer1) angestellte Versuche, die Beziehungen der Gestalt, Grösse, Oberfläche und Farbe der Blätter unserer Zuckerrübe zum Zuckergehalt der Wurzel aufzudecken, brachten kein befriedigendes Ergebniss, und es erscheint zweifelhaft, ob die darauf gerichteten Bestrebungen ohne zweckentsprechende Auswahl der Versuchsrüben von Erfolg begleitet sein können. Westermeyer hat nun eine Reihe von Untersuchungen angestellt, welche zunächst die Grundlage liefern sollen, auf welcher sich vielleicht gesetzmässige Beziehungen zwischen den Blättern und der Wurzel aufbauen lassen. Zu diesem Zweck wurden im Frühjahr und Sommer 1895 mehrere Ruhen von ihrem Aufgang an ausgewählt, ihre Blätter einzeln, wie sie entstanden, mit fortlaufenden Nummern versehen und über jedes Blatt sorgfältig Buch geführt, und zwar hinsichtlich des Wachsthums, etwaiger Beschädigungen und endlich über das Aufhören der Lebensthätigkeit. Die abgestorbenen Blätter wurden gemessen und gepresst und gaben Aufschluss |162| über den Formenwechsel, dem die auf einander folgenden Blätter unterworfen waren. Auf diese Weise wurde der Formenwechsel der Blätter zweier Rübensorten (Heine's Klein-Wanzlebener und Heine's Vilmorin blanche améliorée) genau studirt und ihr Wachsthum nach der Zeit hin festgestellt. Möglicher Weise gelingt es, bei weiteren derartigen Versuchen einen Einblick in die Beziehungen zwischen den Blättern und dem Zuckergehalte der Zuckerrüben zu gewinnen.

Auf die eingehenden Untersuchungen Frank's über das Wesen der Herz- und Trockenfäule der Zuckerrüben haben wir bereits seiner Zeit hingewiesen (D. p. J. 1896 300 260), sowie auch auf die Rathschläge, welche er zur Bekämpfung dieser Krankheit gegeben hat. Diese Rathschläge hat bereits Kiehl bekämpft (D. p. J. 1896 302 40) und auch die Landwirthschaftskammer für die Provinz Sachsen2) nimmt gegen diese Vorschläge Stellung, nachdem alle vier von Frank vorgeschlagenen Mittel gegen die Herz- und Trockenfäule der Rüben mit den Anforderungen, die an einen rationellen Rübenbau, um eine normale Ernte zu erzielen, gestellt werden müssen, in directem Widerspruche stehen. Der beträchtliche Schaden, den ihre Anwendung zweifellos nach den bisherigen Erfahrungen dem Zuckerrübenbau zufügen würde, überwiegt so bedeutend den eventuellen Nutzen, den sie vielleicht gegen die Trockenfäule gewähren, dass die praktische Landwirthschaft vorläufig davor zu warnen ist, sich ihrer auch nur versuchsweise zu bedienen, ehe sie nicht wissenschaftlich auf ihre Verwendbarkeit geprüft sind.

Frank3) hat gegen diese Erklärung der Landwirthschaftskammer ebenfalls Stellung genommen, mit dem Hinweise darauf, dass derselben in Bezug auf das Wesen der Herz- und Trockenfäule grosse Missverständnisse unterlaufen sind. In seinen weiteren Ausführungen vertheidigt Frank die gegebenen Rathschläge, um auf seiner Ansicht stehen zu bleiben.

Immerhin muss aber betont werden, dass Frank in der besten Absicht, um der Landwirthschaft Bekämpfungsmaassregeln gegen diese gefährliche Rübenkrankheit in die Hand zu geben, etwas zu weit gegangen ist und Mittel angegeben hat (wie z.B. das Abblatten der Rüben), welchen die Austreibung des Teufels durch Beelzebub völlig gleichkommt.

Hellriegel4) hat sich in eingehender Weise mit dem Einfluss des Nematodenschadens auf die Zusammensetzung der Zuckerrüben beschäftigt und durch Versuche festzustellen versucht, ob, da öfters eine Verminderung des Nematodenschadens durch consequent fortgesetzte starke Kalidüngung beobachtet worden ist, ohne dass die Kalisalze ein Gift für die Nematoden sind und ohne dass die durch Nematoden hervorgerufene Rübenmüdigkeit mit dem Kalireichthum des Bodens im Zusammenhang steht, die von Nematoden geschädigten Rüben einen bemerkenswerth geringeren Kaligehalt zeigen. Es ergab sich nun, dass die geschädigten Rüben wasserreicher waren als die gesunden, und dass durch die Nematoden nicht nur das Kali, sondern sämmtliche Stoffe den Rüben entzogen werden, und zwar in ungleichem Maasse, was vielleicht der verschiedenen Diffusionsfähigkeit der einzelnen Stoffe zuzuschreiben ist. Der Zuckergehalt war um mehr als die Hälfte herabgedrückt, der Stickstoff knapp um ein Viertel. Dagegen zeigte die Asche keine Verminderung, sondern eher sogar noch eine kleine Erhöhung. Ganz unverändert erscheinen in der Asche Magnesia und Schwefelsäure, dagegen wurden auffallend Phosphorsäure und Kali vermindert. Die am schwersten durch Nematoden geschädigten Rüben enthielten 14mal weniger Kali als die gesunden, wie auch bei den Blättern gefunden wurde. Aus diesen Ergebnissen schliesst nun Hellriegel, dass die Nematoden nicht allein durch Aussaugung der Rüben schädigen, sondern dass sie vielmehr in zweiter Instanz die Pflanzen im Wachsthum hindern, und derjenige Stoff, der hier am meisten in Betracht kommt, ist das Kali, welches bis unter den Maximalbedarf der Pflanze herabgedrückt wird. Es könnte also in manchen Fällen durch eine Kalidüngung wenigstens dieser zweiten Schädigung, welche die Rübe im Wachsthum erleidet, entgegengewirkt werden.

Unabhängig von den vorstehenden Untersuchungen Hellriegel's ist Vibrans5) zu denselben Resultaten auf anderem Wege gelangt. Das Ergebniss von Düngerversuchen, die hierüber angestellt wurden, kann man dahin zusammenfassen, dass die Zuckerrüben die Einwirkung der Nematoden überstehen, wenn ihnen das Kali in einer leicht assimilirbaren Form gegeben wird, und es scheint das. kohlensaure Kali, wie dies z.B. in der Schlempekohle gegeben wird, eine geeignete Verbindung zu sein, wenn zugleich eine Beigabe von leicht löslicher Phosphorsäure nicht fehlt. Damit soll allerdings das kohlensaure Kali nicht als Universalmittel und als einzig richtige Kaliquelle für die Zuckerrüben hingestellt werden, nachdem es immerhin gewagt erscheint, auf Grund der Ergebnisse von Versuchsfeldern einen Schluss auf allgemeine Anwendbarkeit zu ziehen. Immerhin kann aber dieses Resultat zur Anregung dienen, weitere Versuche nach dieser Richtung hin zu unternehmen.

Die Wintersaateule ist ein schon lange bekannter gefährlicher Schmetterling, nachdem dessen Raupe, Erdraupe genannt, zu den gefürchtetsten Rübenfeinden gehört, da sie durch Abfressen der Rübenblätter schon ungeheuren Schaden angerichtet hat. Es ist daher ein Gebot der Nothwendigkeit, auch den Schmetterling energisch zu bekämpfen, und empfiehlt Frank6) das Aufstellen von Fanglaternen, namentlich die Moll'sche Laterne, bei welcher, durch das helle Feuer angelockt, die anfliegenden Schmetterlinge an geneigten Glasscheiben herabgleiten und in mit Melasse gefüllte, offene Kästen fallen, worin sie zu Grunde gehen. Auf diese Weise gelang es, innerhalb 3 Monaten 4000 Insecten zu vertilgen, von welchen 48 Proc. als schädlich anzusprechen waren, und war hierbei die Wintersaateule neben anderen schädlichen Eulen besonders vertreten. Frank beabsichtigt, die Versuche mit einer Feldfanglaterne einfacherer und billigerer Art fortzusetzen.

Der Rüsselkäfer und speciell die Art Cleonus punctiventris Germ, tritt schon seit Jahrzehnten in Ungarn in ungeheuren Mengen auf, wo er durch Abfressen der jungen Rübensaaten einen bedeutenden Schaden verursacht. Es ist daher natürlich, da das Einsammeln sehr kostspielig ist (eine Zuckerfabrik in Oberungarn gibt z.B. alle Jahre |163| 6000 bis 8000 fl. aus), dass man billigere und dabei sicher wirkende Mittel anzuwenden sucht, um dieser Plage Herr zu werden. Morávek7) empfiehlt nun als Mittel gegen den Rüsselkäfer das Bestäuben der jungen Rüben mit einer 2- bis 3procentigen Chlorbariumlösung. Die Kosten stellen sich bei zweimaligem Bestäuben der Rüben für 18 ha auf 29,87 fl. und bei dreimaligem Bestäuben auf 56,40 fl. Wie von anderer Seite mitgetheilt wird, so sollen die Wirkungen des Chlorbariums sehr günstige sein.

Die sonst sehr selten auf Rüben beobachtete Larve des nebeligen Schildkäfers (Cassida nebulosa) ist heuer in Oberschlesien aufgetreten, wo sie stellenweise die Blätter bis auf das Gerippe abgefressen hat. Doering8) empfiehlt zur Bekämpfung das Bestreuen der Rübenschläge mit Düngergyps (2 bis 4 Centner auf 1 Morgen). Es scheint nämlich, dass die Larven den feinen Staub des Gypses nicht vertragen können; sie fallen vom Rübenblatt herunter und kommen bei ihrer Trägheit auf dem Boden, besonders wenn ein Regen bald folgt, um.

Die Frage der Melassenfütterung hat weiter verschiedene Forscher und Landwirthe beschäftigt, doch lauten immerhin die Erfahrungen noch sehr verschieden. Bemerkenswerth sind aber die Resultate, welche Ramm9) bei Melassefütterungsversuchen an Schafen erhalten hat, wobei einerseits frische Melasse und andererseits Torfmelasse zur Verwendung gelangten; zum Vergleich wurde einer Partie von Thieren Gerstenschrot verabreicht. Aus den Versuchsresultaten hat sich nun gezeigt, dass den Schafen ohne Nachtheil für die Gesundheit 3,6 k frische Melasse und 4,5 k Torfmelasse für 100 k Lebendgewicht verabreicht werden konnte. Einen ungünstigen Einfluss hat aber die Melassefütterung auf die Wollerzeugung ausgeübt, denn dieselbe belief sich bei Fütterung von frischer Melasse auf 73, bei Fütterung von Torfmelasse auf 56 Proc. von den bei Gerstenfütterung erzielten Wollmengen. Die Rentabilität der Melasseration war eine sehr viel bessere als die der Gerstenration, besonders die Ration der frischen Melasse zeichnet sich nach dieser Richtung hin aus. Das von der Gerste erzeugte Fett hat einen höheren Schmelzpunkt als das bei der Melassefütterung gewonnene. Die Gerste bewirkte einen höheren Gehalt des Muskelfleisches an ätherlöslichen Stoffen, während die frische Melasse ein Fleisch von niederer Trockensubstanz und hohem Aschengehalt lieferte.

II. Chemie und analytische Untersuchungsmethoden.

Die Entstehung des Zuckers in der Rübe wird nach der gegenwärtigen Erkenntniss der Wissenschaft, sowie nach eigenen Forschungen in eingehender Weise von F. Strohmer10) dargelegt. Die Forschungen über die synthetische Entstehung des Muckers im Pflanzenorganismus haben bis jetzt noch zu keinem positiven Resultate geführt, während hingegen in Bezug auf den Ort des Verlaufes die Forschung zu einer sicheren Erkenntniss gelangt ist. Wir wissen jetzt, nachdem schon Achard die Beziehungen der Blätter der Zuckerrübe zu dem Zuckergehalte der letzteren erkannt hat, dass das Rübenblatt eigentlich zwei Stadien zu durchlaufen hat, indem es im ersten zunächst für seine eigene Ausbildung und das Wachsthum der mit ihm direct zusammenhängenden Theile der Pflanze sorgt, im zweiten Stadium aber als ausgewachsenes Blatt die von ihm weiter aufzunehmenden Nahrungsstoffe zur Bildung von Zucker verwendet. Die bis jetzt vorliegenden Forschungsresultate sind im Zusammenhange mit der Thatsache, dass die Wurzel nicht befähigt ist, Kohlensäure zu assimiliren, ein unwiderlegbarer Beweis dafür, dass der Zucker im Rübenblatt producirt wird, und zwar zunächst als reducirender Zucker direct oder als Umwandlungsproduct der Stärke oder eines anderen Kohlenhydrates, um in dieser Form durch die Gefässe des Blattstieles in die Rübenwurzel geleitet zu werden, wo er dann als Rohrzucker aufgespeichert wird. Die Production von Zucker zum Zwecke der Aufspeicherung in der Wurzel wird naturgemäss dann die grösste sein, wenn das Blatt vollkommen ausgewachsen und selbstverständlich auch vollkommen gesund ist, denn im anderen Falle benöthigt es einen Theil der neu producirten organischen Substanz zum eigenen Wachsthum oder der durch Krankheit zerstörte Chlorophyllapparat vermag seine Aufgabe nicht zu erfüllen.

Die Beobachtungen zahlreicher Forscher haben bewiesen, dass die Zuckerbildung in der Rübe in einem bestimmten Zusammenhang mit der Belichtung derselben durch die Sonne steht; es erzeugt daher das Sonnenlicht im Rübenblatt den Zucker und es wird demnach um so mehr Zucker in dem Blatte und in Folge dessen auch in der Wurzel producirt, je mehr Licht dem ersteren zur Verfügung steht. Hierbei besitzen nun die chemischen Strahlen des Sonnenlichtes nur in sehr geringem Maasse die Fähigkeit, die chemische Arbeit der Production von organischer Substanz aus Kohlensäure und Wasser zu vollziehen, nachdem sie für diesen Process vollkommen entbehrlich sind. Es sind vielmehr die Strahlen mittlerer Brechbarkeit, also jene des gelben Lichtes, welche die erste Rolle spielen. Dies hat Strohmer durch specielle Versuche erwiesen, wobei Zuckerrüben aus Samen der gleichen Abstammung und gleicher Qualität unter vollständig gleichen Bedingungen angebaut und die daraus erwachsenen Zuckerrüben von Anfang August an dem Sonnenlichte ausgesetzt wurden, welches bei der einen Versuchsreihe ungefärbtes, bei der zweiten gelbes, bei der dritten blaues und bei der vierten rothes Glas passiren musste. Die Untersuchung der Rüben ergab, dass sowohl das geerntete Gesammtgewicht der Wurzel, wie jenes der geernteten Trockensubstanz derselben bei den im gelben Lichte gewachsenen Pflanzen nahezu doppelt so gross war, als bei den in blauem und rothem Licht erzogenen; ebenso war auch das Gewicht der frischen Blätter bei denen des gelben Lichtes grösser als bei jenen des blauen und rothen Lichtes. Hingegen scheint aber dem blauen Lichte (den chemischen Strahlen) bei der Umwandlung der Assimilationsproducte in Zucker, also bei der Bildung des letzteren, eine hervorragende Rolle zuzukommen, deren allgemeine Gültigkeit aber erst durch weitere Versuche bestätigt werden soll. – Die Versuche von Girard und Strohmer haben weiter gezeigt, dass der einmal in der Wurzel angesammelte Zucker auch dieser erhalten bleibt und nicht als Baumaterial für Neubildungen bei einem durch äussere Verhältnisse angeregten, etwas lebhafteren Wachsthum zu Ende der Vegetationsperiode verbraucht |164| wird. Erst der Zucker der der Erde entnommenen und ihres Blätterschmuckes beraubten Rüben dient als Athmungsmaterial zur Erhaltung des Lebens der Pflanze, aber dann auch gleichzeitig der langsamen Vorbereitung für das Wachsthum im zweiten Vegetationsjahr, wobei ein Theil des Zuckers in Nichtzucker umgewandelt und daher wiederum labil wird.

Pagnoult11) hat sich in ausführlicher Weise mit Rübenuntersuchungen beschäftigt und ergibt sich vor allem aus seinen Zahlen, dass der Unterschied zwischen den wahren und scheinbaren Reinheitsquotienten ein sehr verschiedener ist. In Folge dieses Umstandes ist auch die Anwendung von Coëfficienten bei Berechnung des wahren Reinheitsquotienten aus den scheinbaren unstatthaft, so dass von einer Verallgemeinerung dieser Coëfficienten keine Rede sein kann. So lange es keine Methode gibt, nach welcher es gelingt, einen der wahren Reinheit möglichst nahe kommenden scheinbaren Reinheitsquotienten in kurzer Zeit zu bestimmen, so lange wird es immer angebracht sein, wenn nöthig, beide Quotienten direct zu bestimmen. Der interessanteste Theil der Arbeit Pagnoult's beschäftigt sich mit der Einwirkung der freien Luft auf ungetheilte und getheilte Rüben, d.h. mit anderen Worten auf unbeschädigte und beschädigte Rüben. Zu diesem Behufe wurden ganze Rüben und Rübenhälften 4 und 7 Tage der Einwirkung trockener atmosphärischer Luft ausgesetzt, während die anderen Rübenhälften sofort untersucht wurden. Bei den ganzen Rüben hat sich nun ergeben, dass nach 7 Tagen kein Zuckerverlust stattgefunden hat, während hingegen bei den halben Rüben ein Verlust zu constatiren war. Pagnoult ist daher der Ansicht, dass die Einwirkung atmosphärischer Luft in einem Zeitraum von 7 Tagen bei unverletzten Rüben nur eine Verdunstung des Wassers bewirke, während bei den Rüben mit offenen Schnittflächen Zuckerverluste durch Umsetzung in flüchtige Substanzen eintreten; dieselbe Wirkung soll sich auch bei ganzen Rüben bei längerer Einwirkung der Luft äussern. Dass thatsächlich Verluste durch Umsetzen in flüchtige Materien auftreten, hat Pagnoult durch die Beobachtung nachgewiesen, dass die Rüben grosse Quantitäten Kohlensäure abgaben, wobei sich der Versuch auf beinahe 3 Monate erstreckte, ohne dass die Entwickelung von Kohlensäure aufgehört hätte.

Mendelsohn12) schlägt eine Methode vor, die die Untersuchung der Zuckerrüben zur Bezahlung nach Werth bezweckt, und liegt der Zweck dieser Bezahlung darin, den Genossenschafter am Geschäftsgewinn zu betheiligen, und zwar nicht bloss im Verhältniss des Quantums der von ihm gelieferten Rüben, sondern auch in dem der Qualität seines Materials. Es muss dann die zur Untersuchung gelangende Rübenprobe dem wirklichen Durchschnitt der jedesmaligen Lieferung entsprechen, muss sich aber auch in demselben Zustande befinden, in dem die Rüben in der Fabrik zur Schnitzelmaschine gelangen. Die Zahl der zu untersuchenden Rüben kann nicht gross genug sein und empfiehlt es sich, von jedem Wagen mindestens 1 Centner Rüben als Probe zu nehmen; die Rüben werden dann numerirt und gewaschen. Es handelt sich nun darum, aus jeder Rübe eine ihrem wirklichen Zuckergehalt entsprechende Probe herauszunehmen, die aber auch bei allen Rüben ein procentisch gleicher Theil des Einzelgewichtes sein muss. Dies geschieht am besten mittels der Keil-Dolle'schen Segmentreibe, bei welcher eine feilenartig aufgehauene Scheibe, die etwa 300 Touren macht, aus der auf eine Gabel gesteckten Rübe ein Segment von etwa 1/15 Gewicht der Rübe ausfräst. Der gesammelte Brei wird gemischt und für die Untersuchung Proben gezogen. Zur Zuckerbestimmung ist die richtigste Resultate gebende Alkoholextraction anzuwenden, die allerdings die theuerste, zeitraubendste und umständlichste ist, doch lässt sich auch hier vieles durch eine praktische Einrichtung erreichen, z.B. durch ein grosses, mit Dampf geheiztes Wasserbad, das etwa Raum für 40 Kolben bietet, ferner durch Extractionsapparate mit innen befindlichen Heberöhrchen und durch geeignete Metallkühler. Mit dieser Einrichtung lassen sich bequem in 12 Stunden 250 Extractionen durchführen. Bei einer täglichen Einfuhr von 10000 bis 15000 Centner sind exclusive Chemiker neun Personen nöthig und stellen sich die Geldkosten für die erstmalige Einrichtung auf etwa 900 M., bei Einführung der warmen, wässerigen Digestion jedoch nur auf 550 M. Wenn auch die Kosten für einen derartigen Apparat bedeutend erscheinen, so hat man aber dann nach Ansicht Mendelsohn's einen bei sachgemässer Anwendung und Beaufsichtigung tadellos functionirenden Apparat.

Der Vorschlag Mendelsohn's ist sicherlich beachtenswerth, doch dürfte er kaum, namentlich unter den jetzigen Verhältnissen, Anklang finden, um so weniger in Oesterreich, wo man erst allmählich daran geht, die Zuckerrüben nach dem Zucker in der Rübe zu bezahlen.

In Fortsetzung früherer Versuche fand Bertrand13), dass die rasche Dunkelfärbung des Rübensaftes an der Luft der Oxydation des Tyrosins durch ein besonderes, zu den Oxydasen gehöriges Enzym, der Tyrosinose, zuzuschreiben ist. Dieses Enzym ist gegen höhere Temperaturen (60 bis 70°), ferner Austrocknung, Alkohol u.s.w. sehr empfindlich. Bertrand stellte das Tyrosin in Substanz dar und enthalten die Rüben im gesammten Safte vertheilt etwa 0,0005 Proc.

Ueber die Bestimmung der Zuckerarten fliegen eingehende Untersuchungen von J. Kjeldahl14) vor, bezüglich welcher, namentlich mit Rücksicht auf die umfangreichen Tabellen, auf das Original verwiesen werden muss. An dieser Stelle mögen nur die folgenden allgemeinen Bemerkungen hervorgehoben werden. Vor allem bemerkt Kjeldahl, dass der Einfluss der Luft während der Ausführung der Bestimmung nicht unbeachtet bleiben darf, weist aber auch darauf hin, dass viel weniger der sonst meist betonte Einfluss der Luft auf das Kupferoxydul während des Filtrirens, als vielmehr derjenige auf die Oberfläche der Flüssigkeit während des Erhitzens Fehler bedingen kann. Es ist deshalb bei der bisher allgemein üblichen Art der Bestimmung die Form der Gefässe und die dadurch bedingte Flüssigkeitsoberfläche von grossem Einfluss auf das Resultat. Die Differenzen, welche sich so häufig zwischen zwei unabhängig von einander arbeitenden Chemikern zeigen, können deshalb sehr leicht auf die Anwendung verschiedener |165| Kochgefässe zurückgeführt werden. Kjeldahl schlägt daher vor, die Bestimmung der Zuckerarten mit Fehling'scher Lösung stets in der Weise vorzunehmen, dass man während und vor Beginn des Kochens Wasserstoff oder von Sauerstoff befreites Leuchtgas durch die Kochflüssigkeit leitet. Als Kochdauer hat er die von Maerker vorgeschlagenen 20 Minuten acceptirt, da nach seinen Versuchen nach dieser Zeit bei weiterem Kochen für jede Minute fast dieselbe Menge Kupferoxydul abgeschieden wird. Kjeldahl arbeitet nun nach einer bestimmten Arbeitsweise und hat die dem gefundenen Kupfer entsprechenden Mengen von Dextrose, Lävulose, Invertzucker, Galaktose, Laktose und Maltose für je 1 mg Kupfer in einer Anzahl Tabellen angegeben.

Zur Zuckerbestimmung in Fruchtsäften, Syrupen, Liqueuren, Confitüren und Honig hat de Raczkowski15) eine Methode angegeben, die zum grossen Theil rechnerischer Natur und übrigens derart complicirt ist, dass sie schwerlich Eingang in die Praxis finden dürfte. Im Uebrigen ist die Zusammensetzung obiger Producte in manchen Fällen eine derartige, dass es auch bei Anwendung dieser Methode unmöglich ist, den wirklichen Zuckergehalt zu bestimmen, und die Analytik noch immer vor einer Aufgabe steht, deren Lösung noch nicht gelungen ist und auch schwer gelingen dürfte. Aus diesem Grunde verweisen wir bezüglich der Raczkowski'schen Methode auf die Originalmittheilung.

Pellet16) weist darauf hin, dass man zur Conservirung der Säfte verschiedene Mittel in Vorschlag gebracht hat, welche ihre Aufgabe eine gewisse Zeit erfüllen sollen. Mit dem schon früher empfohlenen Bleiessig und Quecksilberchlorid hat Pellet weiter das Formaldehyd und das Kieselfluorquecksilber zum Vergleich herangezogen und gefunden, dass der Bleiessig am günstigsten und längsten (13 Tage) wirkt. Das Quecksilberchlorid (1/10000 des Saftes in Substanz zugesetzt) conservirt den Saft zu mindestens 24 Stunden und genügt daher im Allgemeinen in der Praxis beim Einsammeln von Durchschnittsproben. Das Formaldehyd hat sich wenig günstig gezeigt, während das Kieselfluorquecksilber in seinen Wirkungen dem Sublimat nahe steht. Für die Praxis verdient das Sublimat den Vorzug, nachdem dadurch das Volumen des Saftes, sowie auch die Zusammensetzung desselben bei der geringen angewendeten Menge nicht verändert wird und man daher in der Lage ist, in dem conservirten Safte die gewöhnliche Analyse (Reinheit, Asche u.s.w.) durchführen zu können. – Es ist verwunderlich, dass Pellet Chloroform nicht verwendet hat, welches ebenfalls in günstiger Weise wirkt und bei der geringen Menge, welche man zu verwenden braucht, bei Durchschnittsproben das Volumen nicht verändert. Der Schwefelkohlenstoff ist nicht zu empfehlen, da bei alkalischen Säften die Alkalität verschwindet.

Mittelstaedt17) schlägt zur Bestimmung des Rendements eine neue Methode vor, welche in klarer Weise alle die Ausbringbarkeit beeinflussenden Factoren zu erkennen gestattet und zugleich die wahre, aus einem Rohproduct zu erwartende Ausbeute sicherer erkennen lässt, als dies bei Anwendung der bekannten Coëfficienten der Fall ist. Die mechanischen Verluste betragen im Raffineriebetrieb etwa 0,5 Proc. des eingeführten Rohzuckers. Durch die chemischen, unter dem Einflüsse der Wärme und des Wassers entstehenden Verluste werden aber 0,55 Proc. von dem Zucker des eingeführten Rohproductes zerstört. Aus diesen 0,55 Th. chemisch veränderten Zuckers werden aber durch die Aufnahme von Wasser und Alkalien 0,60 Proc. Gesammtnichtzucker gebildet, welcher zugleich mit dem Gesammtnichtzucker des Rohmaterials in der Melasse erhalten wird. Die bei der Verarbeitung normaler Producte entstehende Melasse weist nun im grossen Durchschnitt einen wirklichen Quotienten von 60 Einheiten auf. In einer solchen Melasse bindet somit 1 Th. Nichtzucker 1,5 Th. Zucker. Der Raffinationswerth eines Productes muss sich nun ergeben, wenn man von dem Zuckergehalt desselben die in einem normalen Betriebe unvermeidlichen mechanischen und chemischen Verluste in Abzug bringt, sodann aber auch diejenige Zuckermenge subtrahirt, welche von dem in dem Rohzucker enthaltenen und durch die chemischen Verluste entstandenen Nichtzucker zur Melassebildung erfordert wird. Folgendes Beispiel soll die Berechnung des Raffinationswerthes eines Rohzuckers zeigen. Ein Rohzucker enthält z.B. 95,6 Proc. Polarisation, 1,2 Proc. Salze, 1,5 Proc. organischen Nichtzucker und 1,7 Proc. Wasser.

Polarisation 95,6 Proc.
Ab Verluste:
Mechanische = 0,5
Chemische = 0,55

1,05

––––––––––––
94,55 Proc.
Gesammtnichtzucker:
Im Rohzucker 2,7 Proc.
Aus chemischen Verlusten 0,6
––––––––––––
3,3 Proc.

Mithin sind 94,55 – (3,3 × 1,5) = 94,55 – 4,95 = 89,6 Proc. an weisser Consumwaare auszubringen. Mittelstaedt hat in einer kleinen Tabelle normale Rohzucker von gleicher Polarisation, gleichem Aschengehalt und nur variablem Gehalt an organischem Nichtzucker zusammengestellt und zum Vergleich das gewöhnliche Aschenrendement, das deutsche Nichtzuckerrendement, sowie seine Berechnung, welche er „praktisches Rendement“ nennt, neben einander gestellt. Aus dieser Zusammenstellung ergibt sich, dass das „praktische Rendement“ für normale Zucker, welche vom Verhältniss 1 Th. Salze zu 1,25 Th. organischem Nichtzucker nur wenig abweichen, mit dem Aschen- und Nichtzuckerrendement fast zusammenfällt. Dagegen bewegt sich dasselbe sowohl bei steigendem als fallendem Verhältniss zwischen Aschen- und Nichtzuckerrendement, welche Erscheinung auch in Ergebnissen der Praxis ihre Bestätigung findet. Der weitere Vortheil der Methode besteht darin, dass sie auch für Nachproducte ohne Abänderung anwendbar ist. Wenn R das zu berechnende Rendement eines Rohproductes, P die Polarisation desselben, Nz den Gesammtnichtzucker desselben bezeichnet, so kann die Berechnung des praktischen Rendements in folgenden mathematischen Ausdruck gebracht werden:

R = P – 1,95 – (Nz × 1,5).

Bis jetzt sind alle Vorschläge, das alte Aschenrendement durch eine neue, den gegenwärtigen Verhältnissen Rechnung tragende Bewerthungsweise zu ersetzen, gescheitert und auch das neue deutsche Nichtzuckerrendement |166| hat bald die Erwartungen getäuscht, so dass es wieder verschwinden wird. Ob der Vorschlag von Mittelstaedt den jetzigen Verhältnissen angepasst werden kann, lässt sich nicht ohne weiteres entscheiden, doch scheint er einer eingehenden Prüfung werth zu sein, namentlich in Bezug auf die Zahlen über die chemischen Verluste, die nicht ohne weiteres angenommen werden können.

Einen weiteren Vorschlag macht Abraham18), um den Raffinationswerth des Zuckers zu bestimmen, und bezieht sich dieser Vorschlag speciell auf die Verhältnisse in Russland, wo fast alle Fabriken keinen Rohzucker, sondern einen weissen Zucker, den sogen. Sandzucker, produciren, welcher in den Raffinerien dann zu Consumzucker von prima Qualität verarbeitet wird. Da nach Abraham's Meinung die Sulfate der Alkalien und Erdalkalien wenig schädlich sind und bei den Sandzuckern Invertzucker und Raffinose fast nie vorkommen, so musste auf die Bestimmung der an Alkalien und Erdalkalien gebundenen organischen Säuren die Hauptaufmerksamkeit gerichtet werden; denn dieselben hätten die grösste melassebildende Kraft. Abraham schlägt nun zur Bestimmung derselben folgende indirecte Methode vor: Man bestimmt zunächst die Alkalität des Zuckers, indem 25 g in der Wärme aufgelöst und unter Benutzung von Lackmus als Indicator in 1/100-Normalsäure titrirt werden. Sodann werden 5 g des Zuckers verascht, die Asche in Wasser gelöst und diese Lösung mit derselben Säure zunächst kalt und dann in der Siedehitze titrirt. Die erste Zahl gibt die Menge der vorhandenen freien und kohlensauren Alkalien an, die Differenz der zweiten und ersten Zahl hingegen die Menge der an organische Säuren gebundenen Basen. Je grösser diese Zahl ist, desto schlechter ist der Zucker und desto weniger eignet er sich zur Raffination. Ist schwefelsaurer Kalk vorhanden, so muss derselbe extra durch Fällen der Schwefelsäure mit Chlorbarium bestimmt werden; ebenso muss auch Invertzucker, welcher jedoch nach Abraham's Angaben bei Phenolphtaleïnalkalität stets abwesend sein soll, nach der Methode von Herzfeld bestimmt werden, sobald ein Zucker nicht phenolphtaleïnalkalisch ist.

Ob man durch diese Methode zu besseren Resultaten in Bezug auf die Werthschätzung des Zuckers gelangen wird und ob dieselbe auch bei Rohzuckern mit Nutzen angewendet werden kann, muss auch hier weiteren Arbeiten überlassen bleiben. Im Uebrigen wurde vom „Technischen Verein“ in Kiew eine Commission zur Prüfung der Abraham'schen Methode eingesetzt.

Die Thatsache, dass Zucker durch Anwendung der X-Strahlen durchsichtig wird, ist kurz nach Röntgen's Entdeckung festgestellt worden. Wiechmann19) hat nun das Verhalten des Zuckers gegen Röntgen-Strahlen insofern studirt, als er ermittelte, ob die Structur des Zuckers, durch welchen die Strahlen hindurchgehen, irgend welchen Einfluss ausübt und ob sie ihre Wirkung auf die photographischen Platten modificirt. Zu den Versuchen wurden zwei Scheiben hergestellt, und bestand die eine aus einer festen Zusammenfügung reiner Saccharosekrystalle, während die andere Scheibe aus amorphem Zuckerwerk, sogen. Gerstenzucker, bestand. Es zeigte sich nun, dass beide Scheiben die X-Strahlen hinlänglich frei hindurchgelassen hatten, doch ergab das Negativ der photographischen Platten unverkennbar, dass der amorphe Zucker die X-Strahlen leichter hindurchlässt als der krystallinische, und ist diese Thatsache vielleicht hinsichtlich der Frage der Verbreitungs- und Brechungsfähigkeit von X-Strahlen nicht ohne Bedeutung. Die weitere Frage, ob die X-Strahlen auch auf das polarisirte Licht von Einfluss, ergab ein negatives Resultat.

Im heurigen Jahre hat wieder eine Versammlung der im Dienste der Zuckerindustrie thätigen österreichisch-ungarischen öffentlichen Chemiker20) stattgefunden, welche die Beschlüsse, die in früheren Versammlungen gefasst wurden, revidirte und nach dem gegenwärtigen Stande der Wissenschaft ergänzte. Die Berathungen bezogen sich auf die Ausführung der Polarisation von Zucker enthaltenden Substanzen, der Untersuchung des Rohzuckers, der Melassen und Osmosewässer, des Spodiums und der Dünger. Nachdem nun bei der Untersuchung dieser Producte in einheitlicher Weise vorgegangen wird, so ist dadurch im Interesse der Chemiker und des Handels ein Weg angebahnt, der für die Zukunft das Beste erhoffen lässt, nachdem schon jetzt die Klagen über die Differenzen in den Befunden zweier Handelschemiker gegenüber den früheren Jahren weitaus geringer sind. Hervorzuheben ist ferner, dass der vorjährige internationale Chemikercongress zu Brüssel die von den österreichisch-ungarischen Zuckerchemikern ausgearbeiteten Untersuchungsvorschriften des Rohzuckers als einheitliche internationale Methode bis auf die Wasserbestimmung angenommen hat. Auf der heurigen Versammlung der österreichisch-ungarischen Zuckerchemiker wurde jedoch die Methode des Brüsseler Congresses nicht angenommen, sondern beschlossen, den Rohzucker nur bei 100° C. und nicht bei 100 bis 105° C. bis zu constantem Gewichte zu trocknen, nachdem unter Umständen bei höheren Temperaturen als 100° C. eine Zersetzung nicht ausgeschlossen ist.

Für Zwecke der Auslese von Eliterüben haben Gallois und Dupont eine Neuerung an Polarisationsinstrumenten construirt. Dieselbe besteht nach Rümker21) darin, dass mit dem Polarimeter ein Läutewerk verbunden ist. Dasselbe ist so eingerichtet, dass an dem durch die Schraube beweglichen Nonius eine kleine, senkrecht gestellte Metallplatte angebracht ist, welche zwischen zwei seitlich an einem feststehenden Balken befindlichen Metallschrauben spielt. Diese Schrauben werden nach empirischer Ermittelung so eingestellt, dass sie den Grenzen des mittleren Zuckergehaltes des betreffenden Rübentypus und Jahrgangs entsprechen. Zeigt sich nun bei der Polarisation der Saft einer Rübe zuckerärmer als dieser mittlere Zuckergehalt, so berührt während des Einsteilens des Polarisationsinstrumentes durch den Beobachter die senkrechte Metallschneide die linke Schraube, wodurch der elektrische Strom (eingeführt durch ein einfaches Bunsen-Element) geschlossen und eine elektrische Klingel zum Läuten gebracht wird. Genau dasselbe findet statt, wenn die kleine Metallschneide die rechte Schraube berührt. Die zwei Läutewerke haben verschiedenen Klang und kann man mit Hilfe derselben die Rüben in drei Klassen nach dem Zuckergehalte sondern, ohne jede Rübe genau auspolarisiren zu müssen. Diese Neuerung soll bereits bei einigen französischen Rübenzüchtern |167| eingeführt worden sein; dass dieselbe aber eine empfehlenswerthe Verbesserung darstellt, bezweifelt Rümker und mit Recht. Ein Mittel zur weiteren Beschleunigung der Auslese mag es sein, ein Mittel zur Erhöhung der Genauigkeit des Verfahrens ist es auf keinen Fall, denn es lenkt von dem Wege der Individualzucht ab und führt auf den Weg der Gruppen- oder Pauschalzucht zurück, indem man auf die genaue Ermittelung von Einzelzahlen verzichtet und sich mit der Herstellung von drei Werthklassen begnügt.

(Fortsetzung folgt.)

|161|

Oesterreichisch-ungarische Zeitschrift für Zuckerindustrie und Landwirthschaft, 1896 XXV S. 387.

|162|

Blätter für Zuckerrübenbau, 1896 III S. 209.

|162|

Ibid. S. 225.

|162|

Zeitschrift der Landwirthschaftskammer für die Provinz Sachsen, 1896 53 S. 98.

|162|

Die deutsche Zuckerindustrie, 1896 XXI S. 1891.

|162|

Landwirthschaftliche Jahrbücher, 1896 XXV S. 483.

|163|

Oesterreichisches landwirthschaftliches Wochenblatt, 1896 S. 243.

|163|

Blätter für Zuckerrübenbau, 1896 III S. 247.

|163|

Deutsche landwirthschaftliche Presse, 1896 XXIII S. 651.

|163|

Oesterreichisch-ungarische Zeitschrift für Zuckerindustrie und Landwirthschaft, 1896 XXV S. 589.

|164|

Die deutsche Zuckerindustrie, 1896 XXI S. 1889.

|164|

Die deutsche Zuckerindustrie, 1896 XXI S. 1565.

|164|

Bulletin de l'Association des chimistes et de distillerie de France, 1896 XIV S. 21.

|164|

Meddelelser fra Carlsbery Laboratoriet durch Zeitschrift für analytische Chemie, 1896 XXXV S. 344.

|165|

Bulletin de l'Association des chimistes et de distillerie de France, 1896 XIII S. 564.

|165|

Ibid. S. 840.

|165|

Neue Zeitschrift für Rübenzuckerindustrie, 1896 XXXVII S. 109.

|166|

Die deutsche Zuckerindustrie, 1896 XXI S. 1682.

|166|

Die deutsche Zuckerindustrie, 1896 XXI S. 1567.

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Oesterreichisch-ungarische Zeitschrift für Zuckerindustrie und Landwirthschaft, 1896 XXV S. 627.

|166|

Blätter für Zuckerrübenbau, 1896 III S. 246.

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