Titel: Einwirkung einer hohen Temperatur auf die Metalloxyde von Henri Moissan.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1896, Band 302/Miszelle 2 (S. 48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj302/mi302mi02_2

Einwirkung einer hohen Temperatur auf die Metalloxyde von Henri Moissan.

Der Verfasser recapitulirt eine Reihe von Untersuchungen in folgenden Sätzen: Bei einer 2000° C. wenig übersteigenden Temperatur besitzt der Kalk eine solche Dampfspannung, dass er eine ausgiebige Krystallisation liefert. Steigt die mittels des elektrischen Bogens erzeugte Hitze höher, so schmilzt der Kalk und die entstandene Flüssigkeit erstarrt beim Erkalten zu einer krystallinischen Masse. Bei weiter gesteigerter Temperatur kommt der Kalk zum Sieden und destillirt dann mit Leichtigkeit über. Strontian und Baryt krystallisiren und schmelzen schon bei niederen Temperaturen als der Kalk. Auch Magnesia liefert unterhalb ihres Schmelzpunktes Dämpfe, welche sich zu brillanten Krystallen verdichten. Bei sehr hoch gesteigerter Temperatur schmilzt sie sofort, aber immerhin weit schwieriger als Kalk, und geht dann in Dampfform über. Thonerde ist weit leichter flüchtig als Kalk und Magnesia. Man kann es sich daher leicht erklären, dass man in den gewöhnlichen Windöfen Thonerde verflüchtigen und Korund erhalten konnte. Beim Schmelzen gibt Thonerde ebenfalls eine krystallinische Masse, welche durch eine Spur Chrom rubinroth gefärbt wird. Borsäure, Titanoxyd, Zinkoxyd werden im elektrischen Ofen rasch verflüchtigt; Kupferoxyd wird dissociirt in Sauerstoff und Kupfer, letzteres destillirt über. Die Oxyde der Metalle der Eisengruppe, welche in der Hitze beständig sind, liefern bei hohen Temperaturen geschmolzene Massen, welche mit Krystallen besäet sind. Bei allen diesen Versuchen hat also eine einfache Steigerung der Temperatur vermocht, die Krystallisation der Metalloxyde zu bewirken.

(Ann. Chim. Phys.; Chem.-Ztg.)

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