Titel: Zellstoffseide.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1896, Band 302/Miszelle 3 (S. 144)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj302/mi302mi06_3

Zellstoffseide.

Der Chemiker Dr. Stockmeier hielt nach der Papierzeitung am 12. November 1895 im Gewerbeverein zu Regensburg einen Vortrag über künstliche Seide. Nach seinen Angaben ist es der nach Dr. Lehner's Verfahren arbeitenden Züricher Fabrik gelungen, dem neuen Erzeugniss in zwei bedeutenden Industriezweigen Absatz zu verschaffen.

Die Aargauer Strohhutfabriken fertigen aus künstlicher Seide schmale Bändchen, die mit später unlöslich gemachter Gelatine überzogen werden und dadurch ein dem Stroh ähnliches, dasselbe aber an Glanz übertreffendes Aussehen erhalten. Sie werden zu Borten geflochten, aus denen die Sommerhüte genäht werden, die durch ihr prächtiges Aussehen und ihre Leichtigkeit die Lieblinge der Damenwelt werden dürften. Die Posamentierindustrie fertigt daraus Fransen, Kordeln und Quasten, die durch ihren Glanz und eine gewisse Steifheit des Fadens die gleichartigen Erzeugnisse aus echter Seide weit in den Schatten stellen sollen.

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