Titel: Neuere Pumpen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1897, Band 304 (S. 173–178)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj304/ar304043

Neuere Pumpen.

(Schluss des Berichtes Bd. 302 * S. 265.)

Mit Abbildungen.

Eine zum Speisen der Kessel des englischen Kriegsschiffes Minerva dienende Duplexpumpe stehender Anordnung von A. G. Mumford in Colchester zeigt die The Engineer vom 27. November 1896 S. 535 entnommene Abbildung (Fig. 1).

Die Dampfcylinder von je 280 mm Durchmesser sind wie auch die Pumpencylinder von je 190 mm Durchmesser vollständig aus Kanonenmetall hergestellt; der gemeinschaftliche Kolbenhub beträgt 254 mm.

Die Steuerung der Dampfcylinder erfolgt nach Mumford's Patent (1896 300 * 12) mittels der entsprechend lang gehaltenen Arbeitskolben, auf welche der Kesseldampf mit 10,9 at Spannung wirkt. Die Anordnung der Oeffnungen in den Dampfcylindern zwingt die Pumpenplunger, sich in derselben Weise zu bewegen, als wenn sie von um 90° gegenseitig versetzten Kurbeln angetrieben würden. Das Anlassen der Pumpe kann deshalb in jeder Kolbenstellung erfolgen.

Die Beschaffung von Motorfeuerspritzen in grösseren Städten, namentlich in solchen, welche über eine Wasserleitung verfügen, erscheint schon längst nicht nur zweckmassig, sondern vielfach auch dringend nothwendig. Die grosse Leistungsfähigkeit dieser Spritzen mit ihren geringen Bedienungsmannschaften gegenüber Handfeuerspritzen mit bis 36 bezieh. 72 Mann – wenn, wie üblich, die Mannschaft in kurzen Zeitabschnitten gewechselt werden soll – ermöglicht eine weit raschere und sichere Bekämpfung eines Feuers als mittels der letzteren.

Eine Motorfeuerspritze von Grether und Co. in Freiburg i. B., deren Betreiben durch einen 10pferdigen Benzinmotor erfolgt, veranschaulichen Fig. 2 und 3.

Der Motor ist von der Gasmotorenfabrik Deutz in Deutz in stehender Anordnung geliefert; er ist auf der hinteren Wagenachse gelagert und seine in Längsrichtung des Wagens liegende Welle durch eine Reibungskuppelung mit dem Vorgelege der Pumpe verbunden. Letztere besteht aus zwei einfach wirkenden Cylindern mit je in einem Gehäuse vereinigten Saug- und Druckventilen. Jedes Gehäuse ist konisch in den Pumpenkörper eingesetzt und lässt sich ohne Zuhilfenahme eines Schlüssels oder irgend welchen Werkzeuges bequem und rasch herausnehmen und wieder einsetzen. Die Saugventile sind wagerecht, die Druckventile auf geneigtem Sitz angeordnet.

Die Kolben der Pumpe sind in die Cylinder sorgfältig eingeschliffen, so dass der Lederstulp weniger zur Abdichtung des Kolbens gegen den Cylinder als zur Reinigung der Innenwandung desselben von dem im Wasser mitgerissenen Sand und Schlamm dient.

Textabbildung Bd. 304, S. 173

Der Rahmen des Wagens trägt in seiner ganzen Länge bis zum Vordergestell zwei Behälter, von denen der theilweise unter dem Motor liegende als Kühlwasserbehälter für diesen, der andere als Wasserbehälter für die Pumpe dient. Beide Behälter sind durch ein mit Absperrhahn versehenes Rohr mit einander verbunden. Diese Einrichtung gestattet einerseits, kaltes Wasser aus dem Wasserbehälter in den Kühlwasserraum, andererseits durch den Wasserumlauf im Kühlmantel des Motors erwärmtes Wasser in den Pumpenwasserraum einzulassen. Letzteres ist im Winter zur Verhütung von Frost, wenn die Arbeit während kurzer Pausen unterbrochen wird, werthvoll.

Das Wasser wird in dem Kühlmantel durch eine Flügelpumpe zum Umlauf gebracht, die durch Schneckenantrieb von der Hauptwelle aus getrieben wird. Der Umlauf lässt sich durch einen Hahn regeln; ist dieser voll geöffnet, so fliesst das Wasser in den Behälter zurück, ohne durch den Kühlmantel zu strömen.

Ein zwischen den beiden Cylindern der Pumpe liegender, kugelförmiger Luftbehälter steht mit den Druckräumen der Pumpe in Verbindung. Die von diesem Behälter ausgehende Druckleitung hat zwei Abnahmestutzen für die Schläuche, von denen jeder für sich abstellbar ist.

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Ein in die Druckleitung eingeschaltetes Ventil o (Fig. 3) ist auf eine bestimmte Spannung eingestellt und hebt sich selbsthätig, wenn dieselbe überschritten wird. Das Druckwasser fliesst dann in den Wasserbehälter zurück. Hierdurch wird erreicht, dass die Beanspruchung des Motors nicht über die der vollen Explosionshubzahl entsprechende Arbeit gesteigert werden kann. Eine Mehrbelastung würde den Stillstand des Motors zur Folge haben.

Die Abmessungen der Pumpe sind folgende:

Durchmesser der Pumpencylinder 150 mm
Hub der Kolben 210 mm
Minutliche Umdrehungen der Kurbelwelle 80

Die durch die Feuerspritze ausgeworfene Wassermenge beträgt 10 l in der Secunde, wobei das Manometer auf dem Druckrohr 6,5 at anzeigt.

Eine ebenfalls mittels Benzinmotors betriebene Feuerspritze der Daimler-Motoren-Gesellschaft in Cannstatt zeigt Fig. 4.

Textabbildung Bd. 304, S. 174
Textabbildung Bd. 304, S. 174

Der 6pferdige, zweicylindrige Motor macht 480 minutliche Umdrehungen und ist wieder mitsammt der Pumpe auf einem vierräderigen Wagen befestigt. Die Bewegungsübertragung auf die letztere erfolgt durch die in das Schwungrad des Motors ein- und ausrückbare Reibungskuppelung a, auf deren Welle noch ein Getriebe sitzt, welches mit dem Rad b einer Welle c in Eingriff steht; letztere trägt zwei um 180° versetzte Kurbeln, an welche die Kolbenstangen der aus Rothguss gefertigten Pumpencylinder angreifen. Das Zahnrädervorgelege besitzt ein Uebersetzungsverhältniss von 1 : 6, so dass die mit Saug- und Druckwindkessel versehene Pumpe etwa 80 Umläufe macht. Die Klappenventile liegen in einem konischen Gehäuse und sind leicht zugänglich; ausserdem ist noch ein Druckregelventil vorhanden, welches sowohl die Spritzwassermenge zu regeln, wie auch die Druckleitung vollständig abzusperren gestattet, ohne dass der Gang der Maschine gestört wird.

Der Verbrennungsraum der Cylinder wird durch das mit dem Druckstutzen der Spritze verbundene Rohr e gekühlt, dessen Abzweigungen in die Cylindermäntel münden; das angewärmte Kühlwasser fliesst in den Saugkasten der Spritze zurück. Der zum Motor gehörige Gaserzeuger und Lampenbehälter werden durch die von Hand betriebene Hebelpumpe d mit Benzin gefüllt.

Die Spritze liefert nach Angabe der Erbauerin mit einem Wasserdruck von 7 at in der Minute 300 l Wasser und wirft mit einem Mundstück von 15 mm lichter Weite einen Wasserstrahl von rund 30 m Höhe, mit zwei Schläuchen und 11-mm-Mundstücken einen solchen von je 25 m Höhe.

Eine Differentialkolbenpumpe, welche die Maschinenfabrik Bassersdorf in Bassersdorf nach dem schweizerischen Patent Nr. 8412 baut, zeigen die Uhland's technischer Rundschau entnommenen Abbildungen (Fig. 5 bis 7).

Von den beiden in einem Stück gegossenen Kolben hat der grössere am Ende senkrecht zu seiner Achse einen Ausschnitt, in welchem die schmalen Füsse von zwei Schiebern p Platz finden. Dieselben werden mit einander durch zwei Schrauben mit je einem rechten und einem linken Gewinde verbunden. Bringt man den Differentialkolben in die äusserste Rechtslage, so befinden sich die mit Schrauben ll1 (Fig. 5) verschlossenen Oeffnungen des Cylinders den vorgenannten Schrauben gegenüber. Man kann daher nach Abnahme der Schrauben ll1 einen Schraubenzieher einführen, um die beiden Schieber p nachzustellen.

Textabbildung Bd. 304, S. 174

Der kleine Cylinder a, der grosse Cylinder a1 und die beide verbindende Röhre g sind mit der Grundplatte der Maschine zusammengegossen. Auf dem Differentialkolben ist in der Mitte eine Muffe f mit zwei Ohren befestigt, zwischen denen ein den Kurbelzapfen umfassendes Lager n derart zwischen Körnerspitzen eingestellt ist, dass |175| es sich drehen kann. Die in einer besonderen Büchse an der Grundplatte gelagerte Kurbelwelle trägt das als Antriebsscheibe dienende Schwungrad.

Während die Kurbel umläuft, nimmt ihr Zapfen das erwähnte Lager n mit; dasselbe gleitet dabei auf dem Zapfen hin und her und verdreht den Differentialkolben um 90° in dem einen und anderen Sinne, wobei er gleichzeitig eine hin und her gehende Bewegung ausführt. Der grosse Cylinder ist durch eine Einschnürung in der Mitte in zwei Theile a1 und b zerlegt. In der Einschnürung, welche den Schiebern p als Führung dient, sind vier Oeffnungen, von denen je zwei sich gegenüber liegen. Die zwei Oeffnungen n1 stehen unter einander, sowie mit der Röhre g und dem Windkessel durch den Kanal n2 in Verbindung. Die anderen Oeffnungen m1 sind unter einander durch den Kanal m2 verbunden, der nach einer Röhre führt, welche von aussen an der in Fig. 7 sichtbaren Flansche befestigt ist. Zur Abdichtung der beiden Kolben e dienen die zwei Stopfbüchsen.

Die Pumpe kann auch als Motor benutzt werden. In diesem Fall ist die Röhre g mit Druckwasser gefüllt, welches stets auf den kleinen Kolben e und von Zeit zu Zeit auf den grossen Kolben einwirken kann. Da der grosse Kolben den doppelten Querschnitt des kleinen Kolbens hat, ist die Kraft beim Hin- und Hergange desselben gleich. Nimmt der Differentialkolben seine äusserste Linksstellung ein, so stehen die Schieber p in der Fig. 7 ersichtlichen Stellung. Der grosse Cylinder ist dann sowohl von der Einströmung durch n1 als auch von der Ausströmung durch m1 abgesperrt. Geht der Kurbelzapfen in der Richtung des Uhrzeigers von unten nach oben, so verdreht sein Lager n den Differentialkolben um 45° aufwärts. Dadurch werden die Ausströmungskanäle m1 geöffnet, so dass das im grossen Cylinder enthaltene Wasser entweichen kann, während das Druckwasser auf den kleinen Kolben e von links nach rechts einwirkt. Hat der Kurbelzapfen die höchste Lage erreicht und geht er nach dem anderen Todtpunkt weiter, so verdreht sein Lager n den Differentialkolben wieder niederwärts. Erreicht der Kurbelzapfen den Todtpunkt, so nehmen die Schieber p von Neuem die in Fig. 7 ersichtliche Stellung ein. Dreht sich die Kurbelwelle weiter, so verdreht das Lager n den Differentialkolben noch weiter niederwärts. Dadurch werden die Einströmungskanäle n1 eröffnet, so dass das Druckwasser Zutritt in den grossen Cylinder a1b findet und den grossen Kolben von rechts nach links treibt.

Wird die Maschine als Pumpe benutzt, so ist die Wirkungsweise ganz ähnlich, nur dass die Kurbelwelle in der entgegengesetzten Richtung umläuft und das Wasser den Weg von unten nach oben nimmt.

Das Ansaugen erfolgt selbstverständlich nur während des Rückganges des Differentialkolbens.

Eine Kreiselpumpe, System Mather-Reynolds, welche im Stande ist, Wasser auf Höhen von 60 bis 90 m mit hohem Nutzeffect zu liefern und ferner auch umgekehrt, wie eine Turbine, durch Benutzung eines Gefälles als Motor dienen kann, beschreibt Revue industrielle vom 18. Januar 1896 S. 21.

Wie Fig. 8 und 9 erkennen lassen, befindet sich zur Rechten der Welle S, auf welche die Antriebsscheibe gekeilt ist, der mit der Fundamentplatte zusammengegossene oder verschraubte Saugkasten a.

Die anzusaugende Flüssigkeit tritt durch das Rohr A ein und durch die an der Peripherie der Zwischenwand befindlichen Oeffnungen b (Fig. 10) in die Abtheilung G. Diese ist in der Mitte durch eine Wand getheilt, welche aber nicht durchgeht, sondern eine ringförmige Oeffnung b1 frei lässt. In dem vorderen Theil von G befinden sich radiale Nuthen a1, welche die Strudelbildung der Flüssigkeit verhindern und sie durch die Oeffnung b1 auf die andere Seite der Zwischenwand leiten; hier befindet sich ein auf die Welle gekeiltes Schaufelrad J, deren zurückgekrümmte Theile, welche über der Nabe vorstehen, das Wasser mit in die Schaufelung nehmen, welche durch die radiale Verlängerung dieser Flügel gebildet wird.

Die so in Rotation gesetzten Wasserfäden werden unter dem Einfluss der Componenten der Centrifugalkraft auf die gekrümmten Leitschaufeln F (Fig. 11) geleitet, welche das Flügelrad umgeben. Die durch diese Leitschaufeln gebildeten Kanäle führen die Flüssigkeit ohne Stoss zu einer anderen Reihe von Oeffnungen b, durch welche das Wasser in die zweite Zwischenkammer gelangt. Letztere hat auch radiale Nerven, wodurch sich eine Transformation der durch das Wasser erworbenen Energie bildet, welche es zwingt, mit wachsendem Druck gegen die zweite radiale Oeffnung b1 zu strömen, die wie die vorhergehende das Wasser wieder in das Centrum eines Schaufelrades J führt, von wo es durch die Leitschaufeln F in die letzte Abtheilung gelangt, welche mit dem Ansatz A1 für das Steigrohr versehen ist.

Textabbildung Bd. 304, S. 175

Je mehr Zwischenkammern der Apparat hat, je grösser ist der von den Wasserfäden erlangte Druck, so dass es möglich ist, sehr grosse Förderhöhen zu erreichen.

Für jede dieser Kammern werden die Räder derart berechnet, als ob es sich um eine gleiche Menge Wasser handle; dasselbe erreicht also eine Endpressung gleich der Summe der einzelnen Pressungen, abzüglich der Nebenhindernisse, welche aber durch diese Einrichtung möglichst herabgezogen sind.

Die Pumpe ist, wie ersichtlich, aus mehreren Cylindern zusammengesetzt, was ihre Montirung sehr erleichtert.

Die Welle S dreht sich links in einem am Boden der Ausströmkammer A1 gegossenen Lager M. Die Lager N der rechten Seite liegen in der Nabe der Saugkammer A. Sie bestehen aus zwei Theilen, welche in der Mitte einen |176| Zwischenraum lassen, in den die Flüssigkeit durch das von der Ausströmkammer kommende, mit Regulirhahn versehene Rohr P unter Druck eintreten kann.

Die Schaufelräder sind auf ihrer Achse mittels durchgehender seitlicher Keile befestigt und berühren beinahe die Wände der sie umgebenden Leitcylinder, deren Flächen ebenfalls sorgfältig abgedreht sind.

Die Naben dieser Räder sind zwischen den Trennungswänden so eingedreht, dass sie sich, um seitliche Verschiebungen zu vermeiden, leicht, aber ohne Spiel drehen können.

Soll der Apparat als Turbine dienen, so geschieht die Transformation der Energie in entgegengesetztem Sinne. Das Betriebswasser tritt dann durch den Stutzen A1 und setzt eines der Schaufelräder nach dem anderen in Bewegung, worauf es den Apparat durch den Stutzen A verlässt.

Die Pumpen können in Bergwerken, bei Bewässerungen und als Feuerspritzen verwendet werden, ausserdem überall da, wo sonst Kolben- oder gewöhnliche Centrifugalpumpen angewendet wurden; sie werden durch Riemen oder Seile angetrieben, auch direct mit einer schnell laufenden Dampfmaschine bezieh. einem Elektromotor verkuppelt.

Die Schaufelräder sind von Bronze, die Lager von Deltametall, die Achsen von Gusstahl und die übrigen Theile von Gusseisen.

Die Ergebnisse von Versuchen über den Nutzeffect einer derartigen Pumpe sind in der untenstehenden Tabelle zusammengestellt. Die Pumpe hatte vier Schaufelräder und wurde durch einen Elektromotor von Edison-Hopkinson mittels Gelenkriemen angetrieben. Der Durchmesser der Saug- und Druckrohre war 254 mm.

Auf Elektro-
motor uber-
tragene Arbeit
Mechn. Wir-
kungsgrad des
Elektromotors
An den Treib-
riemen der Pumpe abge-
Gebene Arbeit
Umdrehungen
In der Minute
Leistung der Pumpe Nutzeffect der
Pumpe
Vacuum
b. An-
saugen
in cm
Queck-
silbers.

Druck
beim
Abfluss

Ge-
sammte
Forder-
hohe

Wasser-
menge
in der
Minute

Ge-
leistete
Arbeit
Proc. k m l Proc.
71 89 63,2 501 35,50 2,196 36,48 4361 34,8 55
69 88 60,6 502 31,75 2,245 36,60 4234 34,0 56,1
82,4 90 74,2 514 38,00 2,245 37,52 4997 41,2 55,5
70,1 89,5 62,7 502 35,50 2,098 35,08 4406 33,8 54
64,1 88,5 56,7 504 30,50 2,196 35,84 3957 31,0 54,7

Die Wassermenge wurde durch einen Ueberfall von 0,457 m Breite gemessen. Dieser befand sich am Ende und 0,102 m vom Boden eines Behälters von 5,50 m Länge, 0,61 m Breite und 0,355 m Tiefe. Die Kraft des Strahles wurde gebrochen, indem man das Wasser vorher durch einen mit Hindernissen versehenen Kasten gehen liess, so dass die Geschwindigkeit im Messbehälter nur noch 0,30 m betrug.

Wenn man die Förderhöhe in Betracht zieht, ist der gefundene Nutzeffect sehr günstig zu nennen, besonders da er sich, wie spätere Versuche gezeigt haben, von 15 bis 150 m Förderhöhe ziemlich gleich bleibt.

Zum Entleeren der West-India-Docks in London dienen Centrifugalpumpen, welche von je einer darüber liegenden Verbundmaschine in der Fig. 12 ersichtlichen Weise betrieben werden.

Pumpen und Dampfmaschinen sind nach Mittheilungen in The Engineer vom 15. Februar 1895 S. 144 von der Firma Easton, Anderson and Goolden in Erith, Grafschaft Kent, erbaut.

Es sind vier Pumpen vorhanden, von denen jede 141,6 cbm in der Minute oder ungefähr 8500 t in der Stunde auf eine mittlere Höhe von 2,140 m fördert. Wenn alle Pumpen im Betrieb, wird die bedeutende Leistung von etwa 34000 t Wasser in der Stunde erreicht.

Bei der grössten Druckhöhe arbeiten Maschinen und Pumpen mit 110 minutlichen Umdrehungen. Die Pumpenschaufeln haben 1,830 m Durchmesser bei 508 mm Höhe.

Behufs Ausgleichung der bewegten Massen sind die beiden Treibkurbeln jeder Maschine um 180° gegenseitig versetzt. Die zur letzteren gehörigen Arbeitscylinder haben 381 bezieh. 737 mm Durchmesser und 406 mm Hub.

Eine von derselben Firma für die neue Pumpstation des Wasserwerks Leicester in Cropston erbaute 150pferdige stehende Dreifach-Expansionsdampfpumpe mit Condensation beschreibt Der praktische Maschinenconstructeur vom 26. März 1896 S. 51 nach The Engineer.

Die nach dem Schiffsmaschinentypus gebaute Dampfmaschine bethätigt die Plunger der darunter liegenden dreicylindrigen Pumpe von den Kolbenstangen aus direct mittels Zugstangen und Querhäuptern. Die Plungerkolben übermitteln durch Pleuelstangen die erhaltene Bewegung auf die zwischen Dampf- und Pumpencylinder angeordnete, dreifach gekröpfte Schwungrad welle.

Textabbildung Bd. 304, S. 176

Die drei Dampfcylinder haben 432, 686 und 1117 mm Bohrung für 914 mm Kolbenhub; die mittlere Tourenzahl beträgt 25, der Admissionsdruck des Dampfes im Hochdruckcylinder 8,4 at, der Durchmesser der aus Kanonenmetall gefertigten Plunger 349 mm.

Die Pumpencylinder sitzen auf Untertheilen, welche einerseits an die Saugventilkasten, andererseits an die Druckventilkasten angeschraubt sind. Saug- und Druckrohr haben alle drei Pumpen gemeinschaftlich.

Die Dampfcylinder arbeiten sämmtlich mit von Hand stellbarer Meyer-Steuerung; die Verstellung der Expansionsschieber erfolgt mittels Handrades und konischer Räder.

Der Abdampf wird durch ein Rohr dem Condensator zugeführt, dessen Luftpumpenkolben von dem Querhaupt des Niederdruckcylinders mittels Lenkers angetrieben wird.

Zur Ausgleichung des Druckes im Saug- und Druckrohr dient ein Sicherheitsventil, welches durch Ziehen an einer Kette geöffnet werden kann, für gewöhnlich aber durch ein Gegengewicht geschlossen wird.

The Engineering and Mining Journal vom 16. November 1895 bringt S. 469 Abbildung und Beschreibung einer für Baggerzwecke dienenden, von einer stehenden Verbundmaschine betriebenen, wagerechten Centrifugalpumpe der Bucyrus Steam Shovel and Dredge Company in Milwaukee, Wisconsin.

Mit zwei derartigen Pumpen ist der Baggerdampfer Comstock der Vereinigten Staaten-Marine ausgerüstet.

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Die Dampfmaschinen von je 125 arbeiten mit ausgewichteten Kurbeln und im Maximum mit 200 minutlichen Umdrehungen. Auf der Verlängerung der Kurbelwelle sitzt das Schaufelrad der Pumpe mit Saug- und Druckrohr von je 381 mm Durchmesser. Um Abnutzungen durch den geförderten Sand möglichst herabzumindern, sind die Schaufeln aus Stahl gefertigt und auswechselbar in dem Gehäuse untergebracht.

Das etwa 15 m lange Saugrohr jeder Pumpe besteht aus zwei aus geschweissten schmiedeeisernen Rohren gebildeten Theilen; diese werden durch einen Dampfkrahn mittels Drahtseiles auf geeigneter Höhe gehalten.

Die gusseiserne Baggerschaufel, am Ende des Saugrohres, ist mit auswechselbaren Stahlmessern versehen und derart mit dem letzteren verbunden, dass sie sich beim Auftreffen auf irgend welche Hindernisse während der Fahrt selbsthätig heben und senken kann; hierdurch werden etwaige Zerstörungen des Saugrohres vermieden.

Die Pumpe fördert ein Gemisch von Sand und Wasser, und zwar enthält dasselbe je nach Umständen von dem ersteren 10 bis 40 Proc.

Beide Pumpen liefern zusammen etwa 100 cbm Wasser in der Minute.

In Sulfitstoff-Fabriken hat man häufig Lauge zu heben, deren schweflige Säure Eisen, Kupfer und andere Metalle stark angreift. Heinrich Wigger in Unna empfiehlt in solchen Fällen nach der Papierzeitung, Nr. 7 S. 200, Centrifugalpumpen, bei denen die saure Flüssigkeit nur mit laufenden Theilen aus Phosphorbronze und mit unbeweglichen Theilen aus Hartblei in Berührung kommt.

Einen Combinationsinjector von Friedmann, welcher nach dem gleichen Princip wie der 1895 295 * 2 beschriebene Restarting-Injector von Friedmann arbeitet, zeigen die dem Praktischen Maschinenconstntcteur vom 29. August 1895 S. 142 entnommenen Abbildungen (Fig. 13 und 14).

Textabbildung Bd. 304, S. 177

Der Injector dient namentlich zum Speisen von Locomotivkesseln und wird in diesem Falle direct an der Feuerbüchse, also in unmittelbarer Nähe des Heizers montirt. Speisekopf S und Dampfventil V sind direct an den Körper des Injectors angeschlossen. Der Handhebel M bethätigt die Absperrspindel der Dampfdüse. Bei Y befindet sich das Rückschlagventil, bei D der Wasserhahn, bei K das Schlabberventil und bei x die Verschlussklappe zum Einsatz. Mit L ist eine den Spritzschlauchkuppelungsstutzen verschliessende Mutter bezeichnet. Das Dampfrohr ist mit A, das Saugrohr mit B, das Druckrohr mit C bezeichnet.

Friedmann empfiehlt bei der Benutzung dieser Injectortype, bei jedesmaligem Oeffnen und Schliessen des Hebels M auch das Dampfventil am Kessel zu öffnen und zu schliessen. Das Ausheben der Düsen kann selbst dann vorgenommen werden, wenn der Apparat unter Dampfdruck steht. Man hat in diesem Falle nur nöthig, das Dampfeinlassventil zu schliessen.

Textabbildung Bd. 304, S. 177

Die doppelt wirkende Vacuumpumpe (Pulsopumpe) von J. Wild in Oldham, Lancashire, lassen die Engineering entnommenen Abbildungen (Fig. 15 bis 17) erkennen.

Die beiden Arbeitskammern der Pumpe sind mit A, das am oberen Ende derselben mittels Flanschen befestigte gemeinsame Ventilgehäuse mit B bezeichnet. In letzterem befinden sich für jeden Pumpenkörper zwei Doppelsitzventile C für den Einströmdampf, von denen jedes obere Ventil im Durchmesser etwas grösser als das darunter liegende Ventil gehalten ist. Die beiden zusammengehörigen Ventile jeder Pumpenseite sind auf gemeinschaftlicher Spindel befestigt und mit Gewichten oder Schwimmern D verbunden. In den Ventilspindeln befindliche Oeffnungen dienen zur Aufnahme der Enden eines Hebels E, welcher sich derart auf einen Zapfen F stützt, dass durch Drehung desselben, beim Anlassen der Pumpe das eine oder andere Ventilpaar geöffnet wird, während, wenn sie im Gang, Ventile C und Hebel E sich ohne Drehung des Zapfens frei bewegen können. In dem Druckraum H jeder Pumpe befindet sich ein Kanal G mit Ventil I1 .

Die Wirkung ist folgende:

Der Dampf strömt in den einen Pumpencylinder und condensirt nach erfolgtem Abschneiden in diesem, so dass etwas Flüssigkeit eintreten kann. Währenddem ist der Dampf in den anderen Cylinder getreten und strömt nach der durch Drehung des Zapfens bewirkten Umsteuerung der Ventile wieder in den ersten Cylinder, während der im zweiten Cylinder eingeschlossene Dampf condensirt. Dies wird so lange fortgesetzt, bis beide Pumpencylinder nahezu vollständig mit Flüssigkeit angefüllt sind. Lässt man dann wieder Dampf in den ersten Cylinder, so drückt derselbe auf die Flüssigkeit in diesem und treibt sie durch das Ventil I ins Freie. Nach Umsteuerung der Dampfventile von Hand wird die angesaugte Flüssigkeit auch aus dem zweiten Cylinder getrieben, während sich der erstere nun so weit mit Flüssigkeit füllt, dass der in |178| diesem befindliche Schwimmer D gehoben und das selbsthätige Umsteuern der Dampfventile erfolgt. Der Dampf drückt nun wieder auf die Flüssigkeitssäule im ersten Cylinder, und zwar so lange, bis durch den Schwimmer des zweiten Cylinders die Ventile abermals umgesteuert werden.

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