Titel: Regenrinnen als Blitzableiter.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1897, Band 304/Miszelle 2 (S. 24)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj304/mi304mi01_2

Regenrinnen als Blitzableiter.

Bei einer Reihe von Blitzschlägen, bei denen sich der Weg des Blitzstrahles feststellen liess, wurde nach einer Mittheilung des Elektrotechnischen Echo beobachtet, dass die Blitzstrahlen oder Abzweige derselben die Regenrinnen mehr oder weniger beschädigten. Dabei stellte sich heraus, dass die Zerstörungen dieser Rohrleitungen nicht allein von der Beschaffenheit und dem Querschnitt des verwendeten Materials, sondern auch von der Art des Uebergangs in den Erdboden abhängig sind. Mündet das Abfallrohr oberhalb des Erdbodens, was in Orten ohne Kanalisation meistens der Fall ist, oder ist der Anschluss an den Kanal durch Thonrohrverbindung hergestellt, so wird das Regenrohr bei einem etwaigen Blitzschlag zerstört werden. Ist dagegen das Regenrohr durch ein gusseisernes Verbindungsrohr zur Erde geführt, so wird in vielen Fällen das Verbindungsrohr stark beschädigt werden.

Diese Uebelstände können leicht beseitigt werden, wenn man bei der Anlage der Regenrohre nicht zu dünnes Zinkblech verwendet, was auch in anderer Hinsicht zu empfehlen ist, und wenn man das untere Ende des Regenrohres mittels eines kurzen Stückes Eisen- oder Kupferdrahtseil und einer Erdplatte mit der Erde in leitende Verbindung bringt. Die Erdplatte muss ¼ qm gross aus Kupfer, Zink oder verzinktem Eisen hergestellt sein und wird in das Grundwasser oder eine wasserhaltige Erdschicht gelegt. Alle Verbindungen müssen verlöthet werden.

Die Kosten einer derartigen Erdverbindung, betragen 10 bis 20 M. und sind geringfügig im Verhältniss zum Nutzen der Einrichtung. Nicht nur, dass im Falle eines Blitzschlags die auf diese Weise mit der Erde verbundene Regenrinne als Blitzableiter wirkt, sondern dieselbe befördert auch den stetigen Ausgleich der atmosphärischen Elektricität.

Wenn viele Besitzer sich nicht dazu entschliessen können, einen Blitzableiter anlegen zu lassen, so genügt vielleicht ein Hinweis, um dieselben zur Anlage der vorstehend beschriebenen Einrichtung bereit zu finden.

(Glaser's Annalen.)

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