Titel: Ueber die Behandlung und Verzierung von Holzwaaren
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1897, Band 304/Miszelle 3 (S. 24)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj304/mi304mi01_3

Ueber die Behandlung und Verzierung von Holzwaaren

gibt L. C. Andes in der Zeitschrift für Drechsler, Elfenbeingraveure und Holzbildhauer einige Ausführungen.

Um farbige Verzierungen auf Holz herzustellen, behandelt man die Holzplatten mit Salzsäure und macht dadurch die Oberfläche des Holzes porös. Hierauf werden mit einer gravirten Platte und mit starker Pressung die Figuren eingepresst und dann mittels Bimsstein die ganze Platte glatt abgeschliffen. Wird die Holzfläche darauf mit einer Farblösung überzogen, so entsteht eine schöne Zeichnung, weil die gepressten dichteren Stellen weniger von der Farbe aufnehmen und in Folge dessen einen lichteren Ton derselben Farbe zeigen, als die nicht gepressten Stellen.

Zur Conservirung lackirter und gebeizter Holzwaaren empfiehlt sich folgendes Verfahren: Die aus 3 Th. Potasche, 1 Th. calc. Weinstein und 24 Th. Wasser bereitete, ausserdem noch mit 48 Th. Wasser verdünnte Lauge wird gleichmässig ausgebreitet, um die Entstehung von Flecken zu verhindern; nach 3 bis 4 Minuten langer Einwirkung hat die Lauge den Schmutz aufgelöst und wird nun mit Wasser sorgfältig abgewaschen. Auch empfiehlt es sich, lackirte Gegenstände mit Baumöl zu säubern. Man streut auf das aufgestrichene Baumöl Mehl, Puder oder weisses präparirtes Hirschhorn und reibt das Baumöl mit einem zarten Tuche wieder ab. Hierdurch werden nicht nur Flecken und Staub entfernt, sondern auch der Glanz der Möbel wieder hergestellt.

Zur Herstellung schwarzer, mattglänzender Politurflächen eignet sich folgendes Verfahren: Man hobelt und putzt die Fläche glatt und sauber ab, beizt erst mit einer starken Abkochung von Brasilienholzspänen und, nachdem dieser Anstrich halb trocken ist, mit holzessigsaurem Eisen nach, lässt nun die erfolgte schwarze Färbung gut trocken werden und schleift dann die aufgestiegenen Poren sorgfältig glatt. Zeigen sich durch das Schleifen helle Stellen, so beizt man dieselben abermals schwarz. Nach dem letzten Schliffe mit Bimsstein und Oel wird die Fläche mit heller Schellackpolitur, in welcher Anilinschwarz aufgelöst ist, polirt, oder man löst in dem zum Abpoliren nöthigen Alkohol das Anilinschwarz auf und färbt auf diese Weise durch Abpoliren nach. Ist die polirte Fläche trocken geworden, so schleift man dieselbe mit gebranntem Bimsstein und Wasser mittels eines Stückes Hutfilz ab, entfernt die Schleifmasse vollständig und gibt der Fläche den matten Glanz, indem man mit Wachssalbe abreibt.

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