Titel: Neue Constructionen und Einrichtungen auf dem Gebiete der Schwachstromtechnik.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 306 (S. 12–16)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj306/ar306006

Neue Constructionen und Einrichtungen auf dem Gebiete der Schwachstromtechnik.1)

Von Conr. Hesse, Ingenieur in Berlin.

Mit Abbildungen.

Von den Neuerungen auf dem Gebiete der Schwachstromtechnik seien zunächst wiederum zwei Kohlenwalzenmikrophone (beide von P. E. Huber in Zürich) verzeichnet.

Bei dem einen sollen die drei Kohlenwalzen des Mikrophons in starrer Verbindung stehen, damit Eigenschwingungen einer Walze allein vermieden werden.

Zu diesem Zwecke ist bei der constructiven Ausführung über die drei Walzen ein dünner, leichter Streifen einer isolirenden Masse gelegt bezieh. in der Querrichtung zu den Walzen befestigt, so dass der Streifen mit geringem Druck die Walzen berührt.

Für das zweite Walzenmikrophon ist eine Flüssigkeitsdämpfung gewählt, um die mehr oder weniger starken Reibungen der bekannten Dämpfverrichtungen bei Walzenmikrophonen zu vermeiden.

Die Ausführung ist derart, dass an der Membrane ein nach unten und nach den Seiten abgeschlossener, flacher Behälter angekittet wird, in dem die Kohlenböcke mit drei Kohlenwalzen sich befinden. Der Behälter wird so weit mit der Flüssigkeit angefüllt, dass sie die Walzen völlig |13| umgibt, die oberen Enden der beiden Kohlenböcke aber frei lässt. Die oberen Enden der Kohlenböcke sind mit Klemmen versehen, die zur Befestigung der Leitungsdrähte dienen. Als Flüssigkeit ist entweder ein isolirender Körper – Oel, Glycerin – oder Wasser gedacht.

Ueber die Lautwirkung dieser Mikrophone ist meines Wissens noch nichts bekannt geworden.

Zu der grossen Menge bereits bekannter Tragarme für die Hörer von Fernsprechstationen ist neuerdings noch eine weitere Construction getreten, die sich als solche von ihren Vorgängern vortheilhaft auszeichnet.

Die Vorrichtung besteht aus einer Stange von etwa 30 cm Länge, die an beiden Enden in einem Bock gelagert und hier mit einer Spiralfeder verbunden ist. Die Spiralfeder bewirkt, dass der auf der Stange verschiebbare Halter für den Hörer in der Ruhelage auf der Vorderwand des Fernsprechgehäuses anliegt.

Eine unten an der Stange befestigte Nase drückt dabei auf den Umschalthaken der Fernsprechstation, so dass dieser anstatt durch das Gewicht des sonst eingehängten Hörers nach unten gezogen, durch die Nase nach unten gedrückt wird. Beim Hervorziehen des Hörers mit dem Halter und somit Drehen der Stange entgegen der Federwirkung gibt die Nase den Umschalthaken frei. Da nun zu beiden Seiten des Fernsprechgehäuses je eine solche Vorrichtung angeordnet wird, so hat die sprechende Person ihren Kopf nach Hervorziehen der Tragarme zwischen die frei gewordenen Hörer zu stecken, und legen sich diese dann mit gelindem Druck an den Kopf bezieh. die Ohren des Sprechenden an. Da nun nur links an dem Fernsprechgehäuse sich ein Umschalthaken befindet, so wird die Vorrichtung rechts auch ohne die oben beschriebene Nase hergestellt. Die Befestigung der Tragarme geschieht dicht neben dem Fernsprechgehäuse durch Anschrauben der Böcke an die Wand.

Der Sprechende hat also den Vortheil, dass er die Hände frei behält. Im Allgemeinen dürfte auf eine grosse Einführung derartiger Vorrichtungen nicht zu rechnen sein.

Unter Nr. 91244 der Kl. 21 ist ein Elektromagnetgestell aus Halbrundeisen patentirt, welches in seiner vollendeten Form in Fig. 1 gezeigt wird.

Der Gegenstand bildet, wie sofort ersichtlich, ein Läutewerk – eine Klingel – und es erregt im ersten Augenblick etwas Befremden, dass er in Kl. 21 und nicht in Kl. 74 untergebracht ist. Es muss somit die Ansicht vorherrschen, dass die Einrichtung im praktischen Gebrauch auch noch bei anderen elektrischen Apparaten Verwendung finden könne. Es ist G ein Gestell, welches – wie der Patentanspruch weiter wörtlich sagt – mitsammt den Kernen (in der Figur K1 und K2) durch entsprechende Biegung und Zusammenlegung eines einzigen fortlaufenden Halbrundeisens gebildet ist.

Textabbildung Bd. 306, S. 13

Hieraus geht hervor, dass das Halbrund- bezieh. Flacheisen von dem Ankerende des Gestelles zu einem Kern um- und wieder zurückgebogen ist, ebenso bei dem zweiten Kern, worauf in bekannter Weise am anderen Gestellende ein Lappen angebogen wird, der zur Befestigung des Trägers der Glockenschale S dient.

In Nr. 91136 ist von Polaschek in Prag eine Blitzschutzvorrichtung angegeben, bei der die Entladungsplatten in gleichbleibendem Abstand von einander gehalten werden sollen. Zu diesem Zwecke sind die gezahnten bezieh. geriffelten Entladungsplatten auf je einer Isolationsplatte und diese beiden Isolationsplatten sind dann auf einer Metallplatte montirt, welche gleich gross ist dem Querschnitt der beiden oberen Entladungsplatten.

Eine Sicherheitsvorrichtung für Fenster, Thüren u. dgl. behandelt eine Patentschrift Nr. 92288 und es soll nach dem folgenden Wortlaut des Anspruches als geschützt gelten: „dass die, die zu sichernden Oeffnungen versperrenden Stäbe Theile einer Ruhestromleitung bilden, bei welcher der betriebsfähige Zustand der Sicherheitsleitung durch Einschaltung eines Relais und eines Umschalters festgestellt werden kann.“

Wie aus dem sehr allgemein gehaltenen Anspruch hervorgeht, soll durch den ersten Theil des Patentanspruchs die Einschaltung von Stäben bezieh. Metallgittern in eine Ruhestromleitung geschützt werden; was der zweite Theil des Anspruches schützen soll, ist nicht recht verständlich, zumal die Einschaltung von Relais und Umschaltern in Ruhestromleitungen nichts Neues ist.

Von R. W. J. Kram in New York und J. Koster in Brooklyn ist eine etwas eigenthümliche Signalvorrichtung zum Anzeigen beim Auftreten von Rauch oder schädlichen Gasen angegeben.2) In Verbindung mit der Vorrichtung soll ein in einem Käfig befindliches lebendes Wesen, z.B. ein Vogel, benutzt werden, welcher beim Auftreten von Rauch oder Gasen betäubt oder getödtet wird. Unter der Annahme, dass der Vogel von der Stange herabfällt, schliesst er durch sein Eigengewicht eine Stromschlussvorrichtung, die sich am Boden des Käfigs befindet. Letztere ist derart eingerichtet, dass ein Trichter über einer Klappe ausmündet und so den erstickten Vogel sicher auf den in einem Scharnier beweglichen Klappendeckel bringt. Unter der Klappe sind die in der Ruhelage durch eine Spiralfeder getrennt gehaltenen stromschliessenden Theile angebracht.

Fällt nun der Vogel auf die genannte Klappe, so legt er durch sein Gewicht diese so weit nach unten um, dass er weiter auf den federnden Bolzen der Stromschlusstheile gelangt, die Stromschlussfedern nach unten drückt und in Berührung mit einander bringt.

Eine Anzahl verschiedener – gesetzlich geschützter – Neuerungen der elektrotechnischen Fabrik Gould und Co. in Berlin seien hier gleich zusammengefasst und in Folgendem beschrieben:

Zunächst sind es zwei grössere Läutewerke, eines für Gleichstrom (Fig. 2) und eines für Wechselstrom (Fig. 3).

Das Werk beider Läuteapparate ist auf einer starken eichenen Grundplatte montirt, die dann auf einer gusseisernen Console befestigt ist. Das Werk ist nach oben durch einen Metallschutzkasten verdeckt und gegen Nässe gut abgeschlossen.

Die obere Fläche der Console ist bei beiden Läuteapparaten, soweit Aenderungen nicht durch die verschiedene Breite bedingt sind, gleichartig geformt und geschweift. Nach vorn und den beiden Seiten besitzt die Console ein |14| über den unteren Boden übergreifendes Dach, welches dem Wasser, Schnee u.s.w. eine gute Ableitung bietet.

Textabbildung Bd. 306, S. 14

Die Glockenschalen sind wagerecht angeordnet und am Boden der Console durch die sonst auch üblichen Schalenträger befestigt. Die Rückwand ist, von vorn gesehen, geschweift und so construirt, dass ein bequemes Anschrauben des fertigen Läutewerkes neben bezieh. zwischen den Schalen hindurch möglich ist. Einerseits gibt die so gebildete Rückwand dem Läutewerk ein gefälliges Aussehen, erschwert nicht unnöthig das Gewicht und erleichtert dann durch die geringe Auflagefläche die Befestigung des Läutewerkes. Die Schweifung ist durch die Schalen bedingt und entsprechend den beiden Weckerarten, Gleichstrom (mit einer Schale) und Wechselstrom (mit zwei Schalen), auch eine verschiedene.

Das Werk selbst besteht aus den im Wesentlichsten bekannten Theilen, die der besonderen Construction der Läutewerke angepasst sind.

Textabbildung Bd. 306, S. 14

Zur Decoration und gleichzeitig dem praktischen Gebrauch dient ein Nippescontact nach Fig. 4. Derselbe besteht aus einem als Decorationsstück bekannten Nippes in Form einer Schaukel mit einer auf dieser sitzenden Figur. Letztere ist entweder eine weibliche Gestalt, Gnom, Kind o. dgl. Unterhalb des Schaukelsitzes ist nun die Contactvorrichtung für die Haustelegraphenanlage in unauffälliger Weise angebracht. Die Schnur zum Aufhängen dieses Nippescontactes ist zu einer Leitungsschnur ausgestaltet und so lang, dass sie von Brusthöhe bis zur Zimmerdecke reicht, wo sie an die Leitung anzuschliessen ist. Wie vielfach üblich, so kann dieser Nippescontact an einem Kronleuchter, einer Hängelampe o. dgl. angehängt bezieh. mit der Leitungsschnur verbunden werden und dient in diesem Falle zur Decoration, ersetzt auch gleichzeitig die sogen. Contactbirne bezieh. den Druckknopf.

Den Zwecken der Haustelegraphie gehören ferner die in den Fig. 5 und 6 dargestellten Wandplatten an. Hier sind auf einer polirten Holzplatte Druckknöpfe befestigt. Bei der Platte nach Fig. 5 sind auf den Beindrückern Zahlen für die verschiedenen Rufabgaben bezieh. Räumlichkeiten eingravirt, während bei der Platte nach Fig. 6 neben dem Druckknopfe Schildchen mit entsprechenden Aufschriften vorgesehen sind. Die Platten werden mittels vier Rosetten oder Schnittschrauben an der Wand befestigt oder mit Bleiboden versehen; in letzterem Falle dient die Platte als Tischcontact und gleichzeitig als Briefbeschwerer.

Aehnliche Platten sind in der Industrie bereits länger bekannt; durch die vorliegende Construction dürften gegenüber den älteren Platten die Herstellungskosten verringert werden.

Textabbildung Bd. 306, S. 14

Eine originelle Construction der Firma Gould und Co. betrifft die in der Fig. 7 gezeigte Telephonstation in Fassform. Der Apparat bildet ein Fass, welches auf einem Fassbock ruht. Ein auf dem Fasse befindlicher Gnom ist die Glockenschale und führt in den Bauch des Gnomen der Klöppelstiel hinein. Vor dem Gnomen ist der Fasspund, welcher zum Druckknopf ausgestaltet ist, während die beiden Böden des Fasses, um welches fünf Fassbänder gelegt sind, als Mikrophon und Telephon dienen. Letzteres ist mit einem umlegbaren Ring versehen, der ein bequemes Herausziehen des Telephons aus einer im Inneren dieses Fassendes eingelegten federnden Kapsel gestattet.

Textabbildung Bd. 306, S. 14

Das aus Nussbaumholz verfertigte Fass besteht aus zwei, durch Feder und Nuth zusammengefügten Theilen, die Naht verdeckt das mittelste Fassband. Im Inneren des Fasses sind nun weiter das Läutewerk und die Tasterfedern, sowie für Stationen mit indirecter Schaltung die Inductionsrolle mit den erforderlichen Klemmen und Leitungen untergebracht.

Die Zuleitung zur Fasstation erfolgt mittels einer biegsamen Leitungsschnur.

Der Apparat ruht für den Gebrauch als Tischstation, wie bereits gesagt, auf einem Fassbock und ist mit diesem durch einen Ring verbunden und somit gegen Herunterfallen geschützt. Nach Herausziehen der oberen, die beiden |15| Bockständer verbindenden Stange kann das Fass vom Fassbock abgehoben werden.

Ein von dem vorbeschriebenen etwas abweichender Apparat in Fassform ist dazu bestimmt, als Hängestation verwendet und beispielsweise an Gaskronen, Hängelampen u.s.w. angehängt zu werden.

Die Einrichtung des Fasses bezieh. Apparates selbst bleibt hierbei im Allgemeinen dieselbe, nur fällt der Fassbock fort und tritt an seine Stelle eine gleichzeitig zur Stromleitung dienende Aufhängeschnur. Die blinden Adern dieser Schnur sind in Oesen im oberen Fassrand, nahe an den Fassböden, verknotet, während die leitenden Adern in das Innere der Station eingeführt sind.

Textabbildung Bd. 306, S. 15

Ferner ist bei dieser Ausführungsform der Ruftaster (Fasspund) nicht auf der oberen, sondern auf der unteren Wölbung des Fasses angeordnet.

Auch diese Station wird mit und ohne Inductionsrolle gebaut.

Auch zu den Gesprächszählern, über die in D. p. J. 1897 304 34 ausführlicher berichtet wurde, sind einige weitere Neuerungen zu verzeichnen.

Ein Zusatz (Nr. 92618) zum Patent Nr. 85463 betrifft die Anordnung der Zeiger und Ziffernscheiben. Hinter einer festen durchsichtigen Scheibe und einem feststehenden Zeiger wird ein von einem Uhrwerk bewegtes Zifferblatt drehbar angebracht. Das Uhrwerk seinerseits wird durch den Linienstrom oder, je nach Anordnung des Zählers, durch einen Localstrom gebremst und bei Benutzung der Fernsprechstation freigegeben.

Textabbildung Bd. 306, S. 15

Auch Nr. 90475 ist ein Zusatz zu der ebenfalls schon früher erläuterten Patentschrift Nr. 84001 von H. Eichwede in Berlin.

Wie Fig. 8 zeigt, kommen hier zwei Elektromagnete (19 und 30) zur Verwendung, deren Anker (20 bezieh. 32) mit den an diesen befindlichen Armen die Stellung des Hebels 24 zum Contact 25 bewirken, wodurch die directe Erdverbindung für die Sprechleitung hergestellt oder unterbrochen wird. In der Fig. 8 ist das Zählwerk dargestellt, das Uhrwerk jedoch der besseren Uebersicht halber fortgelassen, zumal dieses keine wesentlichen Merkmale bietet. Durch fünf Leitungen ist das Zählwerk mit dem Sprechapparat und der Localbatterie verbunden.

An Stelle des früheren dritten Elektromagneten wird jetzt ein polarisirtes Relais (34) benutzt. Ein Echappement 27, 29 dient zur Ingangsetzung des Zählwerkes, welches mit dem Steigrad 29 in Verbindung steht. Gegen den Sprechstrom ist das Relais 34 unempfindlich. Durch den beim Abheben des Hörers seitens des Angerufenen erzeugten Stromstoss lässt nun der Anker 17 des Relais 34 den Anker 27 des Echappements fallen, wobei durch Eingreifen in das Steigrad 29 letzteres und dadurch auch das Zählwerk um einen Zahn weitergeschaltet wird.

Textabbildung Bd. 306, S. 15

In dem unteren Theil der Fig. 8, dem Sprechapparate, bei welchem das Mikrophon fortgelassen, ist der bei der Reichspostverwaltung eingeführte, mit Commutator versehene Inductor für Gleichstrom, mit einer kleinen Abänderung, verwendet worden. An dem zum Antriebe des Inductors dienenden Kegelrad 35 ist mit einem Winkelstück 36 die Feder 39 befestigt. Diese Feder schliesst in der Ruhelage des Inductors die mit den Contactringen 37 und 38 verbundene Sprechleitung. Auf dieser Feder 39 ist weiter eine Feder 40 isolirt befestigt und über das Winkelstück 30 hinaus verlängert, so dass sie durch eine Oeffnung 51 des Kegelrades 35 hervorragt. Das hintere Ende der Feder 40 liegt der Inductorkapsel 50 gegenüber; an letztere ist die Localleitung angeschlossen. Das andere Ende der Feder 40 steht dem am Inductorgestell 42 isolirt aufgesteckten Ring 43 gegenüber. Wenn das Ende der Feder 40 bei den Schleifringen 37-38 durch das auf der Inductorachse 45 sitzende Excenter 46 beim Drehen der Kurbel 44 gehoben wird, schleift das andere Ende auf dem Ring 43 auf.

Beim Anlegen der Feder 40 an die Kapsel 50 während der Drehung der Kurbel (Anruf) wird der zum Elektromagneten 19 führende Stromkreis über die Localbatterie 41 geschlossen und hierdurch der Anker 20 angezogen. Dabei wird der Anker 27 durch den Arm 26 in die punktirte Lage gehoben, so dass er bei der durch die Beeinflussung des Relais 34 erfolgenden Freigabe des Steigrades 29 das Zählwerk weiter drehen kann; durch Zurückziehen des Hebels 24 wird die directe Erdverbindung der Sprechleitung sodann unterbrochen.

Die Wirkungsweise des Apparates ist sonst im Wesentlichen die der Hauptconstruction.

In der Abbildung bezeichnen ausser den bereits genannten |16| die Buchstaben Lk die Localleitung und Leitung der Batterie, W die Weckerleitung, E die Erdleitung, L die Linienleitung, S die Sprechleitungsverbindung zwischen Sprechapparat und Zähler, B den Blitzfänger und J die Leitung vom Inductor zum Zählapparat.

Eine andere neue Zählvorrichtung für Ferngespräche ist die von Arthur Lebet in La Chaux-de-Fonds (Schweizer Patent Nr. 11707/209).

Hier ist ein Gesprächszähler und ein durch ein Uhrwerk bewegtes Schlagwerk in einem Gehäuse zu einem Zeitzähler vereinigt.

Textabbildung Bd. 306, S. 16

In den Fig. 9 und 9a sind die wesentlichsten Mechanismen dieses Zählers gezeigt. Auf einer Welle m1 sitzt eine Triebfeder a1, welche durch die Zahnräder b1, c und d auf ein Hemmrad e2 einwirkt. Das Hemmrad e2 wird von dem in i aufgehängten Pendel f beeinflusst, wobei der Ausschlag des Pendels durch ein Gewicht g und eine Stellschraube v regulirt werden kann. Vorn auf der Welle m1 sitzt ferner ein kleines Zahnrad h, mit dem ein Zahnbogen k, der in n1 seinen Drehpunkt hat, in Eingriff steht. Sodann besitzt die Welle einen Stern E mit vier Zinken, die beim Drehen des Sternes nach einander auf den Daumen L einwirken. Der Daumen L bringt einen Hammer M, der mit ihm auf der gemeinsamen Welle A sitzt, zum Ausschlagen gegen eine Glocke, die in der Zeichnung nicht weiter angegeben ist. Durch eine entsprechende Zahntheilung des Sternes wird die Anzahl der Glockenschläge bestimmt. Der ebenfalls nicht besonders eingezeichnete Zeiger sitzt vorn auf der Welle m1 vor einem Zifferblatt.

Ein Federhebel R, der um q schwingt, besitzt an seinem oberen Ende einen Stift u, welcher, durch den in der Platte B befindlichen Schlitz u1 hindurchgehend, das Pendel f festhalten und freigeben kann. Weiter sitzt auf dem Hebel R ein Stift t mit einer Rinne t1, in die sich der Ausschnitt s3 eines Arretirhebels r1 einlegen kann. Am äusseren Ende dieses Arretirhebels ist ein kleiner vorstehender Stift o angebracht.

Zum Aufziehen der Feder drückt man auf den Hebel P und dreht ihn nach rechts, wobei er durch Anlegen an den Stift y des Zahnbogens k diesen bis zur Hemmung x mitnimmt. Den Drehpunkt des Hebels P bildet die Achse n1 des Zahnbogens.

Beim darauf folgenden Zurückführen des Hebels P legt sich dessen oberes Ende gegen den Stift t und wird damit der Federhebel R nach links geschoben, so dass der Stift u sich gegen das Pendel legt und dieses anhält.

Zu gleicher Zeit schnappt nun der Ausschnitt s3 des Sperrhebels r1 in die Rinne des Stiftes t ein und sichert so den Hebel R in der Arretirstellung. Ferner legt sich der Stift o bei o1 hinter den Hebel P und hält ihn bis zur Ingangsetzung des Zählers fest.

Zum Einrücken des Zählers drückt man bei b etwas auf den Hebel P. Hierdurch wird durch das obere Ende o1 der Stift o in die Höhe gehoben und damit der Sperrhebel r1 ausgelöst (vgl. die angegebene Stellung in der Zeichnung). Bei dieser Bewegung schnellt der Hebel R zurück, wobei dessen Stift u das Pendel f verlässt und demselben so den ersten Anstoss ertheilt und den Apparat in Thätigkeit setzt.

(Fortsetzung folgt.)

Vgl. D. p. J. 1897 303 15, 158 und 304 16, 34, 62.

|13|

D. R. P. Nr. 90083.

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