Titel: Ausbohrmaschinen – Ausbohrwerkzeuge.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 306 (S. 32–36)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj306/ar306012

Ausbohrmaschinen – Ausbohrwerkzeuge.

Mit Abbildungen.

De la Vergne's Cylinderbohrmaschine.

In der Maschinenbauwerkstätte von De la Vergne in Port Morris, N. Y., ist eine grosse stehende Cylinderbohrmaschine in die Gebäudemauern eingebaut, welche nach American Machinist, 1896 Bd. 19 Nr. 41 und 42, bemerkenswerte Einzelheiten besitzt. An zwei Gebäudepfeiler sind zwei Führungsplatten a verankert (Fig. 1 bis 6), an welchen durch Hängespindeln, die durch einen 1--Elektromotor b bethätigt werden, der Querbalken c in der Höhenlage eingestellt und verschraubt werden kann. In diesem Querbalken ist das Lagerauge für die 610 mm starke und 6100 mm lange Bohrwelle f vorgesehen, während bei Verwendung einer zweiten schwächeren Bohrwelle von 305 mm Durchmesser dieses Lagerauge durch eine Einsatzbüchse entsprechend verkleinert wird.

Textabbildung Bd. 306, S. 32

An diesem Querbalken c ist ferner ein frei vorstehender Arm d winkelrecht angegossen und das kreuzbildende Gegenstück e am Lagerdeckel angesetzt. In den unteren Führungsschlitzen dieses Armkreuzes werden hängende Stellböckchen g zur Befestigung der Cylinderwerkstücke angebracht, welche Abmessungen bis 3560 mm Durchmesser bei 4875 mm Höhe erhalten können, die durch Vermittelung von Unterstützungsböckchen auf der 5490 mm langen und 3050 mm breiten, 20 t schweren Bettplatte h stehen. Im 1,8 m hohen freien Raum unter der Bettplatte ist das aus zwei Räderpaaren k und i bestehende Triebwerk mit 63 bezieh. 38 mm Bogentheilung und (2743 : 305) bezieh. (2134 : 165) Theilkreisdurchmesser untergebracht, welches durch eine 10pferdige Dampfmaschine betrieben wird. Das 305 mm starke massive Wellen-Stück l lagert in der Bettplatte h und in einem Spurlager y (Fig. 5 und 6), besitzt am Kopf einen Zahnschnitt, welcher zur Verkuppelung der Bohrwelle dient.

Textabbildung Bd. 306, S. 32

In die 8,2 t schwere, 610 mm starke Bohrwelle f (Fig. 3 und 4) mit 3,26 t schwerem Bohrkopf wird ein Zapfenstück m zur Verkuppelung mit der Antriebwelle l eingesetzt, sonst findet der Bohrkopf auf einer Bundbüchse o, welche mittels Keilbeilage n in einer Längsnuth der Bohrwelle die Führung, mittels der Spindelmutter w aber die Schaltung erhält, seinen Sitz. Ebenso erhält die Bohrstange f mittels einer Keilbüchse p ihre Führung im Lagerauge des Querbalkens c, an dem ein Ring r (Fig. 4) angeschraubt ist, welcher die Stifte t für das seitlich an der Bohrwelle angeordnete Sternrädchen s enthält, durch welches mittels der Steuerwelle u und Zahnräder v die in einer Mulde liegende Schraubenspindel w bethätigt und damit der Bohrkopf gesteuert wird, wobei im Deckel x die Lager für Steuerwelle und Schraubenspindel vorgesehen sind.

Je nach der Anzahl der Steuerstifte t (Fig. 4) wird die Stärke der Schaltung geregelt, wobei der äussere Stiftenkreis für den Schaltbetrieb nach oben, der innere für denselben nach abwärts dient. Besondere Beachtung ist dem Spurlager y (Fig. 5 und 6) gewidmet, in welchem der Wellenzapfen l von 305 mm Durchmesser einsetzt. Vier Seitenbacken geben diesem die Führung, während eine stählerne Spurplatte z mit Kugelauflage zur Stütze dient. In den oberen Theil derselben ist eine seitliche Oelmulde von 157 mm Durchmesser und 3 mm Tiefe ausgefräst, während eine 12,7 mm starke, 305 mm grosse Scheibe aus Hartgummi die Spurplatte überdeckt, in welcher ein centrales, 9,5 mm grosses Loch die Oelzuleitung besorgt. Wird Eigengewicht der Bohrwelle und Schnittdruck mit 27 t angenommen, so ist die Spurplatte dieses Lagers bei Abrechnung der Oelmulde mit annähernd 50 k/qc belastet.

Willans-Robinson's bezieh. M. C. Bullock's Cylinder-Ausbohr- und Schlichtwerkzeuge.

Die von der M. C Bullock Manufacturing Co., Chicago, III., gebauten Zwillingsdampfmaschinen von Willans-Robinson |33| bestehen aus zwei achsenrichtig angeordneten Cylindern für zweifache Expansionsstufe, in deren axialem Kolbenstangenrohr die Steuerkolben sich bewegen. Da nun sowohl der untere kolbenartige Kreuzkopf in einem cylindrischen Ansatzrohr geführt ist, als auch der beiden Cylindern gemeinschaftliche Kolbenschieber in einem kolbenförmigen Kreuzkopfe endigt, so wird bei dieser ausschliesslich auf die Rohrform gegründeten Bauweise auch die Dreh- und Ausbohrarbeit in der Hauptsache zur Anwendung kommen. Hierzu werden Drehbänke verwendet, an deren genügend grosser Planscheibe der auszubohrende Cylindertheil angeschraubt ist, während die Bohrstange durch den Reitstockkolben getrieben und in der hohlen Drehbankspindel geführt wird, wobei der Support zur Unterstützung der Bohrstange herangezogen ist. Das Eigenartige der Bohr- und Schlichtköpfe besteht in der besonderen Gruppirung des Schneidmessers zwischen zwei gehärteten, auf den Genaudurchmesser eingestellten Führungsleisten mit cylindrischer Rückenfläche, welche parallel zur Achsenebene der Bohr welle liegen, während die Schneidmesser eine Neigung von 3 bezieh. 10 bis 15° hierzu besitzen. Diese wichtige Eintheilung der Schneidmesser ist erst nach langwierigen, kostspieligen Versuchen ermittelt und als erprobt befunden worden.

Textabbildung Bd. 306, S. 33

Bei den nach American Machinist, 1895 Bd. 18 Nr. 33 * S. 642, in Fig. 7 bis 13 dargestellten Bohr- und Schlichtköpfen ist vorerst der Bohrkopf (Fig. 7 und 8) bemerkenswerth, in dessen Hauptkörper a die Bohrstange eingeschraubt wird, und während das Schneidmesser b durch das Deckelstück c mittels zwei Schrauben d seine Befestigung findet, sind die Führungsleisten f in die schwalbenschwanzförmigen Nuthen eingeschlagen. Beim Schlichtkopf g (Fig. 9 und 10) sind ebenfalls die Schlichtmesser h und i in schwalbenschwanzförmigen Nuthen genau gegensätzlich unter einer Neigung von 3° gegen die Achsenebene eingeschlagen, dagegen die Führungsleisten kk unter 45° abstehend symmetrisch zu je einem Schlichtmesser angeordnet, so dass zwei selbständige Werkzeuggruppen gebildet werden. Bei dem nächstgrösseren Bohrwerkzeug von d = 280 bezieh. 380 mm reinem Schnittkreisdurchmesser wird der gusseiserne Bohrkopf l (Fig. 11 bis 13) auf eine Bohrstange m nach Kolbenstangenart fest angeschraubt, während in die schräganlaufenden Schwalbennuthen die Führungsleisten n parallel zur Achse, die Schneidmesser o aber, wie vorher bemerkt, schräg hierzu angelegt sind. Diese Nuthen laufen in gebohrte Löcher p aus, wobei die Schneidmesser ihre Einstellung durch Stellschrauben r erhalten. Hiermit ist in einfachster und billigster Weise eine Regelung nach dem Durchmesser erreicht.

Cylinderbohrkopf.

Textabbildung Bd. 306, S. 33

Der in Fig. 14 und 15 dargestellte, auf eine Bohrstange b gekeilte Bohrkopf a enthält sechs Harthölzer c, welche auf der Drehbank nach gegebenem Durchmesser abgedreht werden. In die siebente Keilnuth wird das Stahlmesser d mittels Beilagkeiles in fester Lage eingesetzt, wobei der Schneidstahl mit der vorderen Kante arbeitet.

E. F. Woodhurst's Bohrstangen.

Textabbildung Bd. 306, S. 33

Bei der Bohrstange a (Fig. 16) ist in einer Quernuth b das Bohrmesser c durch Rückenkeil d gehalten, während die symmetrische Einstellung des Messers durch den winkelrechten Zahnschnitt gesichert wird. Wenn nun die Abflächung an der Bohrstange mit dem Zahnschnitt des Bohrmessers nicht genau übereinstimmt, so wird die Genaueinstellung unsicher. Um nun die verschiedenen Messer von dieser Fläche unabhängig zu machen, ist der Zahnschnitt in die Mitte des Messers f verlegt, wobei ein gehärteter Querstift h (Fig. 17) mit seiner Abflächung die Centrirung besorgt. Beim folgenden Bohrkopf i (Fig. 18) mit zunehmendem Bohrmesser k für cylindrische Bohrung treibt der Querkeil l das Messer fest an die Brust, während durch den Querkeil m das Bohrmesser symmetrisch eingestellt wird. (American Machinist, 1897 Bd. 20 Nr. 4 S. 31.)

Quirk's Bohrwelle.

Textabbildung Bd. 306, S. 33

Die Befestigung des doppelten mit den Ecken arbeitenden Bohrmessers a (Fig. 19) im Querschlitz der Bohrstange b (Fig. 20) erfolgt am einfachsten durch Druckring c und Ringmutter d, wobei zur Begegnung der Schwierigkeit symmetrischer Einstellung der Einschnitt im Messer a mit schrägen Kanten versehen ist (Fig. 19), während die Zahneinschnitte nach Fig. 21 rechteckig, sowie halbrund (Fig. 22) die genaue Einpassung erschweren. Selbstverständlich ist sowohl die Schneidecke als auch die ganze Schneidkante mit abfallender Rückenfläche versehen. (American Machinist, 1897 Bd. 20 Nr. 15 * S. 292.)

C. O. Griffin's Bohrwelle für lange Löcher.

Zwei Rundstähle a (Fig. 23) mit doppelten Endschneiden durchqueren die Bohrstange b unter Winkelrechtstellung. Im Zwischenraum der Bohrwelle ist unter |34| 45° Richtung eine Bohrung c durchgeführt, welche die beiden anderen Bohrungen anschneidet. Wird nun in diese Mittelbohrung ein Stahlbolzen getrieben, so werden damit gleichzeitig und gleichmässig die beiden Schneidstähle festgelegt und centrirt, sofern die Schneidstähle in der Mitte eine Kerbe besitzen. Mit diesem Werkzeuge soll das Ausbohren 76 mm starker und 560 mm langer Löcher vorzüglich gelungen sein. (American Machinist, 1896 Bd. 19 Nr. 47 S. 1091.)

Textabbildung Bd. 306, S. 34

C. O. Griffin's Ausbohrköpfe.

Textabbildung Bd. 306, S. 34

Bei diesen Ausbohrköpfen können die aus Rundstahl angefertigten Schneidwerkzeuge paarweise verstellt und in dieser Einstellung auf einer Rundschleifmaschine genau nach dem Schnittkreisdurchmesser angeschliffen werden. Je nach der Gebrauchsweise findet die Befestigung der Schneidstähle in verschiedener Weise statt (American Machinist, 1896 Bd. 19 Nr. 33 S. 758). Bei dem Bohrkopf a mit Führungszapfen b (Fig. 24 und 25) erfolgt die Festlegung der schräggestellten Werkzeuge c durch einen konischen Mittelstift d, welcher mittels der Schraube f nachgedrückt wird. Beim fliegenden Bohrkopf h (Fig. 26) werden die Bohrstähle i mit Schrauben in der Stirnseite festgelegt. Dahingegen werden die Schneidstähle o im Bohrkopf k (Fig. 27 und 28) mit Zwischenkeil l festgehalten, welcher in dem Mittelloch durchgeschlagen wird. Die seitlich erweiterten Bohrungen m und n dienen zum Einstecken der Bohrstange, je nach Bedarf für Rechts- und Linksantrieb. Bemerkenswerth ist hierbei, dass der stärkere Theil des Bohrkopfes gehärtet und nach genauem Durchmesser der Bohrung des Werkstückes geschliffen ist, so dass derselbe als Führung wirkt. Selbstverständlich müssen die Schneidstähle o nach diesem Führungskopf eingestellt werden. Da dieser Kopf kreist, so sind Klemmschrauben p vorhanden, während durch das Querloch q die Austreiberstifte geführt werden. Zur Führung des Bohrkopfes mit Zapfenstück dient das Klemmfutter r (Fig. 29 und 30), in dessen Nabe die Büchse s frei drehbar eingesetzt ist. In derselben befindet sich ein Führungskeil, welcher in die Längsnuth des Zapfenstückes passt. Damit nun der festgehaltene Bohrkopf die mit dem Spannfutter r kreisende Büchse s findet, ist am Stirnende des Zapfenstückes ein Schraubengang (Nebenfig. 24 links) angefräst, welcher die Büchse s abfängt, so dass die Keilnuth die Keilnase trifft.

S. T. Freeland's Ausbohrwerkzeuge.

Textabbildung Bd. 306, S. 34

Am Theilkopf der Fräsemaschinen werden an der Theilscheibe zwei Stellzeiger gebraucht, zwischen welchen die Lochzahl eines bestimmten Lochkreises gefasst werden, wodurch Irrungen in den Einstellungen vermieden werden. Zum Ausbohren und Ausfräsen der Naben werden die in Fig. 31 bis 34 dargestellten, im Stichelthurm einer Drehbank untergebrachten Werkzeuge mit Vortheil verwendet. Mit dem Fräsekopf a (Fig. 31) wird die Bohrung des auf der Nabe des zweiten Zeigers sitzenden Zeigers ausgebohrt und mit einem ähnlichen Werkzeuge ausgerieben. Mit dem Werkzeuge b (Fig. 32) wird die kleinere Bohrung des zweiten Zeigers c ausgebohrt, wobei d Führungszapfen ist. Jedes dieser Werkzeuge schiebt sich mittels Keil in eine in der Drehbankspindel angebrachte Führungsbüchse g ein. Nach dem Ausbohren gelangt das bei d (Fig. 32) eingespannte Messer zur Wirkung, durch welches der Nabenrand des Zeigers c angefräst wird. Ein zweites Werkzeug wie b dient als Schlichtkopf zum Fertigmachen, so dass im Ganzen vier Köpfe gebraucht werden. (American Machinist, 1897 Bd. 20 Nr. 11 S. 206.)

Lodge-Davis' Bohrwelle.

Textabbildung Bd. 306, S. 34

Werden stehende Bohrmaschinen zum Ausbohren von Löchern gebraucht, wobei die Bohrwelle eine untere Führung in einer Büchse erhält, so stellt sich der Uebelstand ein, dass abfallende Späne, Staub und Schmutz sich in die Führungsbüchse verkeilen, den Ruin derselben herbeiführen und die Genauigkeit der Führung beeinträchtigen. Um diesem Uebelstande zu begegnen, führt die Lodge and Davis Machine Tool Co. die in Fig. 35 und 36 nach American Machinist, 1895 Bd. 18 Nr. 20 * S. 383, dargestellte |35| Bohrwelle in der ersichtlichen Form aus. Der in die Bohrspindel eingesetzte Bohrstab a mit quer durchgeführten Bohrmessern bb ist zu einem schwächeren Zapfen c abgesetzt und durch ein Hülsenrohr d umschlossen, welches in der Büchse f mit Keilnase geradgeführt ist. Mittels einer Schlusscheibe g wird das Hülsenrohr gehalten und, indem dieses in einer eingedrehten Nuth des Bohrstabes einsetzt, wird in einfachster Weise ein Schutzrand geschaffen. Eine centrale Bohrung h im Bohrstabe c dient als Oelbehälter, das Loch i als Schmierstelle.

P. Lobben's Ausbohrwerkzeug.

Textabbildung Bd. 306, S. 35

Ursprünglich zum Ausbohren der Gewehrläufe wird das in Fig. 37 bis 39 dargestellte Werkzeug zum Ausbohren der Fahrradnaben mit Vortheil gegenüber den Spiralbohrern aus dem Grunde angewendet, weil mit diesem Bohrer es möglich ist, dem Arbeiter mehrere Maschinen gleichzeitig zur Bedienung zu übergeben. Der Bohrer besitzt eine gerade Schneidmulde a, deren einzige Schneidkante b im Kegelmantel liegt. Um den Bohrspan zu zertheilen, wird der Spitzenkegel in zwei oder drei Staffeln c (Fig. 38) abgesetzt, was bei grösseren Löchern von grossem Vortheil ist. In den Bohrerrücken ist die mit eingelötheter Leiste d abgedeckte Oelmulde f eingefräst, welche durch das Knie g mit der axialen Lochbohrung h im Bohrerschaft communicirt. Bei 1000 minutlichen Umläufen des Werkstückes wird ein 20,6 mm starkes und 305 mm tiefes Loch in 15 Minuten gebohrt, wobei in dieser Zeit 6,6 l Oel durchgetrieben werden. (American Machinist, 1896 Bd. 19 Nr. 49 S. 1136.)

Reibahle für Träger- und Brückenarbeiten.

Textabbildung Bd. 306, S. 35

In Fig. 40 ist der Querschnitt einer stark zunehmenden Reibahle vorgeführt, welche zum Ausreiben der Nietlöcher in zwei und mehreren Plattenlagen sich bewährt hat. Diese mit Zapfenviereck versehene Reibahle ist stark konisch, um in wenig passende Löcher eingeführt werden zu können. Der volle Theil gewährt eine gute Rückenführung und, während drei Schneidkanten über den Begrenzungskreis der Rückenführung vorragen, liegt die vierte Kante im Kreise selbst. Da der Schneidwinkel 90° übersteigt, so ist nur eine Schabwirkung möglich. In Amerika ist diese Reibahle unter dem Namen French reamer bekannt. Diese werden von der Morse Twist Drill and Machine Co. in New Bedford, Mass., angefertigt.

Stellbare Reibahle.

Textabbildung Bd. 306, S. 35

Dieses Ausreibwerkzeug (Fig. 41) besteht nach American Machinist, 1896 Bd. 19 Nr. 23 * S. 555, aus dem Hauptkörper a mit Zapfenstück b und Ausbohrung c, in welche ein konischer Dorn d eingeschraubt wird. Im Hauptkörper sind sechs auslaufende Schlitze mit Parallelwänden ausgefräst, deren Stirnwände unter 105° Neigung auslaufen. Ueber den geschlossenen Endzapfen ist ein Ring g mit Kegelfläche geschoben, welcher mittels Ringmutter h an die eingelegten Messer i angedrückt wird. Da nun diese Messer mit der inneren Leiste zum Kegeldorn d passen, so werden ihre äusseren geraden Kanten parallel sich ausschieben, sobald der Kegeldorn tiefer eingeschraubt wird. Bemerkenswerth sind die Schlüsselnuthen k im Dorn d.

O. C. Crane's Reibahle mit eingeschweissten Stählen.

Textabbildung Bd. 306, S. 35

Das günstige Verhalten von Schmiedeeisen gegenüber dem Härten war Veranlassung, dass grosse Reibahlen aus einem schmiedeeisernen Kern mit eingeschweissten Schneidleisten aus Stahl hergestellt wurden. Von O. C. Crane in New York wird die Anfertigung einer solchen angegeben, welche nach American Machinist, 1897 Bd. 20 Nr. 4 S. 81, in Fig. 42 und 43 vorgeführt ist. In dem Kernstück a sind Kantstähle b in die vorgearbeiteten Nuthen eingesetzt und das Ganze Schweisshitze ausgesetzt bezieh. verschweisst und ausgeglüht. Hierauf sind die Zahnriffen c angearbeitet, das Ganze erhitzt und gehärtet. Während Reibahlen aus Stahl unrund, oval wurden bezieh. sich krummgezogen hatten, bleiben solche Reibahlen mit Schmiedeeisenkern vollständig intact in der genauen Form. Vor Einführung der neueren Schleif verfahren wäre diese Reibahlenerzeugung gewiss von Bedeutung gewesen.

F. Richards' Reibwerkzeug für Ventilsitze.

Textabbildung Bd. 306, S. 35

Diese Reibahle ist aus Hauptkörper a (Fig. 44 und 45) mit Reibriffen für die Ventilführung mit angeschlossenen Gewindezapfen b und Schlussmutter c zusammengesetzt, |36| welche die Kegelscheibe d, die zum Ausreiben des Ventilsitzes dient, an die Schulter von a andrückt. Sofern genaue Achsenrichtigkeit der beiden Werkzeuge a und d, sowie Geradheit der geometrischen Achse beider und endlich genaue Kreislage sämmtlicher Zahnriffen vorhanden ist, wird dieses Reibwerkzeug gute Dienste leisten. Sowie aber bloss eine der angegebenen Bedingungen nicht erfüllt ist, wird schütternder Arbeitsgang und dementsprechend wellige Beschaffenheit der Arbeitsflächen die Folge sein. Der Schneidwinkel der radialstehenden Zahnriffen beträgt 90°, so dass Schab Wirkung vorherrscht. (American Machinist, 1897 Bd. 20 Nr. 4 * S. 75.)

J. A. Rothwell's Reibwerkzeug für Ventilsitze.

Textabbildung Bd. 306, S. 36

Ein Reibwerkzeug, deren Riffen auf Schnitt gestellt sind und wie eine Vollfräse arbeitet, ist in Fig. 46 bis 48 nach American Machinist, 1897 Bd. 20 Nr. 11 * S. 218, dargestellt. Die Riffenkanten sind zudem noch schräg nach einem Zugkreise gestellt, so dass dadurch der Schneidwinkel noch kleiner wird. An das eigentliche Werkzeug a ist der Führungszapfen b, sowie der Schaft c mit Zapfenviereck unmittelbar angearbeitet. Weil die Riffen auf einer Fräsemaschine bearbeitet, sowie diese auf einer Genauschleifmaschine zugeschärft sind, ist eine genaue Lage derselben im Kreise und zur Achse des Werkzeuges gesichert. In dieser Genauigkeit der Ausführung liegt der Arbeitserfolg desselben begründet.

Hohlfräser bezieh. Hohlbohrer.

Textabbildung Bd. 306, S. 36

Soll beim Ausbohren eines Loches ein Kern stehen bleiben, so werden Bohrröhren oder Kronenbohrer mit zwei, drei oder mehr Zähnen gebraucht, welche die in Fig. 49 und 50 angegebenen Zahnformen besitzen. Der Kronenbohrer a (α = 90°) wirkt bloss schabend, während der unterschliffene Schneidzahn des Kronenbohrers b in Folge seines kleineren Schneidwinkels (α = 75°) Späne bildet. Wichtig ist hierbei der Anstellungswinkel i, welcher auch auf der inneren Kante besonders ausgeprägt sein muss. Da dieser Kronenbohrer nur mit der Schneidkante c arbeitet, so wird nur bei Stumpfwerden der äussersten Ecke der Kante c die Schneide cd theilweise zur Wirkung kommen. Ist dies aber der Fall, so wird die Neigung (Fig. 50) derselben von Vortheil sein.

Kronenbohrer für Wasserleitungsröhren.

Um die Anschlusslöcher für Zweigleitungen in den Hauptrohren der Wasserleitung auszubohren, werden tragbare Maschinen gebraucht, welche bei grösserem Durchmesser (900 mm) irgend welchen Kraftantrieb erhalten. Kleinere Werkzeuge bis 200 mm Durchmesser bestehen aus einer gehärteten stählernen Trommel a (Fig. 51 und 52), in deren stärkerem Bodenstück Spindelgewinde vorhanden ist. In die Krone dieser Trommel sind Schneidzähne b (Fig. 52) vor dem Härten angearbeitet, welche gleiche radiale Stärke besitzen. Grössere Werkzeuge bestehen aus einer Stahlröhre, die auf einem gusseisernen Bodenstück mit Nabe befestigt ist. In die Krone sind Zahnschnitte c (Fig. 53) mit doppeltem Schwalbenschwanz eingearbeitet, in welche die etwas breiteren, gehärteten Zähne d (Fig. 54) passen, welche mit Seitenstiften f gehalten werden.

Textabbildung Bd. 306, S. 36
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