Titel: Neue Gasmaschinen.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 306 (S. 217–222)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj306/ar306059

Neue Gasmaschinen.

(Fortsetzung des Berichtes S. 193 d. Bd.)

Mit Abbildungen.

Zündvorrichtungen.

Die Glühzünder haben die weiteste Anwendung gefunden und sind auf einer hohen Stufe der Vollkommenheit angelangt. Die vorzugsweise für Benzinmaschinen angewendeten elektrischen Zündvorrichtungen werden einer steten Vervollkommnung entgegengeführt.

Der durch Gasschichten isolirte Glühzünder von J. Söhnlein in Wiesbaden (D. R. P. Nr. 88677) soll nach einmal erfolgter Beheizung von aussen her auch dann noch die Zündungen regelrecht bewirken, wenn er durch äussere Einflüsse, wie Regen, kalten Wind u. dgl., abgekühlt wird.

Der Glührohrzünder besteht aus einem inwendig liegenden Zündrohr, welches von einem zweiten Rohre oder mehreren umgeben ist, welche am Ende zusammengeschweisst sein können, so dass um den Glühzünder eine oder mehrere ringförmige Luft- bezieh. Gasschichten geschaffen werden, welche die Abkühlung nach aussen wirksam verhindern. Der Glühzünder erhält seine Beheizung nur durch die Explosionen der Maschine. Um die Maschine in Gang setzen zu können, ist das umgebende äusserste Rohr aus solchem Material hergestellt, dass es beheizt werden kann. Die Zündung erfolgt so lange, bis der eigentliche Zünder durch die Explosionen glühend geworden ist. Alsdann kann das äussere Rohr jeder Art von Witterungseinflüssen ausgesetzt sein, ohne dass die Zündungen ausbleiben, ein Umstand, der für Strassenfahrzeuge und Schiffe von grossem Werthe ist.

Gegenüber Zündern mit Einlage aus Porzellan o. dgl., welche an den Wänden anliegt, hat die vorliegende Erfindung die überlegene technische Wirkung einer viel schnelleren Ingangsetzung voraus, weil die heisse Schicht bereits dem Gemische zugänglich ist zu einer Zeit, wo, wenn dieselbe mit Porzellan bedeckt wäre, diese Porzellaneinlage kaum warm geworden wäre.

Die Erfindung von C. und A. Spiel in Cannstatt (D. R. P. Nr. 88342) bezieht sich auf einen Glühzünder, welcher beim Betriebe der Maschine zu jeder Zeit von aussen so eingestellt werden kann, dass die Explosionshitze eine grössere oder geringere Fläche des Zündkörpers umspült. Ausserdem kann der Zündkörper innerhalb der Kammer verschoben werden, so dass derselbe dem zündfähigen Gemisch genähert oder davon entfernt werden kann, so dass das Gemisch beim Leerlauf, bei geringerer oder voller Belastung der Maschine stets im richtigen Zeitpunkt gezündet wird.

Die Einrichtung des von aussen einstellbaren Zündkörpers ist aus Fig. 48 ersichtlich.

Der aus drei Theilen c, c1 und c2 bestehende Zündkörper ist während der vollen Belastung der Maschine im zusammengeschobenen Zustande dargestellt, wo die Explosionshitze nur den geschlossenen Cylinder von aussen umspülen kann. Es wird somit eine geringere Wärmeaufnahme stattfinden und eine verspätete Zündung auch aus dem Grunde gesichert, weil der Zündkörper sich im hintersten Theil des Compressionsraumes befindet.

Fig. 49 zeigt den Zündkörper beispielsweise während des Leerlaufs der Maschine, wo die einzelnen Theile c, c1 und c2 desselben mittels einer Gewindespindel von aussen aus einander und in der Compressionsraum hineingeschoben sind. In diesem offenen Zustand kann die Explosionshitze die Körper c, c1 und c2 von allen Seiten vollkommen umspülen. Die Körper c, c1 und c2 nehmen somit mehr Wärme auf als im geschlossenen Zustande des Zündkörpers. Da der Zündkörper ausserdem weit in den Compressionsraum hineinragt und die Körper von allen Seiten von der Explosionshitze mehr umspült werden, so genügen nur wenige Explosionen, um die selbsthätigen Zündungen beim Leerlauf der Maschine sicher bewirken zu können.

Textabbildung Bd. 306, S. 217

Der aus Palladiumdrahtgeflecht hergestellte Glühzünder der Berlin-Anhaltischen Maschinenbau-Actiengesellschaft in Dessau (D. R. P. Nr. 89785) benutzt die eigenartige Erscheinung der Occlusion, d.h. die Eigenschaft des Palladiums, bei der Berührung mit entzündfähigen Gasen selbsthätig ins Glühen zu gelangen.

Dieselbe Eigenschaft benutzt Döbereiner an seinem nach ihm benannten Feuerzeug, dessen Wesen darin besteht, dass chemisch erzeugter Wasserstoff aus einer verschliessbaren Oeffnung auf ein mit Platinmoor oder -schwamm überzogenes Platinnetz strömt, dessen hierdurch erfolgtes Erglühen den Wasserstoff zur Flamme entzündet. Zur Erwärmung von gewöhnlichen Glühzündern ist diese Eigenschaft in der Gaskraftmaschinentechnik bereits ausgenutzt.

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Die Occlusionserscheinung besitzen in mehr oder weniger ausgeprägtem Grade fast alle Metalle der Platingruppe und ihre gegenseitigen Legirungen in metallischer Form oder fein vertheiltem Zustande als sogen. Moor, Schwamm oder Schwarz.

Gerade wie bei der gewöhnlichen ungesteuerten Glührohrzündung mit äusserer Flammenheizung verhindern die in der Schussröhre verbleibenden Rückstände den Zutritt des Gemisches während des Ansaugespiels.

Erst die Compression bringt dasselbe in Berührung mit dem Occlusionskörper, welcher dadurch aufglüht und alsbald die Zündung einleitet.

Bei Maschinen mit langsamer Verbrennung kommt die Occlusionsglühzündung derart zur Anwendung, dass man die occludirenden Zündkörper im Inneren des Arbeitscylinders vor dem Gemischzulassventil anordnet, so dass die mit Luft gemengten gespannten Gase direct beim Eintritt auf jenen treffen, zum Theil von ihm absorbirt werden und sich an dem dadurch zum Glühen gebrachten Körper selbst entzünden.

Die wesentliche Eigenthümlichkeit, dass das noch unverbrannte Arbeitsgemisch im Inneren des Cylinders durch eine chemische Wirkung sich den Zündkörper selbst glühend macht, unterscheidet die Occlusionsglühzündung von den bekannten Arten der Glühzündung. Bei diesen Einrichtungen erhitzte entweder eine ausserhalb des Arbeitscylinders brennende Flamme den auf irgend eine Weise mit dem Gemisch in Berührung zu bringenden Glühkörper oder der im Inneren des Cylinders befindliche Zündkörper sollte durch die Explosionen oder die heissen Rückstände dauernd in Glut erhalten werden, wodurch man bei Ausfall von Explosionen bei Leerlauf der Maschine wegen der auftretenden Abkühlung des Zündkörpers unsichere Zündungen erhält.

Die in Fig. 50 dargestellte Zündvorrichtung von J. Klunzinger in Heilbronn (D. R. P. Nr. 76974) besteht in einem über dem Auspuffkanal angeordneten, durchbrochenen Korb a, in welchem vor Anlassen der Maschine ein glühender Körper, z.B. Kohle, Schwamm, hineingelegt wird, und in einer gitterförmigen Klappe b, welche die abziehenden, verbrannten Gase mehr oder weniger dem Korb zuführt bezieh. von ihm abhält. Der Korb wird durch einen über ihn festschraubbaren Deckel c gegen aussen abgeschlossen.

Textabbildung Bd. 306, S. 218

Die Zündung erfolgt beim Betriebe mit Leuchtgas in der Weise, dass das durch den Arbeitskolben des Cylinders d durch Ventil e in die Kammer f eingesaugte Gas von dem zurückkehrenden Kolben zusammengepresst und dann in Folge Berührung mit dem glühenden Körper des Korbes a in dem Augenblick entzündet wird, wenn die Todtepunktstellung der Maschine überwunden wird. Die ersten Explosionen nach dem Anlassen der Maschine erfolgen durch den glühenden Körper im Korb, welch letzterer allmählich durch die an ihm vorbeistreichenden Auspuffgase glühend wird und dann die ferneren Zündungen des jeweilig angesaugten und comprimirten Gases veranlasst.

Der Korb a liegt über dem Auspuffventil g, dessen rechtzeitiges Oeffnen und Schliessen von einem durch Zahnradübersetzung bewegten Excenter in bekannter Weise erfolgt. Vor dem Korb befindet sich eine Gitterklappe b, welche mittels einer Handhabe von aussen verschieden eingestellt werden kann. Je nachdem sie eine mehr oder weniger der einen ihrer beiden Endstellungen sich nähernde Lage einnimmt, findet eine stärkere oder schwächere Bespülung des Korbes von den Auspuffgasen statt. In der in Fig. 50 punktirt gezeichneten Lage der Klappe ist die Gaszuströmung zum Korb am stärksten und in der ausgezogen gezeichneten Lage am schwächsten. Durch geeignete Einstellung der Gitterklappe b ist es möglich, die Berührung der Abgase mit dem Korb so zu regeln, dass letzterer weder zu heiss, noch zu kalt wird, und die Zündungen immer rechtzeitig dann erfolgen, wenn die Stellung der Maschinentheile und die Compression des Gases die richtigen sind.

Werden flüssige, einen Theil des Explosivgases liefernde Stoffe (Erdöl) benutzt, so werden diese durch das Ventil h mittels des Arbeitskolbens angesaugt, in der Versenkung i durch eine Flamme vergast und mit Luft gemischt, welche durch Saugventil e eintritt.

Ueber dem Ventil e sitzt der Mischhahn, welcher in bekannter Weise bei Verwendung von Gas dieses mit Luft mischt.

Textabbildung Bd. 306, S. 218

Bei dem durch Patent Nr. 52943 geschützten Rohrzünder hat sich in der Praxis gezeigt, dass der Verdampfer b ziemlich schnell verbrennt, da er von der Stichflamme getroffen wird. Dieser Uebelstand wird vermieden durch die von der Gasmaschinenfabrik Deutz (D. R. P. Nr. 77107) angegebene Abänderung, welche in Fig. 51 im Längsschnitt dargestellt ist. Es ist nämlich der Verdampfer b seitlich von der Flamme gelegt und zwischen dieser und dem Verdampfer eine Scheidewand i angebracht, welche den oberen Theil der Flamme gegen den Verdampfer abschliesst.

Durch ein Röhrchen tritt Erdöl unter Druck in den Verdampfraum b und wird hier durch die Hitze der Flamme verdampft.

Die Stichflamme berührt den Verdampfer nicht, derselbe wird nur durch strahlende Wärme, theils vom unteren Theil der Flamme, theils von der glühend werdenden Scheidewand i und dem Zündrohr h erwärmt. Der bei e austretende Oeldampfstrahl reisst dann durch das Mischrohr f Luft mit und bildet oberhalb g die erwähnte Heizflamme.

Der Verdampfer b kann, statt aus einer hufeisenförmigen Kammer, aus einem einfach gewundenen Rohr bestehen.

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Die Abgase sollen den durch Pfeile angedeuteten Weg nehmen. Um dies zu sichern, bringt man vortheilhaft über der Flamme ein Gewölbe k aus feuerfestem Material an, welches sich an die Wand i anschliesst und zugleich den Zweck erfüllt, durch Rückstrahlung mit zur Erwärmung des Zündrohres beizutragen.

Nach Fig. 52 wird gemäss der Erfindung von A. Niemczik in Leipzig-Eutritzsch (D. R. P. Nr. 83743) der Glühkörper zum Verdampfen für flüssige Kohlenwasserstoffe ausgebildet.

Textabbildung Bd. 306, S. 219

Den Gegenstand der Erfindung bildet ein durch den elektrischen Strom dauernd oder unterbrochen zum Erglühen gebrachter Körper, welcher bei Erdölmaschinen, abgesehen von der späteren Zündung, auch für die Vergasung des Erdöls benutzt wird.

In der Zeichnung ist der Längsschnitt des in Betracht kommenden Theiles einer mit einem derartigen Zünd- und Vergasungskörper versehenen Erdölmaschine dargestellt. In bekannter Weise wird durch das Ventil v die Luft eingelassen und durch die Kanüle b das Erdöl eingespritzt. Eine kegelförmige Drahtspirale z ist an die Pole il einer in gehöriger Weise isolirten und abgedichteten elektrischen Stromleitung angeschlossen. Diese Drahtspirale z ist in einen Mantel k aus feuerfestem Material (Thon, Porzellan u.s.w.) eingebettet, welcher sowohl die Spirale trägt, wie auch deren Verbrennung verlangsamt und einen Theil der Wärme aufspeichert. Dieser Mantel k ist mit Löchern o versehen, welche den Durchtritt der Erdölgase und der Luft nach dem Cylinderinneren gestatten. Das durch die Kanüle b eingespritzte Erdöl trifft sowohl den glühenden Draht z wie auch den erhitzten Mantel k und wird vergast. Bei der Compression findet die Zündung an dem im Vorstehenden beschriebenen Vergasungskörper statt.

Die elektrische Zündvorrichtung von A. A. Hamerschlag in New York (D. R. P. Nr. 89874) soll es ermöglichen, von einer Quelle aus zwei oder mehrere Entzündungen von gleicher Stärke gleichzeitig zu bewirken, um so zu gleicher Zeit Explosionen in zwei oder mehreren Cylindern einer Gas-, Erdöl- oder überhaupt Explosionsmaschine hervorzurufen. Diese Wirkung soll in der Weise erreicht werden, dass man entweder einen elektrischen Strom durch eine in mehrere Abtheilungen getheilte Leitungsrolle leitet, deren einzelne Abtheilungen mit den Zündern in Verbindung stehen, oder dass man die Zünder mit einzelnen Abtheilungen der Nebenrolle, einer gewöhnlichen Inductionsspule, verbindet, oder dass man endlich die elektrischen Zündvorrichtungen in den Secundärstrom einschaltet, den Strom dann vereinigt und ihn gemeinsam zu der Hauptrolle zurückführt.

In Fig. 53 sind a und a1 die Cylinder der Maschine und b und b1 die Kolben, welche in diesen Cylindern arbeiten. Durch die Böden dieser Cylinder a und a1 sind elektrische Contacte oder Glühpunkte cc1 hindurchgeführt und darin isolirt. d und d1 sind ebenfalls elektrische Contacte. Diese letzteren sitzen auf den Kolben bb1 und bestehen aus Schraubenfedern. Die Kolben b und b1 werden durch die Verbindung mit der Erde durch die Cylinder und das Gestell der Maschine entladen.

e ist eine Batterie und e1 ein Leitungsdraht, der dieselbe mit der Hauptrolle f einer Inductionsspule verbindet, g ist ein selbsthätiger Stromunterbrecher, welcher zwischen der Batterie und der Hauptrolle f eingeschaltet ist. h ist ein weicher Eisenkern, i ist die Nebenrolle der Inductionsspule, welche mit ihren Enden durch die Drähte i1 und i2 mit den Contacten c und c1 in den Böden der Cylinder a und a1 in Verbindung steht. i0 ist ein Draht, der eine der Mittel Windungen der Nebenrolle mit der Erde verbindet. Durch diese Theilung der Nebenrolle und der Zündpunkte werden zwei Ströme gebildet.

Die beiden Kolben b und b1 arbeiten gemeinschaftlich vorwärts und rückwärts. Die Contactpunkte cd und c1d1 werden sich also zu gleicher Zeit berühren und zu gleicher Zeit die Ströme in den Theilen der Nebenrolle i schliessen. Dabei werden in den Cylindern a und a1 gleichzeitig Funken von gleicher Stärke erzeugt.

Textabbildung Bd. 306, S. 219

In Fig. 54 ist die Hauptrolle f ausserhalb der Nebenrolle i angeordnet und ein Sammler k in die Erdleitung i0 eingeschaltet, welche mit dem Mittelpunkt der Hauptrolle verbunden ist und die gemeinschaftliche Rückleitung für die Zündpunkte nach dem secundären Strom bildet. Mit dieser Annahme sind alle Theile dieselben, wie in Fig. 53, und wirken auch wie diese. In Fig. 55 ist an Stelle der Inductionsspule eine gewöhnliche Leitungsrolle gesetzt. Hier ist die Batterie bei m mit der Erde verbunden und steht bei n mit einer Mittelwindung der Leitungsspule o, welche um einen weichen Eisenkern p gewickelt ist, in Verbindung. Die gegenüberstehenden Enden o1 und o2 der Leitung führen nach den Contacten c und c1. Es wird demnach, wenn die Contactpunkte cd und c1d1 sich berühren, gleichzeitig Stromschluss in den beiden Theilen des Stromes entstehen, wodurch nach Aufhebung der Berührung Zündungen von gleicher Intensität zwischen den Contactpunkten hervorgerufen werden.

Die isolirten Contactpunkte sind in den Cylinderböden |220| vorgesehen; die anderen Contactpunkte sind an den Kolben, welche mit dem Zweiradgestell in elektrischer Beziehung stehen, angebracht. Die Leitungsdrähte führen von den Contactpunkten nach den gegenüberstehenden Enden der Nebenrolle der Inductionsspule.

Beim gleichzeitigen Hin- und Hergehen der Kolben erfolgt die Zündung in der vorher beschriebenen Weise.

Textabbildung Bd. 306, S. 220

In Fig. 56 ist eine doppelcylindrige Explosionsmaschine dargestellt. In den Cylindern 10 derselben arbeiten die Kolben 11, welche durch Kurbelstangen 14 mit den Kurbeln 13 der Kurbelwelle 12, auf der das Schwungrad 16 sitzt, verbunden sind. Unten am Boden des Cylinders 10 sitzen die Zündpunkte 20 und an den Kolben 11 die anderen federnden Zündpunkte 21.

An dem Maschinenrahmen ist weiter eine kleine Dynamomaschine angebracht. Die Ankerwelle 26 derselben ragt nach innen hervor und ist mit einer Riemenscheibe 27 ausgestattet, über welche der Treibriemen 28 läuft, der von der Riemenscheibe 29 auf der kurzen Welle 30 sitzt. Diese Welle 30 wird durch Schleifen an dem inneren Rand des Schwungrades 16 gedreht. Sie kann aber auch direct von der Kurbelwelle angetrieben werden.

Die Leitungen 35 und 36 führen von und zu der Dynamomaschine und stehen mit der Hauptrolle 37 einer Inductionsspule, in der der weiche Eisenkern 58 steckt, in Verbindung. 39 ist ein selbsthätiger Ein- und Ausschalter. Von der Nebenrolle 40 zweigt von einer ihrer mittleren Windungen die Erdleitung 41 ab, welche mit den isolirten Contacten 20 in Verbindung steht. Die entgegengesetzten Enden der Erdleitung 40a und 40b führen nach den Erdcontacten 21, welche an den Kolben sitzen. 45 ist eine Batterie, am besten eine Accumulatorenbatterie, welche durch die Drähte 46 und 47 mit der Leitung 35 und 36 der Dynamomaschine verbunden ist. Um die Batterie 45 in oder ausser den Stromkreis der Hauptrolle 37 zu bringen, ist zwischen den Drähten 35 und 46 eine Schaltvorrichtung eingeschaltet.

Um die Maschine in Gang zu setzen, schaltet man zunächst die Batterie 45 in den primären Stromkreis der Inductionsspule ein. Dadurch wird der secundäre Strom 40 erzeugt und die Zündung in den Cylindern hervorgerufen. Sobald die Maschine die genügende Geschwindigkeit angenommen hat, um mit der Dynamomaschine 25 einen Strom zu erzeugen, schaltet man die Batterie aus, so dass der primäre Strom 37 von der Dynamomaschine erzeugt wird. Die Kolben 11 bewegen sich in denselben Zeiträumen auf und ab.

Obgleich im Vorstehenden nur zwei Ausführungsformen der Zündvorrichtung gezeigt sind, so ist es doch klar, dass dieselbe für die verschiedenartigsten Zwecke Verwendung finden kann. Man kann mit Hilfe dieser Zündvorrichtung gleichzeitig zwei oder mehrere elektrische Zündungen von ein und derselben Kraftquelle aus hervorrufen.

Textabbildung Bd. 306, S. 220

Die Eigenart der in Fig. 57 dargestellten elektrischen Zündvorrichtung von Comte E. de Dion und C. Bouton in Puteaux (D. R. P. Nr. 87352) besteht darin, dass ein elastisch aufgehängter Hammer durch eine mit Ausschnitt versehene Scheibe in Schwingungen versetzt wird, wodurch Stromschluss bewirkt wird. Die bei normalem Gange der Maschine ausgeführten Schwingungen werden unterbrochen, sobald die Tourenzahl der Maschine eine gewisse Grenze überschreitet. In diesem Falle findet keine Funkenbildung, also auch keine Explosion statt, so dass die Zündvorrichtung gleichzeitig als Geschwindigkeitsregler wirken kann.

Der bei a gelagerte Hammer b eines Stromunterbrechers ruht, wenn der elektrische Strom eine Explosion nicht hervorrufen soll, auf der Umfläche einer Scheibe d auf, die in geeigneter Weise von der Maschine in Umdrehung versetzt wird. An der Scheibenumfläche ist ein Einschnitt f vorgesehen, welcher zu geeignetem Zeitpunkte den Stromunterbrecher frei gibt, so dass dieser in Folge der Elasticität des in Schwingung gerathenen Hammers b bei g Stromschluss herstellt und in der Spule h den Strom zur Bildung eines Zündfunkens hervorruft. Die Federkraft des Hammers b, sowie die Form des Einschnittes f können dergestalt bestimmt werden, dass bei einem allzuschnellen Umlaufe der Maschine die Schwingungsweite des Hammers keine vollständige ist, demnach der Punkt e der Scheibe d an den Hammer antrifft, noch ehe die ganze Schwingbewegung des letzteren sich vollendet, wobei verhindert wird, dass ein Stromschluss bei g eintritt.

Textabbildung Bd. 306, S. 220

Durch die beschriebene Einrichtung wird nur während der Zeit der Zündung Strom verbraucht.

Die Erfindung von C. W. Rump in Metelen, Westfalen (D. R. P. Nr. 79327), betrifft eine Schutzvorrichtung für elektrische Zünder. Es hat sich herausgestellt, dass die elektrischen Zünder durch Niederschlagwasser, unvergasten |221| Kohlenwasserstoff und Verbrennungsrückstände eine leitende Verbindung zwischen den Polen herstellen, so dass eine Funkenbildung entweder nicht mehr stattfindet oder doch derart beeinträchtigt wird, um eine Zündung auszuschliessen. Die Erfindung strebt an, das Niederschlagwasser und den unverbrannten Kohlenwasserstoff von den Polen fernzuhalten, und erreicht dies im Wesentlichen dadurch, dass er das zu entzündende Gemenge auf einer Bahn zu den Polen führt, welche annehmen lässt, dass die Flüssigkeitstheilchen sich an den Sperr wänden absetzen.

Die in üblicher Weise in einem Porzellaneinsatzstück a (Fig. 58) gelagerten Pole c sind von einem Gehäuse d umgeben, welches beispielsweise in der Art befestigt ist, dass sein Flansch d1 zwischen den Cylinderstutzen e und dem Flansch a1 des Einsatzstückes a eingefügt ist. In der Nähe seiner Befestigungsstelle cylindrisch gestaltet, verengt sich dieses Gefäss d nach vorn hin und endet in zwei seitlichen Armen, welche an der oberen Seite mit je einer Oeffnung ausgerüstet sind. Ausserdem ist dieses Gehäuse mit einem Schirm d4 ausgerüstet, welcher in seinem vorderen Theile concentrisch zu den Armen verläuft und die letzteren von vorn, unten und oben absperrt, so dass das zu entzündende Gemenge nur von rückwärts her an die Oeffnungen herantreten kann. Im Cylinder sich bildendes Niederschlagwasser sowohl als auch beim Anlassen der Kraftmaschine in vergastem Zustande in den Cylinder f hineingelangter flüssiger Kohlenwasserstoff kann somit nicht mehr an die Pole herangeschleudert werden und für sich oder zusammen mit den Verbrennungsrückständen eine leitende Verbindung derselben herstellen.

Die Erfindung von J. Maemecke in Berlin (D. R. P. Nr. 89639) betrifft eine Compressionszündung. Die zum Zünden benutzten Verbrennungsrückstände wirken zweiseitig auf das Explosionsgemisch zündend ein, so dass die Zündung sehr schnell und in ausgiebigem Maasse erfolgt.

Man erreicht diese eigenartige Wärmeübertragung von den Verbrennungsrückständen auf das neu in die Maschine eingesaugte oder in derselben gebildete Gemisch durch Anwendung eines rohrförmigen Körpers, welcher vorn und hinten eine Mündung in den Compressionsraum besitzt, während die Zuströmung des Explosionsgemisches seitlich auf die Aussenwand dieses rohrförmigen Körpers erfolgt. Der rohrförmige Körper ist nicht als eigentliches Zündrohr anzusehen, sondern wirkt durch seine entsprechend gewählte Masse und durch die seitliche Zuführungsöffnung für das Zündgemisch bezieh. für die zugeführte Luft, welche der Erdölnebel durchströmt, in der Weise, dass zuerst die neuen Gasgemische sich, die äussere Wand des rohrförmigen Körpers umspülend, an demselben erwärmen, ohne dass in Folge der grossen Masse des rohrförmigen Zündkörpers eine Abkühlung an der inneren Rohrwandung desselben stattfindet. Dagegen werden bei der Compression diese neu eingeführten Gase zusammengepresst in das Zündrohr eintreten, dort die enthaltenen Verbrennungsrückstände comprimiren, bis die Entzündungstemperatur erreicht ist und durch diese und die heissen Innenwände des Rohres entzündet werden, und zwar zweiseitig, sowohl an der vorderen Mündung m (Fig. 59) des rohrförmigen Körpers b, wie an der hinteren Mündung oder Mündungen m1 dieses Körpers. Die Rohröffnung des Körpers b ist mit d bezeichnet, c ist das Einlassventil für die neue Ladung oder für die neue, zur Bereitung des Explosionsgemisches dienende Luft, falls der Erdölnebel besonders eingespritzt wird. m0 ist das Zündrohr, n der Auslasskanal für die Gase, nachdem sie ihre Arbeit verrichtet haben, a ist der ringförmige Raum zwischen dem Körper b und dem Aufsatz f des Petrolmotors, welcher im Gegensatz zu dem Arbeitscylinder nicht gekühlt ist.

Zur Erläuterung des Arbeitsvorganges diene folgende Auseinandersetzung:

Textabbildung Bd. 306, S. 221

In der ersten Periode (Saugen) tritt seitlich durch das Ventil c Erdöl und ein Theil Luft ein. Dieselbe trifft auf die Aussenwand des Körpers b, welche sich dabei stark abkühlt, zertheilt sich und das Erdöl verdampft. Es bildet sich ein dickes, schwer entzündbares Gemisch, welches zu Vorzündungen nicht geneigt ist und in dem Ringraum a und im hinteren Theil der Kammer a1 lagert. Durch Ventil p tritt in demselben Moment, in welchem Erdöl und ein Theil Luft durch c eintritt, kalte Luft direct hinter den Kolben des Motors.

Bei Zurückgang der Maschine (Compression) dringt die kalte Luft, die durch das Ventil p eingesaugt worden ist, in das dicke schwere Gemisch in a1 und a ein und es entsteht nach und nach ein leichter entzündbares Gemisch, welches in den Kanal d von zwei Seiten eintritt und die Rückstände, welche in der Kernbohrung d von der vorigen Explosion vorhanden sind, in die Mitte nimmt. Diese Rückstände haben keine Abkühlung beim Einsaugen erlitten und bei der Zusammenpressung werden dieselben eine sehr hohe Temperatur erreichen, welche zur Entzündung der anstossenden, leicht entzündlichen Gase führt, und zwar ein Entzünden nach zwei Seiten, welches sich aus dem Kanal d nach dem Ringraum a und dem Raum a1 fortpflanzt.

Eine selbsthätig auslösende Sperrvorrichtung für das Zündventil an Gasmaschinen betrifft die Erfindung von C. W. Pinkney in Smethwich und Tangyes limited in Birmingham (D. R. P. Nr. 88686).

Die Erfindung bezieht sich auf Gaskraftmaschinen, bei denen der Kolben zunächst durch den Ueberdruck des zu entzündenden Anlassgemisches bewegt wird und bei denen die Zündung dieses Anlassgemisches bei einer vorgeschritteneren Kolbenstellung erfolgt. Während sich beim Anlasshube der Kolben aus der normalen Zündstellung in |222| die Anlasszündstellung bewegt, muss die Steuerung des Zündventils gesperrt werden, so dass letzteres während dieser Zeit noch geschlossen bleibt. Nach der vorliegenden Erfindung wird nun die vor dem Anlassen vorgenommene Sperrung des Zündventils durch die Maschine bei der gewünschten Kolbenstellung selbsthätig aufgehoben. Es geschieht dies in der Weise, dass man das sperrende Glied derart in kraftschüssige Verbindung mit einem bewegten Theile der Maschine bringt, dass bei der bestimmten Kolbenstellung diese Verbindung aufhört, und zwar endgültig aufhört, so dass sie während des nächsten Stillstandes der Maschine erst wieder hergestellt werden muss. Der betreffende bewegte Theil der Maschine wirkt also nur während des ersten Theiles des Anlasshubes mittels des Sperrgliedes auf das Zündventil ein.

Textabbildung Bd. 306, S. 222

In Fig. 60 ist ein Ausführungsbeispiel einer solchen Einrichtung dargestellt. Die beiden Figuren derselben zeigen einen wagerechten bezieh. senkrechten Schnitt durch den Verbrennungsraum und den Zündkanal nebst der Einrichtung zum Absperren desselben bei einer liegenden Maschine.

Der Kanal a5, durch welchen aus einem Sammler das gepresste Anlassgemisch in den Verbrennungsraum b gelangt, besitzt einen Absperrhahn a3 und ein Bückschlagventil a6, sowie als drittes Absperrorgan ein Schraubenventil a4, welches verhältnissmässig nahe am Verbrennungsraum, nämlich zwischen dem letzten Stück a7 des Verbindungskanals und dem Rückschlagventil a6 angeordnet ist und durch die Spindel a12 geschlossen wird.

Das Schliessen und Oeffnen des Zündkanals bezieh. des Zündventils e, welches die Verbindung des Verbrennungsraumes mit dem Zündrohr a8 vermittelt, wird während des normalen Ganges der Maschine durch einen Winkelhebel ch von der Daumenwelle i aus bewerkstelligt. Das obere Ende c dieses Winkelhebels umfasst eine auf das Ventil e wirkende, in der Büchse f geführte, unter Federdruck stehende Spindel g. Um das Schliessen des Zündventils während des ersten Theiles des Anlasshubes hervorzubringen, ist das Lager i0 der Spindel g mit einem Arme versehen und in diesem als Sperrglied ein zweiter Winkelhebel k um den Zapfen k0 drehbar gelagert. Derselbe besitzt eine Nase, welche mit einem Anschlag des Armes j zusammenwirkt und die Schwingung des Winkelhebels k in der einen Richtung bei der punktirt eingetragenen Lage desselben begrenzt. Das Sperrglied k besitzt ferner in gleichem Abstand vom Drehpunkte zwei Löcher und der Arm i ein entsprechend angeordnetes Loch. Ein Stift gestattet, den Winkelhebel in denjenigen beiden Lagen festzuhalten, in welchen die Löcher sich decken. Das obere Ende des Winkelhebels k trägt in einer Hülse eine unter dem Druck einer Feder m stehende Spindel l, mittels deren der Winkelhebel durch Druck auf die Spindel g den Schluss des Zündventils e, entgegen dem Druck von dessen Feder und trotzdem der Winkelhebel h sich in der Oeffnungslage befindet, bewirken kann. Während des normalen Ganges der Maschine hat das Sperrglied k eine Lage, in welcher die Nase n der Daumenwelle i1 während ihrer Rotation mit seinem unteren Ende nicht in Berührung kommt. Die Spindel l ist alsdann von der Spindel g abgerückt, und es kann diese Lage des Winkelhebels k noch gesichert werden. Steht nun die Maschine still und soll dieselbe wieder angelassen werden, so hebt man den Winkelhebel k an, bis sich die Löcher decken. Das Zündventil ist alsdann durch den Druck der auf die Spindel l wirkenden Feder m geschlossen und das andere Ende des Winkelhebels k hat eine solche Lage, dass die Nase n sich an ihm vorbei bewegen kann, während man die Schiene in die Anlassstellung bringt. Zieht man nun den Stift heraus, so stellt sich die kraftschlüssige Verbindung zwischen dem Sperrgliede k und der arbeitenden Maschine von selbst her, indem das erstere so weit zurückfällt, dass sein unteres Ende, wie in der Zeichnung dargestellt, auf der Nase n ruht, während die Spindel l noch immer mit der Spindel g in Berührung und das Zündventil e geschlossen bleibt.

Oeffnet man jetzt auch noch mittels der Spindel a12 das Ventil a4, so befinden sich alle Theile der Maschine in der Anlasstellung und durch Oeffnen des Hahnes a3 erfolgt der Uebertritt des Gemenges aus dem Behälter in den Verbrennungsraum b, worauf sich die Maschine in Gang setzt. Sobald in Folge dessen die Nase n von dem Winkelhebel k abgleitet, fällt der letztere in die punktirte Lage herab, das Zündventil wird durch seine Feder geöffnet, die Explosion erfolgt, durch welche das Rückschlagventil a6 auf seinen Sitz gedrückt wird, und es muss nun das Ventil a4 oder der Hahn a3 wieder geschlossen werden, um während des Auspuffhubes eine weitere Entleerung des Sammelbehälters zu verhüten.

(Fortsetzung folgt.)

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