Titel: Ueber das Schmelzen von Aluminium.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 306/Miszelle 7 (S. 24)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj306/mi306mi01_7

Ueber das Schmelzen von Aluminium.

Nach L. Rürup muss man beim Giessen von Aluminium einen Unterschied machen, ob man das Metall zu Gusszwecken benutzen, d.h. aus demselben Artikel herstellen will, welche, wenn sie aus der Form kommen, bis auf das Putzen bezieh. Poliren fertig sind, oder ob dieselben überschmiedet oder gewalzt werden sollen.

Bekanntlich „sackt“ das Aluminium nach dem Giessen in der Form so bedeutend, dass man sich gezwungen sieht, ziemlich grosse Guss- oder Steigetrichter zu machen, wenn man nicht Gefahr laufen will, einen unganzen Guss zu erhalten.

Verfasser empfiehlt, dem im Graphittiegel geschmolzenen Metall nach dem Herausnehmen des Tiegels aus dem Ofen Stangenphosphor zuzusetzen und zwar auf etwa 20 k geschmolzenen Metalles etwa 20 g Phosphor. Das Sacken wird hierdurch gänzlich beseitigt. Der Guss ist an und für sich tadellos und lässt sich sehr gut poliren, dagegen lässt sich das so behandelte Aluminium weder schmieden noch walzen, es bricht vielmehr sowohl in der Kälte wie in der Wärme kurz ab.

Anders ist das Aluminium zu behandeln, wenn man ein schmiedbares oder walzbares Product erhalten will. Verfasser erhielt ein für diese Zwecke stets brauchbares Product, wenn er das Metall bei nicht zu hoher Temperatur im Eisentiegel einschmolz, den Tiegel einen Augenblick stehen liess und Rüböl auf die Oberfläche des Bades goss, wodurch letztere spiegelblank wurde. Nachdem das Oel verbrannt war, wurde das Metall langsam in die Form gegossen (stehende vorgewärmte Eisenform), in dünnem Strahl und zwar so, dass beim Erstarren des Metalls, wenn es anfing zu „sacken“ (denn dieser Uebelstand ist hierbei nicht zu vermeiden), nachgegossen wurde. Die auf diese Weise hergestellten Blöcke liessen sich stets ausgezeichnet walzen und schmieden, sowie zu Draht ausziehen. In eine derartig hergestellte, auf 30 mm Durchmesser ausgewalzte Stange konnte man mehrere enge Knoten schlagen, ohne dass das Metall auch nur den geringsten Riss zeigte.

Wenn Aluminium im Graphittiegel umgeschmolzen und die Temperatur noch so niedrig gehalten wurde, liessen sich doch nie derartig gute Resultate erzielen, wie mit dem im Eisentiegel und unter Oelzusatz geschmolzenen. Wenn es eich unter dem Dampfhammer oder in der Walze auch bedeutend besser hielt als das, zu welchem Stangenphosphor zugesetzt worden war, so zeigte es doch stets mehr oder weniger Risse, so dass man es für Blech oder Draht nicht gebrauchen konnte. Je öfter nun ein und dasselbe Metall im Graphittiegel umgeschmolzen wurde, um so mehr Risse zeigte es nach dem Walzen oder Schmieden, und Verfasser glaubt, dass die Ursache darin zu suchen ist, dass der Gehalt an Silicium beim jedesmaligen Umschmelzen grösser wird. (Chem.-Ztg.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: