Titel: Verflüssigung des Fluors.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 306/Miszelle 4 (S. 47)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj306/mi306mi02_4

Verflüssigung des Fluors.

Die Verflüssigung des Fluors ist nach Chemiker-Zeitung H. Moissan und J. Dewar geglückt. Dasselbe wurde dargestellt durch Elektrolyse einer Lösung von Fluorkalium in wasserfreier Fluorwasserstoffsäure und durch Leiten durch eine mittels eines Gemisches von fester Kohlensäure und Alkohol abgekühlte Platinschlange von Fluorwasserstoffdämpfen befreit. Bei der Siedetemperatur des verflüssigten Sauerstoffes blieb das Fluor noch gasförmig, hatte aber bereits seine chemische Energie eingebüsst; wurde dann das Sieden des Sauerstoffes durch Evacuiren beschleunigt, so condensirte sich das Fluor bei – 185° zu einer gelben Flüssigkeit. Die Verfasser haben zugleich das Verhalten des Fluors gegen einige Körper bei sehr niedriger Temperatur studirt. Silicium, Bor, Kohlenstoff, Schwefel, Phosphor und reducirtes Eisen erglühen, nachdem sie durch verflüssigten Sauerstoff abgekühlt sind, nicht mehr beim Eintragen in Fluordampf; auch verdrängt das Fluor bei dieser Temperatur nicht mehr das Jod aus Jodiden. Dagegen reicht seine Energie noch aus, um unter Entzündung Benzol und Terpentinöl zu zersetzen, sobald die Temperatur über – 180° kommt. Weiter wurde beobachtet, dass beim Leiten von gasförmigem Fluor durch verflüssigten Sauerstoff ein weisser flockiger Niederschlag entsteht, der, durch Filtration von der Flüssigkeit getrennt, mit Heftigkeit verbrennt, sobald die Temperatur sich erhöht.

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