Titel: Neuere Verfahren zur Bearbeitung von Aluminium.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 306/Miszelle 6 (S. 47–48)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj306/mi306mi02_6

Neuere Verfahren zur Bearbeitung von Aluminium.

In Engl. Mech., 1897 Bd. 65 S. 27, werden nach Alumin. World einige Verfahren besprochen, um Aluminium zu poliren. Als erstes ist angegeben, dass Aluminium ebenso wie Messing auf einer Lederscheibe mittels Roth polirt werden kann, was sich für glatte Flächen eignen dürfte.

Ein als „Acme polish“ angeführtes Polirmittel, das sich in Amerika einen wohlverdienten Namen erworben haben soll, besteht aus 1 Th. Stearinsäure, 1 Th. Walkerthonerde und 6 Th. Trippel; das Ganze wird sehr fein zermahlen, gut vermischt und mit einem Leder- oder Lappenballen benutzt.

Ferner ist die mechanische Bearbeitung des Aluminiums mit einer schnell laufenden Stahlkratzbürste erwähnt, wodurch Sandgusswaaren einen hohen Glanz erhalten und die durch zu heisses Metall hervorgebrachten gelben Streifen entfernt werden; eine feine Bürste gibt eine bessere Glätte. Durch diese Bearbeitung bekommt der Gegenstand ein rauhes, gekörntes Aeussere, welches vielfach eine gute Wirkung ausübt. Fett und Schmutz entfernt man durch Eintauchen in Benzin.

Um die dem Aluminium eigene schöne weisse Farbe hervortreten zu lassen, tauche man den Gegenstand in eine starke Lösung von Aetznatron oder Aetzkali; alsdann bringe man ihn in eine Mischung von 2 Th. concentrirter Salpetersäure und 1 Th. concentrirter Schwefelsäure, darauf in reine Salpetersäure und alsdann in eine Mischung von Essig und Wasser. Nachdem endlich der Gegenstand vollständig gewaschen worden, wird er, wie üblich, in heissen Sägespänen getrocknet. Das Poliren geschieht mittels Blutsteins oder Polirstahls.

Für das Poliren von Hand ist als Schmiermittel eine Mischung von Vaselin und Kerosinöl oder eine Lösung von etwa 35 g pulverisirtem Borax in 1 l heissem Wasser, dem einige Tropfen Ammoniak zugesetzt sind, angegeben. Für Dreharbeiten würde der Polirer vortheilhaft auf den Fingern seiner linken Hand ein mit einer Mischung von Vaselin und Kerosin angefeuchtetes Stück Flanell tragen und es mit dem Metall in Berührung bringen, um eine dauernde Schmierung |48| zu haben. Bei sehr schneller Bewegung des zu polirenden Stückes ist starkes Schmieren mittels Oeles unbedingt nothwendig.

Durch anfängliches Poliren des Metalles und darauf folgendes Prägen mit einem polirten Stempel, der unpolirte Figuren im Relief zeigt, können sehr schöne Wirkungen erzielt werden.

Auch neue Aluminiumlothe werden jetzt wieder in den Handel gebracht. So berichten die Mitth. der Ver. d. Kupferschmiedereien Deutschlands über ein von H. Lienhard in Zürich (Weststr. 3) erfundenes Loth, das mittels gewöhnlichen Kolbens und Löthwassers verarbeitet werden kann, nur muss man das Loth mit dem Kolben kräftig verreiben; dasselbe soll sich auch zur Verbindung von Aluminium mit Eisen, Stahl, Kupfer, Messing u.s.w. verwenden lassen. Die Farbe des Lothes ist der des Aluminiums sehr ähnlich; wie es der Einwirkung von Säuren, Beizen und der Luft widerstehe, hat die genannte Quelle noch nicht untersuchen können.

Die Firma Bluth und Cochius in Berlin bringt ein Loth in den Handel, das mittels Stichflamme oder Bunsen-Brenners auf die gewöhnliche Weise gehandhabt wird und sich nach privaten Mittheilungen sehr gut bewährt. (Vereinsbl. f. Mechan. u. Optk.)

Suche im Journal   → Hilfe
Alternative Artikelansichten
  • XML
  • Textversion
    Dieser XML-Auszug (TEI P5) stellt die Grundlage für diesen Artikel.
  • BibTeX
Feedback

Art des Feedbacks:
Ihre E-Mail-Adresse:
Anmerkungen: