Titel: Die gegenwärtige Erzeugung von Erdöl.
Autor: Anonymus
Fundstelle: 1895, Band 306/Miszelle 2 (S. 143)
URL: http://dingler.culture.hu-berlin.de/article/pj306/mi306mi06_2

Die gegenwärtige Erzeugung von Erdöl.

Die Erzeugung an Erdöl ist in fortwährendem Steigen begriffen; eine geringe Verminderung des Preises würde genügen, um dessen Verwendung als Brennstoff für Schiffsmaschinen und für andere mechanische Zwecke zu ermöglichen, der Oelmotor findet seit einigen Jahren wegen seiner grossen Einfachheit zunehmende Verbreitung, und der mit Erdöl betriebene Motorwagen dürfte binnen kurzer Zeit eine ansehnliche Menge davon verbrauchen.

Die gegenwärtige Erzeugung der Erde an Erdöl kann auf mehr als 181 Millionen Hectoliter geschätzt werden, wovon die Vereinigten Staaten 101 Millionen, Russland 73 Millionen, Oesterreich-Ungarn 2,39 Millionen, Canada 1,53 Millionen, Indien 570000, Java 560000 hl liefern; das Uebrige entfällt auf Peru, Rumänien, Deutschland, Japan, Italien u.s.w.

In dem grossen Apallachischen Kohlenfelde, welches 59 von den 101 Millionen der Vereinigten Staaten liefert, wurden neuerlich 20 bis 25 Quellen erschlossen, von welchen zwei eine Menge von 270 hl täglich ergeben; in Süd-Californien und Wyoming ist eine bedeutende Zunahme eingetreten.

Die grösste Vermehrung der Erzeugung steht jedoch von Peru zu erwarten. Das Hauptvorkommen befindet sich dort in dem Bezirke von Piura, wo das Oelfeld sich auf mehr als 180 Quadratmyriameter erstreckt. Da das pennsylvanische Oelgebiet nur 6,5 Quadratmyriameter umfasst und in 30 Jahren 986 Millionen Hectoliter geliefert hat, scheinen die Aussichten für Piura geradezu glänzend. Von 49 seit 1892 erbohrten Quellen sind 44 zur Ausbeutung geeignet und einige davon liefern 130 bis 140 hl im Tage.

In Russland wurden im J. 1895 269 neue Quellen in einer mittleren Tiefe von 165 m, in den letzten sechs Jahren 1371 Quellen erbohrt. Durchschnittlich werden 622 davon ausgebeutet, und zwar erhält man von der früher angegebenen Jahreserzeugung von 73 Millionen Hectoliter durch freien Abfluss 23 Millionen und mittels Haspel und Kübel die übrigen 50 Millionen Hectoliter. Die Ergiebigkeit der Quellen hat sich jedoch gegen 1889 etwas vermindert. (Oesterr. Zeitschr. f. Berg- u. Hüttenw.)

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